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Provokant oder bloß kunstgewerblich? Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmals Werke des ebenso populären wie umstrittenen Grafikers Paul Wunderlich. Ob das Frühwerk tatsächlich musealen Ansprüchen genügt, darf diskutiert werden

Späte Ehrenrettung



Paul Wunderlich? Ist das nicht der Schöpfer kunstgewerblich-erotischer Grafiken und Bronzen in hoher Auflage, die seit mehr als 40 Jahren den Markt überschwemmen? Dem 1927 in Eberswalde geborenen Wahl-Hamburger hat bisher noch kein Hamburger Museum eine Einzelausstellung eingerichtet. Die Kunsthalle wagt jetzt den Anfang. Unter dem Titel „Paul Wunderlich. Das frühe lithographische Werk“ sind 90 überwiegend druckgrafische Arbeiten aus den Jahren 1948 bis 1975 zu sehen. Einige Gemälde ergänzen die Schau. Anlass für die Präsentation ist eine Schenkung des langjährigen Berliner Wunderlich-Galeristen Dieter Brusberg von 535 Arbeiten an das Kupferstichkabinett. Außerdem hätte der vor zwei Jahren verstorbene Künstler am 10. März 2012 seinen 85. Geburtstag gefeiert.


„Es ist eine Hommage an einen großen bekannten Unbekannten“, charakterisiert Kunsthallendirektor Hubertus Gaßner die Schau. Paul Wunderlich wurde bereits während seines Studiums Werkstattleiter der Landeskunstschule in Hamburg. Seine handwerkliche Virtuosität in der Technik der Lithografie will die Hamburger Ausstellung, die sich auf seine frühe Druckgrafik konzentriert, besonders herausstellen. Kurator Jonas Beyer: „Paul Wunderlich brachte es zu einer hohen Meisterschaft im Bereich des lithografischen Verfahrens.“ Zu den Markenzeichen Wunderlichs gehörte seine fein austarierte Methode des Gegeneinandersetzens von dünnen und dicken Strichen, deckenden und transparenten Farben.

Die Schau konzentriert sich auf drei große Zyklen. Die Folge „20. Juli 1944“ zeigt in drastischen Darstellungen die von den Nazis ermordeten und in der Haftanstalt Plötzensee an Schlachterhaken aufgehängten Widerstandskämpfer nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler. Einen handfesten Kunstskandal löste 1960 die Präsentation des 12teiligen Zyklus „qui s’explique“ aus. Die damals unter einem Vorhang präsentierten, sexuell aufgeladenen Blätter zeigen aufgedunsene Männer- und Frauenleiber beim Geschlechtsakt. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte den Zyklus, offenbar nicht wissend, dass es sich bei Druckgrafik um Auflagenkunst handelt. Auf den Kunstskandal aufmerksam geworden, sicherte sich das New Yorker Museum of Modern Art beim Künstler verbliebene Blätter für seine Sammlung.

Paul Wunderlich ließen die drastischen Themen nicht los. Eine Blattfolge nach Balladen des mittelalterlichen, französischen Dichters François Villon zeigt Huren, Gehenkte und deformierte Körper. Der Mensch in all seiner Bedrängnis ist ein zentrales Thema im Frühwerk Wunderlichs. Das Figürliche durchzieht sein Werk in allen Spielarten: surreale Metamorphosen, verdrehte Anatomien, alptraumhafte Vivisektionen, beklemmende Akte.

Das Anliegen der Hamburger Kunsthalle ist es, Paul Wunderlich für das Museum neu zu entdecken, da der Blick auf seine Virtuosität angeblich lange Zeit verstellt war. Man muss sich allerdings fragen, ob die drucktechnisch sicher hochwertigen, künstlerisch jedoch recht kalkuliert wirkenden Blätter Wunderlichs wirklich den hohen Qualitätsansprüchen des Hauses genügen. Von der existenziellen Abgründigkeit eines Francis Bacon oder der psychologischen Tiefe eines Lucian Freud beispielsweise ist Wunderlich dann doch meilenweit entfernt. Mit seinem massenhaft vermarkteten, süßlich-altherrenhaften späteren Werk jedenfalls, das hier aus gutem Grund nicht gezeigt wird, hat sich Paul Wunderlich ganz sicher keinen der vorderen Plätze in der Kunstgeschichte erobert.

Die Ausstellung „Paul Wunderlich. Das frühe lithographische Werk“ ist bis zum 27. Mai zu sehen. Die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags sowie an dem Kar- und Ostertagen von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der 84seitige Katalog kostet 12,80 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



13.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


05.02.2012, Paul Wunderlich – Das frühe lithographische Werk

Bei:


Hamburger Kunsthalle

Künstler:

Paul Wunderlich










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