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Glenn Murcutt im Architekturzentrum Wien

Im Einklang mit der Landschaft



Er gilt als Australiens bekanntester und bedeutendster Architekt. Er zeichnet und baut, zukunftsweisend und anachronistisch zugleich, ganz allein ein Haus nach dem anderen. In den letzten 40 Jahren sind mehr als 500 Bauten entstanden, alle in Australien, fast ausschließlich Wohnhäuser und bis auf wenige Ausnahmen von ihm alleine entworfen, geplant und unter seiner Aufsicht umgesetzt. 2002 wurde er für seine effizienten, durch unverwechselbare Funktionalität und Eleganz bestechenden Bauten mit dem Pritzker-Preis geehrt, die bedeutendste Auszeichnung seiner Branche. Die Rede ist von Glenn Murcutt. Einer bemerkenswert schlichten und präzisen, von der Architecture Foundation Australia konzipierten Personale im Wiener Architekturzentrum ist es zu verdanken, dass die Arbeitsweise des innovativen Konstrukteurs und eine Auswahl seiner Bauten nun auch in Österreich entdeckt werden kann.


1936, während einer Europareise seiner Eltern in London geboren, verbrachte Glenn Murcutt seine frühe Kindheit in Papua-Neuguinea, bevor er 1941 mit seiner Familie nach Sydney umzog, wo er 1961 am Sydney Technical College seinen Abschluss machte. Nach einer Studienreise durch Europa und Praxiserfahrungen in führenden Architekturbüros, eröffnete er 1969 sein eigenes Büro. Ohne feste Mitarbeiter und nur projektbezogene Zusammenarbeit nutzend, beispielsweise mit seiner Frau Wendy Lewin und ehemaligen Studenten, verfolgt er in seinem Ein-Mann-Atelier eine Architektur, die ihre Wurzeln in der australischen Kultur, im unterschiedlichen Klima und der verschiedenartigen Topografie des Kontinents hat. Gleichzeitig unterrichtet Murcutt als Professor an Universitäten in der ganzen Welt.

Die Ausstellung in Wien konzentriert sich auf die wesentlichen Elemente von Murcutts Arbeitsweise und gibt Einblick in eine Auswahl seiner Bauten. Exemplarisch werden anhand von Modellen und Zeichnungen sechs Einfamilienhäuser vorgestellt und ein größeres Projekt, das preisgekrönte Arthur and Yvonne Boyd Art Centre in Riversdale in New South Wales. Unter dem Titel „architecture for a place“ versammelt die Schau zudem einen Videofilm und Aufnahmen des Architekturfotografen Anthony Browell, vor allem aber Murcutts großformatige Grundrisse, Entwurfsskizzen und Ausführungspläne mit handschriftlichen Anmerkungen. Murcutt sieht für seine Ideen und Realisierung der Architektur keine Notwendigkeit, sich Computer und neuer Medien zu bedienen. Die Zeichnung ist es, die für Murcutt das entscheidende Instrumentarium der Entdeckung darstellt. Experimentieren heißt für den Australier die unbedingte Einbindung seiner Bauten in die bestehende Landschaft. „Ich plane“, erläuterte er einmal, „gerne horizontal, weil ich nicht mit den Bäumen konkurrieren will.“

Seine architektonischen Wurzeln liegen im Werk Ludwig Mies van der Rohes ebenso wie in der skandinavischen Tradition Alvar Aaltos. Vor allem betont Murcutt den Einfluss der Aborigines, der Ureinwohner seines Landes. Von ihnen habe er den Respekt gelernt, „die Erde mit leichter Hand zu berühren“. Murcutt liest die Landschaft gleich wie einen Text. Alle Informationen, die er aus diesem landschaftlichen Text gewinnt, fließen in seinen Entwurfsprozess ein und werden zu Gebäuden, welche die positiven Qualitäten der natürlichen Umgebung in das tägliche Leben der Bewohnerinnen und Bewohner einbeziehen – Informationen beispielsweise über das Klima, die Beschaffenheit des Bodens und vorhandene Siedlungsstrukturen. Glenn Murcutt berücksichtigt die Klimaunterscheide zwischen Tag und Nacht, achtet auf das Vorkommen heftiger Winde und großer Regenmengen, und fragt sich bei jedem Bau: wie schütze ich das Haus vor der Hitze des Sommers und der Winterkälte? Welches Material bringt Nachteile für die Umwelt und welches nicht? Häufig verbringt der Architekt zunächst Tage auf dem zu bebauenden Grundstück und beobachtet die ökologischen Besonderheiten und die geologischen Gegebenheiten, bevor er mit der eigentlichen Planung beginnt.

Glenn Murcutts Architektur ist spektakulär einfach. Ihr Charakteristikum ist ein starker Bezug zu traditionellen Bauweisen und der Einsatz natürlicher Materialien, vor allem Holz, Ziegel und Stein, aber auch Wellblech und Beton. Gerne verwendet er Fertigteile, Module, die er im Baumarkt bekommt und umformt.

Typisch für Murcutts Handschrift sind zwei Typologien von Gebäuden: zum einen seine Stadthäuser und dann jene oft langgestreckten Baukörper, die auf der weiten, leeren Fläche gebaut sind und sich in die Landschaft einfügen. Beiden gemeinsam sind fließende Übergänge zwischen Innen und Außen, beste Lichtverhältnisse und die klimatische Optimierung der Form. Gebäude mit minimaler Auswirkung auf die Umwelt zu realisieren, stellt für Murcutt die eigentliche kreative Arbeit dar. „Ein Haus sollte so flexibel sein wie die Kleidung, die man anzieht, wenn es kalt wird und wieder ablegt, wenn es warm wird.“ Wände gestaltet er deshalb beweglich zum jeweilig erforderlichen Wärmeschutz oder zur Kühlung.

Durch die Konzentration auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt waren seine Bauten dem heutigen internationalen Trend zur Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Architektur schon früh voraus. Bereits Mitte der 1970er Jahre entwarf er an der Nordküste von Neusüdwales das „Marie Short House“, das er 1980 selbst kaufte und für seine Familie umbaute. Zwei weitgehend identische, parallel gegeneinander verschobene Pavillons mit rechteckigem Grundriss und einer Stützkonstruktion, die beide Teile, wie man es von landschaftlichen Gebäuden kennt, über das natürliche Bodenniveau hebt und damit nach den Bedingungen des subtropischen Klimas ausrichtet. Außen liegende Metalljalousien regulieren den Lichteinfall und Privatheit, Glasjalousien ermöglichen unterschiedliche Belüftung. Da das Haus jederzeit aus- und abbaufähig bleiben sollte, wurden sämtliche Teile der Modulkonstruktion miteinander verschraubt.

„Die zentralen Fragen der Architektur sind: Menschen, ihre Geschichte und Kultur, Raum, Licht, wie Dinge zusammengesetzt sind, und die Verantwortung dem Land gegenüber.“ Seine Prämisse hat Glenn Murcutt überzeugend umgesetzt: in Bauten, die durch ihre Klarheit, präzise Schlichtheit und Verbundenheit mit der Natur bestechen. Im Wiener Architekturzentrum kann man sich noch bis zum 13. Februar davon überzeugen.

Die Ausstellung „Glenn Murcutt. Architecture for Place“ ist noch bis zum 13. Februar zu sehen. Das Architekturzentrum Wien hat täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Als Begleitpublikationen liegen „The Architecture of Glenn Murcutt“ und „Glenn Murcutt. Thinking Drawing / Working Drawing“ aus dem Toto Shuppan Verlag vor.

Kontakt:

Architekturzentrum Wien

Museumsplatz 1

AT-1070 Wien

Telefon:+43 (01) 522 31 15

Telefax:+43 (01) 522 31 17

E-Mail: office@azw.at



30.01.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


10.11.2011, Glenn Murcutt. architecture for place

Bei:


Architekturzentrum Wien

Künstler:

Glenn Murcutt










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