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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Von den Titelseiten der Revolverblätter ins Museum: C/O Berlin zeigt eine Retrospektive des legendären New Yorker Paparazzos Ron Galella

Sie hassten und sie schlugen ihn



Eishockeyhelme gehören eigentlich nicht zur standardmäßigen Berufskleidung von Pressefotografen. Der New Yorker Ron Galella, Jahrgang 1931, aber zog diese Art von auffälliger Schutzkleidung zumindest dann vor, wenn er sich dem mehrfachen Oscar-Preisträger Marlon Brando näherte. Im Juni 1973 hatte ein wutentbrannter Marlon Brando – der Schauspieler befand sich nach dem kurz zuvor abgedrehten Mafia-Epos „Der Pate“ auf dem Zenit seines Erfolgs – dem Prominentenfotografen Galella durch einen Fausthieb den Kiefer gebrochen und fünf Zähne ausgeschlagen. Solche für beide Seiten unliebsame Begegnungen bestimmten Ron Galellas Karriere. Mit einem Paparazzo wie Galella trifft man keine gepflegten Verabredungen; er lauert einem auf, schießt einen ab und verhökert die Bilder dann meistbietend an die Boulevardpresse. Zumindest dann, wenn man als prominent genug gilt, um überhaupt als Beute in Frage zu kommen. Seine „Opfer“ beschimpften ihn als „Widerling“, „fiese Type“ oder „Parasit“. Sie führten erbitterte Prozesse gegen ihn oder stifteten ihre Bodyguards dazu an, seine Fotoausrüstung kurz und klein zu schlagen.


Dass Ron Galella im Vergleich zu seinen vor keiner Gemeinheit zurückschreckenden heutigen Kollegen dennoch ein vergleichsweise harmloser Promijäger war, zeigt jetzt die Ausstellung „Ron Galella. Paparazzo Extraordinaire“ bei C/O Berlin im ehemaligen Postfuhramt an der Oranienburger Straße. Die Schau versammelt rund 140 herausragende Schwarz-Weiß-Fotografien, die Galella im Laufe seiner über 50jährigen Karriere geschossen hat. Das Archiv des von Zeit zu Zeit noch aktiven Bildreporters umfasst heute rund 3,5 Millionen Negative.

Alfred Hitchcock, Liza Minelli, Liz Taylor, Michael Jackson, Grace Jones oder Madonna: Galella hat sie alle vor die Kamera bekommen. Einige wie Hitchcock oder Greta Garbo eher unfreiwillig. Hitchcocks Hand in Abwehrhaltung und Garbos hastig vors Gesicht gepresstes Taschentuch beweisen es. Andere aber haben für ihn posiert oder genau die Posen und Gesten eingenommen, die das Publikum von ihnen erwartete. Mick Jaggers augenzwinkernde Positur mit ausgestrecktem Zeigefinger, fotografiert durch die offene Tür eines Taxis, entsprang wohl eher der berufsbedingten Imagepflege eines Rockstars als dem Ausdruck tatsächlicher Empörung. Der Pop-Art-Papst Andy Warhol spielte natürlich auch mit. Statt sich teilnahmslos ablichten zu lassen, schoss er ganz einfach mit seiner Instantkamera zurück, die er sowieso immer dabei hatte. Zu solcherlei Komplizenschaften zwischen dem Fotografen und den Medienstars kam es häufiger.

Ein permanentes Katz- und Mausspiel dagegen trieb Ron Galella mit seinem Lieblingsmotiv: Jackie Kennedy Onassis. Die Witwe John F. Kennedys hat ihn zweimal erfolgreich verklagt. Doch Galella blieb an ihr dran. Aus der sicheren Deckung eines Taxis heraus schoss er 1971 sein Meisterwerk. Das Foto einer vom Winde zerzausten und zudem noch lächelnden ehemaligen First Lady bezeichnet Galella als „meine Mona Lisa“. Längst befindet sich diese Aufnahme neben vielen anderen Galella-Shots im New Yorker Museum of Modern Art. Der „Paparazzo Extraordinaire“, wie ihn das US-Magazin Newsweek nannte, genießt heute selbst Kultstatus. Ganz klassisch durch den Sucher geschaut hat Galella allerdings nur selten. Sein Erfolgsrezept: „Du musst versuchen Blickkontakt zu bekommen. Von Mensch zu Mensch. Das ist viel besser.“

Die Ausstellung „Ron Galella. Paparazzo Extraordinaire“ ist bis zum 26. Februar zu sehen. C/O Berlin hat täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der 200seitige Katalog mit 104 Abbildungen ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und kostet 29,80 Euro.

Kontakt:

C/O Berlin Foundation

Hardenbergstraße 22-24

DE-10623 Berlin

Telefon:+49 (030) 28 444 160

Telefax:+49 (030) 28 444 16 19

E-Mail: info@co-berlin.org



22.01.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


10.12.2011, Ron Galella. Paparazzo Extraordinaire

Bei:


C/O Berlin

Bericht:


Die Starre vor der Auflösung

Künstler:

Ron Galella










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