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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Grafik, Bücher und Kleinkunst bei Venator & Hanstein in Köln

Briefe an die Freundin



Große, fleischige Figurendarstellungen sind seine Markenzeichen: Im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg wird die Arbeit des deutschen Malers, Zeichners und Grafikers Johannes Grützke noch bis zum Ende dieses Monats in einer großen Retrospektive gefeiert, derweil im Auktionshandel wieder ein kleiner Stapel zum Teil beachtlicher Papierformate des versierten Meisters zur Versteigerung ansteht. Venator & Hanstein in Köln bieten in ihrer kommenden Grafikauktion unter anderem die farbige Zeichnung „Landknecht“ aus dem Jahr 1986 für 3.000 Euro an, ein immerhin 160 mal 170 Zentimeter großes Blatt, auf dem ein zusammengekauert auf dem Boden schlafender Akt sowie eine weitere Figur zu sehen sind, die über der anderen gleichsam zu schweben scheint. Ebenfalls von 1986 stammen ein korpulenter, vollbusiger „Frauenakt mit Stange“ und ein weiteres Exemplar unter dem gleichen Titel in geradezu caravaggesker Beleuchtung für 2.500 Euro und 2.400 Euro. Mit 400 Euro deutlich günstiger sind seine zum Teil auflagenstarken Drucke, darunter das Selbstbildnis „Ernst“, 1973 in zweihundert Exemplaren verbreitet.


Mit weit mehr als siebenhundert Losnummern ist die Abteilung moderner und zeitgenössischer Kunst gut bestückt. Das liegt unter anderem an einer Reihe geschlossener Grafikkonvolute von einzelnen Künstlern. Mehr als dreißig Losnummern umfasst beispielsweise die Einlieferung mehrerer hundert Postsendungen – Briefe und Postkarten – des Hamburger Urgesteins Horst Janssen aus den späten 1980er Jahren, die teils en bloc für bis zu 7.500 Euro, teils als Einzelstücke im dreistelligen Preisbereich angeboten werden, wenn die darauf verewigten Zeichnungen besonders kostbar sind. Empfänger der Schreiben des 1995 verstorbenen Künstlers waren seine Freundin Claudia Schunke und deren Eltern. Einige Janssen-Grafiken ergänzen die Offerte, darunter die 1987 neu aufgelegten Farbholzschnitte „Kneipe 61“ und „Revolution“ von 1961 für jeweils 2.000 Euro.

Auch von älteren Künstlern gibt es umfangreichere Sammlungen, von Karl Hofer beispielsweise einige figurative Bleistift- und Tuschezeichnungen für bis zu 1.500 Euro oder von Christian Schad insbesondere späte Holz- und Linolschnitte im dreistelligen Preisbereich. Annähernd zwanzig Losnummern bestreitet der Italiener Marino Marini mit der 1979/80 kurz vor seinem Tod entstandenen Farblithografie „Orizzonte“ für 2.000 Euro an der Spitze. Aus dem Konvolut Otto Pankoks ist der gedeckte und auch inhaltlich nachdenkliche Farbholzschnitt „Mädchen mit Mondsichel“ von 1947 für 1.500 Euro hervorzuheben. Die frühmoderne Druckgrafik ist durch Karl Schmidt-Rottluffs Holzschnitt „Die heiligen drei Könige“ von 1917 für 7.000 Euro und Käthe Kollwitz’ illustrative „Carmagnole“, den Rundgesang und Tanz der Republikaner zur Zeit der Französischen Revolution, von 1901 für 3.000 Euro vertreten. Bunt und plakativ wird es mit einem halben Dutzend farbiger Selbstinszenierungen Elvira Bachs, darunter ihrer Gouache „Liegende auf Rot (mit Rosenkleid)“ von 2006 für 7.500 Euro.

Als Einzelstück ist Werner Gilles’ abstrahiertes Landschaftsaquarell „Ischia“ reizvoll, das 1957 im Sommerdomizil des Künstlers entstand (Taxe 4.500 EUR). Nicht so geläufige Namen mit dennoch guter Kunst sind Fritz Schaefler und seine Gouache „Zeichnender Knabe vor Balkontür“ (Taxe 1.500 EUR), Werner Gothein und seine kantige Zeichnung eines nackten „Paars im Atelier“, die den Vergleich mit Ernst Ludwig Kirchner nicht zu scheuen braucht (Taxe 500 EUR), oder Béla Kádár und seine stilpluralen Arbeiten, wie die in geschwungenen Formen ausgearbeiteten Blätter „Figur vor rotem Pferd“ für 2.400 Euro und „Reiter, aufsteigend“ für 2.000 Euro. Die Formen des Expressionismus und einer neuen strengen Sachlichkeit verbindet eine „Landschaft mit Kirche“ des gebürtigen Würzburgers Hans Haffenrichter. Die Entstehung des schönen Aquarells fällt in Haffenrichters Studienzeit am Bauhaus in Weimar um 1922/24 (Taxe 1.000 EUR). Mit Bauhaus-Provenienz tritt zudem Lothar Schreyers schwarzweiße Tuschezeichnung „Gleichgewichtsübung“ mehrer Rechtecke und Quadrate von 1921 an (Taxe 1.000 EUR).

Noch aus dem Jugendstil treten Ludwig von Hofmanns „Mädchen am Teich“ in Pastellkreiden (Taxe 1.000 EUR), Karl Schmoll von Eisenwerths Gouache einer bewaldeten Wiesenlandschaft von 1905 (Taxe 500 EUR) oder Carl Thiemanns Farbholzschnitt einer Teichlandschaft mit „Windmühlen“ von 1910 an (Taxe 600 EUR). Für den Rheinischen Expressionismus stehen Heinrich Nauens vor allem in blauen Tönen aquarellierte Naturschilderung mit Bäumen und Kirchturm (Taxe 1.500 EUR) und Walter Opheys reduziert in Umrissen angelegte Hügellandschaft mit dominanter Signalanlage (Taxe 2.000 EUR). Carl-Henning Pedersen, Mitbegründer der Künstlergruppe CoBrA, pflegte bis in die späten Jahre seines langen Lebens hinein einen weitgehend wilden Farbauftrag mit figurativen Anklängen, wie ein unbetiteltes Aquarell aus dem Jahr 1999 belegt (Taxe 3.000 EUR). Klassisches Informel gibt es mit Peter Herkenraths filigraner Tuschezeichnung (Taxe 1.400 EUR), mit den beiden dichten Farbkompositionen Otto Ritschls von 1947 und 1966 für jeweils 1.500 Euro oder Bernard Schultzes wuchernden Farblandschaften, etwa „Psychogrammatisch“ von 1994 für 2.000 Euro.

Zu den wichtigsten kinetischen Künstlern der ersten Stunde gehört der Argentinier Horacio Garcia Rossi. Einen Vorgeschmack auf seine Kunst liefern zwei unbetitelte Gouachen aus den frühen 1970er Jahren, darunter die Nummer F110 mit einem leuchtend gelben Ring, der sich stufenweise in das ihn umgebende Rot verwandelt (Taxen je 3.000 EUR). Gelegentlich hat Venator & Hanstein auch Öl- oder Leinwandgemälde im Programm wie Kuno Gonschiors kräftig rotes, mit kleinen Leuchtpunkten geschmücktes „Vibr. Rot-Grün-Blau-Vio“ aus dem Jahr 1970 (Taxe 3.000 EUR), eine Gemäßigt expressionistische „Landschaft mit Bauerngehöft von Margarete Willers aus dem Jahr 1916 (Taxe 400 EUR) oder die spätexpressionistische „Seelandschaft“ Ernst Mollenhauers von 1962 (Taxe 3.900 EUR) und Karl Fred Dahmens gegenständliches, ein bisschen neoimpressionistisches Frühwerk „Dorf in der Voreifel (Stolberg)“ von 1947 für 1.500 Euro.

In Europa eher unbekannt, machte sich der vor einem Jahr verstorbene John McCracken in seiner amerikanischen Heimat als sogenannter West-Coast-Minimalist durchaus einen Namen. Sein unbetiteltes Acrylbild einer buntfarbigen, zeichenhaften Scheibe auf blauem Grund von 1971 erinnert ein wenig an die jüngeren Kreisbilder Damien Hirsts (Taxe 5.000 EUR). Richtig minimalistisch kommen dann die Acrylbilder des 1948 geborenen Finnen Matti Kujasalo daher, bereichert um einen betont mathematischen Aspekt, dessen sich die Konkrete Kunst ebenfalls gern bediente. Vier schwarz-weiße Kostproben des Künstlers aus den 1990er Jahren stehen für jeweils 2.000 Euro bereit. In dieser Richtung wären auch die Arbeiten des 1974 durch Selbstmord umgekommenen Ad Dekkers einzuordnen, etwa seine „Lijnreliefs“ I, II und III aus dem Jahr 1973, die einzeln für 2.200 Euro und im Doppel für 4.000 Euro angeboten werden.

Unter den Skulpturen sind Joachim Bandaus vernickelte Bronze „Siamesische Köpfe“ von 1971 (Taxe 2.400 EUR) und Miguel Berrocals zerlegbare, feuervergoldete Bronze „Maria de la O“ aus den Jahren 1962/64 für 1.800 Euro zu nennen. Ähnlich amorphe Formen greift Peter Royen Mitte der 1960er Jahre in seinen kleinen Aluminiumstatuetten ebenfalls auf (Taxen zwischen 500 und 600 EUR). Bekannt für seine souverän geformten Drahtskulpturen ist der Joachim Schmettau-Schüler Frank Dornseif. Eine Kostprobe seines Könnens, die ein hübsches Understatement auf die Aussagekraft bildhauerischer Volumina ist, stellt sein circa siebzig Zentimeter hoher „Kopf“ dar, den eine junge Frau in ihre Hand gestützt hat (Taxe 3.000 EUR). Typisch für die Skulptur der ersten Nachkriegsgeneration ist ein unbetiteltes Bronzerelief Otto Herbert Hajeks aus dem Jahr 1960, das mit seiner abstrakten Gestaltung in einem farbig gefassten Betonbett wie ein Altartabernakel wirkt. Knapp dreißig verschiedene Variationen soll Hajek von diesem Thema geschaffen, jede aber nur ein bis zweimal gegossen haben (Taxe 3.000 EUR).

Betont objekthaften Charakter tragen die Arbeiten Thomas Virnichs wie das dreiteilige „Wikingerhorn“ von 1992 oder das aus zerknüllten Straßenkarten gefaltete Wandstück „Italien“ von 1995 für jeweils 2.000 Euro. Dem klassischen Standbild widmet sich dagegen Markus Lüpertz’ Männerakt „Salieri“ aus der breiten Werkphase bemalter Bronzeskulpturen von 2009/10 (Taxe 5.000 EUR). Die bedeutendsten Mappenwerke der Auktion sind Günther Ueckers Buch „Graphein“ mit zwölf Prägedrucken und Textblättern aus dem Jahr 2002 und die komplette Folge von Friedensreich Hundertwassers zehn Farblithografien „Look at it on a rainy day“ aus den Jahren 1971/72 für jeweils 10.000 Euro. 5.000 Euro soll Jan Schoonhovens achtteilige Folge minimalistischer Prägedrucke „Geprägte Strukturen“ aus dem Jahr 1972 kosten und 6.000 Euro Antoni Tàpies’ zehn Farblithografien der „Suite 63 X 90“ von 1980.

Zusammen mit Büchern und Autografen bieten Venator & Hanstein bereits am 23. März Druckgrafiken und Zeichnungen von Meistern des 15ten bis 19ten Jahrhunderts an. Höhere Preise werden hier allerdings selten erwartet. Eine Ausnahme bildet Rembrandts Radierung „Das Reitergefecht“ aus der Zeit um 1632 für 10.000 Euro. Jeweils mit 2.500 Euro sind die beiden Holzschnitte „Die Heimsuchung“ und „Die Anbetung der Könige“ aus Albrecht Dürers „Marienleben“ von circa 1503 bewertet. Aus Dürers Umfeld tritt Lucas van Leyden mit den Kupferstichen „Der heilige Sebastian“ um 1510 (Taxe 1.500 EUR), „Die Verstoßung der Hagar“ von 1516 (Taxe 1.000 EUR) oder „Die Erschaffung Evas“ von 1529 an (Taxe 1.200 EUR).

In die italienische Renaissance weisen etwa Giorgio Ghisis um 1540 nach Giulio Romano gestochenes Blatt „Der Tod der Procris“ (Taxe 1.800 EUR) oder Michele Lucchesis dichtes Gedränge auf der Radierung „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“ (Taxe 800 EUR), in den dortigen Manierismus die ausgeprägte Körperlichkeit auf Agostino Venezianos Kupferstich „Herkules und Antäus“ (Taxe 1.600 EUR) oder auf Lelio Orsis Blatt der „Bogenschütze“ von 1579 (Taxe 1.200 EUR). Mit Bartolomeo Biscainos „Anbetung der Könige“ ist man dann schon bei den geschmeidigen Formen des Barock angekommen (Taxe 800 EUR). Natürlich fehlen auch die Blätter Giovanni Battista Piranesis nicht, so einige Radierungen aus seinen „Carceri“ für jeweils 3.000 Euro.

Luigi Rossini ist Piranesis Nachfolger, wenn es um Ansichten Roms geht. Der Katalog listet dazu mehrere Radierungen für wenige hundert Euro, als Konvolut im Sechserpack für 1.500 Euro. Wohl dem frühen 19ten Jahrhundert entstammt Pieter Jansons biedermeierliche „Landschaft mit Kühen, Schafen und Pferd“, eine aquarellierte Federzeichnung, die das Auktionshaus mit 1.500 Euro bewertet hat. 100 Euro mehr verlangt es für die heitere Ansicht der Via Appia mit dem Grabmal der Priscilla, ein Aquarell von Gabriele Carelli aus dem Jahr 1876. Frederick Goodall hat es in den Orient nach Nordafrika zu Tempelruinen verschlagen, um die sich einige Menschen tummeln (Taxe 1.300 EUR). Bei 2.000 Euro steht dann Alphonse Muchas jugendstilige, auf Seide gedruckte Schönheit „Automne“, eine weibliche Allegorie auf den Herbst.

Die Auktion beginnt am 23. März um 10 Uhr mit den Büchern, Autografen und der Alten Kunst. Am 24. März stehen ab 10 die moderne und zeitgenössische Grafik auf dem Programm. Die Besichtigung findet bis zum 22. März täglich von 10 bis 17:30 Uhr im Kunsthaus Lempertz statt. Der Katalog ist im Internet unter www.venator-hanstein.de abrufbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



19.03.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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