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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Impressionisten und Moderne bei Christie’s in New York

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Paul Cézanne, Joueur de cartes, 1892/96

Paul Cézanne, Joueur de cartes, 1892/96

Mit 32 Losnummern im Gesamtwert von circa 100 bis 140 Millionen Dollar ist die New Yorker Auktion von Impressionisten und Modernen bei Christie’s am 1. Mai zwar ungewöhnlich schmal, aber keineswegs von mangelnder Qualität. Man reicht diesmal zwar nicht an den Konkurrenten Sotheby’s heran, der allein für Munchs „Schrei“ mindestens 80 Millionen Dollar sehen will. Doch immerhin ein knappes halbes Dutzend Losnummern kratzt auch bei Christie’s an der 10-Millionen-Grenze, an oberster Stelle mit 15 bis 20 Millionen Dollar Paul Cézannes Aquarell „Joueur de Cartes“ aus den 1890er Jahren: Ein behüteter und beschnurrbarteter Mann sitzt an einem Tisch und schaut konzentriert in sein Blatt. In mehreren Ölgemälden hat der Künstler dieses Motiv zu jener Zeit in größeren bildlichen Zusammenhängen aufgegriffen. Besonders nah kommt es einem Gemälde im Musée d’Orsay in Paris. Das Blatt stammt aus der Sammlung des Mediziners Heinz F. Eichenwald, aus der auch die Cézannes Ölskizze „L’amour en plâtre“ von 1894/95 für 500.000 bis 700.000 Dollar zum Aufruf gelangt.


Ein weiterer Höhepunkt des französischen Impressionismus ist Claude Monets „Les demoiselles de Giverny“ – ein durchaus drolliger Titel, denn die hautfarbenen Gegenstände, die da auf einer grünen Wiese stehen und aussehen wie schöne Jungfern in ihren weiten Kleidern, sind in Wahrheit Heuschober. 1894 datiert die einen Meter breite Leinwand, die mit 9 bis 12 Millionen Dollar beziffert ist. Eher selten auf den großen Abendauktionen zugegen ist Mary Cassatt, die sich mit ihrem bezaubernden Kinderportrait „Françoise in a Round-Backed Chair, Reading“ von etwa 1909 aber gut in das Programm einfügt (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Auch die beiden „Petites Bretonnes devant la mer (II)“ Paul Gauguins von 1889 sind von reizender Anmut (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Bereits eine neue Stilstufe vertreten Henri Matisse’ kraftvoller, farbenfroher Blumenstrauß „Les Pivoines“ von 1907 (Taxe 8 bis 12 Millionen USD) und Pierre Bonnards koloristisch delikate „Femme endormie“ aus der Zeit um 1928 für 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar. Für den Neoimpressionismus steht einmal mehr ein Meisterwerk Paul Signacs, die gelb-grün-rosa schillernde Hafenszene „Les bricks-goélettes. Antibes“ von 1916 für 4 bis 6 Millionen Dollar.

Mit sechs Losnummern ist Pablo Picasso der häufigste Name auf dieser Versteigerung. Die mit insgesamt rund 24 bis 36 Millionen Dollar bewertete Offerte umspannt das mittlere und späte Schaffen des spanisch-französischen Jahrhundertkünstlers. Ältestes Stück ist die auf den erste Blick völlig abstrakt wirkende und erst bei näherem Hinsehen als Ausschnitt eines Bildnisses sich entpuppende Leinwand „Le Repos (Marie-Thérèse Walter)“, gemalt am 17. Mai 1932 in Boisgeloup, wo der Künstler mit seiner damaligen Geliebten von 1930 bis 1936 regelmäßig weilte. Nach 2,8 Millionen Dollar im November 2002 soll das recht kleinformatige Bild nun am selben Ort 5 bis 7 Millionen Dollar kosten. Die 1950er Jahre werden unter anderem durch eine in Cannes aufgenommene „Femme dans l’atelier“ von 1956 vertreten, die etwas melancholisch zum Fenster hinausblickt (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Fast marktfrisch ist Picassos „Deux nus couchés“, die sich seit 1969, gut ein Jahr nach ihrer Entstehung, in einer europäischen Privatsammlung befinden. Mit 8 bis 12 Millionen Dollar ist es der teuerste Picasso bei Christie’s.

Mit seinem fast gleichaltrigen Freund und Kollegen Georges Braque verband Picasso ab 1908 die Entwicklung einer neuen Formensprache, des Kubismus. Braques in die Fläche gekipptes Stillleben „Mandoline à la sonate“ von 1939/40 mit mehreren sich überlagernden Bildstrukturen ist ein gemäßigter Nachzügler dieser Schaffensperiode (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Im Kreis dieser Künstler verkehrte ferner Amedeo Modigliani, der mit seinen statischen, maskenhaften Bildnissen aber ganz andere künstlerische Wege einschlug. Eines dieser nicht eben heiter stimmenden Werke ist das „Portrait du peintre Rouveyre“ von 1915, der sich vor allem als Zeichner einen Namen machte (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Von Joan Miró kann Christie’s die lyrische Komposition „L’arête rouge transperce les plumes bleues de l’oiseau au pâle bec“ vor fahlem Nachthimmel mit hellgelber Mondsichel von 1951 für 4,5 bis 6,5 Millionen Dollar anbieten. Eine Fülle einzelner Motive und Ideen beherrscht Salvador Dalís weite Wüstenlandschaft „Sans titre: New Accessories (Apparitions et équilibres en perspectives)“ von 1943, die sich auch heute noch als ein ironisch-kritischer Kommentar zu einer konsumorientierten Welt verwenden ließe (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Aus dem deutschsprachigen Raum ist lediglich ein Künstler zu Gast: Egon Schiele mit zwei in schwarze Kreide gezeichneten Frauenakten in verrenkten Posen von 1917 und 1918 für Preise zwischen 200.000 und 600.000 Dollar. Hauptwerk der Skulptur ist Alberto Giacomettis „Buste de Diego“, die den Kopf des Bruders in gewohnter Weise schmal wie eine Flunder und rau wie ein Felsgebirge in Szene setzt. Zuletzt im November 2005 für 3,2 Millionen Dollar versteigert, soll die gut sechzig Zentimeter hohe Bronze nun ebenfalls am selben Ort 8 bis 12 Millionen Dollar einspielen. Henry Moore, mit dem Christie’s im vergangenen Februar in London unerwartet hohe Ergebnisse erzielte, wartet mit einer weiteren „Reclining figure“ aus dem Jahr 1956, gegossen in acht Exemplaren 1961 bei Noack in Berlin, bei 4 bis 6 Millionen Pfund auf Kundschaft.

Mit an vorderster Front der Tagesauktion vom 2. Mai steht Wassily Kandinsky mit mehreren Arbeiten auf Papier. Zur den kräftigen geometrischen Formen auf dem freundlichen Blatt „Vibrierend“ von 1928 für 500.000 bis 700.000 Dollar tritt das zarte, wie durch ein Sieb gesprenkelte „Quadrat im Nebel“ von 1932 für 120.000 bis 180.000 Dollar. Ihnen folgt die dunkle Tempera-Malerei „La Résolution“ von 1938 als amorphes Farbenspiel (Taxe 350.000 bis 450.000 USD). Ansonsten ist die Kunst aus Deutschland wenig vertreten; lediglich Emil Nolde mit seinem Aquarell „Bauernhäuser in überschwemmter Marschlandschaft“ um 1920/25 (Taxe 180.000 bis 250.000 USD), Paul Klee mit den wenigen Zeichen auf dem Blatt „Nordafrikanisch“ von 1920 (Taxe 150.000 bis 250.000 USD), mehrere Zeichnungen und Aquarelle von Max Beckmann und George Grosz für bis zu 18.000 Dollar und Gabriele Münters freundliches Frauenportrait mit „Rosen“ am Hut bereichern die deutsche Suite (Taxe 50.000 bis 70.000 USD). Auch die Eichenwald-Collection kommt hier ein weiteres Mal zum Zug und steuert neben mehreren Arbeiten Karl Hofers noch Ernst Barlachs in ein weites Tuch gehüllte „Weinende Frau“ von 1923 bei (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Die Franzosen dominieren also weiterhin das Angebot. Pierre-Auguste Renoir schickt jeweils für 500.000 bis 700.000 Dollar seine filigranen Bildnisse „Tête de Madeleine“ von 1912/14 und „Portrait de Coco“ von 1903/04 ins Rennen. Noch höher liegt mit 600.000 bis 800.000 Dollar Chaïm Soutines expressiver „Jeune homme obliquement étendu“ von 1921/22. Tamara de Lempicka gruppiert sich in diese Wertvorstellungen mit ihrer um 1937 distanziert gemalten „Paysanne à la cruche“ bei 500.000 bis 700.000 Dollar ein, ebenso Marc Chagall mit seinem fantastischen Spätwerk „Le coq rouge et le peintre“ von etwa 1982. Hoch taxiert sind zudem noch Henri Lebasques pointillistische Waldszene „Madame Lebasque et sa fille au bord de la Marne“ um 1899 für 300.000 bis 400.000 Dollar und Louis Valtats fauvistische Küste mit „Suzanne Valtat sur le rivage d’Anthéor“ um 1904 für 250.000 bis 350.000 Dollar.

Bei den Zeichnungen tut sich dann noch Fernand Légers in geometrischen Formen vereinfachte „Femme au vase“ von 1927 (Taxe 250.000 bis 350.000 USD) und bei den Skulpturen Barbara Hepworths aufgerissene und mit Schnüren verknüpfte Raumdurchdringung aus Messing unter dem Titel „Stringed Figure (Curlew)“ um 1956 hervor (Taxe 350.000 bis 450.000 USD). Auf eine weitgehend Vergessene der Kunstgeschichte gilt es noch hinzuweisen: Martha Stettler. Die 1870 in Bern Geborene erkor Paris zu ihrer Wahlheimat. Hier gründete sie 1907 mit Freunden die Académie de la Grande Chaumière und wurde ihre längjährige Leiterin. Bevorzugte Sujets waren die Gärten von Paris und Versailles. Hier fand Stettler ihre Motive, Kinder und deren Ammen beim Spazieren und beim Spiel, so wie auch in dem heiteren Augenblick „Dans le jardin du Luxembourg“ (Taxe 20.000 bis 30.000 USD).

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



26.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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Paul Signac, Les bricks-goélettes. Antibes, 1916

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Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

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Paul Cézanne, L’amour en plâtre, 1894/95

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Paul Gauguin, Petites Bretonnes devant la mer (II), 1889

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Zuschlag: 1.500.000,- USD

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