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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Alte Meister im Wiener Dorotheum

Erfolg der Damen



Sofonisba Anguissola, Bildnis der Erzherzogin Johanna von Spanien

Sofonisba Anguissola, Bildnis der Erzherzogin Johanna von Spanien

Schöne und edle Damen haben dem Wiener Auktionshaus Dorotheum schon so manches Mal Glück und Erfolg beschert. Am 12. Oktober profitierten die Alten Meister von dieser Tradition. Die eine dieser Damen ist namentlich fassbar: Es handelt sich um Erzherzogin Johanna von Spanien, Tochter Kaiser Karls V., verheiratet an den portugiesischen Thronerben Johann Manuel, rasch verwitwet und als Statthalterin für Philipp II. von großer politischer Bedeutung für das iberische Reich. Auch die Schöpferin des repräsentativen Dreiviertelbildnisses hat ihre eigenartige Geschichte: Als Angehörige italienischen Aristokratie widmete sich Sofonisba Anguissola der Malerei, brachte es zu großem Ruhm und arbeitete seit 1559 am spanischen Hof. 1625 starb sie wohl mehr als 90jährig in Palermo. Auf 30.000 bis 50.000 Euro angesetzt, konnte der adlige Vorbesitzer schließlich 240.000 Euro netto für seine Einlieferung einstreichen. Völlig überraschend landete das Portrait damit auf Platz zwei der Preisliste – weltweiter Auktionsrekord inbegriffen. Die andere der beiden Schönheiten ist nur allgemein als eine Herzogin aus der Familie der Sforza mit ihren beiden Söhnen zu identifizieren und auch das nicht mit letzter Sicherheit. Als Autor des lebensgroßen Bildnisses wird Scipione Pulzone vermutet, ein wichtiger Maler der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhunderts in Rom, der nach seinem Geburtsort Gaeta auch Il Gaetano genannt wird. Auch hier gab es eine Wertsteigerung, wenngleich nicht ganz so extrem von 100.000 bis 150.000 Euro auf 160.000 Euro.


Gut 56 Prozent der 112 Losnummern aus dem ersten, wichtigeren Teil konnte das Dorotheum weitervermitteln. Gefragt waren Niederländer und Italiener zu etwa gleichen Teilen, viele Erwartungen konnten allerdings nicht ganz erfüllt werden. Auch das Hauptlos, Joachim Anthonisz Wtewaels manieristische Anbetung der Hirten um 1600/05, scheiterte an 300.000 bis 400.000 Euro und spielte lediglich 260.000 Euro ein. Immerhin die untere Grenze von 200.000 bis 300.000 Euro schaffte Marcantonio Franceschinis Großformat „Die Entführung Europas“ aus den späten 1670er Jahren, ebenso wie Giovanni Francesco Barbieris neu entdeckte Leinwand mit Gottvater und einem geflügelten Engel, der die Weltkugel hält. Vor eineinhalb Jahren firmierte es bei Sotheby’s noch als „Umkreis“ des unter dem Namen Il Guercino bekannteren Künstlers. Auch sein Apostel Thomas ging bei 75.000 Euro noch zu einem akzeptablen Preis davon (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Auf den Zuschlag bei 200.000 Euro verdoppelte sich dann die untere Schätzung für Jusepe de Riberas fast expressionistische Studie des heiligen Hieronymus im Gebet, datiert 1647 und damit ein Spätwerk des gebürtigen Spaniers. Guido Renis Spätwerk eines etwas schwammigen lebensgroßen stehenden Männeraktes als Apoll mit Lorbeerkranz musste dagegen bei 100.000 bis 150.000 Euro ebenso die Heimreise antreten wie das großformatige Blumenbildpaar, das Giovanni Stanchi wohl ungefähr zur gleichen Zeit Mitte des 17ten Jahrhunderts in Rom gemalt hat (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Wenigstens wurde Renis kleine Kupfertafel mit dem schlafenden Franziskus an einer Felsenhöhle und einem für ihn musizierenden Engel bei 35.000 Euro übernommen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Der teuerste Niederländer nach Wtewael wurde Salomon van Ruysdaels weite Flusslandschaft ganz in erdigen Braun- und Grüntönen für 160.000 Euro, die stark an Jan van Goyen orientiert ist (Taxe 160.000 bis 200.000 EUR). Die zwar nicht einmalige, aber doch ungewöhnliche Darstellung einer Eisengießerei inmitten einer fein inszenierten Wald-, Hügel- Flusslandschaft Marten Ryckaerts wurde mit ansehnlichen 115.000 Euro entlohnt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Der häufigste Name war derjenige Jan Breughels d.J. Immerhin drei seiner vier Offerten konnten vergeben werden, darunter eine weite Landschaft mit Windmühle und Bauern auf einem Weg für 80.000 Euro und der kostbare Blumenstrauß in einer Tonvase für 100.000 Euro jeweils zur unteren Taxgrenze. Von den vier Werkstattarbeiten Peter Paul Rubens’ und Anthonis van Dycks wurden ebenfalls drei abgesetzt, doch hielten sich die Zuschläge mit bis zu 60.000 Euro für das Doppel der beiden heiligen Johannesse van Dycks weitgehend an die vorgegebenen Preisrahmen.

Auf relativ nachhaltiges gutes Interesse stieß die älteste Malerei, die überwiegend von Italienern bestritten wurde. So konnte eine Krönung Mariens des ausgehenden 14ten Jahrhunderts aus der Hand des Bolognesen Simone di Filippo, genannt Simone dei Crocifissi, ihre untere Schätzung auf 110.000 Euro fast verdoppeln. Eine Sieneser Kreuzigung, um 1340 noch auf einer rund zwanzig mal dreißig Zentimeter großen, goldgrundierten Tafel gemalt, traf die Mitte zwischen 60.000 bis 80.000 Euro. Auch eine Heilige Familie mit säugendem Jesusknaben wohl von Matteo della Chiesa, der um die Wende vom 15ten zum 16ten Jahrhundert in Lodi tätig war, wurde mit 65.000 Euro gut honoriert (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), ebenso eine Madonna in einer Landschaft mit Jesus und dem jungen Johannes des zu Beginn des 16ten Jahrhunderts in Florenz ansässigen Maestro di Serumido mit 34.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Ein Tondo mit der Muttergottes und drei musizierenden Engeln aus dem Umkreis des Piero di Cosimo stoppte dagegen schon bei 60.000 Euro. 80.000 bis 120.000 Euro hatten auf dem Preisschild gestanden. Auch die jüngeren Italiener überzeugten wie Giovanni Antonio Pellegrinis elegante Rokokomalerei „Rebecca am Brunnen“ für 150.000 Euro wohl um 1725 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) und eine venezianischen Vedute der gleichen Epoche mit dem Bucintoro, dem Staatsschiff des Dogen, an der Mole vor dem Dogenpalast für 130.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Von 18.000 Euro auf 36.000 Euro kletterte Clemente Speras fantastische Ruinenarchitektur um 1700 mit ruhenden Bauern und Mönchen. Eine Zusammenstellung teils seltener Vögel wie Papageien und Fischreiher seines Zeitgenossen Pietro Neri Scacciati spielte überraschend 70.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Die Künstler anderer Länder als Italien und Niederlande mussten erwartungsgemäß etwas im Hintergrund stehen. Von dem Franzosen Jean-Baptiste Greuze wurde ein kleiner Mädchenkopf unter dem Titel „La petite sœur“ zur unteren Schätzung von 60.000 Euro übernommen. Der Augsburger Joseph Heintz d.J., der seit Mitte der 1620er Jahre in Venedig lebte, hatte mit der Aufnahme einer Regatta auf dem dortigen Canal Grande bei 55.000 Euro einigen Erfolg (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Der gebürtige Leipziger Nicolaus Knüpfer, der seit 1630 in Utrecht lebte und dort 25 Jahre später starb, musste sich für seine antike Historienszene „Paetus und Arria“ mit 50.000 Euro bescheiden (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Hans von Aachen, der zu den wichtigsten Hofmalern Kaiser Rudolfs II. in Prag zählte, reüssierte mit einem intimen Herrenportrait von 1591 bei angemessenen 55.000 Euro, ebenso Johann Heinrich Tischbein d.Ä. mit dem „Raub der Europa“ in den zarten, spielerischen Formen des späten Rokoko bei 20.000 Euro. Einen Abschlag von diesem Wert auf 12.000 Euro musste Franz Michael Siegmund von Purgaus Waldbodenstillleben mit Wiesenblumen, Pilzen, Insekten, Eidechsen und Schnecken hinnehmen. Sein österreichischer Kollege Daniel Seiter war mit einer italienisch-barock inspirierten Darstellung der Susanna mit den beiden unzüchtigen Alten bei 28.000 Euro erfolgreicher (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Auch Jean-Baptiste van Loo überzeugte die Kunden mit der Nonchalance eines jungen elegant gewandeten Kavaliers zu ebendiesem Betrag (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Die Freude an einer gewissen Exotik dokumentierte sich in 120.000 Euro für die Verbildlichung einer Prozession, die im frühen 18ten Jahrhundert vor den Minaretten und Kuppeln Istanbuls stattfand. Jean Baptiste Vanmour führte diese Arbeit vor Ort aus (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Auch im zweiten Teil der Auktion mit weiteren 178 Positionen, aber nur knapp 70 Zuschlägen rangierten Gemälde Jan Breughels d.J. ganz oben: 80.000 Euro erlöste seine Maria mit Kind in einer prächtig blühenden, im Hintergrund abendlich ausklingenden Waldlandschaft, die er zusammen mit Frans Francken II gemalt hat (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), weitere 60.000 Euro seine allein verantwortete Ruhe auf der Flucht nach Ägypten mit zwei drolligen Putten um 1630 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Als Aufsteiger machte ein ungewöhnlich zusammengestelltes Stillleben Carlo Manieris auf sich aufmerksam, in dem nicht die Tier- und Pflanzenwelt oder Esswaren, sondern Kleidungsstücke, Waffen und ein Spiegel als Symbole alles Vergänglichen dienen. Von 18.000 bis 22.000 Euro auf 52.000 Euro steigerte sich diese bemerkenswert unorthodoxe, im Stil überdies stark retrospektiv auf die Renaissance rekurrierende Malerei des späten 17ten Jahrhunderts. Neuerlich Konstantinopel stand im Mittelpunkt bei einem über zwei Meter breiten Gemälde Hans de Jodes und seiner Werkstatt: Die Serailspitze ist hier zu sehen mit einer Reihe von Figuren und Schiffen. Im Kunsthistorischen Museum zu Wien hängt eine ganz ähnliche Komposition. Vielleicht hat dies die Bieter zu dem enormen Preiskampf von 3.000 bis 5.000 Euro auf 45.000 Euro beflügelt.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



20.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino, Gottvater mit geflügeltem Engel, der die Weltkugel hält

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