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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Silber aus Zentraleuropa und Russland im Wiener Dorotheum

Wilder Ritt



Eber mit reitendem Putto, wohl Italien, 17. Jahrhundert

Eber mit reitendem Putto, wohl Italien, 17. Jahrhundert

Die Vorderbeine vom Boden gehoben und das Maul geöffnet, stürmt der Eber in ungestümen Galopp dahin. Der kleine Putto auf seinem Rücken schwankt gehörig und ringt mit seinen rudernden Armen um Halt. Im Keltischen ist so ein wilder Ritt der Göttin Arduinna, nach der Interpretatio Romana der Göttin Diana vorbehalten. Gerade der Kontrast zwischen der Vorwärtsbewegung des Ebers außer Rand und Band und der Gegenbewegung des schaukelnden leichtfüßigen Puttos sorgt für die Dynamik und Spannung der vergoldeten Silberarbeit. Ursprünglich hat sie wohl die Tafel der einen oder anderen Jagdgesellschaft geziert. Das museale Stück aus Italien ist mit seiner Länge von 23 Zentimetern äußerst selten und durch den Lapislazulisockel mit vollplastischer Marmorleiste alleine schon vom Materialwert wertvoll. Deswegen hängt die Messlatte für dieses Objekt aus dem 17ten Jahrhundert mit 70.000 bis 90.000 Euro hoch, wenn es in der Silberauktion des Wiener Dorotheums zum Aufruf kommt.


Der Nürnberger Traubenpokal des Meisters Caspar Beutmüller d.J. ist am 24. Mai ebenfalls hoch angesetzt, vor allem begründet durch seine ungewöhnliche Größe von einem halben Meter. Ein kleiner plastisch gearbeiteter Winzer mit Hund bildet den Schaft, die Kuppa mit getriebenem Buckeldekor verschließt ein Deckel mit einem Knauf in Vasenform und prächtigen Blüten. Ähnliche Stücke sind im Metropolitan Museum New York, im Stockholmer Nationalmuseum und in der Rüstkammer des Moskauer Kremls zu finden. Mit 30.000 bis 40.000 Euro rangiert der Deckelpokal unter den Top Ten der Silberkunst.

Das früheste Stück der Auktion ist die um 1580 in Spanien oder Italien entstandene Kusstafel für 20.000 bis 28.000 Euro. Der Meister NOE/M lässt von einem runden vergoldeten Fuß mit Renaissancedekor und dem Schaft mit Nodus samt plastischen Engelsköpfchen einen vierpassigen Ebenholzrahmen halten, der zwei Malereien auf Pergament beherbergt. In leuchtenden bunten Farben spielen sich vor Architekturkulissen die Fußwaschung Christi und das letzte Abendmahl ab. Eine ähnliche Pacificale schenkte Papst Gregor XIII. dem Erzbischof Johann Jacob von Kuen-Belasy und befindet sich heute im Salzburger Domschatz. Selten und von hervorragender Qualität ist auch der Straßburger Renaissance-Deckelpokal mit getriebenem Schweifwerk und Blüten auf der Wandung sowie der plastischen Figur eines römischen Soldaten als Griff des Steckdeckels. Die Erwartungen für das Werk des Meisters Barthel Birtsch um 1590 liegen bei 20.000 bis 30.000 Euro. Ebenfalls in die Renaissance weist ein Wiener Weinbecher um 1600. Formale Schlichtheit kombiniert mit dem figural gravierten Dekor zeichnet ihn aus. Szenen der Königstochter Salome und das Wappen des Wiener Bürgermeisters Augustin Haffner zieren die Wandung, eine plastische Halbfigur bildet den Henkel. Die Medaille König Ludwig II. von Ungarn aus dem Jahr 1525 ist in den Boden eingesetzt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Das 18te Jahrhundert trumpft mit dem Paar emaillierter Augsburger Likörbecher von Johann Jakob Priester I. für 20.000 bis 30.000 Euro auf. Der flache runde Fuß mit Régence-Ornamenten und hermenartigem Schaft trägt die aufwendig mit einer höfischen Szene bemalte Kuppa. Der Seltenheit eines Salzburger Kokosnusspokals wird mit 10.000 bis 14.000 Euro Rechnung getragen. Meister Jakob Mayr spannte um 1710 die ovale Kokosnussschale in silberne und teilweise vergoldete Spangen mit Maskerons ein. Zwei Jahre später fertigte der Meister AH in Halle an der Saale den großen deutschen Deckelhumpen mit der reliefierten Darstellung der Anbetung der Könige. Dazu formieren sich die himmlischen Heerscharen darüber gerade auf dem Deckel (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). An einen großen aufwendigen Tafelaufsatz um 1730 hat das Dorotheum mit 18.000 bis 28.000 Euro etwa gleich hohe Erwartungen. Am augenfälligsten sind die vier plastischen Soldatenfiguren, die den abnehmbaren durchbrochen gearbeiteten Tafelaufsatz mit den vier Kerzenleuchterarmen tragen. In den flächendeckenden floralen Gravuren und den vielen plastischen Details hat der Meister GV sein ganzes handwerkliches Geschick unter Beweis gestellt.

Der heilige Georg mit Pferd des Londoner Meisters Benjamin Smith gehört mit seinen 15.000 bis 20.000 Euro in die Kategorie der hochpreisigen Silberobjekte des 19ten Jahrhunderts. In vergoldetem Silber glänzt die Rüstung des stolzen Georgs seit etwa 1840 in vollplastischer Ausführung auf einem schweren roten Marmorsockel. Der Wiener Meister Hermann Ratzersdorfer kombiniert dagegen 1851 Silber und Elfenbein miteinander. Die hervorragend gearbeitete figurale Fülle an Schaft, Deckel und der Elfenbeinwandung mit antiker Kampfszene seines Deckelpokals rechtfertigt einen Schätzwert von 8.000 bis 12.000 Euro. Die gleiche Materialkombination weist auch der große Historismus-Deckelhumpen um 1900 auf. Die Bacchanalszene ist mit Unterschneidungen beinahe vollplastisch in die Elfenbeinwandung gebracht (Taxe 8.000 bis 14.000 EUR). Exotische Materialien und eine Verarbeitung zu einem ungewöhnlichen Objekt treiben oft den Preis in die Höhe. So hat die portugiesische Firma A. Gomes Filho in Póvoa de Varzim aus der größten bekannten Muschelart, der Tridacna Gigas, ein Schiff mit Fässern und Rudern aus Silber in jüngerer Zeit zu einem beeindruckenden Ensemble für 20.000 bis 30.000 Euro vereint.

Auf Grund der Nachfrage und des Angebots an russischem Silber hat das Dorotheum dieser Sparte einen eigenen Katalog gewidmet. Immerhin rangieren vier russische Silberobjekte unter den Top Ten der Preiserwartungen. Das große Moskauer Punschset des bekannten Moskauer Hoflieferanten Iwan Chlebnikow kann sich mit 40.000 bis 60.000 Euro durchaus sehen lassen. Mit floral ornamentalem Dekor in Cloisonnétechnik sind das Tablett, die große Schale mit Schöpfkelle sowie die sechs Schälchen aufeinander abgestimmt. Ein kyrillischer Sinnspruch umfängt jeden Rand der Trinkgefäße, das Beschaumeisterzeichen weist auf das Entstehungsjahr 1882 hin. Etwas früher ist das Paar dreiflammiger St. Petersburger Kandelaber entstanden. Hermann Friedrich Pomo lässt um 1815 über einer ausladenden dreipassigen Fußzone mit Akanthusblattdekor aus einer Knospe drei zierliche Volutenarme entspringen (Taxe 20.000 bis 28.000 EUR). Mit 15.000 bis 20.000 Euro spielt auch die große St. Petersburger Deckelterrine in der oberen Preisriege mit. Prächtig schwingt sich über den vier Kugelklauenfüßen der ovale Untersatz mit gravierten Blumen- und Blattfestons sowie reliefierten Medaillons auf, den Deckel der innen vergoldeten Schale ziert eine plastische Ananas. Laut Beschaumeisterzeichen von Alexander Jaschinow wurde das Stück 1808 in der Regierungszeit Zar Alexander I. gefertigt.

Die Abteilung russisches Silber hat aber auch viele hochpreisige Stücke aus dem 18ten Jahrhundert zu bieten. Allen voran geht der seltene und museale Kowsch um 1700. Zar Peter I. hat ihn an einen seiner Amtsmänner und Steuereintreiber geschenkt. Eine Widmungsinschrift schmückt die äußere vergoldete Randzone, ein hochgetriebener kaiserlicher Doppeladler ziert das ovale Innere, Blüten- und Vogelgravuren verschönern die Handhaben (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ebenfalls als Geschenk gedacht war der behäbige Kugelfußhumpen der Zarin Anna Iwanowna um 1721/22. Der Meister EF gewährt dem kaiserlichen Doppeladler einen würdigen Platz auf der teilweise vergoldeten Wandung, die Medaille der Zarin legt er auf den Scharnierdeckel (Taxe 20.000 bis 28.000 EUR). Vom Moskauer Deckelhumpen des Meisters Wasilij Nikitin aus dem Jahr 1744 auf Kugelfüßen mit floralem Dekor und teilweise vergoldeter Wandung mit getriebenen Barockblumen erwartet sich das Dorotheum 15.000 bis 18.000 Euro.

Der St. Petersburger Deckelpokal von 1746 ist mit seinem nur teilweise angebrachten Buckeldekor, der vielpassigen Kuppa und dem Steckdeckel mit plastischer Akeleibekrönung ein interessantes Exemplar des Meisters WW (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Im Mittelfeld liegt der Moskauer Deckelpokal des Meisters WA um 1750 mit Rocaillen und Schmucksteinbesatz für 10.000 bis 12.000 Euro. Ein weiterer großer Moskauer Deckelpokal aus den 1770er Jahren führt mit 15.000 bis 20.000 Euro das Feld der Pokale an. Eine männliche Aktfigur trägt seine schmale mit Jagdszenen geschmückte Kuppa. Unter den drei Ananaspokalen strahlt das Präsent von Zar Peter I. an den Statthalter von Jakutien Juri Fedorowitsch Shishkin für 15.000 bis 20.000 Euro am schönsten. Als Dank für schwarze Füchse und Zobel fertigten die Meister Peter Henninges II. und Franz Fischer im 17ten Jahrhundert den Pokal mit rundem Fuß und bewegten Faltenzügen, den Schaft in Form eines Baumstammes mit Holzfäller und den Deckel mit dem russischen Doppeladler.

Die Auktion findet am 24. Mai um 13 Uhr statt. Die Objekte sind bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Katalog ist unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



22.05.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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