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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Das perfekte Duo



Jean-Joseph de Saint-Germain, Cartel, Paris um 1745/50

Jean-Joseph de Saint-Germain, Cartel, Paris um 1745/50

Wenn es um luxuriöse Möbel, Einrichtungsgegenstände, Uhren, Dekorationen und dergleichen mehr geht, ist sie seit Jahrzehnten eine der ersten Adressen in der Schweiz: Die Galerie von Richard Redding in der Strehlgasse 9 mitten in der Züricher Altstadt. Nun hat sich der gebürtige Engländer und ausgebildete Restaurator, der seine eigene Galerie in der Schweizer Großstadt 1977 eröffnete, zur Versteigerung eines Großteils seines Inventars entschlossen – und wer könnte da besser passen als das ortsansässige Auktionshaus Koller, selbst seit Jahren ein führender Ausstatter auf dem Gebiet luxuriösen Wohnens. Im Rahmen der großen Koller-Dezemberauktionen kommen daher am 8. Dezember vormittags um 10 Uhr rund 140 Objekte aus der Redding Collection zum Aufruf. Sie sind mindestens ebenso kostbar wie die Offerten, die Koller in seiner anschließenden Hauptauktion anpreist.


Möbel gibt es gar nicht so viele, die hier bereitstehen, wenn auch einige Prunkstücke darunter sind: Martin Etienne Lhermittes blumenintarsien- und goldbronzegeschmücktes Bureau Plat aus der Zeit um 1755 beispielsweise, das Redding erst vor anderthalb Jahren für 91.000 Euro bei Christie’s in Paris erwerben konnte und das nun mit 220.000 bis 360.000 Franken etwa das Doppelte kosten soll. Bis vor kurzem in seinem originalen Kontext in Schloss Wallenried in der Westschweiz erhalten war ein Paar Konsolen des Empire um 1810 wohl von François Honoré Georges Jacob-Desmalter und mit dezentem, aber ausgesuchtem Bronzeschmuck vielleicht von Pierre Philippe Thomire (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR).

Der eigentliche Schwerpunkt liegt auf dekorativen Gegenständen und vor allem Uhren. Überreich ist hier die Auswahl an kostbaren Stücken, und wiederum hat Redding manche Stücke erst vor gar nicht langer Zeit andernorts eingekauft. So zum Beispiel vor einem Jahr für 79.000 Euro bei Christie’s in Paris ein prunkvolles, komplett vergoldetes Cartel von Jean-Joseph de Saint-Germain mit einem Werk des Pariser Uhrmachers Louis Jouard aus der besten Rokokozeit. Gekrönt wird die florale Rahmung von der Jagdgöttin Diana mit ihrem Hund und einem Putto, der sich ebenso wie ein Kollege im unteren Bereich etwas mühsam zwischen dem Pflanzenwerk windet (Taxe 180.000 bis 280.000 SFR). Etwas schlichter, aber genauso teuer kommt Jacques Caffiéris puttengekröntes Cartel mit einer Uhrmacherarbeit von Julien Le Roy um 1740 daher. Zuzuordnen ist sie dem italienischstämmigen Bildhauer mittels einer Zeichnung, die er persönlich dem sächsischen Kurfürsten August III. zukommen ließ und die sich heute noch im Kupferstichkabinett zu Dresden befindet.

Beliebt waren damals auch Tierdarstellungen als Träger der zeitlichen Last. Ein schwarzer Elefant beispielsweise grüßt mit erhobenem Rüssel zu einem drolligen Amor hinauf, der sich über dem Rahmen des runden Zifferblattes erhebt. Nur der Meister der Uhr selbst, Pierre Étienne LeNoir, ist hier namentlich bekannt (Taxe 130.000 bis 220.0000 SFR). Im Louis XVI wurden überdies die sogenannten Skelettuhren beliebt, bei denen das Uhrwerk selbst einen ästhetischen Reiz von geradezu konstruktivistischer Qualität erlangte. Ein solches Stück mit Emailverzierungen Jean Coteaus um 1795 steht für 120.000 bis 200.000 Franken bereit.

Fast als memento mori ließe sich eine Kaminpendule deuten, deren Gehäuse nur als Sockel für die Büste einer schönen Frau dient: Elise Bonaparte, die jüngere Schwester Napoleons, ist hier von Jacques Edmé Dumont in Bronze gegossen worden (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Die Uhren aller Uhren aber ist eine kastenförmige Kaminpendule aus den mittleren 1780er Jahren, die nicht nur überreich in frühklassizistischer Manier und mit einigen ägyptoiden Einsprengseln ornamentiert, sondern auch mit emailgemalten Sternzeichen versehen ist. Der Graveur ist wieder nicht bekannt, dafür aber wiederum der Maler Jean Coteau und der Uhrmacher Nicolas Sotiau. 200.000 bis 400.000 Franken werden für dieses einmalige Stück erwartet.

Weiterhin steht eine Reihe bedeutender, teils monumental anmutender Gefäße bereit, darunter eine große Porphyrvase aus der schwedischen Manufaktur in Alvdalen um 1790 mit Bronzen, die unter der Leitung Gérard-Jean Galles im Empire-Stil um 1820 in Paris hergestellt wurden (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR). Aus der Reihe exquisiter Lichtspender ragt ein Paar Girandolen hervor, das gegen Ende des 18ten Jahrhunderts von François Rémond vermutlich in Zusammenarbeit mit Dominique Daguerre und nach älteren Vorlagen Etienne Maurice Falconets geschaffen wurde – alles erstklassige Meister des Pariser Louis XV und Louis XVI (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR). Ganz der um 1800 europaweit grassierenden Ägyptenmode folgt ein Paar Girandolen nach Vorlagen Charles Perciers, bei denen die vier Schäfte mit den schlangenartigen Lichtarmen von statisch aufragenden Frauengestalten mit Katzen auf dem Kopf gehalten werden (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR).

Auch im deutschen Auktionsmarkt kaufte Redding seine Schätze ein. Im Fall eines über drei Meter langen Tafelaufsatzes aus der Zeit um 1810/20 gelang ihm offenbar ein besonderer Coup: Erst im vergangenen Mai übernahm er das mit Pfauen und männlichen Genien zwischen Kerzenhaltern geschmückte Stück bei Van Ham in Köln für 32.000 Euro als mutmaßliche Arbeit Thomires. Offenbar handelt es sich aber um einen der wenigen Tafelaufsätze, die der schon genannte Claude Galle geschaffen hat. Der bestechenden Qualität halber dringt Koller nun auf einen Preis zwischen 100.000 und 150.000 Franken. Als besondere Dreingabe haben Redding und Koller schließlich noch einige jüngere Arbeiten zu bieten, darunter einen silbernen Tafelaufsatz mit Schale, der von zwei offenbar schon etwas beschwipsten Bacchantinnen mehr schlecht als recht bewacht wird. Die 1836 gegründete Londoner Firma Elkington & Co. schuf diese Arbeit 1906 (Taxe 65.000 bis 95.000 SFR).

Gegenüber diesem gleichbleibend hohen Angebotsniveau nimmt sich das Hauptprogramm insgesamt ein wenig bescheidener aus, wenn sich hier auch das Hauptlos findet: ein Paar Genueser Deckenleuchter um 1750 mit überaus reichem Glas- und Kristallbehang für 480.000 bis 680.000 Franken. Immerhin kommen jetzt aber auch ein paar andere Gegenden außer Paris zum Zuge, neben Genua zum Beispiel München mit einem blumen- und puttengeschmückten Spiegelrahmen aus goldfarbenem Holz um 1750. Der vorbildliche Entwurf dürfte von François Cuvilliés stammen (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR). Teil der Einrichtung des Palazzo Saluzzo di Corigliano in Neapel – im Besitz einer der reichsten Familien des 18ten Jahrhunderts in der kampanischen Großstadt – war einst ein Paar Spiegel von Filippo Buonocore und Bartolomeo Granucci um 1720/30. Allerdings sind sie bei Koller keine Unbekannten mehr: Bereits vor gut einem Jahr wurden sie für 240.000 bis 360.000 Franken angeboten, mussten aber damals unverrichteter Dinge wieder abziehen. Nun ist der Preis auf 180.000 bis 280.000 Franken etwas reduziert.

Das Pariser Kunsthandwerk brilliert mit einem Louis XIV-Schrank von Nicolas Sageot mit der unverwechselbaren Boulle-Marketerie: Messing und Schildpatt wechseln kontrastreich miteinander ab, dazwischen liegen figürliche und ornamentale Bronzen (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Im preislichen Mittelfeld gibt es wieder jede Menge Kommoden beispielsweise in wuchtigen Spätbarockformen wohl von François Mondon für 28.000 bis 48.000 Franken, weitaus zurückhaltender im Stil des beginnenden Klassizismus von Jean-François Oeben für 70.000 bis 120.000 Franken oder gräzisierend von dem darauf spezialisierten Mailänder Giuseppe Maggiolini aus dem Jahr 1782 für 50.000 bis 90.000 Franken. Mit einer Besonderheit wartet Koller zu Beginn der Auktion auf. Es ist die frühbarocke Tapisserie mit dem Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen, die nicht in einem der großen Zentren in Flandern oder Frankreich, sondern in Zürich entstand. Sie ist auf das Jahr 1622 datiert, zum Gedenken an die Geburt von Elisabeth Escher gewebt und trägt das Allianzwappen der Escher vom Luchs und der Blarer von Wartensee, bedeutende Patrizier des alten Zürich (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Aus der reichen Auswahl an Sitzgelegenheiten sind ein Paar gefasste, breit gelagerte Marquisen Jean Avisses mit zurückhaltendem Blumendekor (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR) und ein achtteiliges Ameublement Jean-Baptiste Claude Senés aus dem frühen Louis XVI in quadratischem Aufbau um 1775/80 für 120.000 bis 200.000 Franken zu nennen. Ein Prachtstück ist auch ein Bett in Barkenform um 1800/03, für das sich die Brüder Georges Jacob II und François Honoré Georges Jacob-Desmalter auf Ideen von Charles Percier und Pierre François Léonard Fontaine stützen konnten. Auch die reiche Bronzezier mit Jagdhunden, Viktorien, Sphingen, Schmetterlingen und Blattwerk an den über zwei Meter breiten Wangen steuerte kein Geringerer als Pierre Philippe Thomire bei (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR). Bereits zum dritten Mal bei Koller ist ein Paar italienische Empire-Konsolen nach Vorlagen des Wiener Architekten Leopoldo Pollack. Von 160.000 bis 260.000 Franken hat sich ihr Wert jetzt auf 100.000 bis 150.000 Franken aber nicht wesentlich verringert.

Die Auktion beginnt am 8. Dezember um 10 Uhr mit der Redding Collection, um 14 Uhr folgt das reguläre Angebot. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



06.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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