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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Die Art Brussel feiert ihren 30. Geburtstag

Konkurrenz aus Belgien



1968 gründeten 15 belgische Kunstgalerien eine kleine Kunstmesse im Herzen Brüssel und nannten sie „Art Actuel“. Die Messe wuchs im Laufe der Jahre, benannte sich mehrfach um, bis man sich 1998 auf den international gängigen Namen „Art Brussels“ einigte und eine neue Art Direktorin fand, die fortan die Geschicke bestimmen sollte: Karen Renders. Sie erkannte bald das Potential der damals noch alle zwei Jahre stattfindenden Verkaufsschau für zeitgenössische Kunst. Qualität und Teilnehmer stimmten schon mal, aber was der Messe fehlte, war ein professionelles Gesicht in professioneller Umgebung. Die Art Brussels zog in geeignete Hallen auf dem historischen Heysel, dem Messegelände in Brüssel, in direkter Nachbarschaft zum Atomium. Um internationaler zu werden, griff man auf einen einfachen Trick zurück: Jede 15te teilnehmende Galerie lud eine befreundete Galerie aus dem Ausland ein. Ein Netzwerk wurde aufgebaut, die Ausstellerzahl verdoppelte sich. Zur 30sten Ausgabe lagen heuer trotz parallel stattfindender Art Cologne so viele Bewerbungen vor, dass ein Auswahlgremium die sicherlich nicht einfache Aufgabe hatte, zu bestimmen, was dem Image der Art Brussels gut tut und was nicht.


Karen Renders ist nicht glücklich über die mit nur einem Tag Unterschied beginnenden Messen und schiebt die Verantwortung auf Michael Neff und die Planer des „Gallery Weekend“ in Berlin. Als deren Termin feststand, wurden die Termine für Köln und Brüssel eine Woche nach vorne gezogen, damit man mit Berlin nicht kollidiert. Das hatte die Art Brussels schon im vergangenen Jahr erlebt. Da erschien Köln das kleinere Übel, und so war es auch.

Selbst wenn man bei der Preview erst am Abend das Gefühl bekam, dass sich doch noch Kunstinteressierte zum Heysel aufgemacht hatten, blickten erste Galeristen zufrieden aus ihren Kojen und verteilten rote Punkte an Kunstwerke. Die Galerie Office Baroque aus Antwerpen, die Entdeckung der Art Brussels, verkündete noch am Eröffnungsabend „ausverkauft“. Dass es sich hierbei nicht um Beträge im sechsstelligen Bereich dreht, weiß man in Brüssel. Dafür steht die Art Brussels. Hier gilt es, junge Kunst zu entdecken, sich auf Abenteuer einzulassen und sich für ungewohnte Seherlebnisse zu öffnen. Die neuen Galerien aus den Bereichen „First Call“ und „Young Talent“ sind am Beginn des Parcours platziert; der Besucher muss hier durch, ob er will oder nicht. Dass dieser Kniff funktioniert, konnte man bei der Inman Gallery aus Texas festmachen, die zum ersten Mal auf der Art Brussels mit dem amerikanischen Künstler Demetrius Oliver auftrat und spontan eine Arbeit von ihm los wurde. Außerdem nahmen sie noch ein prall gefülltes Adressbuch mit Kontakten von belgischen, französischen, niederländischen und amerikanischen Sammlern mit nach Hause.

Die Macher der Art Brussels haben es geschafft, mit einem großartigen VIP-Programm die eingefleischten Sammler und Kunden an Brüssel zu binden. Auffallend war auch, so berichtet die Messeleitung, die Anwesenheit amerikanischer und brasilianischer Sammler. Die Galerie Honor Fraser aus den USA kam zum zweiten Mal nach Brüssel und veräußerte Werke an Sammler aus Belgien, Spanien und den Vereinigten Staaten im Wert von 10.000 bis 20.000 Euro. Valérie Mannaerts, Künstlerin der Brüsseler Galerie Elisa Platteau & Cie, hatte für den Jubiläumskatalog eine Collage entworfen, die die dessen Einband ziert. Sie wurde ebenso verkauft, wie der größte Teil der Solo-Show von Danai Anesiadou.

Axel Vervoordt aus Antwerpen nahm zum ersten Mal an einer Messe für zeitgenössische Kunst teil, gut situiert in Halle 1, in der etablierte Kunstware das Ausstellungsbild bestimmte. Er kam mit Lucio Fontana, Gotthard Graubner, Roman Opalka und dem sicherlich teuersten Bild der Messe von Ad Reinhardt für 900.000 Euro. Die Galerie Wentrup aus Berlin musste eine Arbeit von Tony Oursler für 85.000 Dollar nicht wieder einpacken. Erfolgreich auch mit hochpreisigeren Arbeiten war Rodolphe Janssen, der einen unbetitelten Holzschnitt der Kölner Künstlerbrüder Gert und Uwe Tobias für 42.000 Euro an einen belgischen Sammler abgab, für 105.000 Euro eine Installation Adam McEwens an einen Käufer aus Europa und einen Stern von Kendell Geers für 44.000 Euro an einen Sammler aus London. Die „Rabbit Slippers“ von Wim Delvoye zogen viele Blicke auf sich und weckten manche Begierde für diesen ungewöhnlichen Kuschelschuh.

Der Euro rollte in Brüssel nicht schlecht, vor allem wenn man auf Vertrautes traf. Die iranische Fotografin Shirin Neshat konnte mit einer Soloshow bei der Brüsseler Galerie Gladstone punkten. Fast alle ihre Werke waren am Ende der Messe weg, und durch Nachverhandlungen wird es wohl noch weitere Abnehmer geben. Der mit 10.000 Euro dotierte Belgacom Preis, der an einen Künstler mit einer überzeugenden Soloshow geht, wurde in diesem Jahr an den amerikanischen Maler Matt Connors vergeben, der durch die Galerie Cherry and Martin aus Los Angeles repräsentiert wurde. Einige Galerien, wie Hilger aus Wien und Conrads aus Düsseldorf, wagten den Spagat, in Köln und Brüssel teilzunehmen. Helga Conrads, die lange dem Zulassungsgremium der Art Brussels angehörte, weiß gut aufzuteilen, was man in Brüssel und was in Köln zeigt. Trotzdem ist diese Doppelung auch ein hoher finanzieller Aufwand, der sich am Schluss rechnen muss.

Bedenken hatte Karen Renders, dass ihr viele Berliner Galerien abspringen würden, weil sie den Weg zurück zur Art Cologne gefunden haben und von dort das bevorstehende „Gallery Weekend“ bewerben wollten. Diese Angst war großteils unbegründet. Es tummelten sich Galerie Koal, Tanya Leighton, zum fünften Mal schon die Galerie Zink, Exile, Krome. Andrae Kaufmann aus Berlin hatten den ersten Auftritt in Brüssel und zogen mit Via Lewandowskys sich rasend schnell drehenden Zeigern in einer klassischen Siemens-Wanduhr die Blicke auf sich. „As time goes by“ gibt es als Dreier-Edition für je 11.000 Euro. Auch wenn die Videokunst bei dieser 30sten Art Brussels in die wunderbare Galerie de la Reine ausgelagert wurde, ließ es sich Anita Beckers aus Frankfurt nicht nehmen, ein sechsminütiges Video der kolumbianischen Performance-Künstlerin Maria José Arjona zu zeigen, die umgeben von Rasierklingen vier Stunden stehend verbracht hat. Anita Beckers ist gerade dabei, mit einer Mitarbeiterin eine Datenbank für Kunstvideos, Performances und Multimedia-Installationen aufzubauen.

Brüssel muss sich auch in diesem Jahr nicht hinter Köln verstecken, zumal man die beiden Messen eigentlich gar nicht vergleichen kann. Kunst belebt, welche Kunst, das kann jeder für sich dank Internet schnell selbst entscheiden. Wer sich gar nicht entschließen konnte, hatte doch die Möglichkeit, beide Messen zu besuchen. Denn von Köln nach Brüssel und umgekehrt ist es mit dem Thalys nur eine Fahrt von eineinhalb Stunden.

www.artbrussels.be



26.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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