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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Pop Art führt die zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in New York an

Der King lebt!



Ein Revolver zielt direkt auf den Betrachter, ein entschlossener Blick macht klar, dass der Mann auf der Leinwand zu allem bereit ist. Der Westernheld in schussbereiter Haltung ist die amerikanische Ikone Elvis Presley, der für die Hauptrolle in dem Film „Flaming Star“ in die Figur des Cowboys geschlüpft war. Und trotzdem ist es vor allem Elvis Presley, den wir sehen. So wie der King of Rock ’n’ Roll schießt, so tanzt er auch immer aus der Hüfte. Andy Warhol, eine weitere amerikanische Ikone, sah 1963 in dem Standfoto des jungen Musikers, der die Massen zur Raserei bringen konnte, ein perfektes Motiv für seine Bilder von glamourösen Stars der amerikanischen Popkultur. Von „Double Elvis“ existieren noch 22 Varianten, das von Sotheby’s angebotene Stück befand sich seit den 1970er Jahren in Privatbesitz. Bei der diesjährigen Frühjahrsauktion „Contemporary Art“ in New York soll es als Spitzenlos für 30 bis 50 Millionen Dollar unter den Hammer kommen.


Warhols Elvis ist nicht das einzige Werk, für das am 9. Mai achtstellige Beträge erwartet werden. Sotheby’s bereitet den Bietern wie gewohnt ein Feuerwerk an großen Namen und großen Preisen. Ein weiterer Höhepunkt der 59 Lose starken Auktion prangt auf dem Cover des opulenten Kataloges. Er ist Roy Lichtensteins in typischem Comic-Stil gemaltes „Sleeping Girl“ von 1964. Die schlafende Schönheit gehörte seit ihrer Entstehung dem Sammlerpaar Phil und Beatrice Gersh aus Los Angeles und wird nun für 30 bis 40 Millionen Dollar zum Kauf angeboten. In der gleichen Preiskategorie liegt Francis Bacons „Figure Writing Reflected in Mirror“ von 1976. Die deformierte nackte Männergestalt zählt zu den herausragenden Werken des irischen Künstlers und kommt nun erstmals seit ihrer Übernahme durch eine europäische Sammlung im Jahr 1977 auf den Auktionsmarkt (Taxe 30 bis 40 Millionen USD).

Neben Warhol und Lichtenstein ist mit Robert Rauschenberg eine weitere Leitfigur der Pop Art vertreten. Seine Collage „Primo Calle/ROCI Venezuela“, in der er 1985 Zeitgeschehen und kunstgeschichtliche Bezüge miteinander verarbeitet, ist für 2 bis 3 Millionen Dollar zu haben. Tom Wesselmanns großformatiges „Bedroom Painting #27“ von 1970/72, das verschiedene Elemente eines erotischen Schlafzimmerabenteuers kombiniert, ist dagegen mit 900.000 bis 1,2 Million Dollar ein echtes Schnäppchen. Wer dennoch lieber einen Andy Warhol ersteigern möchte, hat bei drei weiteren Werken des Amerikaners die Chance und kann bei den blaugrünen „Ten-Foot Flowers“ (Taxe 9 bis 12 Millionen USD), dem neunfachen Serienporträt der amerikanischen Unternehmergattin und Sammlerin Jan Cowles (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD) oder der obligatorischen „Campbell’s Soup“-Verpackung bieten (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Auch Roy Lichtenstein ist noch ein weiteres Mal mit von der Partie. Seine geometrisch und farbenfroh gestalteten „Sailboats III“ von 1974 waren schon im Mai 1998 für netto 1,25 Millionen Dollar bei Christie’s zu Gast. Nun verlangt Sotheby’s 6 bis 8 Millionen Dollar.

Mit dem 2011 verstorbenen Cy Twombly geht ein Hauptvertreter des Abstrakten Expressionismus ins Rennen. Drei Zeichnungen in seinem typischen Kritzelstil stehen zum Verkauf, eine in Rom entstandene Blei- und Wachsstiftzeichnung in lockeren Schraffuren von 1961 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD), eine großformatige Öl- und Kreidezeichnung in Weiß auf dunkelgrauem Fond, entstanden 1970 in New York (Taxe 15 bis 20 Millionen USD), und eine im Grundton ockerfarbige Öl- und Kreidezeichnung von 1965 (Taxe 4,5 bis 6 Millionen USD). Deutlich farbenfroher gestaltet Willem de Kooning seine abstrakten Gemälde. Um 1970/74 entstand ein hochformatiges Bild mit vielfarbigen gegen- und übereinander gesetzten Farbfeldern (Taxe 5,5 bis 7,5 Millionen USD). Etwas linearer und monochromer ist seine um eine Papiercollage erweiterte Malerei von 1951 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), sehr archaisch und wild schließlich die „Woman on a sign II“ von 1967 (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Richard Diebenkorn bereichert die Suite des Abstrakten Expressionismus mit der bunten Feldermalerei „Berkeley #67“ von 1956, Joan Mitchell mit der wilden Farbschlacht „South“ von 1989 (Taxen je 3,5 bis 4,5 Millionen USD) und Arshile Gorky mit dem frühen Gemälde „Khorkom“, das eine Mischung aus Miró und Picasso zu sein scheint (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Von fernöstlicher Kalligrafie ließ sich Brice Marden 1986/87 für sein ebenso teueres Netzgespinst „Untitled (Grey)“ inspirieren. Als fast vollständig weißes Quadrat tritt dem Betrachter Robert Rymans „Duration“ von 1988 entgegen. Lediglich ein schwacher Schattenrand hebt das Bild vom Wandgrund ab (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Gelb wird es dann bei Mark Grotjahn, und man muss schon genau hinschauen, um bei „Untitled (Yellow Butterfly III)“ von 2008 seinen üblichen Bildaufbau mit vertikaler Zentrallinie und davon ausgehendem Strahlenkranz zu erkennen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Mit Gerhard Richter ist einer der erfolgreichsten deutschen Künstler der Gegenwart unter den hohen Offerten vertreten. Gleich drei Werke stehen zum Verkauf, darunter das 1992 entstandene, von Rot- und Blautönen dominierte „Abstrakte Bild“ (Taxe 8 bis 10 Millionen USD) oder die nahezu fotorealistischen „Wolken“ von 1970 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Sigmar Polkes listiges Porträt des argentinischen Konzeptkünstlers und Filmemachers David Lamelas, das sich nur rechts in einigen schwarzen Tupfen andeutet und stattdessen einen grüngelben Obelisk ins Zentrum setzt, ist mit 1 bis 1,5 Millionen Dollar dagegen recht günstig zu erstehen. Selten trifft man Isa Genzken auf den großen Abendauktionen in New York an. Für Sotheby’s stellt sie die Arbeit „Kinder Filmen I“ von 2005 bereit. Die vier hochrechteckigen Spiegel hat sie mit kunstgeschichtlichen Kinderdarstellungen aus Magazinen und Büchern beklebt, mit farbigem Paketband abstrahiert und schließlich noch gestisch mit Farbe bespritzt (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Für seine fast zweieinhalb Meter breite Fotoarbeit „Untitled VI“ hat sich Andreas Gursky 1997 bei einer Größe der amerikanischen Kunstgeschichte bedient und Pollocks „One: Number 31“ von 1950 als auratisches Kunstwerk mittig in sein Bild gesetzt (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Auch von Cindy Sherman kommen zentrale Werke zum Aufruf. Sie stammen aus Serie „The Centerfolds“, mit der ihr im November 1981 in der New Yorker Galerie Metro Pictures der künstlerische Durchbruch gelang. Hier greift Sherman das Format des Ausfalters, der mittleren Doppelseite eines Pornomagazins, sowie der dort üblichen Darstellungsform auf, inszeniert sich aber selbst als geschundene, vergewaltigte junge Frau. „Untitled #91“ liegt bei 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar, „Untitled #89“ bei 700.000 bis 900.000 Dollar. Mit fotografischen Mitteln arbeitet zudem John Baldessari, doch ist „Brutus Killed Caesar“ von 1976 eher eine konzeptuelle, ironische Bilderfolge dazu, mit welchen Mitteln sich zwei Männer gesetzteren Alters bekämpfen können (Taxe 400.000 bis 600.000 USD).

Der für seine provokativen Arbeiten bekannte Graffiti-Künstler Jean-Michel Basquiat, der 1988 mit nur 28 Jahren an seiner Drogensucht verstarb, stellt bei Sotheby’s zwei Werke. „Ring“ von 1981 mit seiner eigenen Gestalt als Ringkämpfer ist in expressivem Rot gehalten (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Ein unbetiteltes Werk aus demselben Jahr kombiniert collageartig verschiedene gezeichnete Elemente wie ein Krankenauto, Flugzeuge, eine Kanone oder den Buchstaben A (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Ebenfalls für Provokation bekannt ist der britische Künstler Damien Hirst, der mit seinem kaleidoskopartigen „Awakening“ aus echten Schmetterlingen von 2007 die Käuferschar zu 1 bis 1,5 Millionen Dollar begeistern will. Optisch ähnlich, aber weitaus harmloser ist Takashi Murakamis „Flowerball“ von 2002. Die runde Leinwand ist über und über mit lachenden Blumengesichtern bedeckt (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Aus dem fernen Osten treten zudem Lee Ufan mit seinem poetischen blauen Linienwald „From Line, 790294“ von 1979 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) und Ai Weiwei mit seinem quadratischen Feld „Kui Hua Zi“ aus lauter kleinen Porzellan-Sonnenblumensamen an, die aber immerhin eine Tonne auf die Waage bringen (Taxe 600.000 bis 800.000 USD).

Für Sammler, die weniger investieren wollen oder auf der Suche nach künstlerischen Entdeckungen sind, bieten die Tagesauktionen am 10. Mai interessante Möglichkeiten. Wem Willem de Kooning in der Hauptversteigerung zu teuer war, der wird hier bei der Zeichnung „Black and White Abstraction“ von 1950 fündig (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Für 400.000 bis 600.000 Dollar gibt es außerdem ein gestisches Tuscheblatt von Jackson Pollock aus dem Jahr 1951. Bei Sam Francis tritt 1959 dann die Farbe hinzu, wobei Rot und Schwarz am oberen sowie Blau und Grün am unteren Bildrand die „White Line No. 5“ eingrenzen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Auch Morris Louis liebt die Buntheit für seine Farbverläufe „Omega I“ von 1959/60 und die ein Jahr jüngere „Number 32“ (Taxen je 500.000 bis 700.000 USD). Für die Pop Art stehen dann James Rosenquists grauer, angeschnittener Klappstuhl vor einem Wust bunter Geschenkbänder unter dem langen Titel „In Honor and Memory of Robert F. Kennedy from the Friends of Eugene McCarthy“ (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) und Jim Dines antiker Frauentorso „The Field of the Cloth of Gold“. Die bemalte, überlebensgroße Bronzefigur soll 150.000 bis 200.000 Dollar einspielen.

Ins Dreidimensionale geht es auch mit Joseph Cornells Setzkasten um 1954, in den er Spielzeug, Kinderbildnisse aus der Kunstgeschichte und eine tschechoslowakische Briefmarke eingesetzt hat (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Für Freunde des Filigranen dürfte Sol LeWitts Skulptur aus weißen Holzquadraten „Double Pyramid“ ein Anreiz zum Mitsteigern sein. Für das sich zu einer durchscheinenden Pyramide auftürmende Werk des großen Minimalisten müssen Interessenten 300.000 bis 400.000 Dollar erübrigen. Bei Louise Nevelsons großer, kompakter, schwarzer Stahlskulptur „Night Wall II“ von 1976 geht es dagegen technoid zu (Taxe 350.000 bis 450.000 USD). Japanische Zurückhaltung und zeitlose Eleganz spricht aus Isamu Noguchis hochrecheckiger Marmorschleife „In Stillness Moving“ von 1970 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). 500.000 bis 700.000 Dollar kostet Jim Hodges’ zartes Geflecht aus Silberdraht, das an Spinnweben im Morgentau erinnert und den Titel „Lots (for Amanda)“ trägt.

Ornament und eine Erinnerung an die Natur verbindet der deutschstämmige Maler Hans Hofmann in seiner Abstraktion „Serenity“ von 1947 (Taxe 150.000 bis 200.000 USD). Ein „Junger Wilder“ ist mit Helmut Middendorf zugegen. Seine „Großstatdeingeborenen“ von 1982 sollen für 30.000 bis 40.000 über den Ladentisch gehen. Vor allem in der Nachmittagsauktion finden sich zahlreiche weitere deutsche Künstler, so zum Beispiel Sigmar Polke mit zwei abstrakten Farblandschaften teils mit Rastermuster von 2002 und 1999 für 120.000 bis 180.000 Dollar und 350.000 bis 450.000 Dollar. Eberhard Havekost hat für sein Ölgemälde „FRC1“ von 1999 einen Flügel und den Propeller eines Flugzeugs kombiniert (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Anselm Reyle hat sein unbetiteltes Hochformat 2005 collageartig mit pink- und lilafarbenen Feldern aus Acrylfarbe, PVC-Folie, Gipsgrundierung und Acrylglas bedeckt (Taxe 60.000 bis 80.000 USD).

Der berühmtere Anselm dürfte jedoch Anselm Kiefer sein, von dem eine Assemblage zum Verkauf steht, die an vegetabile Formen und Wüstenlandschaften erinnert (Taxe 450.000 bis 650.000 USD). Für seine fotografische Arbeit „Zugbrücke“, die auf einer Bleiplatte montiert ist, müssen Interessenten 200.000 bis 300.000 Dollar investieren. Miniaturportrait und kunstgeschichtliche Dokumentation verbindet Thomas Struth in seiner Fotoarbeit „Giulia Zorzetti vor einem Bild von Francesco de Mura, Chiesa Donnaromita, Napoli“ aus dem Jahr 1989 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD). Aufgeteilt haben diese Gattungen Candida Höfer in ihrer menschenleeren, streng mittig komponierten Sicht in das „Palais Garnier Paris III“ von 2004 (Taxe 50.000 bis 70.000 USD) und Thomas Ruff in seinem Bruststück „Porträt (C. Föttiger)“ von 1987 (Taxe 15.000 bis 20.000 USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



06.05.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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09.05.2012, Contemporary Art Evening Auction

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