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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Design vom Besten zur hundertsten Auktion bei Quittenbaum in München

Sessel mit Licht für den Maharadscha



August Macke, Mackes Haus in Bonn, 1911

August Macke, Mackes Haus in Bonn, 1911

Die Jubiläen überschlagen sich bei den deutschen Auktionshäusern in diesem Herbst. Eben erst konnte Grisebach in Berlin zum 25. Geburtstag sensationelle Ergebnisse mit moderner und zeitgenössischer Kunst erzielen, von Zezschwitz in München freut sich über sein zehnjähriges Bestehen, und am 6. Dezember richtet der ebenfalls in München ansässige Jugendstil-, Art Déco- und Design-Experte Quittenbaum seine hundertste Auktion aus. Dabei hat man sich diesmal besonders viel vorgenommen, denn zum Aufruf kommen nicht nur erlesene Objekte aus der eigenen Domäne, sondern auch Arbeiten der bildenden Kunst, für die sich auch einer der großen Anbieter klassischer Moderne sicher nicht zu schade gewesen wäre. Den Anfang macht Ernst Ludwig Kirchners aquarellierte Tuschpinselzeichnung „Zwei Akte unter Bäumen“, ein Spätwerk des ehemaligen „Brücke“-Künstlers aus der Zeit um 1930 und mit 40.000 bis 50.000 Euro realistisch bewertet. Gleich darauf folgt mit August Mackes farbkräftig aquarellierter Ansicht des eigenen Wohnhauses in Bonn aus dem Jahr 1911 ein Meisterwerk des „Blauen Reiters“. Hier werden 350.000 bis 450.000 Euro erwartet.


Einlieferer dieser beiden Werke ist eine Privatsammlung aus Süddeutschland, die sie in den 1980er und 1990er Jahren in der Galerie Walter Schaeffler erworben hat. Dieselbe Provenienz beglückt das Auktionshaus auch mit August Mackes kubistischer Farbkreidezeichnung „Abstrakte Formen“ von 1913 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR) sowie zwei Arbeiten Gabriele Münters: Die eine entstand 1933 und bietet in stark abstrahierten Formen und großer Buntheit Aussicht in eine Bucht mit Segelbooten (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), die andere ist ein nicht minder farbenreiches Blumenstillleben von 1960 für 50.000 bis 60.000 Euro. Aus Nordrhein-Westfalen sucht Christian Rohlfs in zartem Farbauftrag aufs Papier gebrachte „Magnolie“ von 1930 für 45.000 bis 55.000 Euro eine neue Heimat. Im späteren Verlauf der Auktion kommen noch mehrere gefälligere Malereien zum Aufruf wie Richard Klingshirns 2010 fotorealistisch gemalte „Schaustellerin“, von der man allerdings nur die blauen Stöckelschuhe und den entkleideten Popo vor den bunten Lichtern auf dem Rummelplatz sieht (Taxe 3.800 bis 4.000 EUR), sowie ein Stillleben Peter Kelers mit stark konturgebundenen Gegenständen von 1970 für 2.800 bis 3.000 Euro.

Nach diesen Gemälden zum Warmlaufen widmet sich Quittenbaum dem eigentlichen Thema seiner Auktionen, dem Kunsthandwerk des 20sten Jahrhunderts vom Jugendstil bis in die Gegenwart. Bei den ältesten Stücken stehen Produkte aus Deutschland im Vordergrund wie ein Paar knospenförmiger Kerzenleuchter aus goldpolierter Messingbronze von Richard Riemerschmids aus dem Jahr 1897 (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR), eine dezent geschwungene Tischuhr Joseph Maria Olbrichs mit delikatem Elfenbeinbelag für 24.000 bis 30.000 Euro oder ein grün gebeizter Schrank, den August Endell ebenfalls 1899 für das Sanatorium in Wyk auf der Nordseeinsel Föhr entwarf (Taxe 11.000 bis 15.000 EUR). Eher dekorativ kommt Ignatius Taschners große vergoldete „Allegorie der Landwirtschaft“ daher: Zu sehen ist eine junge unbekleidete Schönheit als Reiterin eines mächtigen, mit Fruchtgebinden beladenen Stieres. Die vergoldete Bronzefigur von 1905/09 soll 13.000 bis 15.000 Euro einspielen.

Besonders eindrucksvoll sind mehrere Möbel Henry van de Veldes wie sein „Havana-Sessel“ von 1897 mit keck nach vorne gebogenen Armlehnen (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR) und vor allem ein großer Konferenztisch. Letzterer entstand um 1904/06 für die Dresdner Galerie Arnold, die mit ihren legendären Expressionistenausstellungen sowie Personalschauen zu Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, Otto Dix oder Willi Baumeister zu den wichtigsten Förderern der klassischen Moderne in Sachsen zählte. Vor diesem Hintergrund werden für das zwei Meter breite Möbel 44.000 bis 60.000 Euro erwartet. Für 60.000 bis 70.000 Euro steht außerdem van de Veldes silbernes Kaffee- und Tee-„Service I“ bereit, das der Künstler unmittelbar nach seiner Übersiedlung nach Weimar 1902/03 gestaltete und das offenbar nur noch in einer weiteren Ausgabe existiert.

Auf österreichischer Seite beeindruckt Josef Hoffmann ebenfalls mit einem bedeutenden Silberservice: Die fünf Teile zum Teetrinken wurden zwischen 1918 und 1925 in der Wiener Werkstätte hergestellt und erfreuen durch ihre technische Perfektion ebenso wie durch ihre verschwenderische Materialität, zu der auch mehrere Elfenbeinknäufe und -griffe beitragen (Taxe 75.000 bis 80.000 EUR). Wenig später hielt das moderne Design Einzug in den großen Firmen. Stellvertretend präsentiert Quittenbaum unter anderem eine Version von Ludwig Mies van der Rohes „Weißenhof“-Sessel aus dem Jahr 1927 (Taxe 12.000 bis 13.000 EUR), sein noch weiter reduziertes Stahlrohrexemplar „MR-10“ (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) sowie Hans und Wassili Luckhardts vier schwungvollen Stühle „ST 14“ samt Esstisch „HT 63“ von 1931 für 30.000 bis 35.000 Euro.

Anspruch auf besondere Originalität kann Eckart Muthesius’ „Roter Sessel“ von 1931 beanspruchen, der in seiner schrillen Farbigkeit, den kantigen Formen und der für damalige Verhältnisse hypermodernen technischen Ausstattung geradezu futuristisch daherkommt. Für den Maharadscha von Indore ließ Muthesius den Sessel mit Lampen in den Ohrenbacken und einem Aschenbecher in den breiten Lehnen ausstatten. Dementsprechend wurde er auch 1989 von den Vereinigten Werkstätten München wiederaufgelegt. Auf einem dieser jüngeren Exemplare kann man jetzt für 10.000 bis 11.000 Euro Platz nehmen.

Kantig und steif, aber edel kommt das Design der 1950er Jahre daher wie Pierre Jeannerets hölzerner Schreibtisch „Office Table – PJ-BU-02-A“, der gegen 1957/58 nach einem etwas älteren Entwurf von einer indischen Firma für ein Verwaltungsgebäude der damals gerade neu aus dem Boden gestampften Bezirkshauptstadt Chandigarh hergestellt wurde. Architektonischer Leiter der enormen Baumaßnahmen war übrigens Le Corbusier (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Noch pragmatischer geben sich die 1960er Jahre, sogar in Form einer Kirchenbank, die Gerrit Rietveld 1963 kurz vor seinem Tod für seine „Hoeksteen“-Kirche im niederländischen Uithoorn gestaltete (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Den Hang zur „Wohnmaschine“, der ja ebenfalls seit Le Corbusier zweifelhafte Berühmtheit erlangt, demonstriert auch Titina Ammanatis und Giampiero Vitellis Einheit „Mobile Totale“ aus den mittleren 1960er Jahren, wo angesichts von Bett, Herd, Regalen und Schränken fast keine Wünsche offenbleiben dürften (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Mit den späten 1960er Jahren wird es dann wieder etwas fröhlicher, freier und im wahrsten Wortsinn „gemütlicher“, denn Luigi Colanis schwungvolle Liege „TV-Relax“ von 1969 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und Verner Pantons durchaus konferenztaugliche Sitzgruppe „Pantonova“ von 1971 sind nicht nur bequem, sondern erfreuen auch des Menschen Herz (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Bunt und geradezu unfertig kommt Gaetano Pesces Tisch „Sansone I“ von 1980 daher, reich geschmückt in den Farben der italienischen Nation. Das auf seinen vier runden Beinen überdies auch etwas schiefwinklig stehende Objekt ist bei Quittenbaum allerdings kein unbekannter Gast: Erst im vergangenen September scheiterte er an 30.000 bis 35.000 Euro, fürs Jubiläum ist zumindest die untere Schätzung um 5.000 Euro gesenkt.

Die jüngsten Arbeiten vertreten unter anderem ein Unikatregal von 1988, das mittels seiner gebrochenen Glasscheiben unverkennbar auf die Handschrift Danny Lanes verweist (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR), und Zaha Hadids rotes Berg-und-Tal-Sofa „Moraine“ von 2000 für 18.000 bis 22.000 Euro. Zu den Klassikern der Jüngeren gehört der „Frankfurter Hochhausschrank“ von Norbert Berghof, Michael Landes und Wolfgang Rang aus den Jahren 1985/86, der nicht nur an die Skyline der rhein-mainischen Finanzmetropole, sondern auch an eine mittelalterliche Kirchenfassade mit zwei unterschiedlichen Türmen erinnert (Taxe 15.000 bis 19.000 EUR). Den Abschluss des Auktionshauptprogramms bildet eine kleine Murano-Abteilung, in der besonders Tomaso Buzzis antikisch geformte Vase „incamiciato“ aus den frühen 1930er Jahren für 25.000 bis 28.000 Euro hervorsticht.

Zusätzlich bietet Quittenbaum noch zwei Privatsammlungen an. Besondere Aufmerksamkeit zieht eine Suite von gut fünfzig Eierschalenporzellanen der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg auf sich. Die hauchdünnen Gefäße, die wie echte Eierschalen lichtdurchlässig sind, mit ihrem Dekor aus Blumen – oft eher unfreundliche Gewächse wie Disteln – und Vögeln gehören zum Originellsten, was das europäische Jugendstil um 1900 hervorgebracht hat. Mit bis zu 14.000 Euro sind die Schätzungen der Einzelstücke der Maler Jacobus Lucas Verhoog, Hendrikus Gerardus Antonius Huyvenaar, Jacobus Willem van Rossum oder Wilhelmus Petrus Hartgring realistisch. Lediglich zwei große, mit Pfauen geschmückte Vasen, die der Meistermaler Samuel Schellink zu verantworten hat, tragen mit 25.000 bis 30.000 Euro erheblich höhere Preise. Ausschließlich mit Arbeiten der französischen Glasmanufaktur Daum Frères beschäftigt sich die Sammlung Eva Homberg, die vor fünf Jahren auch einmal öffentlich im Museum Zons in Dormagen ausgestellt war. Angetan haben es der Wiesbadener Sammlerin vor allem Objekte in Miniaturform. Nur ein paar Vasen und Lampen ragen daraus hervor und sind entsprechend höher mit bis zu 10.000 Euro angesetzt.

Die Auktion beginnt am 6. Dezember um 15 Uhr. Die Besichtigung findet am 1. und 2. Dezember von 10 bis 18 Uhr, am 3. und 4. Dezember von 13 bis 17 Uhr und am 5. Dezember von 10 bis 15 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de abrufbar.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 27 37 02 10

Telefax:+49 (089) 27 37 02 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



01.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Bedarf an Jugendstil

Kunstwerk:

Ignatius Taschner, Allegorie der Landwirtschaft, 1905/09
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Josef Hoffmann, Teeservice, 1918/25
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Henry van de Velde, Konferenztisch für die Dresdner Galerie Arnold, um 1904/06
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Kunstwerk:

Tomaso Buzzi, Vase „incamiciato“, 1931/35
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Christian Rohlfs, Magnolie, 1930

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Taxe: 45.000 - 55.000 EURO

Losnummer: 6

Daum Frères, Salzschälchen „Le Rat et l’huître“, 1898

Daum Frères, Salzschälchen „Le Rat et l’huître“, 1898

Taxe: 400 - 500 EURO

Zuschlag: 500,- EURO

Losnummer: 1

Henry van de Velde, Havana-Sessel, 1897

Henry van de Velde, Havana-Sessel, 1897

Taxe: 18.000 - 22.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 7

Hans und Wassili Luckhardt, Vier Stühle „ST 14“ und Esstisch „HT 63“, 1931

Hans und Wassili Luckhardt, Vier Stühle „ST 14“ und Esstisch „HT 63“, 1931

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 71

 Daum Frères, Henri Bergé, Vase „Pluviose“, um 1900

Daum Frères, Henri Bergé, Vase „Pluviose“, um 1900

Taxe: 3.200 - 3.800 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 40

Luigi Colani, Liege TV-Relax, 1969

Luigi Colani, Liege TV-Relax, 1969

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 194

 Haagsche Plateelbakkerij Rozenburg, Samuel Schellink, Deckelvase mit Pfau, 1914

Haagsche Plateelbakkerij Rozenburg, Samuel Schellink, Deckelvase mit Pfau, 1914

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 56

Ignatius Taschner, Allegorie der Landwirtschaft, 1905/09

Ignatius Taschner, Allegorie der Landwirtschaft, 1905/09

Taxe: 13.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 35

Daum Frères, Deckenlampe „Arbres en hiver“, 1910

Daum Frères, Deckenlampe „Arbres en hiver“, 1910

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 135

Wilhelmus Petrus Hartgring, Vase, 1906

Wilhelmus Petrus Hartgring, Vase, 1906

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 6.400,- EURO

Losnummer: 27

Samuel Schellink, Henkelvase mit Pfau, 1911/12

Samuel Schellink, Henkelvase mit Pfau, 1911/12

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 52

August Macke, Abstrakte Formen III, 1913

August Macke, Abstrakte Formen III, 1913

Taxe: 90.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 3




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