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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Eine Sammlung mit Menzel-Zeichnungen bereichert das Angebot an Alten und Neueren Meistern sowie Kunsthandwerk von Neumeister in München

Adolph von Menzel am Musenberg



Simon Troger, Pegasus am Musenberg Helikon, um 1750

Simon Troger, Pegasus am Musenberg Helikon, um 1750

Ein ganz schönes Gedränge herrscht am Fuße des Berges Helikon. Neun Musen tummeln sich am Musenberg, an dessen Spitze der geflügelte Pegasus sich gerade in die Lüfte schwingt. Durch seinen Hufschlag entspringt am Gipfel die Quelle Hippokrene, die sich nun in zartem Strahl nach unten ergießt und den Musen ihre Inspiration liefert. Wie ein Keil schraubt sich der aus Nussholz geschnitzte Berg in die Lüfte, auf halber Höhe sitzen Apollo, der Gott der Künste, und Bellerophon, der Bezähmer des Pegasus. Das aus Elfenbein gearbeitete mythologische Pferd berührt nur noch mit einem Huf den Untergrund. Der Theatralik der Darstellung tut es keinen Abbruch, dass Pegasus weniger wie ein stattlicher Hengst und mehr wie ein niedliches Pony aussieht. Der Elfenbeinschnitzer und Bildhauer Simon Troger hat die Plastik geschaffen, die trotz des monumentalen Themas nur knapp einen halben Meter hoch ist. Der Hofbildhauer der bayerischen Kurfürsten verwandte Nussbaumholz, Elfenbein, Perlmutt und Metall für sein Werk. Mit 90.000 bis 100.000 Euro es der Favorit der kommenden Auktion bei Neumeister in München.


Menzel-Blätter

Den nötigen Glamour bei der Versteigerung mit Kunsthandwerk und Gemälden des 17ten bis frühen 20sten Jahrhunderts bringen am 28. März die 21 größtenteils grafischen Arbeiten Adolph von Menzels aus einer Berliner Privatsammlung. Der „manische Zeichner“, wie ihn seine Zeitgenossen charakterisierten, hinterließ 6.000 Zeichnungen und 77 Skizzenbücher, die ein beredtes Zeugnis über Menzels außergewöhnliches künstlerisches Talent ablegen. Preislich hat Neumeister die Blätter im mittleren fünfstelligen Bereich angesiedelt, so zum Beispiel die mit farbigen Kreiden gezeichnete „Studie zum Opernball.“ Für die von schräg hinten gegebene Dame mit roten Bändern im Haar, die durch ein Opernglas das Geschehen betrachtet, müssen Interessenten 25.000 bis 30.000 Euro erübrigen. 40.000 bis 60.000 Euro ist die Marktszene in Verona wert. Die Grafik aus dem Spätwerk Menzels sprudelt über vor Detailfülle und Kleinteiligkeit, die in einzigartiger Weise die Unterschiedlichkeit der Figuren charakterisiert.

Zwei Gemälde stehen neben den Zeichnungen zum Verkauf. Sie sind im Thema äußerst unterschiedlich, in beiden Fällen handelt es sich aber um Porträts. Die Gouache „Ende des Versöhnungsfestes (Jom Kippur)“ zeigt einen orthodoxen Juden, der gerade seinen Gebetsschal über den Kopf zieht (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), auf dem Ölgemälde „Bärtiger Arbeiter“ ist einen Mann von der Seite zu sehen, der einen Hammer in der Hand hält (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). In beiden Fällen wählt Menzel ungewöhnliche Perspektiven und gibt den Bildern starken Ausschnittcharakter. Licht und Schatten modellieren die Bildoberfläche und tauchen einzelne Bereiche ins Dunkel und heben andere hervor.

Porträts machen auch das Gros der übrigen Arbeiten aus. Die zahlreichen Charakterköpfe offenbaren Menzels Meisterschaft in der Individualisierung der Gesichter seiner Modelle. Eine alte Frau mit eingefallenen Wangen und faltigem Gesicht blickt entschlossen nach links aus dem Bild (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), ein Herr mit Hut und Schnauzbart ist im Profil zu sehen und blickt energisch und ein wenig verdrossen nach rechts oben (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). In kraftvollen Strichen ist das ausdrucksstarke Porträt eines alten Mannes mit gesenktem Kopf gegeben. Es ist eine Modellstudie zu der Radierung „Italienisch lernen“ von 1889 und soll bei Neumeister 12.000 bis 15.000 Euro kosten.

Vom Künstler selbst mit den Worten „In Eile bei sinkendem Tage zu freundlichem Andenken Menzel“ bezeichnet, besticht die Porträtstudie eines Mannes mit Uniformjacke und Vollbart durch die sorgfältig gearbeitete Physiognomie und die souveräne Strichführung (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Das für Menzels Spätwerk typische Verwischen des Striches findet sich bei einem weiteren Porträt eines bärtigen Mannes aus dem Jahr 1894. Menzels Bleistift differenziert die Oberflächen genau, Bart und Haare sind in groben Strichen entwickelt, die Haut jedoch in weicher Wischtechnik. Dieses eindrückliche Beispiel von Menzels Zeichenkunst soll für 8.000 bis 10.000 Euro den Besitzer wechseln.

Alte Meister

Den Anfang bei den Alten Meistern macht eine Kuriosität. Im Früchtestillleben mit Meerschweinchen, dem Erfurter Jacob Samuel Beck zugeschrieben, wird klar, dass der Maler selbst wohl noch nie eines dieser exotischen Tiere gesehen hatte. Seine Meerschweinchenmutter mit zwei Jungen sieht eher aus wie eine Mischung aus Hase und Nacktmull. Das ansonsten fein gearbeitete Stück soll 4.000 bis 4.500 Euro einbringen. Näher an der Wirklichkeit liegt der Augsburger Barockmaler Isaac Fisches d.Ä., dessen Gegenstücke mit dem Tod der Polyxena und dem Bethlehemitischen Kindermord an Grausamkeit kaum zu überbieten sind. So nagen im ersten Bild schon die Hunde am Leichnam der trojanischen Prinzessin, im Pendant schlachten die von Herodes gesandten Soldaten gnadenlos Frauen und Säuglinge. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann die beiden Bilder für recht preiswerte 8.000 bis 9.000 Euro erstehen.

Stark vertreten sind die Niederländern, angeführt von Jan Brueghel d.Ä. Aus seiner Nachfolge stammt die nach hinten verblauende Landstraße mit Reisenden (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Ebenfalls aus der Nachfolge eines großen Niederländers stammt die Darstellung zweier Kinder mit Hund, Schafen und Ziege. Das stimmungsvolle Gemälde ist nach Motiven Simon van der Does’ gemalt und soll 3.000 bis 3.500 Euro kosten. Aus dem Umkreis des Barockmalers Caspar van den Hoecke stammt eine Anbetung der Könige, die noch manieristische Anklänge aufweist. Bei Sotheby’s wurde 2007 eine vergleichbare Version für knapp 28.000 Euro versteigert, Neumeisters Version steht bei 10.000 bis 12.000 Euro.

Meterhohe Eichen in einer üppigen Waldlandschaft hat sich wohl Jan Looten gewidmet. Der Maler des 17ten Jahrhunderts betont die Monumentalität und Übermacht der Natur gegenüber den winzig klein dargestellten Spaziergängern und Wanderern im Wald (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Auch bei Aert van der Neer muss sich der Mensch mit der Natur auseinandersetzten. In seiner Winterlandschaft sind Holzsammler zu sehen, die gegen die widrigen Bedingungen ankämpfen. Im Hintergrund findet ein fröhliches winterliches Dorftreiben auf einem zugefrorenen See statt, jedoch braut sich am weiten Himmel schon eine dunkle Wolkenwand auf, die neuen Schnee verspricht (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR).

Eher spärlich vertreten sind die Italiener, unter ihnen befindet sich jedoch ein besonders schönes barockes Gemälde von Giovanni Battista Lambranzi. Die mystische Verlobung der heiligen Katharina wurde im Oktober letzten Jahres im Wiener Dorotheum für 20.000 bis 25.000 Euro angeboten und soll nun 15.000 bis 18.000 Euro bringen. Für den kleineren Geldbeutel ist eine Ruinenlandschaft mit lagernden Hirten zu haben. Die lichtdurchflutete Ideallandschaft mit überwucherten Säulen und Bogenarchitekturen eines unbekannten venezianischen Malers aus dem 18ten Jahrhundert soll für 5.000 bis 6.000 Euro den Besitzer wechseln.

Auch die deutschen Maler kann man fast an einer Hand abzählen. Den Augsburger Johann Joseph Anton Huber trifft man selten auf Auktionen an. Sein fast schon klassizistisches Gastmahls im Hause des Pharisäers Simon ist eine reich bevölkerte Dreieckskomposition, in deren Zentrum Jesus, von einer üppigen Holzarchitektur mit den Gesetzestafeln hinterfangen, wie auf einem Thron sitzt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Von Johann Heinrich Tischbein d.Ä. und seiner Werkstatt ist ein etwas glattes Porträt zu haben. Auf ihm blickt Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel freundlich aus dem Bild heraus und präsentiert stolz sein Band und den Stern des Hosenbandordens (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Neuere Meister

Bei den Malern des 19ten sind die Deutschen dann in der Überzahl. Den Anfang macht eine weite Landschaft von Heinrich Adam. Der Bruder des Schlachtenmalers Albrecht Adam malte zunächst in klassizistischem Stil, später dann mit Anklängen an das Biedermeier. Das bei Neumeister für 28.000 bis 32.000 Euro zu ersteigernde Bild aus dem Jahr 1829 zeigt den Blick von Thalkirchen auf München mit dem sogenannten „Asam-Schlössl“ rechts. Die Ansicht eines oberbayerischen Gebirgssees präsentiert uns Heinrich Bürkel. Das ebenfalls beidermeierliche Bild thematisiert das beschauliche und stimmungsvolle Leben in den Alpen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ebenfalls für den Biedermeier steht Anton Doll mit zwei glasklaren Winterlandschaften, die in zarten Pinselstrichen das Dorftreiben in der kalten Jahreszeit wiedergeben. Das „Schlachtfest im Winter“ soll für 16.000 bis 18.000 Euro, das „Eisvergnügen auf dem See“ für 5.000 bis 7.000 Euro den Besitzer wechseln.

Tierfreunde werden an Otto Geblers Bild „Harmlose Bedrohung“ ihre Freude haben. Der als Schaf-Maler bekannte Dresdner war spezialisiert auf die Darstellung der wolligen Tiere und hat hier die launige Szene eines Spaziergängers auf die Holztafel gebracht, der sich mit einem Regenschirm einer kleinen Schafherde zu erwähren sucht (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ebenfalls Schafe macht der Münchner Sezessionist Heinrich von Zügel zum Sujet seiner zwei lichtdurchfluteten Gemälde „Bei Dachau – Münchner Allee bei der Rothschwaige“ (Taxe 60.000 bis 65.000 EUR) und „Mutterschaf mit Lamm“ (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).

Auch Kuhliebhaber kommen auf ihre Kosten. Einen Höhepunkt im Werk von Friedrich Voltz markiert die Tafel „Am Starnberger See“ mit dem raffinierten Spiel von Licht und Schatten und der weiten Seefläche im Hintergrund. Im für die Münchner Schule typischen Querformat sehen wir eine kleine Kuhherde, die sich am Wasser erfrischt, während die Hirtin sich links mit einem jungen Mann unterhält (Taxe 23.000 bis 25.000 EUR). Wer nicht so viel für einen Voltz ausgeben mag, kann für 3.500 bis 4.000 Euro bei „Vieh auf dem Heimweg bei aufziehendem Gewitter“ mitsteigern. In heller Aufregung sehen wir die Tiere, teilweise mit allen Vieren in der Luft springend und laut muhend.

Weniger Dramatik, dafür mehr Lebensfreude bieten die beiden Gemälde Eduard von Grützners. Das teurere für 33.000 bis 35.000 Euro hat drei wohlbeleibte Mönche im Klosterweinkeller zum Thema, die sich ein „Backhändl“ schmecken lassen. Das gebratene Geflügel gibt dem stimmungsvollen Bild auch den Titel. Die Inschrift auf dem großen Weinfass im Hintergrund verdeutlicht das Bildprogramm: „Trinkt Brüder mit vergnügtem Muth, ein reicher Herbst macht alles gut…“. Und daran scheint sich auch der Mönch auf dem zweiten Bild zu halten. Auch er ist wohlbeleibt und hält mit verschmitztem Lächeln einen irdenen Krug in der Hand (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Der Münchner Malerfürst Franz von Lenbach ist mit drei Frauenporträts zugegen, das erste zeigt wahrscheinlich Lilly Merk, die Gattin des Münchner Hofjuweliers Paul Merk, die von geheimnisvollem Dunkel umgeben verschwörerisch den Betrachter ansieht (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR). Auf dem zweiten Gemälde hat eine Unbekannte ihr rotes Haar geöffnet und lässt es durch ihre Finger fließen (Taxe 3.800 bis 4.200 EUR), auf dem dritten, auf einer ovalen Leinwand schnell skizzierten Bildnis ist eine gewisse „Frau Fulda“ im Profil zu sehen (Taxe 2.800 bis 3.000 EUR). Zwei Frauenbilder stammen von Gabriel von Max, darunter das noch in strengem Historismus angelegte Bildnis einer jungen rothaarigen Frau in Renaissancekleidung mit Lorbeerkranz (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Dem späteren, eher allegorisch-mystischen Stil des exaltierten Malers ist das Bildnis einer jungen Frau verpflichtet, in dem vor allem die dunklen Augen der Dargestellten bildbestimmend sind (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR).

Für Liebhaber des deutschen Impressionismus stehen vier Landschaften Otto Pippels bereit. Die mit farbigen Lichtflecken gesprenkelte „Allee im Englischen Garten“ soll 8.000 bis 9.000 Euro bringen, eine in schnellen Pinselstrichen gegebene Spätsommerlandschaft in der Moosschwaige liegt bei 2.500 bis 3.000 Euro. Charles Johann Palmié tritt mit einer unprätentiösen Herbstlandschaft hinzu, auf der ein Baumstamm mit braunem Blattwerk das Hauptmotiv ist (Taxe 2.400 bis 2.600 EUR). Der oberbayrischen Gegend bleibt zudem Josef Wopfners Ansicht vom Chiemsee verbunden, der sich 1886 mit den „Zugnetzfischern vor der Fraueninsel“ dem Arbeitsalltag der einfachen Bevölkerung widmet (Taxe 33.000 bis 35.000 EUR). Nach Italien entführt Károly Markó d.J. mit seinem sommerlich warmen Blick von den Hügeln auf Florenz von 1874 (Taxe 12.000 bis 13.000 EUR), noch weiter weg ins heiße „Assassifthal zu Theben“ der Berliner Maler Ernst Koerner im Jahr 1889 (Taxe 8.000 bis 8.500 EUR).

Wer Historienporträts bevorzugt, bekommt ebenfalls etwas geboten. Von Josef Karl Stieler stammt das Bildnis des Prinzen Karl von Bayern im originalen Rahmen der Zeit. Der junge Regent ist in Zivil gegeben, umhüllt von einem schweren Mantel mit grünem Kragen; sein Gesicht scheint wie eingerahmt von Haaren und Stoff, so dass es im Bildzusammenhang an Bedeutung gewinnt (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Für 20.000 bis 25.000 Euro kann außerdem ein Reiterbildnis des Zaren Alexander II. von 1880 des russischen Malers Nikolai Egorovich Sverchkov erworben werden, der sich schon früh auf die Darstellung von Pferden spezialisierte. Und tatsächlich scheint das Gesicht des Pferdes fast etwas ausdrucksstärker als der eher verloren im Sattel sitzende Zar.

Arbeiten auf Papier

Auch bei den Arbeiten auf Papier finden sich Pferde. Von Ludwig Hohlwein stammen sechs Farblithografien des frühen 20sten Jahrhunderts aus dem Mappenwerk „Turf. Zwölf Rennsportbilder von Ludwig Hohlwein“ (Taxe 1.000 bis 1.500 Euro). Teuerstes Stück ist hier Rudolf von Alts ausschnitthafte Rom-Vedute mit dem Blick vom Konstantinbogen auf das Kolosseum. Das äußerst plastische, die Monumentalität der Bauwerke hervorhebende Aquarell soll bei 55.000 bis 65.000 Euro den Zuschlag bekommen. Eine besonders ausdrucksvolle Porträtradierung Adolph von Menzels liefert Karl Stauffer-Bern. Das Blatt stellt den Maler mit Zylinder und weißem Bart, mit zusammengepresstem Mund und entschlossenem Blick vor (Taxe 500 bis 550 EUR).

Skulptur, Kunsthandwerk und Möbel

Neumeister hat im Bereich der Skulptur eine ansehnliche Sammlung zusammengetragen, immerhin verbirgt sich hier mit Simon Trogers Kleinplastik das Spitzenlos der Auktion. Den Anfang macht aber eine mitteldeutsche Reliefplatte aus dem späten 16ten Jahrhundert. Das aus Kalkstein gehauene Flachrelief mit dem Sündenfall und der Erlösung nach einer mehrfach variierten Bildschöpfung Lucas Cranachs d.Ä. ist mit 8.000 bis 10.000 Euro veranschlagt. Deutlich später entstand eine süddeutsche Rosenkranzmadonna, die aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts stammt. Die von Rocailleornamenten umrahmte Figurengruppe mit Madonna und den Heiligen Dominikus und Katharina von Siena weist eine noch gut erhaltene Farbfassung auf (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Der Formensprache des Klassizismus verpflichtet sind die sechs kleinen Büsten historischer Persönlichkeiten wohl von Pierre Joseph Chardigny. Aus vergoldeter Bronze und auf grünem Marmor montiert, stellen sie vermutlich Lord Byron, Johann Joachim Winckelmann, Homer, Sokrates, Julius Cäsar und Napoleon I. dar (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Ein schwarz patinierter Bronzefries Ignatius Taschners soll einen Preis von 16.000 bis 17.000 einbringen. Das für einen Kamin angefertigte Relief zeigt die mythologische Geschichte von Diana und Aktäon, der als Strafe für das Beobachten der Göttin beim Bade in einen Hirsch verwandelt und von seinen eigenen Hunden gerissen wird. Ein vierflammiger Messingleuchter nach Entwürfen von Bruno Paul lässt die Neue Sachlichkeit erahnen. Er ist in geometrischen Formen gearbeitet, der Fuß ist konisch gestaltet (Taxe 4.800 bis 5.000 EUR).

Wer mehr Spaß an wissenschaftlichen Instrumenten hat, wird sich über die aus Elfenbein und Messing gearbeitete quadratische Azimut-Klappsonnenuhr aus Dieppe (Taxe 3.300 bis 3.500 EUR) oder die Äquatorialsonnenuhr mit Lotwaage des Augsburger Silberschmiedes Johann Martin freuen. Das aus Silber und Messing gearbeitete Gerät mit achteckigem Grundriss soll für 1.800 bis 2.000 Euro unter den Hammer kommen. Beim Silber ragen eine spätbarocke Menage um 1770 des Münsteraner Meisters Hermann Heinrich Osthues für 5.000 bis 6.000 Euro und eine klassizistische Kaffeekanne in Urnenform mit Löwen als Deckelknauf seines Augsburger Kollegen Georg Christian Friedrich Temmler für 4.500 bis 4.600 Euro heraus.

Bei den Möbeln steht ein Augsburg Nussbaumschrank um 1730 in typischen Barockformen für 28.000 bis 30.000 Euro zum Verkauf. Aus Franken stammt eine weiß-gold gefasste zierliche Rokokokommode mit zwei Schüben und geschweiften Beinen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Wer es lieber etwas moderner und weniger verspielt mag, sollte zu den schnörkellosen Mahagonimöbeln des Mitbegründers des Deutschen Werkbundes, Richard Riemerschmid, greifen. Zum Verkauf stehen eine Kredenz mit markanten Messingbeschlägen für 1.000 bis 1.200 Euro, ein viertüriger Pfeilerschrank für 1.400 bis 1.600 Euro, ein Schreibtisch für 1.600 bis 1.800 Euro, ein Sofa mit grünem, modernen Bezug für 800 bis 1.000 Euro und eines mit wahrscheinlich originalem blauen Bezug für 1.000 bis 1.200 Euro sowie ein Ensemble mit Tisch für 600 bis 800 Euro und zwei Armlehnstühle für 1.000 bis 1.200 Euro.

Zu den besonders liebenswerten Objekten, die bei Neumeister angeboten werden gehören drei geschnitzte Krippenfiguren, die römische Soldaten darstellen. Ihre Köpfe, Unterkiefer und Augen sind beweglich, so dass sie mit der gut erhaltenen farbigen Fassung ein wenig wie antike Playmobilfiguren wirken (Taxe 1.600 bis 1.800 EUR). Für knapp das Doppelte kann man außerdem einen Schlitten aus dem 18ten oder 19ten Jahrhundert ersteigern. Das volutenförmig geschweifte Wintersportgerät ist innen gepolstert und weist eine polychrom gefasste Lederbespannung auf. Leider fehlen die Kufen, doch der Charme des Stückes macht diesen Mangel wieder wett (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. März um 9:30 Uhr mit dem Kunsthandwerk, ab 15 Uhr stehen die Grafiken und Gemälde, ab 17:30 Uhr die Arbeiten Adolph von Menzels auf dem Programm. Die Vorbesichtigung ist vom 22. bis 26. März täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



22.03.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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