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Joseph Anton Koch – ein meisterhafter Zeichner und Grafiker im Museum Georg Schäfer Schweinfurt

Der Natur nachgeholfen



Joseph Anton Koch, Dalli Orti Farnesiani in Roma

Joseph Anton Koch, Dalli Orti Farnesiani in Roma

Es hätte wohl keines Beweises mehr bedurft, das 2000 eröffnete Museum Georg Schäfer in Schweinfurt unter die ersten Adressen für deutsche Kunst des 19ten Jahrhunderts einzureihen. Wer ihn dennoch haben wollte, hat ihn jetzt bekommen: In illustrer Partnerschaft mit der Akademie der bildenden Künste in Wien und der Casa di Goethe in Rom richtet das unterfränkische Museum derzeit eine Ausstellung zu dem 1768 geborenen und 1839 in Rom gestorbenen Maler Joseph Anton Koch aus. Die fünf dafür reservierten Räume im ersten Stock des Hauses sind dabei ausschließlich mit Zeichnungen und Grafiken des Meisters bestückt, der eine der Gallionsfiguren der sogenannten Deutschrömer um 1800 war. Der Kernbestand der Ausstellung rekrutiert sich aus der Partnerinstitution in Wien, die 1865 durch Kochs Schwiegersohn, den Maler Johann Michael Wittmer, in den Besitz eines der größten Koch-Konvolute gelangte. Neben zwei Gemälden, die in der permanenten Ausstellung im zweiten Stock hängen, kann aber auch das Schäfer-Museum selbst auf einen beachtlichen Fundus von 17 Blättern Kochs zurückgreifen, der die Wiener Leihgaben aufs Vortrefflichste ergänzt.


Ein begnadeter Zeichner war dieser Joseph Anton Koch, der als Sohn armer Häusler in Tirol 1784 zunächst eine Bildhauerlehre in Augsburg begann, jedoch bereits nach vier Monaten fluchtartig seinen Lehrer Hofbildhauer Martin Ignaz Ingerl verließ und durch Vermittlung des Augsburger Weihbischofs schließlich auf die berühmte Hohe Karlsschule in Stuttgart wechselte. Johann Friedrich Leybold, Adolf Friedrich Harper und vor allem Philipp Friedrich von Hetsch hießen hier seine künstlerischen Lehrer, die ihn an die gerade aktuellen Strömungen heranführten und ihm vor allem die Techniken vermittelten, die sein ohnehin enormes zeichnerisches Talent weiter verfeinerten. Nach Ausbruch der Französischen Revolution, für deren Ideen er sich wie so viele Künstler und Intellektuelle seiner Generation zunächst lebhaft begeisterte, führte Koch ein unstetes Leben mit Stationen in Straßburg, Basel, Bern und Biel, bis er schließlich 1794 erstmals nach Italien reiste.

Klassizistisch klar wie die Arbeiten seiner Lehrer sind die ersten Zeichnungen und Aquarelle, die die Schweinfurter Ausstellung von Kochs Hand vorstellt. Aus den Jahren um 1792/93, während eben jener schwierigen, hauptsächlich in der Schweiz verlebten Wanderjahre, stammt das Deckfarbenaquarell „Gebirgslandschaft aus dem Schweizer Jura“, das geradezu exemplarisch für die minutiöse Feinheit der Wiedergabe der Natur steht. Bis in die letzten Verästelungen hinein sind die sommerlichen Bäume gezeichnet, man meint den lustig quirlenden Bach rauschen und die bewegten Wolken ziehen zu hören. Doch auch ein romantischer Zug, wenn auch ein eher sentimentaler, macht sich bereits bemerkbar in dem Hirten, der da nachdenklich auf der Wiese am Ufer sitzt und die drei jungen Grazien, die gegenüber munter über Stock und Stein spazieren, noch nicht bemerkt. Eine verhaltene Melancholie zeichnet diese Pastorelle aus, die vor allem noch durch ihre Form, nicht so sehr durch ihr Wesen beeindruckt.

Das änderte sich jedoch rasch, als Joseph Anton Koch italienischen Boden betrat. In Rom traf er mit dem 14 Jahre älteren Asmus Jacob Carstens ein Genie der Zeichnung, mit einer Meisterschaft auf allerhöchstem technischem Niveau. Koch begeisterte sich nun zunehmend für historische Stoffe und beschäftigte sich auch mit den düsteren Kapiteln aus der römischen Antike, die er in kraftvollen, von zyklopischen Architekturen und muskulösen Gestalten bevölkerten Blättern illustriert. Doch gleichzeitig wirkten schon andere literarische Stoffe auf ihn ein: Bereits 1799 begann er mit der Arbeit an Illustrationen zu James Macphersons mit schottisch-gälischer Mythologie durchsetzten „Gesängen des Ossian“, zwei Jahre später mit solchen zu Dantes „Göttlicher Komödie“. Von dort schließlich war es nur noch ein kleiner Schritt zu christlichen Themen: Bevor die aus Wien gekommenen „Lukasbündler“ um Friedrich Overbeck, Franz Pforr und Ludwig Vogel 1810 ihre Zelte am Kloster Sant’ Isidoro aufschlugen und sich für eine neue, künstlerisch am frühen Raffael orientierte Christlichkeit begeisterten, hatte der rund zwanzig Jahre ältere Koch seinen Weg zu deren Themen bereits gefunden.

Auch anhand der Zeichnungen und Grafiken in der Ausstellung wird die Mittlerstellung, die Joseph Anton Koch zwischen Klassizismus und Romantik einnimmt, deutlich. Grauenerregend sind jene apokalyptischen Visionen mit unbarmherzigen Teufeln, einem riesenhaften menschenfressenden Luzifer oder einer Schlangengrube, die Koch nach Schilderungen aus Dantes Versepos ins Bild setzte. Diesen Horrorszenarien, die den Erfindungen eines Francisco de Goya oder Johann Heinrich Füssli kaum nachstehen und einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben, stehen die „Vedute Romane“ gegenüber, die 1810 erschienen und eigentlich noch an Giovanni Battista Piranesi erinnern: malerische, wohlkomponierte Stadtlandschaften, die sich fast nahtlos in die reiche Tradition römischer Ansichtenmaler einreihen und der Schönheit der Natur ein wenig nachhelfen. Es war eben ein Markt da, für den Koch sein zeichnerisches Talent nutzbar machen konnte und aus ökonomischen Gründen gelegentlich wohl auch musste.

Die Jüngeren profitierten gern von Kochs Erfahrungen. Mit den Nazarenern nahm er bereits kurz nach deren Eintreffen freundschaftliche Beziehungen auf, er förderte den eine Generation jüngeren Franz Horny und bildete mit Carl Philipp Fohr eine Ateliergemeinschaft. Ganz sich diesen jungen und oft auch jung verstorbenen Schwärmern angeschlossen hat sich Joseph Anton Koch allerdings nicht: Er ahnte wohl, dass ihre Zeit wieder ablaufen würde. Auch Koch bekam die Grenzen seiner Ausstrahlungskraft zu spüren: Ein Aufenthalt in Wien 1812/15, von dem er sich günstigere Arbeitsbedingungen erhofft hatte, wurde ein Misserfolg, und erst ein Jahr vor seinem Tod 1839 wurde dem gebürtigen Österreicher von Kaiser Ferdinand ein Ehrengehalt gewährt. Doch zumindest in Rom blieb Koch bis zu seinem Lebensende geachtet und hochverehrt. Eindrucksvoll zeigt die Schweinfurter Ausstellung, dass seine brillante Zeichenkunst auch die künstlerischen Umbrüche der vergangenen zweihundert Jahre zeitlos überdauert hat.

Die Ausstellung „Joseph Anton Koch in Rom. Zeichnungen aus dem Wiener Kupferstichkabinett“ läuft noch bis zum 6. Mai. Geöffnet ist das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Katalog kostet im Museum 20 Euro.

Kontakt:

Museum Georg Schäfer

Brückenstraße 20

DE-97421 Schweinfurt

Telefon:+49 (09721) 519 19

Telefax:+49 (09721) 513 71

E-Mail: info@mgs-online.de



18.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Joseph Anton Koch, Vietri am Golf von Salerno, 1795
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Joseph Anton
 Koch, Subiaco
Joseph Anton Koch, Subiaco

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Joseph Anton Koch, Die Strafe der Diebe im Tale der Schlangen
 und Drachen, 1803
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Joseph Anton Koch, Apoll unter den Hirten, um 1836

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Johann Michael Wittmer, Bildnis von Joseph Anton Koch, 1832

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Joseph Anton Koch, Vietri am Golf von Salerno, 1795

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Joseph Anton Koch, Subiaco

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Joseph Anton Koch, Die Strafe der Diebe im Tale der Schlangen und Drachen, 1803

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Joseph Anton Koch, Tivoli mit Brücke und Sibyllentempel, 1820

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Joseph Anton Koch, Agnello Brunelleschi, vom sechsbeinigen Drachen angefallen, 1803

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Joseph Anton Koch, Luzifer in der Mitte der Hölle, Judas, Brutus, Cassius, 1803

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