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Das DAM Frankfurt zeigt eine Ausstellung zum Architektenbüro Schneider + Schumacher, den „Erbauern“ der neuesten Städelerweiterung

Erlaubt ist, was gut ist



Schneider + Schumacher, Der unterirdische Erweiterungsbau des Städel Museums

Schneider + Schumacher, Der unterirdische Erweiterungsbau des Städel Museums

In aller Munde ist es derzeit, das Frankfurter Architektenbüro Schneider + Schumacher, das mit seiner jüngst eröffneten Erweiterung des Städel Musems wieder einen echten Coup landete. Dabei zwangen die Grundstücksverhältnisse und die Rücksichtnahme auf den vorhandenen Altbau des 19ten Jahrhunderts zum Gegenteil dessen, was man von einem Architekten gewohnheitsmäßig erwartet: Mit ihren unter die Erde verlegten Ausstellungsräumen, die nach außen nur durch eine leichte Wölbung des darüber befindlichen Rasens und die 195 „Bullaugen“ erkennbar werden, schufen die beiden Architekten eigentlich eine Negation von Architektur.


Doch Michael Schumacher, der 1957 in Krefeld geboren wurde, träumte schon 1986 in seiner Studienabschlussarbeit von einer unterirdischen – nicht im Qualitätssinn, sondern ganz real zu verstehen – Architektur: In den Kasseler Fuldaauen sollte sie entstehen, eine „Metamorphose eines Baggers“ heißen und sein, dienlich gemacht als tief in die Erde gefrästes Freizeitbad. Natürlich wurde nichts daraus, aber verblüffend ist schon, dass er mit einer solchen Idee 25 Jahre später eines seiner bekanntesten Projekte realisieren sollte. Sein zwei Jahre jüngerer Kollege Till Schneider dagegen strebte schon 1988 hoch hinaus: Er sah ein gewaltiges, in einer Nadelspitze auslaufendes hyperbolisches Hochhaus für die Frankfurter Skyline vor.

Zu sehen sind diese frühen Entwürfe der jungen angehenden Baumeister, die sich 1988 zum Architekturbüro Schneider + Schumacher zusammenschlossen, derzeit in einer monografischen Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt. Einige Kritik hat es an dieser resümierenden Werkschau gegeben, sei sie doch ein unstatthafter Eingriff in den harten Konkurrenzkampf der Frankfurter Architektenschaft. Die Vorgabe von Museumsgründungsdirektor Heinrich Klotz, zeitgenössische Architekten derart zu würdigen, sei mit dieser neuen Schau – so wurde moniert – noch weiter aufgeweicht worden. Doch Peter Cachola Schmal, derzeitiger Direktor des Hauses am Schaumainkai, wies alle derartigen Einwände mit dem Verweis auf die Entscheidungsfreiheit des Museums zurück.

Der besondere Anlass der Eröffnung der benachbarten Museumserweiterung rechtfertigt die Ausstellung in der Tat hinreichend. Allzu viel ist allerdings nicht zu sehen im vollständig schwarz ausgeschlagenen zweiten Stock der neobarocken Doppelhausvilla. Über die Außenwände eines zentralen Kubus, durch den sich ein Gang mit Zeichnungen sowie den biografischen Angaben samt Werkverzeichnis mäandert, flimmern fotografische Aufnahmen repräsentativer Bauten von Schneider + Schumacher. Neben der während der Erstellung der Ausstellung noch im Bau befindlichen Städelerweiterung sind dies unter anderem die architektonische Neugestaltung des Frankfurter Westhafens 2003/04 mit dem diagonalrasterartig gegliederten Westhafen Tower als Blickfang oder das Museum Sowjetisches Speziallager in Sachsenhausen von 2001.

Erstellt wurden die Aufnahmen, die angenehmerweise und entgegen den Gepflogenheiten von Architektur- und Städteplanern ganz ohne beschönigendes Beiwerk auskommen und die Bauten zeigen, wie sie sich im Alltag mit vorbeifahrenden Autos und herumstehenden Straßenschildern präsentieren, von der Frankfurter Fotografin Kirsten Bucher. Hier wird deutlich, was das Wesen des Architektenduos ausmacht: Es sind unprätentiöse, ganz aus den funktionalen Bedürfnissen und vor allem den ökologisch-ökonomischen Geboten hervorgehende Bauten, keine „Eventarchitektur“, wie sie gerade in Frankfurt manchen Zeitgeistschrott hervorgebracht hat.

Viel Glas, viel Licht, viel Luft – das sind die Markenzeichen dieser Gebäude. Gerade den zahlreichen Wirtschaftsbauten, unter denen das Erco-Hochregallager in Lüdenscheid von 2001 wohl das bekannteste und markanteste ist, kommt dieser Ansatz zugute. Er lässt gleichwohl die Entfaltung hohen gestalterischen Potentials zu und nimmt vor allem innerhalb der gläsernen Hüllen manche überraschende Wendung etwa zum feinen Schnitt der 1950er Jahre. Das 1998 fertiggestellte Bürogebäude der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Leipzig zeigt diese Anlehnung mit seiner nach Nordwesten gerichteten gerundeten Spitze auch außen und antwortet zugleich auf die Eckturmsituation eines benachbarten Gründerzeitbaus.

In Interviews, die in zwei kleinen Nebenräumen ausschnittweise zu sehen sind, verraten Schneider + Schumacher dem Architekturtheoretiker Manuel Cuadra Einiges aus ihrer Praxis und über ihre Gestaltungsprinzipien. Ob die Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum nun als Werbebeihilfe zu interpretieren ist oder nicht – darüber mögen sich die betroffenen Kritiker den Kopf zerbrechen. Zu wünschen wäre allerdings durchaus, dass mehr solche Positionen zur Diskussion gestellt werden, von denen guten Gewissens gesagt werden kann, dass sie gute Technik mit gutem Design verbinden. Das DAM ist eben nicht nur ein Haus der Architekturgeschichte.

Die Ausstellung „schneider+schumacher“ läuft noch bis zum 29. April. Das Deutsche Architekturmuseum öffnet dienstags sowie donnerstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr und sonntags bis 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Das Begleitbuch kostet im Museum 39 Euro.

Kontakt:

Deutsches Architekturmuseum

Schaumainkai 43

DE-60596 Frankfurt am Main

Telefon:+49 (069) 21 23 88 44

Telefax:+49 (069) 21 23 63 86



13.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Variabilder:

Schneider + Schumacher, Der unterirdische
 Erweiterungsbau des Städel Museums
Schneider + Schumacher, Der unterirdische Erweiterungsbau des Städel Museums

Künstler:


Schneider + Schumacher

Künstler:

Michael Schumacher

Künstler:

Till Schneider

Veranstaltung vom:


10.12.2011, Schneider + Schumacher










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