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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Großartig bei Neumeisters Auktion „Alter Kunst“: Adolph von Menzel

Meisterhafter Zeichner



Adolph von Menzel, Studie zum Opernball, 1853

Adolph von Menzel, Studie zum Opernball, 1853

Diese Kollektion hätte jedes Auktionshaus gerne gehabt. Aus einer Berliner Privatsammlung, die in über 40 Jahren zusammengetragen wurde, waren Arbeiten Adolph von Menzels in den Süden Deutschlands gewandert und traten bei Neumeister wieder ans Licht der Kunstmarktöffentlichkeit. Am Mittwoch fand nun in München das Defilee der 19 Zeichnungen und zwei Gemälde des großen Berliner Chronisten statt und gestaltete sich, wie erhofft, zu einem grandiosen Triumph: kein einziges Blatt blieb liegen, die zahlreichen Interessenten trieben die teils moderaten Schätzungen gewaltig in die Höhe, und Neumeister konnte allein mit der Menzel-Suite einen Nettoumsatz von 1.128.100 Euro verbuchen. Zum Liebling der Kunden avancierte gleich das erste Los. Von einem erhöhten Standpunkt aus hatte Menzel eine Dame mit roten Bändern im Haar und Opernglas vor den Augen in der Loge betrachtet. Anstatt für 25.000 bis 30.000 Euro wanderte diese meisterhafte Farbkreidenzeichnung von 1853 erst bei 330.000 Euro in eine internationale Sammlung.


Menzel-Blätter

Adolph von Menzel war ein manischer Zeichner, der sein Skizzenbuch und seinen Stift stets bei sich trug und alles, was ihn interessierte, darin festhielt. Rund 6.000 Zeichnungen und 77 Skizzenhefte kamen so zusammen. Auch das Skizzenblatt mit einem jungen Mann scheint in einer ersten Ausführung spontan entstanden und dann von Menzel charaktervoll weiterentwickelt worden zu sein. Schließlich fand der charmante Junge mit den kurzen Haaren und seinem Straßenanzug aus den 1850er Jahren Aufnahme in das heute stark beschädigte Gemälde „Friedrich der Große auf Reisen“. Menzel behielt nur seine Gesichtszüge und den nach oben gerichteten Blick bei, zog ihm als Pagen eine Rokoko-Livree an und setzte ihm eine Allongeperücke auf. Auch hier hielten die Kunden nicht an sich und ließen die weiß gehöhte Kreidezeichnung auf 300.000 Euro schnellen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Von gleicher Basis aus schwang sich die „Halbfigur eines bärtigen alten Mannes mit gesenktem Kopf“ von 1884, die Menzel dann fünf Jahre später in seiner Radierung „Italienisch lernen“ wieder verwendete, auf 50.000 Euro auf. Diesen Wert gab es auch für den in Öl auf Holz gemalten „Bärtigen Arbeiter“ im Profil nach rechts um 1867 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). 6.000 Euro mehr waren es dann für den Kopf eines Mannes mit Vollbart von 1894, bei dem Menzel das für sein Spätwerk typische Verwischen des Striches anwendet (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Mit der zweiten gemäldehaften Arbeit einer Gouache, die einen gläubigen Juden in der Synagoge am „Ende des Versöhnungsfestes“ zeigt, hatte Neumeister wiederum Erfolg. Schon im Entstehungsjahr 1901 konnte Menzel damit den hohen Preis von 6.000 Mark erzielen, jetzt waren es 120.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Die Liste mit einträglichen Steigerungen aus dem Menzel-Reigen lässt sich noch weiter fortsetzten, so die 37.000 Euro für einen schnauzbärtigen Mann mit Hut von 1892 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), die 26.000 Euro für das Bildnis einer alten Dame mit Haube im Dreiviertelprofil von 1887 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder die 8.500 Euro für die Zeichnung des Malers Gustav Richter auf dem Totenbett von 1884 (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Lediglich die weiß gehöhte, detailfreudige Tuschezeichnung einer Marktszene in Verona – in der oberitalienischen Stadt verkehrte Menzel seit 1881 häufiger – kam über ihre obere Schätzung von 60.000 Euro nicht hinaus.

Gemälde und Arbeiten auf Papier

Unerwartet hohe Preissprünge gab es auch im Hauptteil der Auktion, vor allem bei den Gemälden aus dem 19ten Jahrhundert. Auch hier setzte das erste Los mit Aplomb ein. Doch konnte Heinrich Adams Ölgemälde „Blick von Thalkirchen auf München“ mit dem sogenannten „Asam-Schlössl“ am rechten Bildrand auf einen nicht unbedeutenden Heimvorteil bauen. Das weite Panorama an einem heiteren Tag schoss auf 94.000 Euro (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR). Noch besser im Verhältnis zur Schätzung schnitt Fausto Zonaros „Anatolische Straßenszene“ mit 90.000 Euro ab. Die impressionistische Sommerstimmung vom Hofmaler des Sultans war aber auch mit 3.800 bis 4.000 Euro etwas sehr bescheiden angesetzt. Dass man mit Nikolai Egorovich Sverchkovs Reiterbildnis des Zaren Alexander II. in unbestimmter, sandiger Landschaft vor allem bei der ausländischen Kundschaft punkten konnte, war zu erwarten. Das Ölgemälde von 1880 verdreifachte seinen Wert auf 75.000 Euro.

Die höher taxierte Kunst aus Deutschland hielt sich meist an ihre Vorgaben. Zu unteren Schätzung von 60.000 Euro ging Heinrich von Zügels lichtdurchflutetes Gemälde „Bei Dachau – Münchner Allee bei der Rothschwaige“ mit einem Hirten samt Herde weg, ebenso Josef Wopfners Arbeitsalltag der „Zugnetzfischer vor der Fraueninsel“ von 1886 oder Eduard von Grützners feiste Mönche im Klosterweinkeller, die sich ein „Backhändl“ schmecken lassen, bei jeweils 33.000 Euro. Im Rahmen seiner Erwartung platzierte sich Josef Karl Stielers feines Bildnis des Prinzen Karl von Bayern im originalen Rahmen bei 38.000 Euro, während sich Friedrich Voltz’ sonniger Tag mit Hirte und Kuhherde „Am Starnberger See“ von 1881 auf 30.000 Euro (Taxe 23.000 bis 25.000 EUR) und Heinrich Bürkels etwas unspektakulärer „Oberbayrischer Gebirgssee“ auf 17.000 Euro leicht verbesserten (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Ebenso erging es August Leus wilder, wohl norwegischer Gebirgslandschaft mit einem rauschenden Wasserfall von 1847 mit 8.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und Otto Geblers launiger Naturszene „Harmlose Bedrohung“ mit 14.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Nicht ganz an die anvisierten 12.000 bis 13.000 Euro reichte Károly Markós d.J. italienische Landschaft heran. Die Gebote für seinen sommerlich warmen Blick von den Hügeln auf Florenz aus dem Jahr 1874 stockten schon bei 10.000 Euro. Mit mehr Zuspruch konnten Gabriel Schachingers ungeschöntes Portrait eines Mädchens mit Blumen im Garten von 1878 bei 22.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und im unteren Preisbereich Alfred Nathaniel Oppenheims impressionistischer sommerlicher Garten mit Laube von 1910 bei 5.500 Euro rechnen (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Bei den Arbeiten auf Papier blieb das teuerste Stück liegen. Niemand wollte Rudolf von Alts etwas unmotivierten Blick vom Konstantinsbogen auf das Kolosseum in Rom für 55.000 bis 65.000 Euro mitnehmen. An die Spitze setzte sich in diesem Auktionsabschnitt daher Johann Georg von Dillis’ Landschaftsausschnitt mit Felsen, Bach und einigen Bäumen von 1811 bei 3.800 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Auch die Alten Meister mussten auf den Wegzug ihres Hauptloses verzichten. Aert van der Neers trostlose Winterlandschaft mit Holzsammlern war bei 40.000 bis 45.000 Euro zu hoch bewertet. Insgesamt hielten die Gemälde bis 1800 wenig Spektakuläres bereit, das die Bieter überzeugte. So rutsche die losbezogene Zuschlagsquote der ganzen Auktion von knapp 51 Prozent hier auf 10 Prozent ab. Einzig ein flämischer Tondo der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhundert mit Lot und seinen Töchtern vor dem brennenden Sodom zog mit 6.800 Euro einiges Interesse auf sich (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Skulptur, Kunsthandwerk und Möbel

Als Favorit der Auktion ging mit 90.000 bis 100.000 Euro eigentlich Simon Trogers Kunstkammerkostbarkeit „Pegasus am Musenberg Helikon“, um 1750 aus Nussbaum und Elfenbein geschnitzt, ins Rennen. Wie schon im Dezember 2006 wollte auch jetzt wiederum niemand zugreifen. Ein barocker Augsburger Nussbaumschrank mit Bastionsfüllungen auf den Türen um 1730 blieb bei 28.000 bis 30.000 Euro ebenfalls liegen. Mehr Glück hatten die Einrichtungsgegenstände des frühen 20sten Jahrhunderts. So legten ein viertüriger Pfeilerschrank und ein Schreibtisch aus Mahagoni von Richard Riemerschmid auf 12.000 Euro und 10.000 Euro zu (Taxen zwischen 1.400 und 1.800 EUR). Platz eins belegte hier mit taxgerechten 16.000 Euro ein schwarz patinierter Bronzefries Ignatius Taschners, der den Mythos von Diana und Aktäon erzählt.

Bei den skulpturalen Objekten aus dieser Epoche gewannen die Kunden Wilhelm Kriegers gutmütig behäbige Eule lieb. Die stilisierte Bronze stieg von 1.800 Euro auf 4.000 Euro. Mit 2.800 Euro war Gustav Oppels Meeresgruppe von Neptun mit einem Knaben aus der Porzellanmanufaktur Volkstedt um 1930 genau richtig bewertet; mit 1.800 bis 2.000 Euro stand dann aber zu wenig auf dem Etikett für Heinz Werners 23teiliges Kaffeeservice mit dem Dekor „1001 Nacht“, das 1966 in der Porzellanmanufaktur Meißen vom Band lief. Der erfolgreiche Bieter musste bis 6.500 Euro gehen. Eine neuwertige, unstaffierte Maria Immaculata nach einem Modell von Johann Joachim Kändler kam gar auf 12.000 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Beim Glas meldete sich eine kleine böhmische Vierkantflasche um 1700 aus Goldrubinglas mit geschnittenem floralen Dekor erst bei 2.200 Euro ab (Taxe 400 bis 500 EUR). Auch das Silber hatte einiges mitzureden, so Sigmund Bierfreunds Kugelfußbecher von 1685/89 mit drei Früchtefestons bei 1.500 Euro (Taxe 900 bis 1.000 EUR), Johann Andreas Thelotts Fruchtschale um 1687/91 mit höfischem Paar im Spiegel bei 2.800 Euro (Taxe 2.800 bis 3.000 EUR), Johann Fassnachts Becher um 1717/21 mit zarter Laub- und Bandelwerkbordüre bei 2.600 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) oder die spätbarocke Menage um 1770 des Münsteraner Meisters Hermann Heinrich Osthues für 8.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



01.04.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Richard Riemerschmid, Pfeilerschrank, 1905
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Eduard von Grützner, Das Backhändl, 1893
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Adolph von Menzel, Modellstudie nach einem stehenden jungen Mann

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 300.000,- EURO

Losnummer: 1001

Eduard von Grützner, Das Backhändl, 1893

Eduard von Grützner, Das Backhändl, 1893

Taxe: 33.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 606

Josef Wopfner, Zugnetzfischer vor der Fraueninsel, 1886

Josef Wopfner, Zugnetzfischer vor der Fraueninsel, 1886

Taxe: 33.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 676

Heinrich von Zügel, Bei Dachau. Münchener Allee bei der Rothschwaige, wohl 1882

Heinrich von Zügel, Bei Dachau. Münchener Allee bei der Rothschwaige, wohl 1882

Taxe: 60.000 - 65.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 682

Hermann Heinrich Osthues, Ringmenage, Münster um 1770

Hermann Heinrich Osthues, Ringmenage, Münster um 1770

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 93

Heinrich Adam, Blick von Thalkirchen auf München, 1829

Heinrich Adam, Blick von Thalkirchen auf München, 1829

Taxe: 28.000 - 32.000 EURO

Zuschlag: 94.000,- EURO

Losnummer: 572

Fausto Zonaro, Anatolische Straßenszene

Fausto Zonaro, Anatolische Straßenszene

Taxe: 3.800 - 4.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 681

Nikolai Egorovich Sverchkov, Reiterbildnis des Zaren Alexander II., 1880

Nikolai Egorovich Sverchkov, Reiterbildnis des Zaren Alexander II., 1880

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 665

Josef Karl Stieler, Karl Prinz von Bayern

Josef Karl Stieler, Karl Prinz von Bayern

Taxe: 35.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 662

Richard Riemerschmid, Schreibtisch, 1905

Richard Riemerschmid, Schreibtisch, 1905

Taxe: 1.600 - 1.800 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 340

Otto Gebler, Harmlose Bedrohung

Otto Gebler, Harmlose Bedrohung

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 603

Richard Riemerschmid, Pfeilerschrank, 1905

Richard Riemerschmid, Pfeilerschrank, 1905

Taxe: 1.400 - 1.600 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 339




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