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Alte Meister bei Christie’s in New York

Schinken mit Blockflöte



Hans Memling, Muttergottes, das Kind stillend

Hans Memling, Muttergottes, das Kind stillend

Kaum siebzehn Zentimeter misst die kleine Holztafel im Durchmesser, trotzdem handelt es sich um eine kaum zu bezahlende Kostbarkeit: Mit 6 bis 8 Millionen Dollar hat Christie’s eine runde Muttergottes mit dem an der Brust säugenden Christusknäblein bewertet, die am 25. Januar in der New Yorker Altmeisterauktion zum Aufruf kommen soll. Schöpfer der gut dokumentierten und in jüngerer Zeit mehrfach ausgestellten Darstellung ist der aus dem südhessischen Seligenstadt stammende, vor allem aber im flämischen Brügge tätige Hans Memling, einer der exponiertesten Meister spätgotischer Tafelmalerei nördlich der Alpen. Zuletzt hat sie im Jahr 2007 den Besitzer gewechselt, davor ging sie im Dezember 1978 für 48.000 Pfund bei Christie’s in London über den Tresen. Nun ist sie eines der Hauptlose einer Versteigerung, die mit etwas über hundert Losnummern und einem monetären Gesamtumfang von bis zu 79 Millionen Dollar einschließlich einer französischen Sektion der Altmeisterauktion bei Sotheby’s einen Tag später nicht nachsteht.


Die ältesten Stücke kommen wie gewohnt von den Italienern, darunter ein zuletzt 1934 in Amsterdam ausgestellter Teil der Predella des Altars von San Giorgio a Ruballa bei Florenz aus dem Jahr 1348 mit den Heiligen Luzia, Katharina, Johannes Evangelist und vermutlich Nikolaus von Bernardo Daddi (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Von seinem rund 100 Jahre jüngeren Florentiner Kollegen Giovanni di Ser Giovanni Guidi, genannt Lo Scheggia, gelangen zwei Tafeln unter den Hammer, darunter ein breites Querformat mit der simultan wiedergegebenen Geschichte des jungen David aus dem Alten Testament. Einst vielleicht Teil einer Hochzeitstruhe, konnten die oft kriegerischen Szenen in London aufgestöbert werden (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Gotische Madonnen in schönen Holzrahmen stehen unter anderem wiederum von Bernardo Daddi für 500.000 bis 700.000 Dollar und von dem etwa eine Generation jüngeren Lorenzo di Bicci für 400.000 bis 600.000 Dollar zur Verfügung.

Seit seiner Versteigerung im Januar 2000 für rund 1,43 Millionen Dollar bei Sotheby’s war ein Gemälde Giuseppe Arcimboldos mehrfach ausgestellt, das auf den Kopf gestellt ein Stillleben mit Früchten in einem Flechtkorb, richtig herumgedreht aber ein aus eben selbigen Früchten gebildeten Männerkopf ergibt. Wohl schon Kaiser Rudolf II. delektierte sich an seinem Prager Hof an dieser Holztafel (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Eine spanisch-italienische Brücke schlägt Jusepe de Riberas nachdenklich auf ein zerlesenes Buch gestützter Apostel Andreas. Als Attribut hat er kein Kreuz, sondern als Zeichen seiner Nachfolge Christi einen Fisch an einer Leine (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Als eine der wenigen Künstlerinnen macht Lavinia Fontana mit ihrer kompakten Darstellung der heiligen Familie samt Johannesknaben und Katharina von Alexandrien auf sich aufmerksam (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Das North Carolina Museum of Art trennt sich zwecks Verbesserung des Ankaufsetats von Georg Pencz’ 1533 datiertem Bildnis des Reformators Martin Luther, das eng den berühmten Vorlagen des eine Generation älteren Lucas Cranach d.Ä. folgt (Taxe 800.000 1,2 Millionen USD).

Einen Querschnitt durch die Themen des 16ten und 17ten Jahrhunderts bieten die alten Niederländer. Die Stilllebenmalerei ist durch Johannes van der Asts nicht gerade überbordenden, aber fein wiedergegebenen Blumenstrauß in einer chinesischen Porzellanvase mit einer Fliege auf dem Steinsims (Taxe 600.000 bis 1 Million USD) und ein originelles Arrangement Cornelis de Heems mit liegender Tazza, Schinken, Blockflöte, Zinngefäßen und blauer Truhe vertreten, das aus der Sammlung John W. Kluge für 400.000 bis 600.000 Dollar zugunsten der Columbia University versteigert werden soll. Landschaftliches kommt unter anderem aus der Sammlung des vor gut zwei Jahren verstorbenen Bauunternehmers Robert H. Smith: 300.000 bis 500.000 Dollar soll Lucas van Valckenborchs Felslandschaft mit Mühle im Vordergrund und weitem Ausblick auf ein sich verblauendes Flusstal von 1586 kosten. Als Marinemaler mischt Willem van de Velde d.J. mit einigen Segelbooten vor der holländischen Küste bei ruhiger See mit (Taxe 300.000 bis 400.000 USD).

Figürliches gibt es unter anderem von Peter Paul Rubens: Seine Ölstudie einer Himmelfahrt Mariens schlummerte während der vergangenen Jahrzehnte unentdeckt in einer Privatsammlung. Die Tafel entstand wohl um 1620. Später griff der Künstler unter anderem für sein Altargemälde in der Brüsseler Karthäuserkirche, das sich heute im Liechtenstein Museum in Wien befindet, auf die Komposition zurück (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Noch immer vom Nachlass der Hollywood-Diva Elizabeth Taylor profitiert Christie’s in Form eines Herrenbildnisses aus der Hand Frans Hals’. Fünfzig Jahre lang, seit 1961, erfreute sich die im vergangenen März verstorbene Schauspielerin an dem freundlich in die Kamera blickenden Herrn (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Als Historien- und vor allem Portraitmaler war Jacob van Oost d.Ä. nach 1630 in Brügge gefragt. Von der Qualität seiner Kunst zeugt liebevoll geschilderte Kopf eines jungen Mädchens (Taxe 150.000 bis 200.000 USD). Seit mehr als achtzig Jahren in Privatbesitz ist Gerrit Dous Clavichordspielerin unter einem schweren Vorhang und mit einer Gruppe Personen im Hintergrund (Taxe 1 bis 2 Millionen USD).

Anthonis van Dyck beeindruckt durch die lebensvolle Abbildung eines sich aufbäumenden Hengstes in dramatischer Gewitterlandschaft. Mehr als zweihundert Jahre in englischem Adelsbesitz, ging die annähernd quadratische Leinwand im Juli 2008 für etwas über 2,7 Millionen Pfund netto bei Christie’s in London weg. Die veranschlagten 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund sind dafür wohl nur ein schwacher Ersatz. Unverwechselbare Illustrationen flämischer Sprichwörter bietet Pieter Breughel d.J. mit vier Tondi, basierend auf Arbeiten seines Vaters Pieter Bruegel d.Ä. Auch hier wurde vor knapp fünf Jahren mit gut 2,3 Millionen Dollar schon einmal mehr gezahlt als die jetzt angesetzten 1,8 bis 2,2 Millionen Dollar. Als Feinmaler tritt dann Jan Breughel d.J. mit der biblischen Erzählung von der Erschaffung Adams bis zum Tod des Abel auf sechs Kupfertafeln in Erscheinung (Taxe 700.000 bis 900.000 USD).

Einige Höhepunkte bietet auch das 18te Jahrhundert, vor allem aus Italien. Da wären zunächst einmal drei Veduten des aus Amersfoort stammenden Gaspar van Wittel, genannt Vanvitelli: ein Panorama über die belebte Piazza Navona in Rom, ein Blick auf die Küste von Neapel mit dem Castel dell’Ovo und eine Venedigimpression mit Dogana und Salutekirche in der Bildmitte. Zwischen 700.000 und 1,5 Millionen Dollar werden pro Bild verlangt. Für die italienische Portraitkunst dieser Epoche steht Pompeo Girolamo Batoni mit dem feinen und ausdrucksstarken Bildnis eines vornehmen Herrn vor einem Fenster mit dem Ausblick auf das Kolosseum in Rom (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Dass das Forum Romanum zu Barockzeiten durchaus auch als Weideplatz für Vieh dienen müsste, zeigt Andrea Locatelli. Bei ihm tummeln sich unzählige Rinder auf dem zentralen Platz des antiken Roms (Taxe 300.000 bis 500.000 USD).

Noch einmal Smith-Provenienz weisen zwei Capricci Francesco Guardis mit gotischer und römischer Ruine (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und Giovanni Battista Tiepolos „Ankunft Heinrichs III. an der Villa Contarini“ auf: Der französische König hatte 1574 auf seiner Rückreise vom polnischen Intermezzo zu seiner Krönung in Reims im Februar des Folgejahres in dem venezianischen Landhaus der Contarini Station gemacht. Gegen 1744 erhielt Tiepolo den Auftrag, das glorreiche Ereignis als Fresko in dem Palast zu verewigen, zu welchem Zweck er vorliegende Ölstudie anfertigte. Fast zwei Jahrhunderte lang im Besitz der Rothschilds, riss sich nach der Besetzung Frankreichs Hermann Göring das Bild unter den Nagel. 1946 ging es an die rechtmäßigen Eigentümer zurück, wechselte später mehrmals den Besitzer und soll nun bei 4 bis 6 Millionen Dollar erneut einen anderen Liebhaber finden.

Einen eigenen Katalog widmet Christie’s der Kunst aus Frankreich mit 44 Losnummern. Eindeutig dominierend ist die Malerei des Rokoko mit Meisterwerken von Jean-Baptiste Pater, Nicolas Lancret und François Boucher oder auch Jean-Antoine Watteaus ungewöhnlicher Allegorie „Der Bund zwischen Komödie und Musik“ für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar. Beste finanzielle Verhältnisse setzt Jean-Honoré Fragonard voraus: Nicht weniger als 5 bis 7 Millionen Dollar stehen auf dem Etikett seines Hochovals „Die gute Mutter“, das die junge Frau mit ihren lieben Kleinen auf einer buschig überwachsenen Parkbank zeigt. 2 bis 3 Millionen Dollar sollen es für seine Pendants „Le Jour“ und „La Nuit“ sein, verbildlicht durch dralle Putten, die am Himmel herumfliegen beziehungsweise schlafen. Ein hübsches Werk des Rokoko ist auch François-Hubert Drouais’ 1756 datierte Leinwand „Die Kinder des Duc de Bouillon“, ein Werk, das erst vor vier Jahren bei Sotheby’s in New York 750.000 Dollar netto gekostet hat und jetzt mit 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar etwa das Doppelte einspielen soll.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



22.01.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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