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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Gefrorene Augenblicke: Die Doppelausstellung „Psycho“ in der Hamburger Sammlung Falckenberg konfrontiert Bilder der New Yorkerin Ena Swansea und des in Berlin lebenden Finnen Robert Lucander

Szenarien der Beunruhigung



Der Times Square in New York: Hier vergnügt sich Amerika in mehr als 40 Musicaltheatern, hier konsumiert die Nation in den Flagship-Stores der Unterhaltungskonzerne, hier feiert sie kollektiv Silvester – und hier rekrutiert sie ihre Soldaten. Eine bunte Parade hat auf dem von Neonschriften gesäumten Platz Aufstellung bezogen. Die Teilnehmer sind lässig hingetupft. Polizisten warten im Hintergrund. Eine leicht diabolisch grinsende Micky Mouse lugt aus einer Ecke hervor. Das 2008 entstandene Gemälde „Demands“ der New Yorker Malerin Ena Swansea ist atmosphärisch verdichtet und zugleich politisch. Subtile Anspielungen auf den Irak-Krieg und den Afghanistan-Einsatz lassen sich ebenso finden wie Hinweise auf die Finanzkrise. Hinzu kommen kunsthistorische Zitate: Eine abstrahierte US-Flagge direkt über dem Rekrutierungszentrum der US-Army etwa spielt auf die Neonarbeiten des Minimalisten Dan Flavin an.


Das großformatige Gemälde bildet den Auftakt der Doppelausstellung „Psycho“, die zur Zeit in der zu den Deichtorhallen gehörenden Hamburger Sammlung Falckenberg zu sehen ist. Die Gemälde Ena Swanseas werden zusammen mit den Arbeiten des in Berlin lebenden Finnen Robert Lucander gezeigt. Die vom Sammler Harald Falckenberg und der Kuratorin Miriam Schoofs entwickelte Schau untersucht die traumatischen Abgründe der menschlichen Seele in den Arbeiten der beiden Künstler.

Betrachtet man die Biografien, fällt auf, dass beide in einem Gefühl der inneren Zerrissenheit aufgewachsen sind. Die 1965 geborene Ena Swansea stammt aus den Südstaaten der USA. Ihr Urgroßvater war der 1864 geborene, rassistische Hassprediger Thomas Dixon, dessen umstrittener Roman „The Clansman“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Revival des Ku-Klux-Klans in Gang setzte. Ena Swansea, die in einem intellektuellen Elternhaus aufwuchs, bezeichnet dieses Kapitel ihrer Familiengeschichte heute als ihre „Erblast“. Schon als Kind wollte sie Malerin werden. Als junge Frau ging sie mit ein paar Hundert Dollar in der Tasche nach New York und machte ihren Weg. Heute hängen ihre Bilder in den besten Privatsammlungen und Museen.

Der 1962 in Helsinki geborene Finne Robert Lucander gehört in neunter Generation der rund zehn Prozent starken, bis heute ausgegrenzten, schwedischen Minderheit in Finnland an. 1989 zog er zum Kunststudium nach Berlin. Auch dort fühlte er sich lange Zeit als Fremder. Vorzugsweise auf gemaserten Holzplatten trägt er eher plakative Motive auf, die er in Magazinen, auf Groschenheften oder anderen Medien findet: Märchenfiguren, Models, Musiker, Politiker, Soldaten und andere Personen des öffentlichen Lebens. In „schwer entwirrbaren Doppel- und Spiegelbildern“, so Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow, „entwickelt sich ein irritierender Bilderkosmos.“ Robert Lucander betreibt eine „Gratwanderung zwischen Kitsch, Populärem und Hochkultur“, so Kuratorin Miriam Schoofs.

Die melancholisch anmutenden Bilder Ena Swanseas hingegen dringen tief ins Unbewusste vor. Die aufgewühlten Wellen des Ozeans, der lange Schatten eines einsamen Jungen am Strand, Eisschollen, die kalifornische Vegetation, aus der voller Untergangssymbolik ein in Schieflage geratenes Gebäude mit der Aufschrift „World Savings“ hervorragt: Swanseas Bilder entstehen nach ihren eigenen Fotovorlagen. Als Bildgrund verwendet sie eine silbrig-graue Grafitschicht, auf die sie dann Ölfarben aufträgt. Die unterkühlte Anmutung ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Das 2011 entstandene Gemälde „Snow on 16th St“ zeigt eine Straße in New York in der Nähe ihrer Wohnung. Die von frischem Schnee bedeckten Bäume bilden ein bizarres Dach über den parkenden Autos. Das aus der Ferne fast fotorealistisch wirkende Bild mit seiner feinen, purpurfarben scheinenden Strahlkraft liest Ena Swansea, deren Bilder trotz aller inhaltlichen Aufladung immer auch Paradebeispiele virtuoser Malerei sind, selbst jedoch wie ein Action Painting: „Für mich wirkt es wie ein gefrorener Jackson Pollock“.

Die Ausstellung „Psycho. Ena Swansea und Robert Lucander“ ist bis zum 25. März zu sehen. Die Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen kann nur nach vorheriger Anmeldung in Hamburg-Harburg besucht werden. Öffentliche Führungen finden mittwochs und donnerstags um 18 Uhr, freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 11 und 15 Uhr statt. Anmeldung unter 040 – 3250 6762 oder www.sammlung-falckenberg.de. Der Katalog zur Ausstellung ist im Snoeck Verlag erschienen und kostet 14,80 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

Wilstorfer Straße 71

DE-21073 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 50 67 62

Telefax:+49 (040) 32 50 67 63

E-Mail: besuch@sammlung-falckenberg.de



28.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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18.12.2011, Psycho - Ena Swansea und Robert Lucander

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Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

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Ideen statt Lärm

Variabilder:

Ena Swansea vor ihrem Gemälde „Demands“ von 2008
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Ena Swansea und Robert Lucander in der Sammlung Falckenberg
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Variabilder:

in der Ausstellung „Psycho. Ena Swansea und Robert Lucander“
in der Ausstellung „Psycho. Ena Swansea und Robert Lucander“

Künstler:

Robert Lucander

Künstler:

Ena Swansea







Ena Swansea vor ihrem Gemälde „Demands“ von 2008

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Ena Swansea und Robert Lucander in der Sammlung Falckenberg

Ena Swansea und Robert Lucander in der Sammlung Falckenberg

in der Ausstellung „Psycho. Ena Swansea und Robert Lucander“

in der Ausstellung „Psycho. Ena Swansea und Robert Lucander“




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