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Das Museum Folkwang in Essen gewährt umfassende Einblicke in seine Fotografische Sammlung

Preziosen aus 200 Jahren Fotografiegeschichte



Julia Margaret Cameron, Sir John Frederick William Herschel, Baronet Collingswood, 7. April 1867

Julia Margaret Cameron, Sir John Frederick William Herschel, Baronet Collingswood, 7. April 1867

Nachdenklich lehnt der sinnierende Herausgeber und Verleger an stehenden Folianten in wertvollen Ledereinbänden, die rechte Hand gespreizt vor dem Bauch haltend, den Kopf gestützt auf der Linken. David Octavius Hill und Robert Adamson porträtierten um 1845 den „Publisher John Blackie“ zusammen mit seinen Objekten. Kurz darauf begegnet der Besucher in Neapel einem „Wasserhändler“ des Jahres 1895, der hinter seinem überladen verzierten fahrbaren Tresen das erfrischende Nass auf der Straße feilbietet, festgehalten von den Fratelli Alinari. Der bekannte Fotograf Erich Salomon gestattet einen intimen Einblick in das Restaurant „Anjema“ in Den Haag, wo 1930 eine Runde älterer Herren eine „Kriegsschulden-Konferenz“ abhält. Wie Nebel scheinen die Schuldenschwaden über den kahlen Köpfen in dem von Zigarrenrauch durchzogenen Salon zu qualmen. Viele Jahrzehnte später, im Jahr 2005, nimmt der 1976 geborene Fotograf Benjamin Rinner eine Personengruppe ins Visier. Wirklich? Die Fotografie „IO No 1 -4+1“ zeigt mehrere im Kreis stehende Figuren mit gleicher Gestik und Kleidung. Dabei handelt es sich um eine Person, den Künstler höchst selbst, der sich allansichtig als Narziss outet. Er selbst ist das Objekt.


Unter der Headline „Der Mensch und seine Objekte“ zeigt das Essener Museum Folkwang eine konzentrierte Auswahl an Lichtbildern, die ausschließlich aus der eigenen fotografischen Sammlung stammen. Anlass für ihren bislang umfangreichsten Auftritt der 330 Arbeiten von 166 Künstlern aus dem über 55.000 Stücke großen hauseigenen Fundus ist das Ausscheiden von Ute Eskildsen als Sammlungsleiterin. Mit Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung wurde 1978 die Fotografische Sammlung im Museum Folkwang etabliert. Der seinerzeitige Museumsdirektor Paul Vogt berief mit Eskildsen die damalige Assistentin von Otto Steinert, dem bekannten Lehrer und Fotografen an der Essener Folkwang-Schule, zur Leiterin der neuen Museumsabteilung. Über drei Jahrzehnte widmete sich die 1947 im Schleswig-Holsteinischen geborene Fotografin engagiert dem Aufbau der heute fulminanten Kollektion mit internationalem Anspruch.

Zum Abschluss ihrer Tätigkeit hat sie sich das wohl faszinierendste Feld fotografischer Praxis ausgesucht, die Darstellung des Menschen. Der Besucher begegnet in farblich dezent akzentuierter chronologischer Ordnung Typen, Konventionen, Lebensweisen, Ritualen und Körpersprachen, wie sie sich in den letzten zwei Jahrhunderten herausgebildet haben. Die Bilder ergänzen Artefakte der Objektwelt als Zeugen alltäglicher Erfahrungen sowie als Repräsentanten menschlicher Produktivität. Die auf diese Weise streng sachlich ausgerichtete Schau ist keine leichte Kost zum schnellen Hinsehen. Tierdarstellungen, Landschaften, Ereignisse wie Versammlungen sucht man vergebens. Für das Kennenlernen von Personen verschiedener Epochen, ihren Professionen und ihrem Umfeld sollte der Kunstinteressierte vor allem Zeit mitbringen.

Ganz subtil durchzieht der Wandel des Mediums den Parcours. Bis zur vorletzten Jahrhundertwende folgt die Bildnisfotografie vorrangig den Repräsentationsansprüchen der Auftraggeber sowie dem Erkundungseifer der Bildpioniere. Bildnisse beziehen sich primär auf die abgebildeten Menschen, können aber auch Vorstellungen der Fotografen mit einbeziehen. Die Gegenstandwelt hat in Verbindung mit den Porträts Stützfunktion zur Überbrückung langer Belichtungszeiten. Gesellschaftliche Stellung oder Beruf des Protagonisten sollen sie zudem betonen. In der Folge weitet sich das fotografische Handwerk auf formale und mediale Problemstellungen unter avantgardistischen Sichtweisen aus. Seit den 1930er Jahren kommt der private Gebrauch in Mode. Das sogenannte „Knipsen“ lässt völlig andere Darstellungskonventionen aufkommen. Das Medium wandelt sich zu einem Träger von Erinnerungen, indem es den Betrachtern viele vertraute Dinge mitteilt.

In den 1950er Jahren oszilliert die Porträtfotografie zwischen einer belebten Zeitschriftenkultur und gestalterischen Ambitionen auftragsgebundener Arbeiten. Dramatisierte Kontrastierungen in Schwarz-Weiß und zugleich ein Bemühen um individuelle Charakterisierungen stellen einen humanistisch-expressiven Impetus vor. Heutzutage stellt das Menschenbild ein heterogenes, zugleich aber auch äußerst aktives Feld der Gegenwartsfotografie dar. Hier kumulieren unterschiedliche kulturelle und soziale Diskurse. Zeitübergreifend ist geblieben, sich Dinge mittels der Fotografie anzueignen, sie sich anzuverwandeln und sich im fotografischen Bild verfügbar zu machen. Aber auch ihr befremdliches Eigenleben sowie lakonische Indifferenz gegenüber den Machenschaften des Menschen durchzieht alle Epochen.

Die Ausstellung „Der Mensch und seine Objekte – Fotografische Sammlung“ ist noch bis zum 29. April zu besichtigen. Das Museum Folkwang hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, freitags bis 22:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der an der Museumskasse 34 Euro kostet.

Kontakt:

Museum Folkwang

Museumsplatz 1

DE-45128 Essen

Telefon:+49 (0201) 88 45 444

Telefax:+49 (0201) 88 45 330



16.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


25.02.2012, Der Mensch und seine Objekte. Fotografische Sammlung

Bei:


Museum Folkwang

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Friedrich Pöhler, Ohne Titel (Kinder der Familie Metzger, Schreiner,
 Wilhelmsdorf), 1909/10
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Constant Alexandre Famin, Wiesenblumen, um 1860
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Julia Margaret Cameron, Sir John Frederick William Herschel,
 Baronet Collingswood, 7. April 1867
Julia Margaret Cameron, Sir John Frederick William Herschel, Baronet Collingswood, 7. April 1867

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Giorgio Sommer, Pompei, Impronte, um 1875
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Friedrich Pöhler, Ohne Titel (Kinder der Familie Metzger, Schreiner, Wilhelmsdorf), 1909/10

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Constant Alexandre Famin, Wiesenblumen, um 1860

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