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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Eine Privatsammlung und günstige Taxen verhalfen Art & Auktionen in München zum guten Start in die neue Saison

Gotische Skulpturen und asiatische Bieter



Kreuzigungstafel, Oberfranken, um 1490

Kreuzigungstafel, Oberfranken, um 1490

Ein respektabler Erfolg ist dem jungen Münchner Versteigerer Art & Auktionen gelungen. Mit einer Zuschlagsquote von knapp 77 Prozent starteten Martina und Michael Scheublein am 23. März leistungsstark in die Frühjahrssaison und konnten mit neuen Programmschwerpunkten offensichtlich auch neue Kunden überzeugen. Neben einer hochkarätigen Münchner Privatsammlung gotischer und barocker Skulpturen, die alleine schon knapp 370.000 Euro erzielte, interessierten sich die Sammler besonders für die üppige Offerte an Asiatika. Hier lieferten sich die Bieter aus dem In- und Ausland teils heiße Gefechte und trieben manche Preise so sehr nach oben, dass einige der Stücke ihren Schätzwert nahezu verzehnfachten.


Hatten sich Art & Auktionen in den vergangenen Jahren manchmal schwer getan, der starken Konkurrenz qualitativ etwas entgegen zu setzten, scheint nun der Knoten geplatzt. Zwar konnten beim Silber, der angestammten Domäne des Hauses, mit über 90 Prozent verkaufter Objekte hohe losbezogene Verkaufsraten verzeichnet werden, und auch die Gemälde vom 16ten bis ins 20ste Jahrhundert wurden von den Käufern gut angenommen. Jedoch waren die Stücke in diesen Bereichen eher durchschnittlich an Qualität und Preis, nicht zuletzt wegen des starken Wettbewerbs auf dem deutschen Kunstmarkt. Wie die Frühjahrsauktion gezeigt hat, könnten Martina und Michael Scheublein nun gerade mit dem neuen Bereich der Asiatika eine zukunftsträchtige Nische besetzten, die durchaus auch wohlbestallte Käufer aus dem fernen Ausland anzieht.

Gotische und barocke Skulpturen

Von den 52 eingelieferten gotischen Skulpturen aus einer Münchner Privatsammlung konnten 44 fest zugeschlagen werden. Die meisten der verkauften Stücke übertrafen ihren Schätzwert deutlich. So ging eine oberfränkische Kreuzigungstafel von 1490 mit erhaltener Gold- und Farbfassung zur dreifachen Taxe bei 54.000 Euro weg und wurde unerwartet zum Spitzenlos der Auktion (Taxe 15.000 EUR). Für 34.000 Euro wechselte ein niedersächsisches Altartriptychon aus der Altmark von 1480/90 mit einer Muttergottes im Strahlenkranz als Mittelpunkt und diversen Heiligen den Besitzer (Taxe 20.000 EUR), und eine Gruppe von sieben Nothelfern, entstanden um 1500/20 in Thüringen, verdoppelte ihren Preis von 15.000 Euro auf 33.000 Euro.

Auch institutionelle Käufer befanden sich unter den Bietern. Das Salzburg Museum griff bei einer um 1420 daselbst entstandenen Pietà aus Lindenholz zu und musste dafür 22.000 Euro berappen, während eine feinfühlige heilige Ursula um 1460, wohl vom Meister des Füssener Hochaltars, schon bei 15.000 Euro in deutschen Kunsthandel abwanderte. Eine Brixener Madonna, vermutlich vom Meister von Heiligenblut um 1520 gefertigt, war einem Privatsammler dann 20.000 Euro wert (Taxen je 18.000 EUR). Ein gutmütig blickender heiliger Jakobus aus einer Münchner Meisterwerkstatt machte sich erst bei 18.000 Euro auf seine Pilgerschaft (Taxe 12.000 EUR). Unter Wert blieb mit 13.000 Euro erstaunlicherweise die Hans Zürn d.J. zugeschriebene, bewegt barocke Apostelgruppe von 1610/20. Auch sie wird man im deutschen Kunsthandel wieder antreffen (Taxe 15.000 EUR).

Asiatika

Ein erster Paukenschlag bei den Asiatika gelang einer chinesischen Tonfigur aus der Tang-Zeit von 618 bis 907, einer so genannten Fat Lady. Die 53 Zentimeter hohe fröhliche Frau war den Bietern mit 8.500 Euro fast das Fünffache der anvisierten 1.800 Euro wert. Die feuervergoldete Bronzefigur eines sitzenden Würdenträgers aus der chinesischen Quing-Dynastie wohl des 18ten Jahrhunderts ging sogar für den fünfzehnfachen Schätzpreis über die Theke und brachte einträgliche 12.000 Euro (Taxe 800 EUR). Vier bezaubernde Hinterglasbilder aus China in Rot- und Blautönen mit Liebesszenen verschiedener Couleur wechselten dann für 3.500 Euro den Besitzer (Taxe 2.800 EUR).

Höhepunkte bei der Tibet-Offerte waren zwei feuervergoldete Bronzeskulpturen, die für jeweils 18.000 Euro nach Asien abwanderten. Im 17ten Jahrhundert entstand die Figur der tantrischen, vielköpfigen und vielarmigen Hauptgottheit Hevajra in Vereinigung mit seiner Gefährtin Nairatmya (Taxe 4.000 EUR). Um 1700 wurde die kleine Figur des buddhistischen Wohlstandsgottes Jambhala Serpo gefertigt, der in seiner Linken einen Mungo mit Perle im Mund hält (Taxe 2.000 EUR). Dahinter rangiert die kämpferische Gestalt Chebu Damchan aus dem 18ten oder 19ten Jahrhundert. Da sie aber auf einer Ziege reitet, wirkt der zähnefletschende Mann doch eher wie ein tibetischer Don Quichotte. Mit 15.000 Euro konnte die Bronze mit Resten alter roter Bemalung ihre Bewertung ebenfalls mehr als verzehnfachen (Taxe 1.200 EUR).

Kunsthandwerk

Eine futuristisch anmutende Kanne sorgte beim Silber für die erste Überraschung. Das in Deutschland hergestellte Gefäß mit glatter Wandung und schiefer Kegelform wechselte für 1.400 Euro den Besitzer (Taxe 300 EUR). Von ähnlich elegant-schlichter Optik ist eine Schale von Tiffany & Co. aus dem frühen 20sten Jahrhundert. Der Hammer fiel hier bei 1.000 Euro (Taxe 400 EUR). Kaufkräftige Liebhaber fanden sich außerdem für zwei Bestecksets. So spielte eine 67teilige Garnitur in Neorokoko-Formen von Wilkens & Söhne 2.600 Euro ein (Taxe 1.000 EUR). 1.800 Euro ließ sich ein Sammler das 37teilige, schlichtere Chippendale-Besteck der Gebrüder Reiner aus Krumbach kosten (Taxe 500 EUR).

Bei den Möbeln übertrafen zwei Biedermeierstücke die Schätzpreise deutlich. Den Käufern war ein um 1820 entstandener Sekretär aus Süddeutschland, aus Nadelholz gearbeitet und mit Kirschholz furniert, 3.000 Euro wert (Taxe 1.000 EUR). 1.300 Euro brachte die ebenfalls süddeutsche Kommode von 1820/30 in Kirschholzoptik mit geschwärzten Zierelementen (Taxe 500 EUR). Wie günstig im Vergleich zu neuen Möbeln die Produkte vergangener Zeiten derzeit auf dem Kunstmarkt sind, machte zudem ein behäbiger süddeutscher Tabernakelsekretär etwa aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts deutlich. Schon für 2.700 Euro konnte man das repräsentative Ausstattungsstück mitnehmen (Taxe 2.200 EUR).

Grafik und Gemälde

Die derzeitige Beliebtheit der Bergbilder Edward Theodore Comptons stellte bei Art & Auktionen sein klares Aquarell „Kutsche im Vinschgau“ von 1889 mit einem Zuschlag bei 7.800 Euro unter Beweis (Taxe 3.000 EUR). Auch der italienische Kupferstecher Luigi Rossini überzeugte die Käufer mit seiner um 1820 entstandenen Sammlung von knapp 100 Radierungen antiker römischer Stätten und erzielte statt der erwarteten 3.000 Euro sogar 6.000 Euro. Carl Goebel reüssierte mit seinem humorvoll beobachteten Aquarell einer Gruppe von Zigeunern mit Tanzbären auf dem Marktplatz bei 1.700 Euro (Taxe 1.500 EUR), ebenso Anton Braith mit seinem Studienblatt einiger Schafe bei 1.300 Euro (Taxe 600 EUR). Dem Münchner Zeichner Karl Graf von Spreti waren insgesamt fünf Positionen zugeschrieben, von denen aber nur zwei, dafür umso besser zugeschlagen wurden. Die weite griechische Landschaft mit Dorf brachte unerwartet hohe 2.400 Euro (Taxe 800 EUR), ebenso wie das Konvolut mit einer Hügellandschaft und einer Waldstudie bei 1.800 Euro (Taxe 350 EUR).

Das barocke Gemälde „Jesus und das Kanaanäische Weib“, eingebettet in eine stimmungsvolle Landschaft, aus dem Umkreis Joachim Franz Beich eröffnete bei 3.900 Euro die Alten Meister (Taxe 2.800 EUR). Unerwartete 1.200 Euro ließ sich ein Käufer eine Darstellung von Tobias und dem Engel kosten. Das im 18ten oder 19ten Jahrhundert in Süddeutschland entstandene Oval war mit 150 Euro veranschlagt. Nur wenig höher stuften Art & Auktionen eine Muttergottes mit Kind und Putten eines unbekannten Künstlers aus der selben Zeit ein. Das mit 250 Euro taxierte Ölgemälde wanderte schließlich für 3.800 Euro über den Ladentisch. Hinter den Erwartungen zurück blieb allerdings Johann Georg von Dillis’ Gebirgslandschaft mit Holzbrücke, die unter Vorbehalt bei 13.000 Euro vergeben wurde (Taxe 15.000 EUR).

In etwa taxgerecht gingen Julius Seylers in schnellen Pinselstrichen gemalter „Ochsenkarren auf der Diessener Landstraße“ bei 4.400 Euro, Carl Rottmanns Ansicht der italienischen Ausgrabungsstätte Selinunt von 1831 bei 10.000 Euro oder der Carl Blechen zugewiesene, verfallene Klosterhof in Anacapri bei 5.500 Euro ins Ziel. Der Favorit der Auktion war Franz Gustav Hochmanns großformatige Ansicht des abendlichen Treibens an der Porta Maggiore in Rom von 1886 angetreten. Das Gemälde konnte bei den Neuen Meistern seinen Schätzwert von 22.000 Euro um die Hälfte steigern und ging für 32.000 Euro an einen Liebhaber. Mit der luminosen Ansicht eines alten Gehöftes am Wattenmeer, um 1900 entstanden, ging der Chemnitzer Maler Konrad Alexander Müller-Kurzwelly ins Rennen. Sein stimmungsvolles Gemälde wurde für 3.000 Euro verkauft (Taxe 1.200 EUR). Das Motiv schien bei den Sammlern beliebt, denn auch Pieter Francis Peters’ Bauernhof am Fluss erzielte 3.000 Euro (Taxe 1.800 EUR). Zum Schluss begeisterte noch eine kleine Naturstudie des Münchner Landschafters Paul Weber. Den von den französischen Barbizon-Malern inspirierten „Kleinen Bach“ ließ sich ein Sammler 5.000 Euro kosten (Taxe 1.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Art & Auktionen - Scheublein KG

Waltherstraße 23

DE-80337 München

Telefon:+49 (089) 23 88 68 90

Telefax:+49 (089) 23 88 58 911



07.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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