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Programmatik trifft auf Wahrnehmung, Linie auf Farbe: Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg untersucht die wechselvolle Künstlerfreundschaft der Schweizer Maler Ferdinand Hodler und Cuno Amiet

Zwei ungleiche Freunde



Ferdinand Hodler, Der Frühling III, um 1907

Ferdinand Hodler, Der Frühling III, um 1907

Der Schweizer Maler Ferdinand Hodler (1853-1918) gilt als einer der bedeutendsten Künstler seines Landes. Nicht nur seine dem Symbolismus verhafteten Porträts, auch seine Landschaftsgemälde und Monumentalbilder sicherten ihm schon zu Lebzeiten internationale Anerkennung. „Hodler war der Schweizer Nationalmaler und Vorreiter für die Schweizer Kunst in Deutschland“, erläutert Ortrud Westheider, Direktorin des Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Sein berühmter, in verschiedenen Versionen gemalter „Holzfäller“ ist so etwas wie eine nationale Ikone der Schweiz. Hodlers Werk markiert die Abkehr der Schweiz von der alpenländischen Malerei. „Durch ihn ist das klare Licht der Moderne in die Schweizer Kunst eingezogen“, so Westheider. In Deutschland dagegen weniger bekannt ist der in Solothurn geborene, jüngere Malerkollege Cuno Amiet (1868-1961). Sein Werk gilt es hierzulande noch zu entdecken und vor dem Hintergrund der Künstlerfreundschaft zu Ferdinand Hodler neu zu bewerten. Der 50. Todestag Amiets im vergangenen Jahr bildet den Anlass dieser Ausstellung, die zuvor im Kunstmuseum Solothurn zu sehen war. Die Schau versammelt unter dem Titel „Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne“ 54 Gemälde der Schweizer Vorzeigekünstler.


Begegnet sind sich die beiden erstmals 1893. Fünf Jahre später intensivierte sich dann ihr Kontakt. Oscar Miller, ein gemeinsamer Sammler aus Solothurn, hatte Hodler und Amiet zusammengebracht und Amiet damit beauftragt, seinen älteren Kollegen zu porträtieren. Daraus ergab sich ein ambivalentes Verhältnis, das von Distanz und Nähe, gegenseitigem Respekt und Konkurrenzdenken geprägt war. Der wiederholten Einladung Ferdinand Hodlers, sich ein Atelier zu teilen, widersetzte sich Cuno Amiet konsequent. Er sah darin wohl eine Art Vereinnahmungsversuch. Gleichzeitig übernahm er Elemente der Hodlerschen Bildsprache in so auffälliger Weise, dass Kritiker ihn 1904 anlässlich der 19. Ausstellung in der Wiener Secession als „Jünger“ und „Epigonen“ bezeichneten. Hodler sah sich bedrängt. Es kam zum Bruch. 1909 bezeichnete Amiet Hodler sogar als „bitteren Feind“, dem er am liebsten ins Gesicht spucken möchte.

Zwischendurch aber befruchteten sich die beiden. Zwei Werkgruppen, die die gegenseitige Beeinflussung untermauern, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Hodlers „Der Frühling“ (1904/1905) und Amiets „Die gelben Mädchen“ (1905). Hodlers nackt auf einer Löwenzahnwiese posierender, affektiert wirkender Jüngling, dem ein in Blau gewandtes Mädchen in anbetungsvoller Haltung gegenüber sitzt, gehört zu den Schlüsselwerken der Schau. „Das Kunstwerk wird eine neue Ordnung offenbaren, die den Dingen innewohnt“. Mit programmatischen Sätzen wie diesem positionierte sich Ferdinand Hodler als zielbewusster Stratege. Der sitzende Knabe gilt als Allegorie auf das Künstlertum, das Mädchen verkörpert das zum genialischen Maler aufschauende Publikum. Amiets ebenfalls unbekleidet auf einer Löwenzahnwiese sitzende Mädchen hingegen entstammen einer zutiefst malerischen, mit Form, Farbe und Wahrnehmung experimentierenden Haltung. Nicht so sehr auf Inhaltlichkeit und Aussage kommt es dem Jüngeren an, sondern vielmehr auf das avantgardistische Ausloten und Überschreiten von stilistischen Grenzen und Konventionen.

Wie die Schau anhand zahlreicher Beispiele zeigt, übernehmen beide Maler nach und nach Elemente des anderen. Ferdinand Hodler greift vermehrt zu kräftigeren Farben. Cuno Amiet zeigt sich fasziniert von Hodlers Ornamentalität. Allerdings treibt er diese in eine ganz neue Richtung. So präsentiert er auf seinem 1904 entstandenen, radikal avantgardistischen Gemälde „Schneeschmelze“ nur noch amorphe, weiße Formen auf schlammigem Grund. Bilder wie dieses verschafften ihm große Anerkennung – auch in Deutschland. 1906 schreibt ihm der Expressionist Erich Heckel: „Mit Bewunderung und Begeisterung haben wir Ihre Werke gesehen, und wir erlauben uns, Sie zu fragen, ob Sie unserer Gruppe ‚Brücke’ beitreten wollen.“ Amiet sagt zu, er trifft aber auch andere Avantgardekünstler wie Edvard Munch, Wassily Kandinsky oder Paul Klee. Zu einer letzten Wiederbegegnung und Aussöhnung mit dem bereits schwer lungenkranken Hodler kommt es erst im Frühjahr 1918. Nach dessen Tod porträtiert ihn Cuno Amiet auf dem Totenbett. Künstlerisch hat sich der Jüngere da längst vom einstigen Vorbild befreit.

Die Ausstellung „Ferdinand Hodler und Cuno Amiet – Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne“ läuft vom 28. Januar bis zum 1. Mai. Das Bucerius Kunst Forum Hamburg hat täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Der 198seitige Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet in der Ausstellung 24,80 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Bucerius Kunst Forum

Rathausmarkt 2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 360 996 0

Telefax:+49 (040) 360 996 36

E-Mail: info@buceriuskunstforum.de



27.01.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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28.01.2012, Ferdinand Hodler und Cuno Amiet. Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne

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Ferdinand Hodler, Der Frühling III, um 1907
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Cuno Amiet

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