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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Möbel und Antiquitäten bei Koller in Zürich

Steinerne Pracht



Kabinett mit Pietra Dura-Einlagen, Florenz, um 1650

Kabinett mit Pietra Dura-Einlagen, Florenz, um 1650

So recht anbeißen wollten die Freunde des Luxus und der teuren Moden diesmal nicht auf Kollers großer Möbel- und Einrichtungsauktion in Zürich. Von den circa 340 Losen wurden nur rund 42 Prozent versteigert. Den einzigen Hunderttausender gab es gleich am Anfang, und er war – selten genug – sogar ein Aufsteiger: 300.000 Franken, noch über die wie üblich weit gespannte Schätzung von 180.000 bis 280.000 Franken hinaus, vereinigte ein Florentiner Renaissancekabinett auf sich, das um die Mitte des 17ten Jahrhunderts mit feinen Pflanzen- und Vogeldarstellungen in Pietra-Dura-Technik verziert worden war. Hier fand einmal ein echter Preiskampf nach oben statt, den ein Schweizer Sammler für sich entschied. Die übrigen Hauptlose scheiterten dagegen an zu hohen Erwartungen: François Rübestücks chinoise Lackkommode um 1760 an 100.000 bis 150.000 Franken ebenso wie ein Bernard Molitor zugeschriebener Sekretär mit „verre églomisé“-Feldern an 150.000 bis 250.000 Franken oder ein monumentaler Empire-Schreibtisch wohl von Alexandre Régnier um 1801/02, der sich einst im Besitz Eugène de Beauharnais’, eines Stiefsohnes Napoleons und Schwiegersohns des bayerischen Königs Max I. Joseph, befand. Hier waren 250.000 bis 350.000 Franken zu viel.


Auch im preislichen Mittelfeld gab es am 22. September nur wenige Erfolge. Zwischen den 300.000 Franken für den Renaissanceschrank und dem nächsthöheren Zuschlag klafft eine bedeutende Lücke: Erst bei jeweils 60.000 Franken fand Koller für eine achtteilige Folge von Louis XV-Stühlen römischer Herkunft um 1765 (Taxe 60.000 bis 120.000 SFR) und einen zwölfteiligen Paravent Käufer, der um 1800 mit einer Landschaft in Coromandel-Lack in China entstanden war und aus den USA nach Zürich kam. Er ging nun in seine Heimat zurück (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). So konnte sich ein barocker Marmorbrunnen, im frühen 18ten Jahrhundert im Veneto gefertigt, bei 50.000 Franken relativ weit oben platzieren (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Auch ein österreichischer oder böhmischer Barockschrank mit figürlichen und landschaftlichen Intarsien sowie der Datierung 1744 brachte es mit seinen 40.000 Franken ebenfalls zur unteren Schätzpreisgrenze verhältnismäßig weit.

An bekannten Namen der französischen Meisterriege schafften es dagegen nur wenige auf der Zuschlagsliste. Jean Nadal gehört dazu mit einem Satz von sechs Fauteuils – „à la reine“, wie es so unnachahmlich bei Koller immer heißt – um 1740 für gute 44.000 Franken (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Ein kleines Kabinett, das Charles Topino zugeschrieben wird und mit seinem frühklassizistischen Dekor in die Zeit um 1760 gehört, fand bei 40.000 Franken den Weg zum Ausgang (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Von den wenigen Kommoden, die Koller losschlagen konnte, landete ein Exemplar des Rokoko aus dem Umkreis des Jean-Pierre Latz bei 44.000 Franken (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Schon bei 27.000 Franken verabschiedete sich Pierre-Antoine Bellangés äußerlich strenger, dafür mechanisch raffinierter Schreibtisch um 1818 (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR).

Für die dekorativen Einrichtungsgegenstände war schon bei 36.000 Franken Schluss, die ein Paar Spiegel mit bekrönenden Adlern aus dem angloamerikanischen Raum 1815/25 erzielte (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Auf 30.000 Franken konnte ein Paar Empire-Girandolen mit Viktorien, in der Art Pierre Philippe Thomires in Paris um 1810/20 gefertigt, seinen Wert immerhin verdoppeln. Einen Musikliebhaber fand der Stutzflügel des Klavierbauers Pierre Erard, der um 1845 auf die rund hundert Jahre alte verspielte Formsprache der Louis XV zurückgriff und dafür das Gehäuse aus einer Pariser Meisterwerkstatt bezog. 26.000 Franken wurden gezahlt (Taxe 25.000 bis 45.000 SFR). Aus dem deutschen Möbelsektor fiel eine mit farbigen Blüten geschmückte Rokokokonsole um 1750 von Johann Christian Hoppenhaupt durch, bei der die Ausführung in den Händen der Potsdamer Möbelschreiner Johann Georg Schleunig oder Johann Schnegg lag (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR).

Durchschnittlich deutlich besser war das Ergebnis in der Abteilung Silber, Porzellan, Fayence und Skulpturen am 19. Oktober. Fast zwei Drittel der rund 170 Lose konnte Koller vermitteln. Schon der Auftakt mit einem deutschen Serpentinhumpen des 17ten Jahrhunderts, gefasst in einer goldenen Kupfermontierung, war bei 9.300 Franken vielversprechend (Taxe 6.000 bis 10.000 SFR). Eines der teuersten Bildwerke wurde bei 20.000 Franken eine Madonna im Strahlenkranz, die zugleich die Silberabteilung anführte: Der Augsburger Meister Franz Anton Bettle schuf hier laut Jahresangabe 1716 eines seiner Meisterwerke (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Vier Kerzenstöcke mit Bandelwerk und Medaillons seines Landsmanns Johann Pepfenhauser II um 1730 sprangen mit 16.000 Franken leicht über die Schätzung hinaus. Für 33.000 Franken etwas unterhalb der Erwartungen wechselte die Terrakottagruppe einer Beweinung Christi den Besitzer, die dem Bologneser Bildhauer Giuseppe Maria Mazza zugeschrieben wird. Ein wohl spätgotischer, heiliger Florian aus Franken sagte dagegen erst bei 16.000 Franken Ade (Taxe 9.000 bis 14.000 SFR).

Beim Meißner Porzellan purzelten die Preise ebenfalls mitunter gewaltig hinauf. Eine August Rex-Vase der späten 1720er Jahre mit chinoiser Bemalung, die zwischen exotischen Pflanzen einen feuerspeienden Drachen zeigt, wurde von 7.000 bis 9.000 Franken auf 26.000 Franken gehoben. Noch größer war der Sprung bei einem stark nach Johann Joachim Kändler riechenden Mopspaar auf vergoldeten Bronzesockeln um 1745. Wegen erheblicher Reparaturspuren hatte Koller hier bescheiden mit nicht mehr als 5.000 bis 10.000 Franken gerechnet, am Ende waren es dagegen 43.000 Franken. Auch andere Porzellanmanufakturen waren erfolgreich, wenn auch auf niedrigerem Niveau, Zürich etwa mit der Figur eines Knaben, der sich gegen den Wind stemmt, bei 4.800 Franken (Taxe 700 bis 900 SFR), Johann Wilhelm Lanz dann mit zwei Putten samt Raubkatze beziehungsweise Bären, die als Allegorien für den Frühling und Winter stehen. Für die Waren aus Straßburg und Frankenthal kamen 3.800 Franken und 4.000 Franken zusammen (Taxe je 2.500 bis 3.500 SFR).

Einen noch größeren Sprung vollführte eine Vogelkanne aus Proskau um 1770/80. Die in Papageienform ausgeführte, bunt bemalte Fayence brachte es auf 5.600 Franken (Taxe 600 bis 800 SFR). Kaum weniger erfolgreich war das 19te Jahrhundert unter anderem mit einem Ensemble aus je zwei Deckelterrinen und Schalen des Londoner Silberschmieds Paul Storr um 1808/09 für 15.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) und mehreren Luxusgütern aus Russland, darunter einer neoklassizistischen Fußschale aus Nephrit von Michail Perchin für 26.000 Franken und einer kleinen Trinkschale um 1890 von Erik Kollin für 24.000 Franken, beides Fabergé-Arbeiten (Taxen zwischen 4.000 und 10.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



17.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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19.09.2011, Kunst und Antiquitäten

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Hühner für die Sängerin

Kunstwerk:

Johann Wilhelm Lanz, Putto mit Bär als „Winter“, um 1756/57
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Kunstwerk:

Paul Storr, 2 Deckelterrinen mit 2 Schalen, London 1808/09
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Michail Perchin, Fußschale, Russland
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Erik Kollin, Kleine Trinkschale, Russland um 1890
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Wandbrunnen, Venetien, frühes 18. Jahrhundert
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8 Fauteuils,
 Rom, um 1765
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Johann Pepfenhauser II, 4 Kerzenstöcke, Augsburg um 1730

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Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

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Losnummer: 1640

Wandbrunnen, Venetien, frühes 18. Jahrhundert

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Johann Wilhelm Lanz, Putto mit Bär als „Winter“, um 1756/57

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Taxe: 2.500 - 3.500 SFR

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Losnummer: 1688

 Porzellanmanufaktur Meißen, Augustus-Rex-Vase, Meißen, um 1725/30

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Taxe: 7.000 - 9.000 SFR

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Losnummer: 1120

 Porzellanmanufaktur Meißen, Mopspaar mit Jungem, Meißen, um 1745

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Taxe: 5.000 - 10.000 SFR

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Losnummer: 1601

 Fayencemanufaktur Proskau, Vogelkanne, Proskau, um 1770/80

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Losnummer: 1660

Zwölfteiliger Paravent mit Coromandel-Lack, China, um 1800

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Losnummer: 1121

Erik Kollin, Kleine Trinkschale, Russland um 1890

Erik Kollin, Kleine Trinkschale, Russland um 1890

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Losnummer: 1745a

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Losnummer: 1038

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Figur eines Knaben, Zürich, 18. Jahrhundert

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Losnummer: 1664




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