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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

München ist wieder einmal im Kunstrausch. Die Highlights, die Kunstmesse München, die Kunst & Antiquitäten sowie die Munich Contempo sind Magneten für Sammler und Kunstliebhaber

Kunst- und Antiquitätengipfel an der Isar



Johann Daniel Mayer, Höfische Blutjaspis-Tazza, Augsburg um 1670

Johann Daniel Mayer, Höfische Blutjaspis-Tazza, Augsburg um 1670

München feiert sich gerne als Deutschlands Kunststadt Nummer 1. Diesmal zu recht. Denn nirgends sonst zwischen Helgoland und Zugspitze finden gleichzeitig drei Kunst- und Antiquitätenmessen von Format und eine Messe für zeitgenössische Kunst statt. Königin unter ihnen ist wiederum die elegante „Munich Highlights“, die zum zweiten Mal im Haus der Kunst stattfindet. Diese Messe zelebriert Pracht und Glanz ohne Protz und Pathos. Man setzt auf wenige Stücke, die aber von allerhöchster Qualität sind. Vielleicht ein, zwei Mal in zehn Jahren gelangt eine komplette, 16teilige Holzschnittfolge von Albrecht Dürers „Apokalypse“ aus dem Jahr 1511 auf dem Markt. Der Grafikspezialist Helmut Rumbler bietet diese Seltenheit hier für 275.000 Euro an. Ebenso rar ist eine kleine Tazza aus Blutjaspis, 1670 von dem Augsburger Steinschneider Johann Daniel Mayer gefertigt und für 180.000 Euro von der Kunstkammer Georg Laue angeboten.


Munich Highligts

Das Motto „Highligts“ ist auch bei der Klassischen Moderne wörtlich zu nehmen. Beck & Eggeling aus Düsseldorf sind mit dem bezaubernden Kinderporträt „Peter und Hans“ von Emil Nolde zum Preis von 2,2 Millionen Euro dabei, und die ortansässige Galerie Thomas Modern konnte am Eröffnungsabend nur noch die mit 950.000 Euro ausgepreiste „Strandszene mit Sonnenschirm“ von Max Beckmann präsentieren. Die zwei anderen Aquarelle aus den 1930er Jahren waren bereits verkauft. Die Messe im Haus der Kunst ist aber auch eine Adresse für Altmeister. Xaver Scheidwimmer etwa offeriert neben Arbeiten von Jan van Goyen und Jacob van Ruisdael eine stimmungsvolle, seltene Fischer-Szene von Barent Averkamp für 95.000 Euro, bei Frye & Sohn ist für 75.000 Euro ein um 1638 entstandenes, sogenanntes Stallinterieur von Cornelis Saftleven mit herrlicher Lichtführung zu haben.

Internationales Flair erzeugen nicht allein Steinitz aus Paris mit feinstem französischen Mobiliar des 18ten Jahrhunderts, der Wiener Kunsthandel Bel Etage mit Arbeiten Josef Hoffmanns oder die Galerie Eric Coatalem aus Paris mit einem delikat gezeichneten Porträt der Comtesse Amédée von Jean-Auguste-Dominique Ingres für 850.000 Euro. Stark vertreten ist zudem Italiens Händlerelite. Bei Apolloni aus Rom sticht eine monumentale Laokoon-Gruppe des Renaissance-Bildhauers Vincenzo de’ Rossi für 2 Millionen Euro ins Auge; Lampronti, ebenfalls aus Italiens Hauptstadt, hat gleich ein ganzes Kabinett mit Rom-Veduten des gebürtigen Niederländers Gaspar van Wittel mitgebracht. Hauptstück darunter: eine ländlich romantisierte Ansicht der Ewigen Stadt mit Blick auf den Tiber von circa 1685 für 1,7 Millionen Euro. Dass man mit dieser Offerte vor allem die schon im letzten Jahr zahlreich angereiste italienische Sammlerschaft bedient, liegt auf der Hand. Schließlich gehört es zum Konzept der Munich Highlights, eine Messe auf internationalem Niveau zu sein.

Kunst-Messe München

Und darin liegt denn auch wiederum der entscheidende Unterschied zu der Kunstmesse München im Postpalast. Hier ist – bezogen auf den deutschen Markt – die beste Händlerriege vertreten. Christian Eduard Franke etwa präsentiert einen insgesamt 13 Meter langen Gemäldezyklus von Christian Georg Schütz I. mit Flusslandschaften und bäuerlichen Szenen. Die komplett erhaltene Raumausstattung aus der Zeit um 1770 hat schon Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ erwähnt. Ihren Wert beziffert Franke mit 285.000 Euro. Der Bamberger Kollege Walter Senger bietet ein kleines Porträt Martin Luthers von Lucas Cranach d.Ä. für 580.000 Euro an. Und Albrecht Neuhaus, der zum 46sten Mal auf der Kunstmesse München zugegen ist, besticht mit einer süddeutschen Bronzefigur des Herkules im Kampf mit dem nemëischen Löwen aus dem 17ten Jahrhundert, deren Preis bei 85.000 Euro liegt.

Potenz zeigt die Kunstmesse München auch in ihrem Angebot an Klassischer Moderne. Eines der schönsten und spannungsreichsten Blätter Ernst Ludwig Kirchners, das in den letzen Jahren auf dem Markt war, hat Krümmer Fine Art nach München gebracht. Das Aquarell aus US-amerikanischem Privatbesitz, das nach mehr als 50 Jahren erstmals wieder in Europa angeboten wird, zeigt Kirchners Lebensgefährtin Erna und ein junges Mädchen in wunderbar bewegter Pose und kostet um die 250.000 Euro. Mit Gemälden der Neuen Sachlichkeit ist die Galerie Döbele aus Dresden angereist, zu deren Programm eine nicht oft zu sehende, leicht kubistisch inspirierte Arbeit von Max Ackermann zählt: Die „Dame in Rot“ von 1917 kostet 48.000 Euro. Die Magie der Farbe Rot lässt auch Fred Thielers große Leinwand von 1985 zu einem Informel-Gemälde von großer Suggestivität werden. Die Galerie Maulberger bietet es für 98.000 Euro an.

Kunst & Antiquitäten München

Die dritte Verkaufsschau im Münchner Messereigen, die Kunst & Antiquitäten auf dem Nockherberg, unterstreicht stets ihren Regionalbezug. Dies tritt sowohl bei Hochkarätigem als auch bei den Sammler- und Liebhaberstücken der etwas ausgefallenen Art hervor. So bietet Christina Haubs eine kleine weiß lackierte Münchner Rokokokommode des mittleren 18ten Jahrhunderts mit sichtbarer Patina an. Ähnliche Stücke finden sich auch in Schloss Nymphenburg. Vor allem die Gemälde- und Grafikhändler setzen auf Interessenten der näheren Umgebung wie etwa Linckersdorff mit Joseph Carl Cogels’ Blick aufs Münchner Schiffertor am Viktualienmarkt um 1817 oder Stefan Decker mit vorimpressionistischen Landschaftsstudien Johann Georg von Dillis’ und Alexander Koesters Gemälde „Bei der Brauttoilette“ von 1895. Auf der anderen Seite stehen Volkskunst und alpenländisches Flair, etwa bei Hans-Jörg Sievert mit kantigen und doch fein verzierten, bäuerlichen Ledertaschen und Körben aus dem Dachauer Land und Schnitzereien aus dem Grödner Tal oder bei Herold Neupert mit Kröninger Keramik in kräftigen Farben aus dem Landshuter Raum.

Die Aussteller auf dem Nockherberg bedienen die Kunden zudem mit alten Möbeln, Silber, Porzellan, Teppichen und anderem Kunstgewerbe, die das tägliche Leben verschönern und nicht allzu tiefe Löcher in den Geldbeutel reisen: Baaten aus Schwaitenkirchen mit zwei Moskauer Salzfässchen in Elefantenform von dem Silberschmied Julius Rappoport aus der letzten Zarenzeit um 1908/17, die Münchner Galerie Ursula Wittmann mit einem Wiener Walnussdöschen samt Näheinrichtung en miniature um 1840 oder Uwe Marbs aus Baden-Baden mit einem französischen Art Déco-Sesselpaar um 1930, an denen die schneckenförmig eingerollten Armlehnen auffallen. Die Asiatika werden bei der Karlsruher Galerie Darya mit einem tief herausgearbeiteten Relief des indischen Glücksgott „Ganesha“ mit Elefantenkopf aus dem 12ten bis 14ten Jahrhundert oder bei Margot Lörcher und Shigeko Yoneda mit japanischen Holzschnitten des 18ten bis 20ten Jahrhunderts aufgefächert.

Besonders ambitioniert ist das Programm am Gemälden und Zeichnungen des Kunsthandels H.W. Fichter, ausgestellt unter dem poetischen Titel „Landschaften der Seele“ aus Klassizismus und Romantik. Er offeriert 35 Werke des 19ten Jahrhunderts, unter anderem von Ernst Ferdinand Oehme, Friedrich Voltz und Gustav Otto Müller. Überdies bedruckt der Frankfurter Galerist mit einer Reihe feiner Portraits, aus denen besonders Felix Schadows „Selbstbildnis an der Staffelei“ von 1842 herausragt. Isolde Weiß präsentiert als eine jüngere Neuerwerbung Hans Thomas im Mondschein auf seiner Flöte blasenden Jüngling „Endymion“. Das 1886 datierte Gemälde hat die Münchner Galeristin erst im vergangenen Juli mit großem Einsatz bei Neumeister akquiriert.

Munich Contempo

Kontrastprogramm zu den Antiquitätenmessen ist die zweite Ausgabe der Munich Contempo im Postpalast, die bereits am Sonntag endet. Zu ihren Mitinitiatoren gehört der Berliner Galerist Michael Schultz. Er zeigt Werke von Cornelia Schleime und der erst kürzlich in Venedig viel beachteten Koreanerin SEO. Junge, frische Positionen versprechen die 50 Aussteller, darunter diesmal so renommierte Galerien wie Leo Koenig aus New York oder die With Space Gallery aus Seoul. Trotz dieser zahlreichen Neuzugänge – das Etikett Kunststadt Nummer 1 für München geht zweifelsohne auf das Konto der drei anderen Messen.

Die „Highlights – Internationale Kunstmesse München“ läuft bis zum 30. Oktober und hat täglich von 11 bis 19 Uhr, am 30. Oktober 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro inklusive Messemagazin, für Senioren 10 Euro; Kinder, Jugendliche und Studenten kommen kostenlos in die Messe.

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
D-80538 München
www.munichhighlights.com

Die „56. Kunst-Messe München“ findet noch bis zum 30. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr statt. Der Eintritt kostet 15 Euro, der Katalog 10 Euro.

Kunst-Messe München
Postpalast
Wredestraße 10
D-80335 München
www.kunstmesse-muenchen.com

Die „85. Kunst & Antiquitäten München“ haben vom 22. Oktober bis zum 30. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt inklusive Messekatalog beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Festsaal des Paulaner am Nockherberg
Hochstraße 77
D-81451 München
www.kunst-antiquitaeten.de

Die „Munich Contempo – International Contemporary Art Fair“ hat bis zum 22. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr, am 23. Oktober von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Der Katalog kostet 10 Euro.

Munich Contempo
Postpalast
Wredestraße 10
D-80335 München
www.munich-contempo.com



22.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler & Ulrich Raphael Firsching

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