Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 04.05.2019 Auktion 50 • Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler

Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Impressionisten und Moderne zerschellen bei Christie’s in New York an überhöhten Preisen

Auf dem Teppich bleiben



Einen recht vielversprechenden Start hatte die impressionistische und moderne Kunst auf der New Yorker Abendauktion am 1. November bei Christie’s. Nachdem bereits Pablo Picassos geschabte Kaltnadelradierung „La femme qui pleure I“ von 1937 für 4,5 Millionen Dollar – etwa das Doppelte der Schätzung und ein neuer Rekord für eine Grafik des Künstlers wie für ein einzelnes druckgrafisches Blatt überhaupt – über die Bühne gegangen war, übertraf auch Amedeo Modiglianis antikisierendes Ölbildnis „La blonde aux boucles d’oreille“ von 1918/19 aus der letzten Lebensphase des Künstlers mit 7,2 Millionen die obere Schätzung um mehr als 3 Millionen Dollar. Ein guter Auftakt also für eine Veranstaltung, die mit über achtzig erstklassigen Werken aus zum Teil hochkarätigen Sammlungen bestückt war und insgesamt rund 215 bis 310 Millionen Dollar netto hätte einspielen sollen.


Doch es kam ziemlich anders als erhofft: Nicht sensationelle Rekordzuschläge prägten die Auktion, sondern teils gähnendes Schweigen bei einer Vielzahl der angepriesenen Schätze. Mehr als ein Drittel – eine bei den großen Prestigeauktionen inzwischen selten hohe Rate – fand keinen Abnehmer, statt bis zu 300 Millionen Dollar wurde nicht einmal die Hälfte umgesetzt, einschließlich der Aufgelder circa 140,8 Millionen Dollar. Zu hoch gepokert hatte das Haus mit seinen aggressiven Schätzungen in einer Zeit, die sogar die gut betuchten Kunstliebhaber dieser Welt in Unsicherheit versetzt. Besonders ärgerlich: Auch das Prunkstück der Auktion, Edgar Degas’ bekleidete Bronzefigur „Petite danseuse de quatorze ans“ von 1879/81, musste ihre Heimreise antreten. Schon nach der Hälfte der anvisierten 25 bis 35 Millionen Dollar versiegten die Gebote.

Auch die anderen Hauptlose blieben fast alle unveräußert. Symbol des Scheiterns war der spanisch-französische Großmeister Pablo Picasso: Ein knappes Dutzend seiner Arbeiten hatte Christie’s im Angebot. Sieben davon blieben aber an den hohen Erwartungen hängen, darunter seine 1935 als Portrait Marie-Thérèse Walter entstandene „Femme endormie“ und deren Nachfolgerin als des Künstlers Geliebte Dora Maar als „Tête de femme au chapeau mauve“ von 1939 für jeweils 12 bis 18 Millionen Dollar. Noch schlechter erging es Alberto Giacometti. Von seinen fünf Werken – darunter zwei Ölbilder für bis zu 10 Millionen Dollar und die Bronze „Femme de Venise VII“ von 1956/57 für 10 bis 15 Millionen Dollar – wechselte nur eines den Besitzer: die vierzig Zentimeter hohe „Buste de Diego“ von 1959/61 für immerhin tröstliche 4,4 Millionen Dollar (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen USD). Auf der Rückgangsliste standen auch Maurice de Vlamincks fauvistische Landschaft „Soleil d’hiver“ von 1905 sowie Pierre-Auguste Renoirs Bildnis seines Sohnes Claude bei einer Unterrichtsstunde (Taxen je 5 bis 7 Millionen USD) oder Fernand Légers flächig stilisierte „Nature morte au roi de cartes“ von 1927 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Angekündigt hatte sich das Schicksal schon bei der Offerte aus der Sammlung Lew und Edie Wasserman. Trotz dieser hochkarätigen Provenienz konnten sowohl Henri Matisses aquarellhaft zartes Spätwerk „Robe orientale violette sur la robe blanche, à la fenêtre“ von 1942 als auch Chaïm Soutines missmutig dreinschauender „Valet de chambre“ um 1927 für je 4 bis 6 Millionen Dollar nicht weitervermittelt werden. Edgar Degas’ Pastell „Femme s’épongeant le dos“ aus der Zeit um 1895 wurde schon bei 2,8 Millionen Dollar zugeschlagen – was dem Wert der zweifellos schönen und charakteristischen Arbeit freilich wohl eher entspricht als 3,5 bis 5,5 Millionen Dollar. Wenigstens Edouard Vuillards Selbstportrait in einem, gemalten bambusgerahmten Querrechteckspiegel von etwa 1890 konnte die Erwartungen mit 1,35 Millionen Dollar übererfüllen (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Dass die Kauflust durchaus vorhanden war, aber eben zu vernünftigen Konditionen, zeigte sich in den unteren Preisregionen. Hier setzten sich Meisterwerke französischer Künstler ab wie Paul Signacs violette, pointillistische Straßenszene „Saint-Tropez, fontaine des Lices“ von 1895 für 3 Millionen Dollar (Taxe 2,4 bis 2,8 Millionen USD) oder André Derains kleines Ölbild „Bateaux sur la plage à Collioure“ von 1905 für beachtliche 1,95 Millionen Dollar durch (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Der Name des Art Institute of Chicago als Einlieferer half vielleicht bei den angemessenen 2,9 Millionen Dollar nach, die eine sonnige Sommer-„Paysage“ Alfred Sisleys von 1887 erreichte (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Sogar Picasso reüssierte hier gelegentlich wie bei 4,5 Millionen Dollar mit seiner „Femme assise“ – wieder Dora Maar – von 1938 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) oder dem kleinen kubistischen Stillleben „Guéridon devant une fenêtre aux volets fermés“ von 1919/20 für 1,3 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Dass auch erfreuliche Überraschungen und sogar neue Auktionsrekorde nicht völlig ausblieben, zeigte besonders der Surrealismus: Max Ernsts Traumlandschaft „The Stolen Mirror“ von 1941 wurde mit 14,5 Millionen Dollar teuerstes Kunstwerk dieser Auktion und teuerstes Bild des Künstlers auf einer Auktion überhaupt (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Von 4 bis 6 Millionen Dollar auf 6,2 Millionen Dollar kletterte René Magrittes unheimliche Schattenlandschaft „La fin du monde“ von 1963, sein von einem Wasserglas bekrönter Regenschirm unter dem Titel „Les vacances de Hegel“ aus dem Jahr 1958 kam auf die untere Grenze von 9 bis 12 Millionen Dollar. Paul Delvaux’ renaissancehaft-altmeisterlich gemaltes Sinnbild „Les Mains“ von 1941 schaffte immerhin 5,8 Millionen Dollar nur leicht unterhalb der Schätzung. Zu nennen sind auch Tamara de Lempickas kinohaft inszenierte „Idylle (Le Départ)“ mit einem Seemann und seiner Geliebten von 1931 für 4,2 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD) und Ben Nicholsons collageartig gezeichnetes Gefäßstillleben „Sept. 1943 (Balearic)“ für 1,4 Millionen Dollar (Taxe 700.000 bis 1 Million USD).

Auf dem zweiten Platz der Rangliste landete mit Constantin Brancusis goldpolierter Bronze „Le premier cri“ von 1917 eine Skulptur. Auch sie übertraf mit 13,2 Millionen Dollar deutlich die Erwartungen, die bei 7 bis 10 Millionen Dollar fixiert worden waren. Das nur 26 Zentimeter große Ei wurde von einer Schar weiterer Plastiken begleitet, darunter Henri Laurens’ kubistische „Construction“ aus bemaltem Holz und Metall von circa 1917/18 für 1,3 Millionen Dollar (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD), Alexander Archipenkos grün patinierte Bronze eines ausgelassenen weiblichen „Blue Dancer“ von 1913 für 1,5 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) und Aristide Maillols annähernd lebensgroßer Allegorie „Flore“ ebenfalls für 1,5 Millionen Dollar (Taxe 600.000 bis 900.000 USD). Auch hieran zeigte sich, dass der Erfolg eigentlich möglich gewesen wäre – man muss nur auf dem Teppich bleiben.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



03.11.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


01.11.2011, Impressionist and Modern Evening Sale

Bei:


Christie's

Bericht:


Rekorde anvisiert

Kunstwerk:

Amedeo Modigliani, La blonde aux boucles d’oreille, um 1918/19
Amedeo Modigliani, La blonde aux boucles d’oreille, um 1918/19

Kunstwerk:

Paul Signac, Saint-Tropez, fontaine des Lices, 1895
Paul Signac, Saint-Tropez, fontaine des Lices, 1895

Kunstwerk:

Edouard Vuillard, Autoportrait au miroir de bambou, um 1890
Edouard Vuillard, Autoportrait au miroir de bambou, um 1890

Kunstwerk:

Alfred Sisley, Paysage, 1887
Alfred Sisley, Paysage, 1887

Kunstwerk:

Edgar Degas, Femme s’épongeant le dos, um 1895
Edgar Degas, Femme s’épongeant le dos, um 1895







Paul Signac, Saint-Tropez, fontaine des Lices, 1895

Paul Signac, Saint-Tropez, fontaine des Lices, 1895

Taxe: 2.400.000 - 2.800.000 USD

Zuschlag: 3.000.000,- USD

Losnummer: 28

Amedeo Modigliani, La blonde aux boucles d’oreille, um 1918/19

Amedeo Modigliani, La blonde aux boucles d’oreille, um 1918/19

Taxe: 3.000.000 - 4.000.000 USD

Zuschlag: 7.200.000,- USD

Losnummer: 4

Edgar Degas, Femme s’épongeant le dos, um 1895

Edgar Degas, Femme s’épongeant le dos, um 1895

Taxe: 3.500.000 - 5.500.000 USD

Zuschlag: 2.800.000,- USD

Losnummer: 9

Alfred Sisley, Paysage, 1887

Alfred Sisley, Paysage, 1887

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.900.000,- USD

Losnummer: 17

Edouard Vuillard, Autoportrait au miroir de bambou, um 1890

Edouard Vuillard, Autoportrait au miroir de bambou, um 1890

Taxe: 500.000 - 700.000 USD

Zuschlag: 1.350.000,- USD

Losnummer: 12




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce