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Am 03.12.2020 Auktion 69: Klassische Moderne, Post War & Contemporary Art

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Design bei Nagel in Stuttgart

Kitsch nicht Kitsch



Fritz von Uhde, Kitsch, der Hund des Künstlers, 1900

Fritz von Uhde, Kitsch, der Hund des Künstlers, 1900

Ein breites Angebot an moderner und zeitgenössischer Kunst hat das Stuttgarter Auktionshaus Nagel wieder zu bieten, doch attraktiv wird das Programm hauptsächlich durch eine kleine Anzahl einzelner Lose. Da wäre zum Beispiel Fritz von Uhdes Bildnis von „Kitsch“, dem Hund des Künstlers, aus dem Jahr 1900. Der Name des Tieres klingt etwas verdächtig, doch das Bild jedenfalls ist trotz des etwas biederen Sujets kein Kitsch, sondern ein schönes Beispiel für den deutschen Spätimpressionismus außerhalb von Liebermann, Slevogt oder Corinth und mit 30.000 Euro ganz angemessen bewertet. Etwas verfänglicher – auch mit der anspruchsvollen Schätzung von 40.000 Euro – ist Franz von Stucks ebenfalls 1900 datiertes Ölbild „Der lustige Ritt“, den ein Kentaur mit seiner unbekleideten, durch ein rotes Tuch mehr ent- als verhüllten Freundin in finstrer Nacht unternimmt. Schon der Großvater des baden-württembergischen Einlieferers, ein Fan der Münchner Malerschule, hat die neoklassizistisch gerahmte Holztafel einst erworben.


Unter die klassische Moderne rechnen am 7. Dezember auch Christian Rohlfs’ verschwommen dicht aufgenommene „Sonnenblumen in Vase“ von 1929 für 30.000 Euro und Leo Putz’ spätimpressionistische Dame mit einem weiblichen Akt am Ufer – wohl nicht in einer Waldlichtung, wie Nagel vermutet, sondern an einem See – von 1909/14. Zumindest die elegant gekleidete Dame im Vordergrund ist als Frida Bell, die spätere Gemahlin des Künstlers, zu identifizieren (Taxe 25.000 EUR). Max Ackermann, später einer der führenden Abstrakten in Deutschland, ist mit einer knienden Frau vor einer Landschaft aus der Zeit um 1917 vertreten. Das Frühwerk – trotz seiner stattlichen Größe von eineinhalb Metern kein Meisterwerk des Künstlers – macht vor allem erklärlich, warum Ackermann sich später nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten umzusehen begann (Taxe 6.500 EUR). Von dem schwäbischen Maler Jakob Bräckle bietet Nagel einmal mehr einen ganzen Stapel kleinformatiger Landschaften an, die zwischen 1931 und 1946 entstanden und in ihrer nüchternen Wiedergabe heimischer Gefilde der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen sind. Die Schätzungen liegen zwischen 800 und 1.300 Euro.

Aus der Nachkriegszeit sind vor allem die abstrakten Positionen interessant wie Karl Fred Dahmens in Mischtechnik aufgetragene schrundige „Komposition“ von 1961 (Taxe 4.000 EUR), Adolf Fleischmanns streifige „Komposition in Grün, Gelb und Rosa“ von 1959 (Taxe 3.000 EUR) oder ein informelles Geschmier und Gewisch Walter Stöhrers von 1975 für 4.500 Euro. Eher selten genannt werden Arbeiten des Stuttgarter Hölzel-Schülers Heinrich Wildemann, weswegen man eine ansprechende Arbeit wie seine zeichenhaften schwarzen Linien auf blauem Grund oder die „Komposition mit roten Flächen“ vielleicht schon für um die 1.800 Euro oder 1.500 Euro bekommt. Aus Frankreich ist aus dieser älteren Generation Georges Noëls farblich und geometrisch schön gestaltetes „Carré Magique“ aus dem Jahr 1965 für 4.000 Euro zu nennen, aus Italien Mauro Reggianis konstruktivistisches „Relievo Nr. 3“ von 1957 für 10.000 Euro.

Fest zum Nagel-Programm gehören Arbeiten des jung an den Folgen von Aids verstorbenen Amerikaners Keith Haring. Diesmal ist es ein mehr als zwei Meter hohes „Subway drawing“ aus dem Jahr 1985, das Nagel aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung für 40.000 Euro anbietet. Von Michel Majerus stammt die großformatige Leinwand „Komposition mit roten Lippen“. Dem 2002 bei einem Flugzeugabsturz getöteten Luxemburger hat gerade erst das Kölner Auktionshaus Van Ham mit einem Zuschlag bei 95.000 Euro auf dem bislang eher zurückhaltenden deutschen Auktionsmarkt einige Aufmerksamkeit verschafft. Die 4.800 Euro, die Nagel für das mehr als zweieinhalb Meter breite Großformat fordert, dürften also viel Platz nach oben lassen. Bjarne Melgaards „Portrait of young psykopath“ müsste mit 12.000 Euro dagegen bereits recht gut bezahlt sein.

Das Hauptlos der Auktion stellen übrigens die Skulpturen: 50.000 Euro sind für Salvador Dalís lebensgroße Bronze einer Engelsgestalt mit durchlöchertem Oberkörper und pyramidenförmigem Kopf veranschlagt. Es ist ein Spätwerk des Meisters anlässlich seines 80sten Geburtstages 1984 und wurde nach älteren Vorlagen und Entwürfen in zehn Exemplaren von der Kunstgießerei Strehle in München gegossen. Eines der acht Exemplare von Gerhard Marcks’ vertraute Bronze „Zwei Mädchen“ von 1954/55 rangiert bei 11.000 Euro weit dahinter, ist mit knapp fünfzig Zentimetern Höhe aber auch nicht annähernd so monumental wie Dalís Surrealismus-Engel. Mehrere „Phasen des Wachstums“ hat der ZERO-Künstler Heinz Mack 1970 in Form mehrerer nebeneinander aufragender Edelstahlplatten versinnbildlicht (Taxe 5.000 EUR).

Zu den Höhepunkten der Design-Auktion am 8. Dezember gehört ein größeres Konvolut von Möbeln, die Pierre Jeanneret in den 1950er und frühen 1960er Jahren im typisch kantigen Stil der Zeit für die Verwaltungsgebäude in der neu aus dem Boden gestampften indischen Bezirkshauptstadt Chandigarh entworfen hat. Überwiegend liegen die Gebrauchsgegenstände preislich im unteren vierstelligen Bereich, nur ein großer verstellbarer Eckschreibtisch soll 9.000 Euro und eine dreiteilige Sitzgruppe aus Sofa und zwei Sesseln sogar 22.000 Euro kosten. Auf ähnliche Höhen schwingt sich ansonsten nur Pucci de Rossis etwas blasphemischer Priesterstuhl mit der Datierung 1492 und der gravierten Hommage an den Entdecker Amerikas, Christoph Columbus, auf (Taxe 15.000 EUR). Freunde John F. Kennedys schließlich werden sich vielleicht über die farbige Entwurfsskizze freuen, die Raymond Loewy 1962 für das Flugzeug des amerikanischen Präsidenten anfertigte (Taxe 10.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 7. Dezember um 10 Uhr, am 8. Dezember steht ab 14 Uhr das Design auf dem Programm.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



06.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Kunstwerk:

Fritz von Uhde, Kitsch, der Hund des Künstlers, 1900
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Kunstwerk:

Pierre Jeanneret, Sofa und zwei Sessel „PJ-SI-36-A + B“, 1955/56
Pierre Jeanneret, Sofa und zwei Sessel „PJ-SI-36-A + B“, 1955/56







Pierre Jeanneret, Sofa und zwei Sessel „PJ-SI-36-A + B“, 1955/56

Pierre Jeanneret, Sofa und zwei Sessel „PJ-SI-36-A + B“, 1955/56

Taxe: 22.000,- EURO

Losnummer: 2272




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