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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Morgan Fisher lässt sich in Mönchengladbach von Blinky Palermo inspirieren

Neue Möglichkeiten der Malerei



Wahrlich viel herumvagabundiert in der Weltgeschichte ist Blinky Palermo. Weniger bekannt ist, dass er drei Jahre in Mönchengladbach ein Atelier unterhielt und zwei Jahre dort auch wohnte. Einer der maßgeblichen Kunstförderer der Stadt war damals Rolf Hoffmann, Inhaber der Textilfabrik Van Laack. Sein Engagement mündete in eine bemerkenswerte Kunstsammlung. Nach dem Verkauf der Firma zog es ihn über Köln nach Berlin, wo er seine Kollektion in den 1990er Jahren in den Sophienhöfen unterbrachte. Hier ist sie heute noch zu besichtigen. 1970 beauftragte Hoffmann den Künstler Blinky Palermo, eine Wand in seinem Firmenbüro zu gestalten.


Nach dem Verkauf der Firma lediglich überstrichen, zeugen heute noch schwache Profile in der Wand von der einzigen erhaltenen, wenn auch unter einer Farbschicht verborgenen Wandmalerei. 27 dieser Wandarbeiten hatte Blinky Palermo einst geschaffen. Im Rahmen des derzeitigen Fabrikumbaus zu Wohnungen wurde die Wandmalerei in Mönchengladbach partiell freigelegt. Nun lässt sich die Lage der zwei horizontalen gelben Streifen samt der kreuzenden grünen Linie genau nachvollziehen. An den Kreuzungspunkten wechselte die Farbgebung zu Blau und Rot. Durch Verbindung der Linien mit Raummaßen sowie Fugen einer verspiegelten Schmalwand fügte Palermo geschickt die isolierte weiße Wand in umliegende Parameter.

Im fußläufig entfernten Museum Abteiberg nimmt nun eine Ausstellung des amerikanischen Künstlers und Palermo-Bewunderers Morgan Fisher darauf Bezug, der in der amerikanischen Zeitschrift Artforum erst im März seine Anerkennung für den früh verstorbenen Kollegen äußerte. Dort formulierte Fisher, Palermo habe es geschafft, die Begriffe von moderner Malerei zu erweitern und ihr den Weg für völlig neue Möglichkeiten zu öffnen. Zur Welt kam Fisher, der heute in Los Angeles lebt, 1942 in Washington DC. Von 1960 bis 1964 studierte er Kunstgeschichte in Havard, bevor er sich in der Filmschule von Los Angelos sowie während der Arbeit als Cutter in Hollywood weiterbildete. Danach machte sich Fisher als Experimentalfilmer einen Namen. In den späten 1990er Jahren wechselte er in die bildende Kunst. Nach dem Stedelijk Museum Amsterdam und dem Neuen Aachener Kunstverein stellt nun das Museum Abteiberg sechs Werkgruppen aus, die wie Palermos Arbeiten auf minimalistische Weise Dialoge zwischen Räumen und Betrachtern evozieren und die Perspektiven ihrer Betrachtung verändern sollen.

Einleitend zeigen zwei filmische Arbeiten von 1979 und 1980 Fishers frühen Hang zur Farbe. Neun in Proportionen von Filmformaten, etwa Cinemascope oder Panavision, gehaltene Spiegel leiten von der Filmkunst zur Malerei über. Doch in der Werkgruppe „Aspect Ratio Pieces“ von 2004 sieht der Betrachter hier nur sein eigenes Bild, das sich mit seiner Bewegung stets verändert. Ebenfalls einen eigenen Raum nimmt die Installation von neun monochromen Gemälden „New Pendant Pair Paintings / New Alien Pendant Pair Paintings“ von 2011 ein, für die Fisher zwei Gemäldeserien aus älteren Ausstellungen miteinander kombinierte. Seine Auseinandersetzung mit dem Erfassen von Farben und Formen verdeutlichen weiter drei Polyesterabgüsse von den verschiedenartig ausgeformten Treppen des Museums, die als funktionslose schalenartige Formen auf dem Boden liegen.

In „Sixteen Walls“ nimmt Morgan Fisher dann abschließend konkret Bezug auf Blinky Palermo. Einen zweifachen, Palermos Wandgestaltung gegenüber liegenden Wandrücksprung in Hoffmanns Fabrikbüro wiederholte Fisher in zwei entgegen gesetzten, frei stehenden Wänden als Abguss. Eine der beiden ist die exakte Kopie mit Vertiefungen, die andere das passstückartige Gegenbild mit heraustretenden Reliefs. Schließlich versah Fisher die schmalen Stirnstreifen der Vor- und Rücksprünge mit den Farben, die Palermo in Hoffmanns Büro für seine Wandmalerei verwendete. Auch diese Arbeit Fishers lässt sich nicht aus einer einzelnen Perspektive erfassen. Der Betrachter ist gezwungen, zwischen verschiedenen Positionen hin- und herzupendeln. Während er die unterschiedlichen Perspektiven einnimmt, erinnert er sich an jene Eindrücke des Werks, die er zuvor hatte.

Die Ausstellung „Morgan Fisher. Translations“ ist bis zum 5. Februar 2012 zu besichtigen. Das Museum Abteiberg hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. An ausgewählten Sonntagen ist Palermos Wandmalerei im ehemaligen Van Laack-Gebäude zu besichtigen. Zur Ausstellung ist ein kostenloses Besucherheft erschienen.

Kontakt:

Städtisches Museum Abteiberg

Abteistraße 27

DE-41061 Mönchengladbach

Telefax:+49 (02161) 25 26 59

Telefon:+49 (02161) 25 26 31



25.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Morgan Fisher

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