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Moderne Kunst im Dorotheum Wien

Noch immer züchtig



Ganz Europa ist mit bedeutenden Werken auf der großen Versteigerung moderner Kunst im Wiener Dorotheum vertreten: Aus Frankreich kommt Henri Matisses Bleistiftinterieur „Buste dans l’atelier“ von 1928 für 45.000 bis 65.000 Euro, aus Italien Giacomo Ballas frühe naturalistische Kohlezeichnung „Il falegname Marino“ von 1903 für 35.000 bis 40.000 Euro, aus Deutschland Alexej von Jawlenskys späte kleine „Meditation: L’heure bleue est en moi“ von 1936 für 38.000 bis 48.000 Euro und aus England Ben Nicholsons ebenso abstrakte wie spartanische Komposition „Two or Three Forms“ von 1970 für 20.000 bis 30.000 Euro. Das Hauptwerk aber stammt von einem spanischen Meister: „Sobreteixim sac 2“ von 1973 ist auch für Joan Miró ein bemerkenswertes Werk, da das Stück Sackleinen mit rotem Bändergewirr wie zufällig aufgehängt erscheint, wenn auch heute unter Plexiglas geschützt. Die insgesamt zwei Meter hohe Stoffbahn dokumentiert die letzte experimentelle Schaffensphase des damals achtzigjährigen Künstlers, der ansonsten weitgehend die traditionelle Staffeleimalerei pflegte. 200.000 bis 300.000 Euro hat das Dorotheum dafür veranschlagt.


Seinen Italienschwerpunkt pflegt das Auktionshaus wiederum auch am 23. November. Amedeo Modiglianis elegantes Bleistiftbildnis des Malers und Schriftstellers Jean Cocteau von circa 1917/18 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und Giorgio Morandis kleiner „Paesaggio“ mit einer Ansicht seines Landhauses in Grizzana von 1931 gehören zu den Hauptwerken (Taxe 110.000 bis 140.000 EUR). Einer der wichtigsten Vertreter des Futurismus war Roberto Marcello Baldessari. Großstadtleben und künstlerische Avantgarde treffen sich in seiner Ende der 1910er Jahre entstandenen Leinwand „Fanali futuristi (Strada – Notte 2)“. Bereits der zweiten Generation dieser Kunstrichtung wird Luigi Colombo zugerechnet, der sich als Künstler Fillia nannte. Er starb indes bereits 1936 und hinterließ ein eher schmales Œuvre, aus welchem jetzt eine in die Fläche gekippte „Paesaggio“ von 1931 mit baumartigem Gewächs im Zentrum bei 20.000 bis 25.000 Euro zum Aufruf kommt. Ins Distanzierte der Neuen Sachlichkeit tendiert Piero Marussigs erzählerischen „Figure al balcone“ von 1921, die in ihrer melancholischen Beziehungslosigkeit auch einem zwanzig Jahre jüngeren Film entnommen sein könnten (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Als politisch etwas verdächtig könnte Arturo Martinis bronzene Reitergruppe „La Forza e gli Eroi“ erscheinen: Das siebzig Zentimeter hohe Werk im Stil eines faschistisch missbrauchten Klassizismus entstand 1934 als Entwurf für das „Monumento al Duca d’Aosta“ in Turin, von dem später nur eine Sparversion ausgeführt wurde (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Pferde spielten auch im Spätwerk Giorgio de Chiricos eine große Rolle. Immer wieder hat er sie in klassischen Posen und barocken Formen dargestellt, auf kleinem Format als „Cavallo e cavaliere“ um 1933 (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR) oder als einzelnes „Cavallo in riva al mare“ 1971 mit riesenhaftem schwarzem Schweif (Taxe 65.000 bis 75.000 EUR). Unter den Bildhauern ist ferner Giacomo Manzù zu nennen, einmal mit seinem unverwechselbaren „Cardinale seduto“ aus gülden patinierter Bronze von 1980 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und dann mit der auch in qualitativer Hinsicht etwas ordinären „Striptease“-Tänzerin von 1975. Sie sollte wohl den Gegenpol zu den braven Kirchenmännern des Künstlers bilden (Taxe 27.000 bis 35.000 EUR).

Der kunsthistorische Begriff des Kinetismus verbindet sich mit dem Namen der 1900 in Südtirol geborenen und 1957 nach einem rastlosen Leben in New York gestorbenen Künstlerin Erika Giovanna Klien: Auch bei ihrem „Kopf einer Tänzerin“ von 1923 scheint es, als seien mehrere bewegte Bilder in einem einzigen zusammengefasst. Kubismus und Futurismus finden sich hier zu einer neuen Stilmischung zusammen (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Für die frühe abstrakte Kunst des mitteleuropäischen Raumes stehen eine geometrische Komposition František Kupkas um 1935 aus der Serie der „Circulaires et rectilignes“ (Taxe 33.000 bis 38.000 EUR) sowie eine lockere Buchstaben- und Formenkombination des Ungarn Lajos Kassák ebenfalls in Gouache auf Karton für 12.000 bis 15.000 Euro. In die Formen eines aggressiven Surrealismus kleidete Gyula Batthyány um 1935 den Weg einiger trachtenartig gekleideter Leute „Zurück von der Ernte“ (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Reich ist erwartungsgemäß das Angebot an Werken österreichischer Künstler. Zunächst glänzen bekannte Namen wie Gustav Klimt mit einer raschen Papierstudie einer Schwangeren samt Mann zum Gemälde „Hoffnung I“ von 1903/04 für 40.000 bis 50.000 Euro oder Oskar Kokoschka mit dem treffsicheren Aquarellbildnis „Die Schauspielerin“ von 1922 für 110.000 bis 130.000 Euro. Jedoch stehen auch weniger gewöhnliche Gemälde zur Verfügung oder beachtliche Meisterwerke von Künstlern der zweiten Garde. Ein eigenartiges Dokument aus dem Alltag im Ersten Weltkrieg stellt etwa Herbert Boeckls „Meldereiter“ von 1916 dar – einerseits recht nah aufgenommen, andererseits distanziert in der sachlichen Wiedergabe des Gesehenen. Als formaler Kunstgriff ist die Verschmelzung von weißem Pferd und grünem Reiter mit demsandigen Boden und Büschen des Hintergrundes bemerkenswert (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR).

Eine schneeweiße Winterlandschaft mit einem Bach im Wald bietet sich Sebastian Isepp um 1910 in kalenderbildartiger Schönheit dar (Taxe 22.000 bis 32.000 EUR). Sonne pur herrscht dagegen über Helene Funkes „Kiefern an franz. Hafenstadt“, 1913 in Paris gemalt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Bei Carl Moll schaut man von einer verschatteten Position – vielleicht einer Höhle – auf einen sonnenbeschienenen „Waldweg am Semmering“. Trotz der späten Entstehung 1944 trägt das Werk des ein Jahr später gestorbenen Künstlers noch alle Merkmale spätimpressionistischer Malerei (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Der naiven Malerei der Zwischenkriegszeit ist Alfred Wickenburgs „Landschaft, Wiesbach“ um 1928 zuzuordnen. Die Formensprache erinnert an Marc Chagall (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Die menschliche Beziehungslosigkeit in der Großstadt greift Arnold Clementschitsch in seiner Häuserflucht „Abend – Rotenturmstraße, Wien“ 1962 (Taxe 27.000 bis 32.000 EUR). Wichtigste Skulptur der Österreicher ist ein Lebzeitbetonteilabguss von Fritz Wotrubas bewusst unvollendet wirkender Figur „Stehende (Weibliche Kathedrale)“ aus dem Jahr 1946 für 60.000 bis 90.000 Euro.

Fast bescheiden nimmt sich die Offerte aus Deutschland aus. Der Münchner, Dresdner oder Berliner Expressionismus beispielsweise ist kaum vertreten, dafür aber der Worpsweder mit Paula Modersohn-Beckers prominenter Leinwand „Mädchen mit Ziege“ aus der Zeit um 1902 für 150.000 bis 180.000 Euro. 1976 hing das Bildnis auf der Gedenkausstellung zum hundertsten Geburtstag der jung verstorbenen Künstlerin in der Kunsthalle Bremen. Ein gefälliges Damenbildnis bietet Leo Putz „Im Sonnenlicht IV“ dar. Vor allem die erdige Farbigkeit kennzeichnet das Bild als eine späte Arbeit des Künstlers wohl aus den frühen 1920er Jahren. Sujet und Frauentyp ähneln allerdings den Wiedergaben gleichfalls züchtig und elegant gekleideter Frauen, die er vor dem Ersten Weltkrieg beispielsweise im Schlosspark zu Schleißheim geschaffen hatte (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 23. November um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



16.11.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Fillia (Luigi Colombo), Paesaggio, 1931
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 Im Sonnenlicht IV, um 1921
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Leo Putz, Im Sonnenlicht IV, um 1921

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Gustav Klimt, Hoffnung, 1903/04

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Amedeo Modigliani, Portrait Jean Cocteau, 1917/18

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Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1210

Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Ziege, um 1902

Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Ziege, um 1902

Taxe: 150.000 - 180.000 EURO

Zuschlag: 170.000,- EURO

Losnummer: 1227

Piero Marussig, Figure al balcone, 1921

Piero Marussig, Figure al balcone, 1921

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 1234

Alexej von Jawlensky, Meditation: L’heure bleu est en moi, 1936

Alexej von Jawlensky, Meditation: L’heure bleu est en moi, 1936

Taxe: 38.000 - 48.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 1226




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