Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Ein Rocker, der sich einmischt: Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg widmet dem Sänger, Songschreiber und (Hobby-)Maler Udo Lindenberg eine große Ausstellung

Gitarren statt Knarren



in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

Wer ist Udo Lindenberg? Ein Rocker mit langen Haaren, Hut, Sonnenbrille, coolen Sprüchen und einer klaren politischen Meinung. Ein Sänger, der in den 1980er Jahren mit dem „Sonderzug nach Pankow“ fahren wollte, um im Palast der Republik in Ostberlin aufzutreten. Ein Maler, der aus seinem Alkoholkonsum keinen Hehl macht und mit Bols Likör und Blue Curaçao sogenannte Likörelle auf Papier bringt. Kurzum: Ein Mann, der sich selbst und sein Leben zum Gesamtkunstwerk hochstilisiert.


Den ganzen Udo Lindenberg kann man derzeit in einer umfassenden Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe erleben. Die in 14 Kapitel gegliederte Schau „Udo. Die Ausstellung“ setzt auf Interaktivität. Hörstationen laden dazu ein, Lindenbergs unverwechselbare Klassiker von „Alles klar auf der Andrea Doria“ bis „Rudi Ratlos“ nachzuhören. Ein Nachbau seiner Suite im Hamburger Hotel Atlantic vermittelt einen Eindruck vom Zuhause des rastlosen Musikers. LP-Cover, Zeitungsausschnitte, Goldene Schallplatten, Fanartikel und Fotos zeigen Udo Lindenberg auf den wichtigsten Stationen seiner Karriere. So weit, so gut.

Daneben möchten die Macher der Ausstellung den Sänger aber auch ganz ernsthaft als bildenden Künstler vorstellen. Genau hier wird es problematisch. Udo Lindenbergs farbprächtige „Zehn Gebote“ haben eher den Charakter eines kalauernden Comics als einer ernsthaften künstlerischen Auseinandersetzung mit der Bibel. Bereits 1996 setzte er zum ersten Mal den sogenannten „Ejakulator“ im St. Pauli Erotic Art Museum ein: ein präpariertes Schlagzeug, das über ein Schlauchsystem Farbe verspritzt, wenn man auf die Trommeln schlägt. Die vollgespritzten Leinwände verziert der Allround-Künstler dann mit illustrativen Comicfiguren. Immer wieder taucht er selbst auf seinen Bildern auf. Als Karikatur mit Hut, langen Haaren und Sonnenbrille: der Panikrocker, wie ihn jeder kennt. Das mag alles selbstironisch gemeint sein, kommt jedoch über witzelnde Illustrationen nicht hinaus und hat in dieser Breite in einem Kunstmuseum gleich gar nichts zu suchen.

Lindenbergs Verdienste liegen sicherlich woanders. Seinen Stellenwert erlangte er als unangepasster Rock’n’Roller und Rebell, der sich stets auch politisch einmischte. Auch davon erzählt die Hamburger Ausstellung. 1983 gelang dem Westmusiker ein großer Coup. Nachdem er den erfolgreichen Hit „Sonderzug nach Pankow“ gelandet hatte, in dem er Erich Honecker bittet, ihn im „Republikpalast in Ost-Berlin“ auftreten zu lassen, erhält er tatsächlich die Erlaubnis für ein Konzert auf der anderen Seite der Mauer. Ein Jahr später in Wuppertal kommt es dann zur Begegnung mit Honecker. Lindenberg überreicht dem Staatsratsvorsitzenden eine Gitarre mit der Friedensbotschaft „Gitarren statt Knarren“. Die geplante Tournee durch die DDR wurde ihm dennoch versagt.

Heute ist der 1946 geborene Udo Lindenberg zwar offiziell im Rentenalter, als Rentner fühlt er sich aber keineswegs. Im Gegenteil: In Berlin läuft mit Erfolg sein Musical „Hinterm Horizont“. Im letzten Sommer nahm er in Hamburg das Album „MTV Unplugged“ zusammen mit deutschen Nachwuchsstars wie Clueso und Jan Delay auf – eines der bestverkauften seiner gesamten Karriere. Dabei hatte der im westfälischen Gronau aufgewachsene Sänger im Fach Musik nur die Note befriedigend.

Udo Lindenberg hat mit seiner Sympathie für die SPD nie hinterm Berg gehalten. Er traf sich schon als junger Panikrocker mit Politikern wie Helmut Schmidt, Willy Brandt und Gerhard Schröder. Anfang Dezember initiierte er zusammen mit SPD-Chef Sigmar Gabriel das Konzert „Rock gegen rechts“ in Jena und verlieh so den Gegnern des braunen Terrors eine Stimme. Udo Lindenberg mischt sich immer noch ein und bleibt stets cool dabei. Seine Botschaft an die Jüngeren: „Mach’ dein eigenes Ding! Pass dich nicht an!“

„Udo. Die Ausstellung“ ist bis zum 11. März zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Es erscheint kein Katalog.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



17.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


21.12.2011, Udo. Die Ausstellung

Bei:


Museum für Kunst und Gewerbe

Variabilder:

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“
in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

Variabilder:

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“
in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

Variabilder:

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“
in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

Variabilder:

Udo Lindenberg, Du sollst dir kein Bildnis machen
Udo Lindenberg, Du sollst dir kein Bildnis machen

Variabilder:

Udo Lindenberg auf dem Dach des Atlantic
Udo Lindenberg auf dem Dach des Atlantic

Variabilder:

Udo
 Lindenberg, Die Zehn Gebote
Udo Lindenberg, Die Zehn Gebote







in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

in der Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“

Udo Lindenberg, Du sollst dir kein Bildnis machen

Udo Lindenberg, Du sollst dir kein Bildnis machen

Udo Lindenberg auf dem Dach des Atlantic

Udo Lindenberg auf dem Dach des Atlantic

Udo Lindenberg, Die Zehn Gebote

Udo Lindenberg, Die Zehn Gebote




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce