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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Trotz der Absatzschwierigkeiten für Alte und Neuere Meister konnte Ketterer in München auch einige Spitzenpreise einfahren

Heimkehr nach vier Jahren



Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1838

Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1838

Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfelds „Heimkehr des verlorenen Sohnes“ von 1838 war der unbestrittene Höhepunkt der Auktion Alter und Neuerer Meister bei Ketterer in München. Es ist ein spätnazarenisches Gemälde par excellence: Mit verhaltenem Pathos wird der Empfang des reumütigen Sünders durch seinen herbeieilenden Vater in einer biblisch schönen Hügellandschaft und in einem Palast inszeniert, der stilistisch an die babylonische Kunst erinnert. Entsprechend gewandet sind die handelnden Personen. Schnorr von Carolsfeld, der dem Kreis der Lukasbündler nahestand und 1821 wie deren Haupt Friedrich Overbeck zum katholischen Glauben übertrat, machte sich später auch als Kustos der Gemäldegalerie im Wiener Belvedere verdient. Die mittelgroße Leinwand, die Ketterer für 70.000 bis 90.000 Euro anbot, wanderte schließlich bei 81.000 Euro an einen ostdeutschen Sammler. Für den Künstler bedeutete dieser Preis einen neuen Auktionsrekord. Vor vier Jahren war dasselbe Bild im Wiener Dorotheum schon einmal für 80.000 bis 100.000 Euro zu haben, blieb aber damals unverkauft.


Alte Meister

Nur knapp 39 Prozent betrug die losbezogene Zuschlagsquote am Ende der Auktion vom 27. Oktober. Insbesondere die Alten Meister hatten so ihre Absatzschwierigkeiten, zumal es viele Werke nur zweifelhaft zuzuordnen waren. Eine durchaus schön gemalte „Großmut des Scipio“ vielleicht von Placido Costanzi, ein zwischen Gotik und Renaissance vermittelnder Flügelaltar aus der Nachfolge Pieter Coecke van Aelsts d.Ä. und die fast zwei Meter breite Darstellung des traumdeutenden Josef, die möglicherweise von dem venezianischen Barockmaler Antonio Zanchi stammt, fanden daher keine Abnehmer (Taxen zwischen 20.000 und 35.000 EUR). Ein Pier Francesco Cittadini zugeschriebenes Damenbildnis des mittleren 17ten Jahrhunderts ging schon zum Aufrufpreis von 15.000 Euro weg (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Gesicherte Arbeiten hatten mehr Erfolg. Immerhin 64.000 Euro – wenn auch etwas unterhalb der anspruchsvollen Schätzung – erzielte Willem van de Veldes d.Ä. ebenso lebensvolle wie detaillierte Grisaille englischer Kriegsschiffe aus den 1680er Jahren. Die zeichnungsartige Leinwand wurde damit das teuerste Los der alten Kunst. Mit einigem Abstand dahinter folgte Joost Cornelisz Droochsloots Brueghelsche Winterlandschaft in einem Dorf mit einem Festzug zu Ehren des heiligen Valentin aus dem Jahr 1622. Hier konnte die obere Grenze von 40.000 Euro sogar noch um 2.000 Euro übertroffen werden. Von 10.000 bis 15.000 Euro verbesserte sich eine trotz all ihrer Grauenhaftigkeit faszinierende Reiterschlacht Jan van Huchtenburghs auf 19.500 Euro.

Auch die als braune Federzeichnung angelegte Schlachtenszene Lelio Orsis, wohl eine Studie für ein Fries vom Ende des 16ten Jahrhunderts, schnitt mit 1.300 Euro gut ab (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR). Bei Gijsbert Verhoeks laviertem Rötelblatt einer rund 100 Jahre jüngeren Reiterschlacht waren es nur 600 Euro (Taxe 800 EUR). 12.000 Euro schaffte ein mit Silberzeug, Hummer und Vögeln bestücktes Stillleben Johann Friedrich Grubers, eines württembergischen Hofmalers des 17ten Jahrhunderts (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Eine um 1700 entstandene Wirtshausszene des Antwerpener Malers Jan Baptist Lambrechts, die vor einem Jahr schon einmal für 4.000 Euro einen Abnehmer gefunden hatte, trat erneut an und kam nun auf 6.400 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Neuere Meister

Bei den Neueren Meistern waren die Lücken im Hochpreissegment weniger dicht. Einziger wirklich prominenter Rückgang war hier Franz von Stucks Bronzerelief „Adam und Eva“ aus der Zeit um 1893 für geschätzte 40.000 bis 60.000 Euro. Allerdings waren auch die Höhepunkte nicht sehr zahlreich. Charles Leickerts bieder-beschauliche holländische Kleinstadt mit gemächlichen Passanten an einem Flüsschen kam nicht über den Startpreis von 40.000 Euro hinaus (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Ansonsten waren Landschaften aber durchaus gefragt, besonders wenn sie ihre Eigenarten hatten wie Ernst Koerners Blick über den Bosporus auf die Kuppeln und Minarette von Konstantinopel im kalten Licht eines außerhalb des Bildes stehenden Mondes. 1874 entstand das Werk, das jetzt bei 21.000 Euro einen Käufer fand (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR).

Von diesem Interesse an Naturdarstellungen profitierten auch Themistokles von Eckenbrechers fast fotografisch realistisch wiedergegebene Schwarzmeerfelsküste auf der Krim von 1912 bei 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und Paul von Frankens Impression aus einer Gegend am Kaukasus, die der Künstler als junger Mann persönlich kennengelernt hatte, für 9.500 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Der heimischen Bergwelt widmeten sich Carl Haschs Blick in ein Tal im Schatten der Tiroler Berge von 1876 für 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Carl Wagners aquarellierte Abkonterfaktur der schnee- und gletscherbedeckten Königswand am Ortlerspitz aus dem Jahr 1828 für 3.500 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Thomas Enders Ansicht von Dorf und Schloss Pruské in der heutigen Slowakei wohl von 1863 blieb allerdings auch schon am Aufrufpreis von 9.600 Euro hängen (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Eugen Brachts kleine deutsche Mittelgebirgslandschaft, eine kleine Ölstudie auf Karton um 1859/60, bezauberte wiederum zu 2.500 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR), Valentin Ruths’ abendliche Landschaft bei Lugano von 1890 zu taxgerechten 3.300 Euro und Ludwig Passinis Aquarell des römischen Fischmarkts bei Sant’ Angelo in Pescheria von 1857 zu 3.700 Euro (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Schon mehr in Richtung Genre gingen Carl Spitzwegs Aquarell eines Jägers mit seinem Dirndl in einer Felsschlucht um 1835/40, das 6.500 Euro und damit 500 Euro mehr als die obere Schätzung einspielte, und Jakob Grünenwalds stimmungsvolle, abendliche Heimkehr vom Feld aus den 1860/70er Jahren. 5.000 Euro erfüllten hier den geforderten unteren Richtwert. Zeichnerisches hatte vor allem das späte 19te Jahrhundert mit Lovis Corinths realistische „Pieta“ von 1889, wohl eine Pinselstudie zum 1945 zerstörten Gemälde im Museum Magdeburg, für 2.200 Euro (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR), Max Klingers mit Tuschfeder ausgeführte Figurenstudien nackter Männer von 1885 für 2.200 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) und Anton von Werners leicht aquarellierte Bleistiftzeichnung von Moltkes Arbeitszimmer in Versailles von 1870 für 1.600 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



15.11.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


27.10.2011, Alte und Neuere Meister

Bei:


Ketterer

Bericht:


Mit geblähten Segeln

Kunstwerk:

Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Die
 Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1838
Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1838

Kunstwerk:

Jakob Grünenwald, Heimkehr vom Feld, 1860/70er Jahre
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Kunstwerk:

Pier Francesco Cittadini zugeschrieben, Porträt einer eleganten Dame mit kleinem Rosenbouquet, Mitte 17. Jahrhundert
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Kunstwerk:

Paul von Franken, Kaukasische Landschaft, 1872
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Kunstwerk:

Lovis
 Corinth, Pietà, wohl 1889
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Kunstwerk:

Willem van de Velde d.Ä., Englische Kriegsschiffe, 1680er Jahre
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Jakob Grünenwald, Heimkehr vom Feld, 1860/70er Jahre

Jakob Grünenwald, Heimkehr vom Feld, 1860/70er Jahre

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 90

Valentin Ruths, Landschaft bei Lugano, 1890

Valentin Ruths, Landschaft bei Lugano, 1890

Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

Losnummer: 129

Carl Spitzweg, Jäger und Mädchen, um 1835/40

Carl Spitzweg, Jäger und Mädchen, um 1835/40

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 132

Pier Francesco Cittadini zugeschrieben, Porträt einer eleganten Dame mit kleinem Rosenbouquet, Mitte 17. Jahrhundert

Pier Francesco Cittadini zugeschrieben, Porträt einer eleganten Dame mit kleinem Rosenbouquet, Mitte 17. Jahrhundert

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 8

Lovis Corinth, Pietà, wohl 1889

Lovis Corinth, Pietà, wohl 1889

Taxe: 1.800 - 2.400 EURO

Zuschlag: 2.200,- EURO

Losnummer: 75

Johann Friedrich Gruber, Prunkstillleben mit Hummer, Singvögeln, Glas, Becher, Krug und Buckelpokal, um 1670

Johann Friedrich Gruber, Prunkstillleben mit Hummer, Singvögeln, Glas, Becher, Krug und Buckelpokal, um 1670

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 28

Paul von Franken, Kaukasische Landschaft, 1872

Paul von Franken, Kaukasische Landschaft, 1872

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 85

Willem van de Velde d.Ä., Englische Kriegsschiffe, 1680er Jahre

Willem van de Velde d.Ä., Englische Kriegsschiffe, 1680er Jahre

Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 64.000,- EURO

Losnummer: 60

Joost Cornelisz Droochsloot, Ansicht eines winterlichen Dorfes mit dem Festzug des St. Valentin, 1622

Joost Cornelisz Droochsloot, Ansicht eines winterlichen Dorfes mit dem Festzug des St. Valentin, 1622

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 42.000,- EURO

Losnummer: 18

Ludwig Passini, Der römische Fischmarkt bei Sant’ Angelo in Pescheria, 1857

Ludwig Passini, Der römische Fischmarkt bei Sant’ Angelo in Pescheria, 1857

Taxe: 3.500 - 4.500 EURO

Zuschlag: 3.700,- EURO

Losnummer: 124

Charles Leickert, Geschäftiges Treiben am Flussufer eines holländischen Städtchens, 1860/80er Jahre

Charles Leickert, Geschäftiges Treiben am Flussufer eines holländischen Städtchens, 1860/80er Jahre

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 110

Ernst Koerner, Blick über den Bosporus auf Konstantinopel bei Nacht, 1874

Ernst Koerner, Blick über den Bosporus auf Konstantinopel bei Nacht, 1874

Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 21.000,- EURO

Losnummer: 105




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