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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Alte und Neuere Meister bei Koller in Zürich

Millionen für die Blumen



Roelant Savery, Blumenstillleben in einer Glasvase mit Eidechse und Schmetterling in einer Nische, 1612

Roelant Savery, Blumenstillleben in einer Glasvase mit Eidechse und Schmetterling in einer Nische, 1612

Eigentlich kennt man ihn vor allem als Tier- und Landschaftsmaler: Sei es, dass sie friedlich in einer Paradieslandschaft dösen, sei es, dass sie in wilde Kämpfe verbissen sind – die Gemälde des niederländischen Malers Roelant Savery haben stets einen hohen Wiedererkennungswert. Doch gelegentlich trat er auch als Stilllebenkünstler hervor: Nicht mehr als zwanzig Blumenbilder haben sich von ihm erhalten, doch wie begehrt sie sind, zeigte sich auf der vergangenen Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Koller in Zürich. Dort kam ein Blumenstillleben Saverys in einer Glasvase mit Eidechse, Libelle, Fliege und Schmetterling in einer Nische zum Aufruf. Auf hohe 2,8 bis 3,8 Millionen Franken hatte das Zürcher Auktionshaus die außerordentlich filigrane und zugleich stimmungsvolle Malerei angesetzt, doch selbst diese Schätzung wurde noch übertroffen: 4,7 Millionen Franken zahlte schließlich ein russischer Sammler für das mehrfach ausgestellte und unter anderem 1994/95 als Leihgabe in der Gemäldegalerie Kassel beheimatete Gemälde. Die 1612 datierte, nicht einmal 17 Zentimeter hohe Kupfertafel hatte bereits vor gut zehn Jahren auf sich aufmerksam gemacht, als sie im Londoner Auktionshaus Sotheby’s bei einer Schätzung von 1 bis 1,5 stolze 1,6 Millionen Pfund erzielte. Jetzt hat das Gemälde seinen eigenen Savery-Auktionsrekord übertroffen.


Alte Meister

Etwas mehr als die Hälfte der über neunzig Alten Meister konnte Koller am 30. März unter die Leute bringen, doch die übrigen 47 Zuschläge zusammen spülten nicht einmal ansatzweise so viel in die Kassen des Hauses wie der Savery. Das lag nicht zuletzt an einer stattlichen Anzahl schmerzlicher Rückgänge gerade unter den zahlreich vertretenen Niederländern. Von den übrigen Stillleben reüssierten weder Isaac Soreaus süßes Arrangement aus Weintrauben, Aprikosen und Kirschen für 300.000 bis 400.000 Franken noch Balthasar van der Asts Blumenstrauß in einer Glasvase mit Schmetterling, Eidechse, Fliege und Libelle – also dem gleichen Personal wie bei Savery – in einer Nische für 400.000 bis 600.000 Franken. Von den teuren Stücken schaffte einzig Clara Peeters’ Stillleben mit venezianischem Glas, Römer und Kerze sowie einigen Backwaren aus dem Jahr 1607, wohl eine Allegorie der Hochzeit, bei 215.000 Franken den Absprung (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR).

Unter den günstigeren Arbeiten war die Abnahmequote mit Jean-Baptiste Monnoyers Blumenstrauß in einer Reliefvase und einem üppigen Früchtestillleben vielleicht von Cornelis de Heem für jeweils 70.000 Franken zur unteren Taxgrenze etwas höher. Sogar seine obere Schätzung von 80.000 Franken erreichte ein Stillleben Jan van den Heckes d.Ä., das ähnlich dem Clara Peeters’ eine Kombination aus Gefäßen wie goldenem Buckelpokal und Venedigglas sowie Speisen versucht, in diesem Fall Austern und Früchte. Die Holztafel ist 1643 datiert.

Von den Landschaften wurden nur die günstigeren übernommen: eine sandfarbene Dünenlandschaft Jan van Goyens von 1631 für 62.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und Jacob Salomonsz van Ruysdaels sommerliche Waldlandschaft mit Hirte und Tieren an einer Furt aus dem Jahr 1666 für 40.000 Franken (Taxe 40.000 bis 50.000 SFR). Bei 28.000 Franken und 45.000 Franken jeweils im Rahmen der Erwartungen landeten eine bewaldete Landschaft des Antwerpener Meisters Marten Ryckaert und Jan Griffiers d.Ä. Blick auf die Mosel zwischen übersteil aufragenden Bergen aus der Barockzeit. Eine holländische Winterlandschaft mit einem lustigen Dorftreiben aus der Werkstatt Pieter Breughels d.J. (Taxe 220.000 bis 320.000 SFR) und Denis van Alsloots bizarre Winterlandschaft mit der Flucht nach Ägypten für geschätzte 135.000 bis 185.000 Franken mussten dagegen ebenso ihre Heimreisen antreten wie Jan van Goyens Blick über einen Flusslauf mit Segelbooten hinweg auf das nahe Leiden von 1653 für 200.000 bis 300.000 Franken.

Die älteste Malerei wurde einmal mehr durch einen Italiener vertreten. Die thronende Madonna mit zwei flankierenden Heiligen in spitz zulaufendem Rahmen der Gotik lässt sich stilistisch dem mittleren 14ten Jahrhundert zuordnen und wird dem Florentiner Andrea di Bonaiuto zugeschrieben. Der Zuschlag erfolgte bei 135.000 Franken (Taxe 120.000 bis 150.000 SFR). Auf nordalpiner Seite beeindruckte das Bildnis eines Herrn mittleren Alters aus der Hand eines süddeutschen Meisters um 1520/30. Die spätere Bezeichnung und Datierung „Melanchthon 1550“ ist wohl bewusst irreführend, dennoch überzeugte die plastische Modellierung der markanten Physiognomie des nach links aus dem Bild herausschauenden Mannes. 73.000 Franken waren eine höchst respektable Anerkennung (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Für einen heiligen Lukas, der die Madonna zeichnet, entstanden Mitte des 15ten Jahrhunderts wohl auf Basis einer Bilderfindung Rogier van der Weydens, gab es 145.000 Franken (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR).

Neuere Meister

Bei den Neueren Meistern hieß Carl Spitzweg der Favorit. Auf 200.000 Franken verdoppelte sich der Wert seines kleinen Malkartons „Die Lektüre“, eines humorvollen Spätwerks aus den frühen 1870er Jahren. Koller hatte mit 90.000 bis 120.000 Franken für die genrehafte Szene eines wohl etwas verschrobenen alten Mannes auf seiner Terrasse allerdings auch sehr weit nach unten gegriffen. Die „Begegnung im Walde“ aus den frühen 1850er Jahren, die im vergangenen Juli schon einmal für 85.000 bis 90.000 Euro bei Neumeister in München angeboten worden war, konnte das Auktionshaus für 90.000 Franken abstoßen (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR).

Das blieben die höchsten Zuschläge in dieser zu rund 57 Prozent vergebenen Abteilung, zumal Cornelis Springers „Holländische Stadtansicht“ mit einem rathausartigen Prunkbau der Gotik von 1844 – wie schon vor einem Jahr an 220.000 bis 240.000 Franken – diesmal an 150.000 bis 170.000 Franken scheiterte. Ferdinand Georg Waldmüllers etwas akademische „Auffindung des Mosesknaben“, gemalt 1818 nach einem Annibale Carracci zugeschriebenen Gemälde, das heute verloren ist, spielte die untere Schätzung von 50.000 Franken ein. Die Landschaftsmalerei war durch Stanislas Lépines impressionistische Ansicht der Seine bei Garenne Saint-Denis um 1876/80 für 30.000 Franken vertreten (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR), das Portrait durch Alexandre Hesses Kniestück einer jungen, selbstbewussten Italienerin für 36.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Einige Farbtupfer setzten die russischen Maler, etwa Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs mondbeschienene Segelschiffe an einer Küste für 38.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), Ivan Fedorovic Choultsés plastisches Wintersonnenbild „Nach dem Schneefall“ für 50.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) oder ein pastellenes Selbstbildnis der russisch-französischen Malerin Zinaida Serebrjakova von 1921 für 55.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Auch die 23.000 Franken für Georges Washingtons arabische Reiter, die über einen seichten Bach hinwegsprinten (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), die Steigerung von 12.000 bis 18.000 Franken auf 37.000 Franken für Eugène-Alexis Girardets rastende Beduinen und Kamele in der Wüste oder der vollständige Abgang von fünf süßlichen Wüstenbildern Otto Pilnys für bis zu 30.000 Franken – allerdings großteils unterhalb der Schätzungen – bewiesen eine gewisse Zugkraft des Exotischen.

Zeichnung und Druckgrafik

Spitzenreiter der Zeichnungen wurde ein nordfranzösisches Pergament mit einer überwiegend grafisch angelegten Darstellung des Evangelisten Matthäus aus der Hochromanik um 1120 für 40.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Aus der frühen Neuzeit bestachen einige treffsicher charakterisierende Skizzen, etwa eine neapolitanische Rötelzeichnung eines Jünglingskopfes in Dreiviertelansicht aus dem 17ten Jahrhundert für 20.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) oder eine gleichaltrige holländische Federzeichnung mit Figuren und Kopfstudien für unerwartete 22.000 Franken (Taxe 600 bis 800 SFR). Für das Konterfei eines aufgeplusterten Truthahns von vorne und von hinten auf zwei Blättern aus dem Umkreis Jean-Baptiste Oudrys wurden 17.500 Franken gezahlt (Taxe 1.500 bis 2.000 SFR). Teuerste Druckgrafik wurde Albrecht Dürers 1511 datierter Kupferstich „Die Jungfrau mit der Birne“ für 13.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



13.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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