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Mit der Neubelebung der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule als Zentrum für Kunst und Kulinarik erhält die zuletzt immer touristischer gewordene Auguststraße eine Frischzellenkur in Sachen zeitgenössischer Kunst und jüdischer Esskultur

Ein neues Herz für Mitte



Die ehemalige Jüdische Mädchenschule in Berlin

Die ehemalige Jüdische Mädchenschule in Berlin

Kommen und Gehen in Berlin: Die Nachricht von der Schließung des Ausstellungshauses Deutsches Guggenheim Berlin zum Ende des Jahres ließ Anfang Februar tiefschwarze Wolken am Berliner Kunsthimmel aufziehen. Das Verschwinden der renommierten Institution vom Berliner Museumsplan nach 15 Jahren und rund 60 Ausstellungen hinterlässt eine tiefe Lücke. Wenige Tage später jedoch lässt sich auch Positives berichten. Nach neunmonatigem Umbau eröffnet in diesen Tagen die ehemalige Jüdische Mädchenschule in der Auguststraße als „Haus für neue Kunst und Esskultur“.


Das historische Gebäude nach Plänen des Architekten Alexander Beer mit Anleihen ans Bauhaus und das Neue Bauen der 1920er Jahre war 1930 als Mädchenschule der Jüdischen Gemeinde eröffnet worden. 1942 wurde diese von den Nationalsozialisten geschlossen. Bereits in den Jahren zuvor war das Schulgelände als Ausgangspunkt für Deportationen in die Vernichtungslager missbraucht worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude von der DDR erneut als Schule genutzt. Seit 1996 stand es leer. Während der 4. Berlin Biennale 2006 jedoch wurde es für einige Monate aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und als Ausstellungshaus für temporäre künstlerische Interventionen genutzt. Besucher aus aller Welt waren vom eigentümlichen Charme abblätternder Farbe und der typischen DDR-Geruchsmischung aus verwitterndem Linoleum, Reinigungsmitteln und Braunkohlestaub fasziniert und irritiert.

Doch damit ist jetzt Schluss: Der Berliner Galerist Michael Fuchs hat im vergangenen Jahr mit der Jüdischen Gemeinde einen Mietvertrag über 30 Jahre abgeschlossen. Fuchs, der im dritten Stock des 3.300 Quadratmeter großen Gebäudes seine eigene Galerie betreibt, hat das Haus inzwischen für rund fünf Millionen Euro denkmalgerecht und „minimalinvasiv“ instand setzen lassen. Die Planung übernahm das Berliner Architekturbüro Grüntuch Ernst. Spätere Einbauten wurden entfernt und die einstige Modernität des Baukörpers wieder erlebbar gemacht. Mit der auf Fotografie spezialisierten Camera Work Contemporary Gallery und dem Eigen + Art LAB sind zwei weitere, an anderen Standorten bereits etablierte Galerien mit ihren Filialen eingezogen.

Eine komplette Etage wartet aber noch auf ihre zukünftige Nutzung. Fuchs’ Wunschkandidat wäre eine renommierte Kunstinstitution. Eigen + Art-Galerist Gerd Harry Lybke, einer der Pioniere des nach der Wende einsetzenden, mittlerweile aber von viel Mittelmaß geprägten Kunstbooms in der Auguststraße, freut sich über die dringend notwendig gewordene neuerliche Aufwertung des Quartiers: „Das ist ein Neubeginn für Mitte. Der Körper ist gebaut. Jetzt kommt das Herz rein.“ Auf den Charakter des neuen Kunstortes angesprochen, betont er aber die Eigenständigkeit der einzelnen Nutzer: „Es ist kein Galerienhaus. Hier macht jeder, was er will. Es gibt keinen Gruppenzwang.“

Seine neben den Standorten in Leipzig und der benachbarten Auguststraße 26 dritte Galerie eröffnet Lybke erst Ende März. Im Eigen + Art LAB sollen zukünftig internationale Künstler präsentiert werden, die nicht im Stammprogramm von Eigen + Art vertreten sind. Jede Ausstellung wird zwei bis drei Monate zu sehen sein und von einem Katalog begleitet werden. Den Anfang macht der 1980 geborene, für seine düster-karnevalesken Gemälde voller ornamentaler Elemente bekannte britische Maler Ryan Mosley. 230 Quadratmeter hat Eigen + Art hier angemietet – allerdings zunächst nur für drei Jahre.

Hausherr Michael Fuchs geht dagegen mit seiner Eröffnungsausstellung „HANG ON“ gleich aufs Ganze. 80 Arbeiten von 20 Künstlern stecken hier das Terrain ab. Von einem Stillleben Carl Spitzwegs von 1837/40 bis hin zu atelierfrischen Monumentalgemälden der Berliner Maler Jonas Burgert und Andreas Golder. In der großen Aula im dritten Stock präsentiert Fuchs Staatstragend-Preußisches von keinem Geringeren als Andy Warhol. Anscheinend erwartet man so etwas im Jubiläumsjahr des Alten Fritz. Warhols 1986 entstandene beide großformatige Porträts des Preußenkönigs Friedrich II. werden von einer Friedrich-Bronze des Bildhauers Cuno von Uechtritz aus dem 19. Jahrhundert flankiert. Zum Glück wird soviel Pomp und Gloria durch Arbeiten anderer Künstler wie Frank Stella, Christian Jankowski oder Andreas Slominski wieder relativiert.

Die eigentlich in Charlottenburg beheimatete Camera Work Fotogalerie präsentiert in ihrer neuen, 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassenden Dependance Camera Work Contemporary Gallery in Mitte zukünftig auch zeitgenössische Skulptur und Malerei. Zur Eröffnung wird allerdings eine umfassende Ausstellung mit Fotografien des 1951 geborenen Kanadiers Robert Polidori gezeigt. Zu sehen sind großformatige Architekturaufnahmen von Innenräumen aus dem Schloss Versailles oder dem Kreml, aber auch Straßenszenen aus Havanna.

Für Publikum soll neben der Kunst auch ein ganz spezielles kulinarisches Angebot sorgen. Die Betreiber der drei integrierten Gastronomiebetriebe setzen da ganz auf die Neubelebung jüdischer Traditionen. So gibt es neben einer von New Yorker Vorbildern inspirierten „Deli“ für den kleinen Hunger auch ein dezent nostalgisch anmutendes Restaurant in der ehemaligen Turnhalle. Einzigartig in Berlin dürfte der „The Kosher Classroom“ sein, ein unter Aufsicht des Rabbinats stehendes, koscheres Speisezimmer im mit ausgestopften Tieren dekorierten ehemaligen Biologieraum. Das hier jeden Freitag stattfindende traditionelle Shabbat-Essen soll auch Nichtjuden mit dem festlichen Ritual vertraut machen. Für die zuletzt wegen ihrer chronischen Finanzkrise in die Schlagzeilen geratene Berliner Jüdische Gemeinde bedeutet die ebenso behutsame wie gelungene Wiederbelebung dieser fast schon dem endgültigen Verfall geweihten Immobilie einen großen Schub in Richtung Sichtbarkeit und Normalität in Berlin-Mitte.

Die Neueröffnung der ehemaligen Jüdischen Mädchenschulen findet an diesem Wochenende statt. Die Michael Fuchs Galerie hat dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Camera Work Contemporary Gallery montags bis samstags von 11 bis 20 Uhr. Gerd Harry Lybke startet am 29. März mit seiner Galerie Eigen + Art LAB und hält die Türen dann dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr offen.

Ehemalige Jüdische Mädchenschule
Auguststraße 11-13
D-10117 Berlin

Galerien:
www.michaelfuchsgalerie.com
www.eigen-art.com
www.camerawork.de

Restaurants:
www.paulysaal.com
www.thekosherclassroom.com

Kontakt:

Michael Fuchs Galerie

Augustraße 11-13

DE-10117 Berlin

Telefon:+49 (030) 2200 2550

Telefax:+49 (030) 2200 25510

E-Mail: info@michaelfuchsgalerie.com

www.maedchenschule.org



10.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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