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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Der Zufall schafft neue Kontexte: In der Berliner Akademie der Künste inszeniert Wulf Herzogenrath das selten gezeigte bildnerische Werk des radikalsten Komponisten des 20. Jahrhunderts im Dialog mit Künstlern wie Paul Klee, Josef Albers bis hin zu Gerhard Richter

Der visuelle Kosmos eines Klangvirtuosen



John Cage, das ist doch dieser weltberühmte amerikanische Radikalkomponist, dessen Stücke undurchschaubaren mathematischen Operationen folgen, auf dem Zufallsprinzip basieren oder – im Falle seines besonders konsequenten Werkes 4‘33‘‘ – nichts als die Stille zu Gehör bringen. Als konsequentester Vordenker und Erneuerer der Neuen Musik ist John Cage (1912-1992) gerade auch in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt. Dass Cage aber auch eine enge Verbindung zur bildenden Kunst pflegte, ohne deren Impulse sein Werk gar nicht vollständig zu verstehen ist, demonstriert jetzt eine Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste. Die Schau „John Cage und... Bildender Künstler – Einflüsse, Anregungen“ stellt Cage als frühen Sammler von Alexej von Jawlensky vor, aber auch als engen Freund und Bewunderer so bekannter Künstler wie Anni und Josef Albers, Mark Tobey, Robert Rauschenberg, Marcel Duchamp und László Moholy-Nagy.


Daneben wird aber auch Cages erst im vorgerückten Alter entstandenes, eigenes bildkünstlerisches Schaffen vorgestellt und somit ein Werkaspekt des Universaltalents in den Fokus gerückt, der bisher kaum beleuchtet worden ist. Der ausgewiesene Cage-Experte und frühere Direktor der Kunsthalle Bremen, Wulf Herzogenrath, selbst Akademiemitglied, konnte als Kurator der Schau gewonnen werden. Die Akademie der Künste widmet Cage rund um den 100. Geburtstag am 5. September 2012 zudem ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Klangkunstabenden, Vorträgen und Filmvorführungen.

Bereits 1935, als bitterarmer 22jähriger erwarb John Cage das kleine Ölgemälde „Meditation“ von Alexej von Jawlensky, dessen Kaufpreis er Monat für Monat abstotterte. „Nun ist es in mir. Ich schreibe Musik. Sie sind mein Lehrer“, schrieb er dem Maler in einem Brief, den er auf Deutsch verfasste. Vier Jahre später organisierte er sogar kleine Ausstellungen mit Paul Klee, Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky in Seattle. Zweifellos hat er auch selbst gemalt, doch sein Frühwerk gilt als verschollen. John Cage war stets darauf bedacht, diese Aspekte seines künstlerischen Interesses nicht allzu sehr zu betonen, hatte er doch 1934 gegenüber seinem Kompositionslehrer Arnold Schönberg eine Art Gelübde abgelegt, in dem er sich verpflichtete, sein Leben ausschließlich der Musik zu widmen. Das Verdienst der Ausstellung ist es, den in der Selbstdarstellung des Künstlers eher vernachlässigten Aspekt seines bildkünstlerischen Schaffens anhand zahlreicher Exponate herauszupräparieren und ebenso schlüssig wie sinnlich zu belegen.

In Berlin zu sehen sind zum Beispiel formschöne Textil- und Papierarbeiten von Anni und Josef Albers. John Cage, der zeitlebens Kunstwerke von befreundeten Künstlern sammelte, besaß eine Textilarbeit von Anni Albers, die ihm viel bedeutete. Den emigrierten Bauhaus-Lehrern Josef Albers und László Moholy-Nagy begegnete er bereits in den 1940er Jahren. Schon Cages Partituren sind für ihre grafischen Qualitäten bekannt und gehen visuell weit über das hinaus, was für das Festhalten einer bestimmten Klangfolge erforderlich ist. Daneben sind in der Ausstellung aber auch Lithografien, Aquarelle und Bleistiftzeichnungen von Cage zu sehen. 1969 schuf er seine erste große bildkünstlerische Arbeit. „Not wanting to say anything about Marcel“ ist eine Hommage an den ein Jahr zuvor verstorbenen Künstlerfreund Marcel Duchamp. Das aus einer Serie von Lithografien und Siebdrucken auf Plexiglas bestehende Konvolut aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen ist zentraler Bestandteil der Schau. Mit Leihgaben und erheblichen finanziellen Zuwendungen wurde das Ausstellungsprojekt zudem von der Bremer Karin und Uwe Hollweg Stiftung gefördert.

Die Arbeit „33 1/3“, einer von zwei in Berlin gezeigten Klangräumen, ergänzt die ansonsten ganz auf den visuellen Cage abhebende Schau. Fünf Plattenspieler stehen dort zur Verfügung. Aus 300 Schallplatten darf der Besucher seine Auswahl treffen und nach dem für Cage so typischen Zufallsprinzip selbst zum Akteur werden. Für Wulf Herzogenrath, der bereits 1978 im Kölnischen Kunstverein die erste deutsche Cage-Ausstellung gezeigt hat, ist der Querdenker aus New York auch heute noch weit mehr als eine historisch gewordene Erscheinung. „Die Radikalität, nicht nur den Interpreten neu zu erfinden, sondern den Besucher als Partizipanten, als Realisator einzusetzen“, so Herzogenrath, „kann auch heute noch junge Künstler elektrisieren.“

Die Ausstellung „John Cage und... Bildender Künstler – Einflüsse, Anregungen“ ist bis zum 17. Juni zu sehen. Die Akademie der Künste am Hanseatenweg hat täglich außer montags von 11 bis 20 Uhr, ebenso am Oster- und Pfingstmontag geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kostenlos ist er für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie für alle am ersten Sonntag im Monat. Der 320seitige Katalog ist im Verlag DuMont erschienen und kostet 24,95 Euro.

Kontakt:

Akademie der Künste

Hanseatenweg 10

DE-10557 Berlin

Telefax:+49 (030) 200 57 2175

Telefon:+49 (030) 200 57 2000

E-Mail: info@adk.de

www.johncage.org



07.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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30.03.2012, "John Cage und …" - Bildender Künstler – Einflüsse, Anregungen

Bei:


Akademie der Künste

Bericht:


Annahme verweigert

Variabilder:

John Cage, New York,
 1990
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Variabilder:

Paul Klee, Träger für ein Schild, 1934/72
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John Cage, 33 1/3,
 1969/2012
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Variabilder:

Alexej von Jawlensky, Meditation, 1934
Alexej von Jawlensky, Meditation, 1934

Künstler:


John Cage







John Cage, New York, 1990

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Paul Klee, Träger für ein Schild, 1934/72

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John Cage, 33 1/3, 1969/2012

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Alexej von Jawlensky, Meditation, 1934

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