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Die Alte Pinakothek in München rückt zum ersten Mal außerhalb Italiens das Werk des Leonardo-Zeitgenossen Pietro Perugino ins rechte Licht und feiert ihn mit Leihgaben aus dem Louvre, aus der Eremitage und aus dem Nationalmuseum Stockholm als „Meister Raffaels“

Stille Madonnen, sanfte Landschaften



Perugino, Maria mit Kind, Johannesknaben und Engel (Madonna del Sacco), um 1495/1500

Perugino, Maria mit Kind, Johannesknaben und Engel (Madonna del Sacco), um 1495/1500

Die Geschichtsschreibung ist nicht immer gerecht. Um 1500 wurde der Maler Pietro Perugino als der beste seiner Zeit gefeiert. Jahrhunderte später galt er nur noch als Lehrer des großen Raffael. Dass er zusammen mit Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli zu den Wegbereitern der klaren und deliziösen Malerei der Hochrenaissance gehörte, dass er von Päpsten, Fürsten und Patriziern als Fresken- und Porträtmaler umworben wurde und dass er gar an einem Jahrhundertauftrag wie der Ausmalung der „Sixtinischen Kapelle“ in Rom beteiligt war, schien wie ausradiert aus den Annalen der Kunstgeschichte. Erst im 19ten Jahrhundert sah man die Porträts und Altarbilder des Meisters aus Perugia in neuem Licht. Und erst jetzt ist das vor Schönheit und sinnlicher Stimmung blendende Werk erstmals in einer Ausstellung außerhalb Italiens zu sehen.


Anlass dazu ist das Jubiläum der Alten Pinakothek in München. Denn der kunst- und frauenliebende Bayernkönig Ludwig I., der 1834 bis 1836 die heute weltberühmte Gemäldegalerie bauen ließ, war einer der frühesten Wiederentdecker Peruginos. Schon 1829 erwarb er das um 1490 entstandene Altarbild „Die Vision des heiligen Bernhard“, das heute als ein Schlüsselwerk des in Florenz und Rom zu Ruhm gekommenen Malers gilt. Es bringt nicht nur die für die damalige Zeit neue, kompositorische Verschränkung von heiliger Personage, Architektur und Landschaft zur Vollkommenheit. Das für den Kirchenraum eines Konvents bei Florenz bestimmte Gemälde, das in der reifen Phase Peruginos entstand, verbindet zudem die wichtigsten stilistischen Merkmale des zu seiner Zeit gefragtesten Malers religiöser Bilder.

„Die Vision des Heiligen Bernhards“, aber auch die „Madonna del Sacco“ aus der National Gallery in London oder seine „Pieta mit dem heiligen Nikodemus“ von 1495 offenbaren Peruginos Eigenart, seine Heiligenfiguren in einem Zustand großer Ruhe und inneren Gleichgewichts zu betten. In seinen Andachtsbildern sind die Dargestellten zugleich Andächtige, die in frommer, gottergebener meditativer Haltung verharren, sind sanfte, stille Madonnen oder dem Dienst an der Menschlichkeit ergebene Heilige. Peruginos Bildern verleiht das eine kontemplativ-mystische Wirkung, die häufig von den ebenfalls Ruhe und Harmonie ausstrahlenden Landschaften im Hintergrund gespiegelt wird. Wie in den Gemälden Leonardo da Vincis, der während Peruginos Ausbildung bei Andrea del Verrocchio dessen wichtigster Assistent war, handelt es sich um weite, atmosphärisch tiefe Landschaften, die weniger konkrete, erzählerische Kulisse als vielmehr Stimmungsmomente der gesamten Komposition sind.

Peruginos Produktion von Andachtsbildern muss erheblich gewesen sein. Die Nachfrage danach war seit den 1470er Jahren groß, und Pietro Perugino ohne Zweifel einer, der das Bedürfnis nach Schönheit und die Verbindung von Religiosität und klassischer Harmonie im Sinne eines neuen Humanismus zu realisieren wußte. Dennoch ist sein Werk nicht darauf zu beschränken. Der Künstler, der in der selben Werkstatt wie Botticelli in die Geheimnisse der Malerei eingeführt wurde, war ebenso ein Meister groß angelegter historischer Szenen, von deren inszenatorischer Dichte nicht allein die „Reise Moses“ und die „Taufe Christi“ in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan Zeugnis ablegen.

Kurz nach diesem Prestige-Auftrag schuf er für das Benediktinerkloster San Pietro unweit Perugias ein ebenso vielschichtiges und figurenreiches Polyptychon, dessen Retabeln heute durch die Raubzüge Napoleons auf verschiedene Museen in Frankreich verteilt sind. Aber allein die in München gezeigten Tafeln „Anbetung der Könige“, „Taufe Christi“ und „Auferstehung Christi“ sind Beleg genug für Peruginos szenischen Erfindungsgeist und ausgeprägten Sinn, sein Bildprogramm durch verschiedene Posen und ein buntes Figurenarsenal zu verlebendigen. Ohne Pathos und mit präzisem Sinn für Details interpretiert er die biblischen Szenen, die vor einer weichen, sanft gestalteten Ideallandschaft ihren ganzen inszenatorischen Reiz ausbreiten, eher von einer mythologischen Perspektive denn von einer religiösen. Wie ein Zoom dieser biblischen Panoramen wirken hingegen seine ausgesprochen intensiven Porträts aus dem bürgerlichen Milieu. Unübersehbar ist dabei Peruginos große Verehrung für die Porträtkunst der niederländischen Schule, insbesondere die des Hans Memling. An die Plastizität, die in dem „Bildnis des Francesco delle Opere“ liegt, kamen bisher nur wenige Meister heran.

Das viele Jahre als Selbstbildnis Peruginos interpretierte Porträt wurde aufgrund seines beseelten Ausdrucks und seiner räumlichen Nah-Fern-Inszenierung bis ins 19te Jahrhundert Raffael zugeschrieben. Aus diesem Schicksal mußte die Forschung übrigens auch Peruginos mythologische, in sich versunkene antikische Darstellung „Apoll und Daphnis“ befreien, in der überdeutlich seine Suche nach der malerischen Entsprechung eines idealisierte, von der Erhabenheit der Renaissance getragenes Menschenbild zum Ausdruck kommt. Bedauerlich ist allerdings, dass eine Ausstellung mit dem Titel „Raffaels Meister“ nicht jene zwei Gemälde gegenübergestellt, die am augenscheinlichsten die Nachhaltigkeit Peruginos Wirken für Raffael vor Augen führen. Peruginos „Vermählung Mariens“ mit einer rituell agierenden Personenstaffage vor einem oktogonalen Tempel als Bildhintergrund und Raffaels gleichnamige Version mit einer relativ gelösten Zeremonie vor einem pantheonähnlichen Kuppelbau – beide im Katalog abgebildet – lassen keine Zweifel daran, dass Perugino dem großen Raffael den Geist und die Bildsprache der Renaissance in die Seele geschrieben hat.

Die Ausstellung „Perugino – Raffaels Meister“ ist bis zum 15. Januar 2012 zu sehen. Die Alte Pinakothek hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist im Hatje Cantz Verlag ein umfangreicher, 29,90 Euro treuerer Katalog erschienen, dessen Werkbebilderung der Aufsätze weit über die Ausstellungsexponate hinausgeht.

Kontakt:

Alte Pinakothek

Barer Straße 27

DE-80799 München

Telefon:+49 (089) 23 80 50

Telefax:+49 (089) 23 80 52 21

E-Mail: info@pinakothek.de



30.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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13.10.2011, Perugino – Raffaels Meister

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Perugino, Sepulchrum Christi, um 1495
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Perugino, Der heilige Sebastian, um 1485
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Perugino, Hl. Sebastian, um 1495
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Perugino, Der hl. Bernhardin heilt die Tochter des
 Giovanni Petrazio aus Rieti, 1473
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in der Ausstellung „Perugino – Raffaels Meister“
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Perugino, Bildnis des Francesco delle Opere, 1494
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Perugino, Apoll und Daphnis, um 1490
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Perugino, Sepulchrum Christi, um 1495

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Perugino, Der heilige Sebastian, um 1485

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Perugino, Hl. Sebastian, um 1495

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Perugino, Der hl. Bernhardin heilt die Tochter des Giovanni Petrazio aus Rieti, 1473

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in der Ausstellung „Perugino – Raffaels Meister“

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Perugino, Bildnis des Francesco delle Opere, 1494

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Perugino, Apoll und Daphnis, um 1490

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Perugino, Die Vision des heiligen Bernhard, 1489/90

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Perugino, Taufe Christi, um 1490/95

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