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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst bei Winterberg in Heidelberg

Frauen irren unterm Mond



Ein doppelseitig von Ernst Ludwig Kirchner bezeichnetes Blatt führt die kommende Versteigerung des Heidelberger Auktionshauses Winterberg preislich an. Vorne hat der deutsche Expressionist in Tusche zwei Frauen an einem Tisch entworfen, auf der Rückseite in ebenso raschen Bleistiftstrichen zwei weibliche Akte im Atelier. Um 1913 werden die beiden Zeichnungen datiert und damit in jenes Jahr, als die Künstlergruppe „Brücke“ endgültig auseinanderbrach. Seither gingen Kirchner, Heckel & Co. weitgehend getrennte Wege. Winterberg hat die Arbeit mit 42.000 Euro taxiert – nicht wenig angesichts der Häufigkeiten solcher Kirchner-Skizzen und deren allgemeinem Marktwert, aber mit Rücksicht auf die doppelte Präsenz. Einen „Familienspaziergang“, den Kirchner wohl rund zwei Jahre zuvor in Bleistift flott aufs Papier geworfen hatte, gibt es vielleicht schon um 7.500 Euro.


Wer Grafik sucht, dürfte bei Winterberg abermals in umfangreichem Maße fündig werden, wenn die Wünsche nicht allzu ausgefallen sind. Insgesamt rund 1200 Losnummern hat der Kunsthändler für die Herbstversteigerung am 5. November zusammenstellen können. Expressionistisches ist auch durch eines der 125 Exemplare von Max Beckmanns Kaltnadelradierung „Der Neger“ vertreten, die eigentlich das sechste Blatt der Mappe „Jahrmarkt“ bildet (Taxe 10.500 EUR). Ferner liegen für 9.800 Euro Otto Muellers Farblithografie „Zwei Badende am Bach“ um 1922 und für 7.500 Euro Karl Schmidt-Rottluffs schon recht stilisierter Holzschnitt „Fischer beim Aalstechen“ von 1919 bereit. Walter Gramattés Aquarell eines weiblichen Rückenakts am Ofen um 1920 (Taxe 5.400 EUR) und Ludwig Meidners „Figur mit abgebrochenem Baumstumpf (Prophet)“, um dieselbe Zeit in schwarzer Ölkreide gezeichnet (Taxe 11.800 EUR), bilden hervorragende Offerten aus dem zeichnerischen Schaffen dieser Generation.

Für geringere Anlagesummen finden sich mit Hans Orlowskis kantiger Holzschnitt „Mädchen mit Katze“ von 1920 (Taxe 240 EUR), Walter Beckers 1919 datiertem Blatt „Herrenporträt en Face“ in gleicher Technik (Taxe 580 EUR) und Emil Maetzels Linolschnitt „Badende Knaben“ von etwa 1914 ebenfalls schöne Arbeiten des Expressionismus (Taxe 280 EUR). Eindrücklich in ihrer existenziellen Wirkung sind auch die beiden Blätter „Bettler I“ und „Paar mit Kind“ des 1881 in Pforzheim geborenen Malers und Grafikers Emil Bizer (Taxe 340 EUR). Wilhelm Schnarrenberger ist mit dem flächigen Linolschnitt einer erotischen „Tänzerin“ von 1914 zugegen, die wegen des siebenarmigen Leuchters mit Salome identifiziert werden könnte (Taxe 180 EUR), Georg Schrimpf mit seinem lyrischen Holzschnitt zweier „Akte IX (Akte unter Bäumen) von 1916 (Taxe 520 EUR) und Lasar Segall mit dem dunklen „Kopf eines Negers“ (Taxe 1.050 EUR) oder den lustigen, mondsüchtigen „Irrenden Frauen“, beides Holzschnitte von 1929 und 1919 (Taxe 450 EUR).

Repräsentativ für die erste Nachkriegszeit stehen unter anderem Willi Baumeisters zehnteilige Mappe „Sumerische Legenden“ mit schwebenden Formen von 1947 (Taxe 8.500 EUR), Alberto Giacomettis Lithografien „Buste“ nach einer Bronzeskulptur seine Bruder Diego und die menschenleere „Rue d’Alesia“ von 1954 (Taxen 6.300 und 7.200 EUR) sowie Otto Dix’ Farblithografie „Mädchen mit Katze I“ von 1956 für 15.000 Euro. Als Suite treten drei informelle Linienkompositionen Rolf Cavaels auf. Die in seiner Spätzeit 1975 geschaffen Mischtechniken mit Ritzungen offeriert Winterberg zusammen für 4.500 Euro. Unverzichtbar sind auch zwei der wichtigsten Grafiker des 20sten Jahrhunderts: Marc Chagall, unter anderem mit der 1924 datierten Kaltnadelradierung „Femme à l’Eventail“ für 9.500 Euro, und Pablo Picasso mit der Kaltnadelradierung „Le Cirque (Répétition)“ von 1933 aus der „Suite Vollard“ (Taxe 17.800 EUR) und der 21 Jahre späteren Farblithografie „L’Atelier du vieux Peintre“ für 16.500 Euro. Aus der jüngsten Zeit sind Klaus Fußmanns neoimpressionistisches Pastell „Landschaft bei Gelting“ von 1997 (Taxe 9.500 EUR), Henning von Gierkes vielleicht etwas geschmäcklerisch-surreales Interieur „Mondlicht, Rücken Figur, Stuhl“ von 2004 für 4.800 Euro und Thomas Bayrles Farbserigrafie „Doppelbildnis Stalin“ mit besonders herausgehobenem Bart des Diktators zu nennen (Taxe 580 EUR).

Das 15te bis 17te Jahrhundert bietet vor allem günstigere Blätter von Künstlern der zweiten Garnitur wie etwa eine Reihe Radierungen des Haarlemers Cornelis Bega in Konvoluten für bis zu 1.200 Euro oder Maarten van Heemskercks Kupferstich „Triumph der Liebe“ aus der Folge „Die Triumphe des Petrarca“ von circa 1565 für 240 Euro. Von Albrecht Dürer gibt es lediglich den Holzschnitt „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ aus dem Marienleben von 1503 (Taxe 5.000 EUR), von Rembrandt zwei Radierungen in mäßigen Abdrucken des späten 19ten Jahrhunderts für bis zu 1.800 Euro. Etwas teurer wird es bei den Gemälden. Das schöne Frührenaissanceportrait eines jungen Mannes „aetatis suae XXI“ aus dem Jahr 1538, Hans Brosamer zugeschrieben, ist wohl nicht zu Unrecht mit 19.800 Euro recht anspruchsvoll ausgezeichnet. Eine zeitgenössische Kopie von Gerrit Dous Selbstbildnis in einem stichbogigen Fensterausschnitt soll 9.800 Euro kosten. Ebenfalls nur in einer etwas späteren Kopie ist Frans van Mieris’ d.Ä. „Schlafende Kurtisane“ zu haben, das sich heute in den Uffizien zu Florenz befindet (Taxe 3.600 EUR).

Auch im 18ten Jahrhundert führt mit Rachel Ruyschs prächtigem Früchtestillleben aus dem Jahr 1715 für 12.800 Euro ein Gemälde die Preisliste an. Mehr oder weniger obligatorisch sind aus dieser Zeit ferner einige Radierungen Giovanni Battista Piranesis, darunter die düster-surreale Fantasie „Der Mann auf dem Gerüst“ aus den berühmten „Carceri“ um 1760 (Taxe 7.200 EUR). Für 3.800 Euro ist das komplette grafische Werk William Hogarths zu haben, wenngleich nur in der 152 Radierungen umfassenden Ausgabe der Londoner Verleger Baldwin, Cradock und Joy aus dem Jahr 1822 nach den von James Heath überarbeiteten Originalplatten. Zu den kostbarsten Handzeichnungen gehören Johann Wolfgang Baumgartners getuschte „Darbringung im Tempel“, gerahmt von brennenden Fackeln (Taxe 1.800 EUR), Antonio Puglieschis grau lavierte Federzeichnung in Braun, die die Steinigung zweier Männer verbildlicht (Taxe 1.250 EUR), und Johann Friedrich August Tischbeins zart aquarellierte Federzeichnung einer aufgeklärten, bürgerlichen Familie um 1790 (Taxe 1.980 EUR).

Im 19ten Jahrhundert geht die Präsenz der Grafik zugunsten von Zeichnung und Malerei zurück. Die beiden Kompositionsentwürfe „The Rock of Doom“ und „The Doom fulfilled“ von Edward Burne-Jones zu seinem Perseus-Zyklus auf einem Blatt von 1875 und Karl Weyssers 1881 in Öl gemalte Kleinstadtromantik „Neckarsteinach: Blick von der Steinachbrücke in die Kirchengasse“ streiten sich bei 12.500 Euro und 12.000 Euro um den Führungsanspruch. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe Landschaftliches wie Louis Coblitz’ fein gemalter Rheinblick aus den frühen 1860er Jahren (Taxe 5.900 EUR), Ferdinand Feldhütters dunstig-atmosphärische „Partie am Königssee“ (Taxe 2.850 EUR), Maximilian Albert Hauschilds detailfreudige Bleistiftstudie zum Gemälde „Dorfstraße in Lacco Ameno auf Ischia“ von 1857 (Taxe 3.500 EUR), Egidius Linnigs dramatisch inszenierter Schiffbruch an Felsenklippen (Taxe 3.800 EUR), Bernhard Fries’ skizzenhaft niedergelegter, ruhiger Blick über die Neckarberge bei Heidelberg (Taxe 2.500 EUR), Christian Friedrich Gilles Flüsschen am Millischauer in Böhmen von 1854 (Taxe 3.400 EUR) und Friedrich Kallmorgens noch realistische „Landungsstelle in Holland“ von 1881 (Taxe 3.000 EUR).

Das Genre wird durch Carl Wilhelm Hübners zwei hessische Mädchen in Tracht bedient, die sich 1862 an einem vorüberziehenden Hochzeitszug ergötzen (Taxe 9.000 EUR). Figürliches stellt Carl Gotthelf Küchler zur Verfügung: Seine mythologische Szene „Hylas umgeben von drei Najaden“ ist stilistisch ein charakteristischen Werk auf der Schwelle zwischen akademischen Klassizismus und Nazarenertum, dabei 1836 aber eigentlich auch schon etwas antiquiert (Taxe 5.400 EUR). Staatstragende Historienmalerei stammt von Ferdinand Piloty d.J., dessen drei Ölstudien den Freskenzyklus „Die Parzifalsage“ im Sängersaal auf Schloss Neuschwanstein von 1880 vorbereitet haben (Taxe 4.800 EUR).

Karikaturistisch mutet dagegen Adolf Schroedters kleines Ölbild „Falstaff und sein Page“ an, auf dem der fette Aufschneider mit seinem kleinen Knirps durch die englischen Straßen zieht (Taxe 6.800 EUR). Auch nicht ernst geht es bei Franz Graf von Poccis aquarellierter, mit 980 Euro bewerteter Bleistiftzeichnung „Der Kammerstrauß“ zu. Der Münchner Schriftsteller, Komponist und Zeichner hat die Deutung dieses seltsamen Geschöpfes selbst gegeben: „Dieses Prachtexemplar wird am Würmsee bei Ammerland getroffen. Er ist sehr fromm und deshalb bei den Bauern wohlgelitten. Die Nächte verbringt er in Walde zu. Er wird voraussichtlich ein langes Leben haben, da er den Tod zum Gevatter gebeten hat.“ Erst gegen 1900 belebten vor allem die französischen Impressionisten die Grafikproduktion wieder merklich. Paul Gauguins Holzschnitt „Te Po (La grande Nuit, Deuxième Etat)“ von 1893/95 (Taxe 8.900 EUR), Camille Pissarros Farblithografie „La Charrue“ von 1901 (Taxe 3.200 EUR) und Pierre-Auguste Renoirs „Odalisque“ von circa 1904 legen davon beredtes Zeugnis ab (Taxe 6.200 EUR).

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



31.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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