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Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Martina und Michael Scheublein konnten ihre erste Auktion im neuen Jahr um eine umfangreiche Skulpturensammlung bereichern

Gotik an der Isar



Franz Gustav Hochmann, Abendliches Treiben an der Porta Maggiore in Rom, 1886

Franz Gustav Hochmann, Abendliches Treiben an der Porta Maggiore in Rom, 1886

Überraschungen sind auch in dieser Frühjahrssaison beim Münchner Auktionshaus Art & Auktionen nicht zu erwarten. Etwa sechshundert Stücke stehen am 23. März zum Verkauf, davon können jedoch nur wenige die Schallgrenze der fünfstelligen Preise durchbrechen. Die Tendenz der vergangenen Jahre scheint sich fortzusetzen: Art & Auktionen bedient vor allem das gehobene Mittelmaß. Martina und Michael Scheublein haben dem mächtigen Mutterhaus Neumeister im angestammten Ressort von Kunst und Kunsthandwerk Alter und Neuer Meister nur wenig entgegen zu setzten. Einen Glückstreffer konnte das junge Unternehmen diesmal allerdings mit einer qualitätvollen Münchner Privatsammlung gotischer Skulpturen landen. Alleine die etwa 50 Stücke der Sammlung haben einen Schätzpreissumme von knapp 270.000 Euro. Das Spitzenlos der Auktion verbirgt sich jedoch bei den Gemälden des 19ten und 20ten Jahrhunderts. Die von Franz Gustav Hochmann gemalte Ansicht des „Abendlichen Treibens an der Porta Maggiore in Rom“ von 1886 ist mit 22.000 Euro für den Dresdner Romantiker hoch angesetzt, allerdings steht es vergleichbaren Kompositionen von Oswald Achenbach nicht nach, die schon mal bis zu 100.000 Euro erwirtschaften können.


Das teuerste Stück der Sammlung gotischer Skulpturen ist ein gut erhaltenes Triptychon aus der Altmark von 1480/90. Die fast vollständig originale Farb-, Gold- und Silberfassung macht den prunkvoll verzierten Madonnenaltar mit zweireihig angeordneten Heiligen und zu einer kleinen Besonderheit (Taxe 20.000 EUR). Aus Salzburg stammt eine kleine Pietà aus Lindenholz um 1420. Die fein gearbeitete Figurengruppe mit Maria, die den Leichnam Christi im Schoß hält, liegt bei 18.000 Euro. Dem in Brixen tätigen Meister von Heiligenblut wird eine Mondsichelmadonna zugeschrieben. Die anmutige Himmelskönigin mit segnendem Christusknaben soll er um 1520 geschaffen haben (Taxe 18.000 EUR). Nach Tirol um 1500 weist ein voluminöser, bedächtiger heiliger Florian, der seinen Wasserkübel gerade über einem Haus auskippt (Taxe 8.000 EUR).

Für 15.000 Euro ist eine oberfränkische Relieftafel aus Holz um 1490 zu bekommen, die eine reich bevölkerte Kreuzigungsszene mit vierzehn winzig kleinen Stifterfiguren zeigt. Wer es etwas ausgefallener mag, kann für den gleichen Preis eine Gruppe kleiner, höchst individuell und detailreich gestalteter, thüringischer Holzfiguren um 1500/20 ersteigern. Es sind sieben der sogenannten Vierzehn Nothelfer, die bei Not oder Krankheit angerufen wurden. Auch eine Verbildlichung der Geheimnisse aus dem Rosenkranzgebet ist selten. Dazu listet der Katalog vier Relieftafeln aus dem Alpenraum der Mitte des 17ten Jahrhunderts für 3.500 Euro. Mit acht Aposteln aus dem Allgäu ist man ebenfalls schon im frühen Barock angekommen. Die bewegt und auf unterschiedlichem Höhenniveau angelegte Gruppe wird Hans Zürn d.J. zugewiesen (Taxe 15.000 EUR).

Unter den diesmal ebenfalls zahlreichen anwesenden Asiatika stechen zwei Angebote hervor, zum einen sechs kleine Musikantinnen aus Ton, die noch Reste von Bemalung aufweisen. Sie stammen aus dem China des 5ten oder 6ten Jahrhunderts und sollen 8.000 Euro kosten. Etwas jünger ist die 80 Zentimeter hohe Skulptur einer Reiterin mit Pferd; sie datiert in die Zeit der Tang-Dynastie, die von 618 bis 907 in China herrschte. Die bezaubernde Figur weist noch besser sichtbare Spuren von Bemalung auf und wird auf 12.000 Euro geschätzt. Aus dieser Epoche gesellen sich etwa noch ein Pferd mit Reiter und Hund (Taxe 2.500 EUR), eine klassische „Fat Lady“ (Taxe 1.800 EUR) oder eine Tänzerin mit überlangen Armen zu ihr (Taxe 2.500 EUR).

Ein auffallend schönes Aquarell bereichert die Grafikabteilung. Edward Theodore Comptons gestochen scharfe, durchlichtete Ansicht einer Kutsche im Vinschgau von 1889 macht deutlich, wie genau der Maler und Bergsteiger die Topografie der Gebirgslandschaft dokumentierte (Taxe 3.000 EUR). Für die Hälfte ist ein stimmungsvolles Blatt des österreichischen Aquarellisten Carl Goebel zu haben. Detailreich und humorvoll beobachtet er eine Gruppe von Zigeunern mit Tanzbären auf dem Marktplatz (Taxe 1.500 EUR). Mit der Gouache der drei schmerzverzerrt blickender Marien am Grabe wohl von Daniel Fröschl gelangt man sogar in die deutsche Renaissance zurück (Taxe 5.000 EUR). Zeitlich am anderen Ende stehen etwa eine spätimpressionistische Frühsommerpracht im Werdenfelser Land von Carl Reiser aus dem Jahr 1907 für 1.200 Euro oder Alexander Kanoldts neusachlich-kühle Lithografie „Il Paese di Bellegra“ für 700 Euro. Eine Besonderheit bei der Grafik bildet eine Folge von 83 Radierungen des italienischen Kupferstechers Luigi Rossini aus den Jahren 1819 bis 1823. Die Architekturveduten aus Rom, die dem Vorbild Giovanni Battista Piranesis folgen, sind zu einem Heft gebunden und kosten 3.000 Euro.

Den Anfang bei den Gemälden dürfte der flämische Barockmaler Jan van Balen machen. Das dunkeltonige Bild der Heiligen Familie mit dem Johannesknaben in einer Felsenlandschaft, in dem nur das in reinem Blau und Rot gemalte Gewand der Maria hervorsticht, wird auf 6.000 Euro geschätzt. Von einem holländischen Zeitgenossen, vielleicht Richard Brakenburgh, stammt die „Fröhliche Gesellschaft beim Kartenspiel“. Die kleine Holztafel hat alles, was man von einer typischen niederländischen Genreszene erwartet: ein bellendes Hündchen, ein sich umarmendes Liebespaar, einen Mann, der einer jungen Frau eindeutige Avancen macht (Taxe 7.000 EUR).

Eine deutliche Spitze im Feld der jüngeren Gemälde bildet Johann Georg von Dillis’ Gebirgslandschaft mit Holzbrücke sowohl beim Schätzpreis als auch bei der Qualität. Das relativ kleine Ölbild besticht durch die detailreiche Darstellung der idealen Berglandschaft nach dem Vorbild Claude Lorrains und liegt deshalb auch bei 15.000 Euro. Ebenfalls den Bergen verschrieb sich Edward Harrison Compton. Genau wie sein Vater Edward Theodore Compton spürte er der Topografie der bayerischen Gebirgslandschaft nach. Sein Ölbild „In den Alpen“ macht den Berg zum alleinigen Protagonisten und lebt von der unheilschwangeren Stimmung eines aufziehenden Gewitters (Taxe 2.400 EUR).

Für eine heroisierende Landschaftsmalerei steht Carl Rottmann mit seiner Ansicht der italienischen Ausgrabungsstätte Selinunt von 1831. Die verfallenen antiken Säulen liegen prominent in der Mitte des Bildes, über ihnen scheinen die Wolken in einem Wechselspiel von Licht und Schatten dahinzurasen. Das stimmungsvolle Bild soll 10.000 Euro bringen. In den Süden hat es auch Carl Blechen gezogen. Ihm ist ein verfallener Klosterhof in Anacapri in mildem Sonnenlicht zugeschrieben (Taxe 5.000 EUR). Carl Spitzweg als Vertreter des deutschen Biedermeiers fehlt im bunten Reigen des 19ten Jahrhunderts außerdem nicht. Jedoch hat die dunkeltonige und recht skizzenhafte „Landschaft mit Postkutsche“ wenig Spitzweg-Typisches, dafür aber ein auf der Rückseite angebrachtes Echtheitsgutachten von 1937 (Taxe 12.000 EUR).

Denselben Preis muss man für Fritz von Uhdes Feldlager mit berittenen Kriegern und Hirtinnen am Waldrand investieren. Sein im Grundton dunkles Bild, in dessen Mitte die Versammlung der Figuren schlaglichtartig beleuchtet wird, geht vom Historismus aus und lässt den beginnenden Impressionismus schon erahnen (Taxe 12.000 EUR). In dieses zeitliche Umfeld platzieren sich zudem Wilhelm von Diez aufgewühlter Bauernmarkt (Taxe 1.800 EUR) oder Albert von Kellers skizzenhafte Theaterszene „Othello und Desdemona“ (Taxe 1.200 EUR). Die Liebhaber des deutschen Impressionismus können sich über ein Bild des Münchner Malers Julius Seyler freuen. Seine in schnellen Strichen gemalte Landschaft „Ochsenkarren auf der Diessener Landstraße“ soll für 4.500 Euro den Besitzer wechseln. Auch Julius Hess’ löst sein Interieur mit offenem Fenster leicht pointillistisch auf (Taxe 2.000 EUR). An der Schwelle zur Moderne steht ein ausdrucksstarkes und mit schnellen Strichen gemaltes Stillleben samt Lauch, Äpfeln und Käseglocke. Der Malduktus verweist auf Carl Schuch (Taxe 4.500 EUR). Für die südlich-heitere Ansicht einer Bucht von Ischia kann mit Sicherheit Max Peiffer Watenphul in Anspruch genommen werden (Taxe 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 23. März um 14 Uhr. Die Skulpturensammlung aus Privatbesitz wird ab 18:30 Uhr versteigert. Die Vorbesichtigung läuft bis zum 21. März täglich von 10 bis 17 Uhr.

Kontakt:

Art & Auktionen - Scheublein KG

Waltherstraße 23

DE-80337 München

Telefon:+49 (089) 23 88 68 90

Telefax:+49 (089) 23 88 58 911



19.03.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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23.03.2012, 16. Kunstauktion

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Art & Auktionen

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Gotische Skulpturen und asiatische Bieter

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Carl Spitzweg, Landschaft mit Postkutsche
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Stillleben mit Lauch, Äpfeln und Käseglocke, um 1900
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Fritz von Uhde, Feldlager mit berittenen Kriegern und Hirtinnen am Waldrand,
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Pietà, Salzburg, um
 1420
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Hans Zürn d.J. zugeschrieben, Apostelgruppe, Bodensee/Allgäu um 1610/20

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Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 638

wohl Richard Brakenburgh, Fröhliche Gesellschaft beim Kartenspiel, 1671

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Taxe: 7.000,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

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Pietà, Salzburg, um 1420

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Taxe: 18.000,- EURO

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Daniel Fröschl zugeschrieben, Die drei Marien am Grabe

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Sieben Nothelfer, Thüringen, um 1500/20

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Carl Rottmann, Selinunt

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Alexander Kanoldt, Il Paese di Bellegra, 1924

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