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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Glas bei Fischer in Heilbronn

Hasenbraten in spe



Goldrubinpokal, Süddeutschland, um 1690

Goldrubinpokal, Süddeutschland, um 1690

Nach der exzeptionell besetzten und insgesamt gut bebotenen Jubiläumsversteigerung vor drei Wochen wird das Heilbronner Auktionshaus Jürgen Fischer wieder zu einem seiner Kerngeschäfte zurückkehren: dem Glas. Von den ältesten Stücken wie einem zylinderförmigen, mit sechs Horizontalfäden bespannten Passglas des 17ten Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum für 2.500 bis 3.000 Euro bis hin zur unmittelbaren Gegenwart hat Fischer rund siebenhundert Losnummern anzubieten. Dabei kommen gelegentlich geschlossene Sammlungen oder Offerten mit hochkarätiger Provenienz zum Aufruf. Zu letzteren gehört ein glockenförmiges Rubinglas in einer vergoldeten Silbermontierung des Augsburger Meisters Matthäus Baur II. um 1690. Einst gehörte es zum Besitz derer von Thurn und Taxis. 4.000 bis 4.500 Euro hat Fischer dafür veranschlagt. Das Monogramm des hessischen Landgrafen Karl, der seit 1670 für die nächsten 55 Jahre sein kleines Reich regierte, ziert einen Pokal des Eisenacher Glasschneiders Georg Ernst Kunckel aus der Zeit um 1720/30, der mit 1.500 bis 2.500 Euro bewertet ist. Von atemberaubender Virtuosität in der Wiedergabe einer Landschaft mit einer Wildschweinjagd ist ein fast dreißig Zentimeter hoher Balusterpokal des Nürnbergers Johann Wolfgang Schmidt. Auch ohne fürstliche Herkunft dürften hier 3.000 bis 4.000 Euro berechtigt sein.


Unter den bemalten Gläsern der frühen Jahre ragt am 22. Oktober ein mitteldeutsches Passglas mit der Darstellung eines Hasen zwischen Maiglöckchen und der Datierung 1720 hervor. Dem guten Tier wird es aber nicht gut ergehen, wie die rückseitige Inschrift verkündet: „Gebradne Haasen seind nicht Böß, Der Hammer gibt gar hardte Stöß“ (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR). Stilistisch in die Zeit des Rokoko gehört ein böhmischer Deckelpokal, dessen konische Wandung mit feinen Radierungen in Zwischengoldtechnik verziert ist (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Zu ihm gesellt sich ein etwa gleichaltriger, ebenfalls böhmischer Becher mit einer Hirschjagd, die in selber Technik ausgeführt ist (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Dem Wiener Biedermeier gehört ein gedrungen proportionierter Becher an, dessen medaillonförmige Felder der seinerzeit sehr gefragte Gottlob Samuel Mohn mit Blumen und Tieren bemalt hat (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Die technische Brillanz der böhmischen und schlesischen Gläser um die Mitte des 19ten Jahrhunderts unterstreicht etwa ein gelbgrün schimmernder Uranglasbecher mit einem Portrait des spanischen Königs Karl III. (Taxe 2.000 bis 2.600 EUR). Für den exotischen Historismus stehen unter anderem ein Paar Moscheelampen, die an Arbeiten des Parisers Philippe-Joseph Brocard erinnern (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR), und eine wohl von Josef Müller um 1875 gestaltete Henkelkaraffe mit einer mythologischen Szene im klassizistisierenden Stil (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Insgesamt wesentlich teurer wird es wie üblich für die Gläser des französischen Art Nouveau. 9.000 bis 12.000 Euro werden beispielsweise für eine „Le Jardin des Hespérides“ betitelte Vase von Gabriel Argy-Rousseau aus dem Jahr 1926 erwartet. Ebenso viel soll die „Crocus“-Vase der Daum Frères aus dem Jahr 1906 kosten, einer der zahlreichen Entwürfe von Henri Bergé. Die ein Jahr zuvor aus der Hand desselben Meisters gegangene Vase „Paysage d’automne“ mit meisterlich impressionistischer Wiedergabe der bezeichneten Landschaft ist gar mit 12.000 bis 16.000 Euro etikettiert. Bei 10.000 bis 12.000 Euro für eine überwiegend in Rottönen strahlende Stangenvase mit Darwintulpen um 1900 und 10.000 bis 14.000 Euro für eine asterngeschmückte Tischlampe der 1920er Jahre bewegen sich die teuren Erzeugnisse von Emile Gallé preislich etwa im selben Umfeld.

Eine geschlossene Sammlung von rund dreißig Nummern widmet sich den späten Art Déco-Arbeiten von Verreries Schneider überwiegend aus den 1920er Jahren. Mit bis zu 8.000 oder 9.000 Euro für eine gelbrote Balusterform mit blauer Klematisblüte, die Keulenform „Interclaires“ mit fliegenden Blüten oder eine pilzförmige Lampe mit Rosen sind die Schätzpreise hier diesmal kaum kleiner als für Daum oder Gallé. Ungewohnt sind dann Exponate die Schneiders Vase „Craquelé“ mit einer wolkig braunen, krakelierten Zwischenschicht von 1922/24, die an gleichaltrige Erzeugnisse aus Murano erinnert (Taxe 300 bis 450 EUR). Günstigere Arbeiten findet man mit einer Vase um 1895/1900 von Burgun, Schverer & Co., die ein blühender Kaktus ziert (Taxe 4.300 bis 5.500 EUR), René Laliques rundes, eisblau patiniertes Exemplar „Escargot“ von 1920 (Taxe 4.300 bis 4.800 EUR) oder ebenfalls aus dem Art Déco die voluminöse Vase von Legras & Cie. aus gelbem Glas mit geätztem stilisiertem Blütendekor (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Auf böhmischer Seite ist eine Vase von Lötz Witwe um 1904 wegen ihrer Gestaltung als „Candida Silberiris“-Blüte recht originell (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Floral geht es auch bei der Gräflich Harrachschen Glasfabrik zu, wenn sie um 1900 ihre Vase mit zwei Mohnblüten gestaltet, die sogar über den Rand hinauswachsen (Taxe 1.800 bis 2.100 EUR). Den progressiveren Jugendstil verbreitete Peter Behrens 1900/01 mit seinen Stängelgläsern, von denen ein Exemplar aus rotem Schaft und farbloser Kuppa für 4.000 bis 6.000 Euro zur Verfügung steht. Eine im Geist verwandte Arbeit nach Entwurf Albin Müllers stellt die Kristallglasfabrik Benedikt von Poschinger um 1908 für 3.000 bis 4.000 Euro bereit. Knisternde Erotik verbreitet eine Vase des Glashandelshaus Schimek in Brünn um 1930/40: Fünf sich im Bade spreizende und reckende Frauenakte sind auf der farblosen Wandung zu bewundern (Taxe 1.400 bis 1.800 EUR). Den ebenfalls ganz unbekleideten Siegfried sieht man auf einer von J. & L. Lobmeyr um 1925 geschnittenen Vase gerade den Drachen erschlagen. Graveur August Bischof liefert auch gleich das entsprechende Zitat aus dem Nibelungen mit: „einen lintwurm sluoc des heledes hant“ (Taxe 9.000 bis 11.000 EUR).

Eine weitere geschlossene Sammlung, diesmal mit mehr als fünfzig Losen, stellt einen wesentlichen Teil der auch sonst üppigen Offerte an Murano-Vasen. Flavio Polis „Siderale“ von 1952 mit konzentrisch angelegten Kreisen in Honiggelb und Azurblau für 12.000 bis 17.000 Euro, Archimede Segusos „Merletto“ von 1954 in entsprechender Technik und mit unregelmäßigen Farbtupfern in Violett für 7.000 bis 9.000 Euro sowie Aldo Nasons 1959 luxuriös nach japanischen Vorbildern gestaltete Zweiröhrenvase „A reazioni policrome su metallo“ für 2.500 bis 4.000 Euro sind hier einige der schönsten Stücke. Einen Schwerpunkt bilden ferner die Arbeiten von Ermanno Toso für bis zu 7.000 Euro, unverwechselbar durch die kleinteiligen, oft aus stilisierten Blüten bestehenden Dekorationsmuster auf meist eher einfachen Vasenformen. Aus der jüngeren Zeit enthält diese Privatsammlung Lino Tagliapietras mit spiralförmigen Fäden verzierte Langhalsvase „Angel Tear“ von 1995 – Titellos der Auktion (Taxe 2.500 bis 4.000 EUR) – und eine der wie aus breiten Pinselstrichen gemalten Schalen Mary Ann Zynskys für 7.000 bis 10.000 Euro.

Im regulären Programm datieren die ältesten Murano-Arbeiten in die Zwischenkriegszeit wie eine behäbige Balustervase von Vetreria d’Arte Fontana um 1925/30 mit einer konstruktivistisch beeinflussten Malerei und chinoisen Motiven (Taxe 600 bis 800 EUR) und Carlo Scarpas fast monochrom grüne „A Bollicine“ aus blasigem Glas von 1932/36 (Taxe 4.000 bis 5.500 EUR). Auch sonst finden sich hier die bekannten Namen aus Murano wie Pollio Perelda mit einer mystisch wie ein Kirchenfenster eingefärbten „Cattedrale“ von 1957 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) oder Ermanno Toso mit einer heiter leuchtenden Vase „Murrine sparse su fondo giallo ocra“ aus den frühen 1950er Jahren (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Für etwas schmalere Geldbeutel warten mit Anzolo Fugas durchscheinender „Transennati“ von 1962 für 1.200 bis 1.500 Euro oder Willy Georges Vuilleumiers rosafarbener „Oca sensuale“ in namensgebender Gansform von 1954 für 3.000 bis 4.000 Euro kaum weniger schöne Arbeiten aus dieser Glanzzeit venezianischer Glaskunst auf Kundschaft.

Das tschechische Künstlerpaar Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová stellt wieder das Hauptlos der Auktion: 25.000 bis 35.000 Euro soll ihre tektonisch durchgearbeitete Plastik „Table laid under the red evening sky“ von 1988/98 kosten. Mit ihren abstrahierten Figuren „Head V with square eye“ von 1986 für 10.000 bis 15.000 Euro, der roten „Queen“ ebenfalls von 1986 für 12.000 bis 18.000 Euro und „Head with hair“ von 1990 für 20.000 bis 25.000 Euro gehören sie noch drei weitere Male zu den Favoriten der Auktion. Freikünstlerisch ohne konkreten Zweck sind auch die jüngsten Werke wie ein über Eck gestelltes Würfelobjekt namens „Sargasso“ von 2000 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder die 1998 gleichfalls von Jon Kuhn geschaffenen „Wings of faith“ für 6.000 bis 10.000 Euro. Gegenüber Kuhns futuristischen Objekten mit ihren scharfen Kanten waren in den 1970er Jahren eher gerundete Formen en vogue. Harvey K. Littletons farbloser „Loop“ von 1972 und eine Arbeit Dominick Labinos von 1978, die ebenfalls wie aus flüssigem Gummi gezogen ist, beweisen es. Jeweils 4.000 bis 6.000 Euro werden für die beiden Ziergläser erwartet.

Die Auktion beginnt am 22. Oktober um 10 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 20. Oktober täglich von 11 bis 17 Uhr, am 21. Oktober von 9 bis 16 Uhr möglich, und der Katalog im Internet unter www.auctions-fischer.de abrufbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



18.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Uranglasbecher, Böhmen, Mitte 19. Jahrhundert

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Willy Georges Vuilleumier, Vase „Oca sensuale“, 1954

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 Daum Frères, Henri Bergé, Vase „Paysage d’automne“, 1905

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Fratelli Toso, Pollio Perelda, Vase „Cattedrale“, 1957

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