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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Selektives Kaufverhalten bei italienischem Design und Murano-Glas: Bei Quittenbaum in München waren vor allem die Spitzenstücke gefragt

Kapriole mit Campari



Carlo Scarpa, Vase „a pennellate“, 1942

Carlo Scarpa, Vase „a pennellate“, 1942

Besonders auf herausragende Qualität achteten die Kunden bei der vergangenen Designauktion von Quittenbaum in München. Bei den Murano-Gläsern machte sich diese Haltung noch mehr bemerkbar als im allgemeinen Teil. Denn mit circa 31 Prozent losbezogener Zuschlagsquote sah das Ergebnis auf den ersten Blick nicht gerade überwältigend aus. Entscheidender aber war der Abgang fast sämtlicher Spitzenstücke der Auktion. Die obere Schätzung von 20.000 Euro beispielsweise schaffte eine spiralförmig mit honiggelben Bändern verzierte Vase „a pennellate“ von Carlo Scarpa aus dem Jahr 1942. Ein balusterförmiges, ganz schlicht in Bernsteinfarben gehaltenes und in „velato“-Technik überarbeitetes Stück desselben Meisters kam bei einer Schätzung von 25.000 bis 30.000 Euro immerhin noch auf akzeptable 19.000 Euro. 16.000 Euro für Napoleone Martinuzzis Vase „pulegoso“ aus grünem Schaumglas in dreifach eingeschnürter und zwölffach gerippter Kalebassenform dokumentierten den Reiz besonders alter Gläser: Sie stammte von 1930. Doch auch hier lag die Schätzung mit 20.000 bis 24.000 Euro deutlich höher.


Aus dieser frühen Zeit blieb lediglich Tomaso Buzzis strenge, kreisförmige Schale „laguna“ von etwa 1933 bei 20.000 bis 24.000 Euro am 20. September unveräußert stehen. Auch mit den jüngeren Arbeiten insbesondere der 1950er Jahre hatte Quittenbaum Erfolg. Zwei der Hauptlose, Dino Martens’ gedeckte Vase „eldorado – osellaria trombone“ von 1952 für 17.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) und seine demgegenüber buntfarbige Vase „Geltrude“ von 1954 für 13.000 Euro hatten keine Absatzprobleme (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Auch das preisliche Mittelfeld war hier besser besetzt. 6.000 Euro für Flavio Polis muschelartige Vase „valva siderale“ von 1952 für 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), 8.500 Euro für Pollio Pereldas mit stilisierten Blüten geschmückte „stellato“ Mitte der 1950er Jahre (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und 10.000 Euro für Fulvio Bianconis zickzackartig sich in die Höhe schwingende, rot-blau gestreifte Vase „a fasce verticale“ von 1950/51 dokumentierten den Grad an Begehrtheit dieser eigentlich nicht gerade selten auf dem Markt erscheinenden Sammlerobjekte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Unter den späteren Gläsern wurden hohe Preise wieder etwas seltener. Ein circa 1960 bei Venini & C. hergestellter achteckiger Spiegel mit murrinengeschmücktem Rahmen schaffte noch die untere Grenze von 8.000 bis 10.000 Euro. Für Mary Ann Zynskys wie mit breitem Pinsel in die Wirklichkeit gemalte Schale aus dem Jahr 1981 kamen 6.000 Euro ebenfalls zur unteren Schätzung zustande. Ein stelenartiger Unikat-„Miniwatcher“ des Schweden Bertil Vallien um 2007 mit einer eingeschlossenen Maske in Jawlensky-Art markierte bei 2.800 Euro den Höhepunkt der jüngsten Arbeiten (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR). Das Hauptlos aber, eine apfelförmige und rötlich schimmernde Unikatvase Yoichi Ohiras von 2005 für 20.000 bis 24.000 Euro fand ebenso wenig einen Abnehmer wie überhaupt ein Großteil dieser Abteilung.

Mit knapp 38 Prozent war die Vergabequote bei den mehr als vierhundert Losen der Hauptauktion mit Design aus Italien zwar nicht viel höher als bei Murano, doch fiel eine große Anzahl zum Teil erheblicher Preissteigerungen auf. Gleich zu Beginn schlug Leonetto Cappiellos farbig lithografiertes Werbeplakat für den damals schon beliebten „Bitter Campari“ eine Kapriole von 1.500 bis 1.800 Euro auf 3.100 Euro. Wenige Losnummern weiter setzten Gio Pontis mit einer stilisierten Jagdszene bemalte grüne Schale aus der Serie „La Venatoria“ um 1925 mit 4.400 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und eine marmorartig bemalte Holzkonsole aus den 1930er Jahren bei 4.500 Euro die Erfolgsserie fort (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Herausragenden dokumentarischen Wert besaß eine Schwarz-Weiß-Fotografie aus dem Schlafzimmer der Casa Devalle in Turin, die Carlo Mollino 1939/40 als überbordend surrealistisches Gesamtkunstwerk aus Antiquitäten und eigenen Schöpfungen erstehen ließ. Die Casa selbst wie auch ihr Mobiliar gingen wohl während des Zweiten Weltkriegs zugrunde. Mit einem Ergebnis von 3.600 Euro konnte hier die untere Schätzung verdoppelt werden.

Ein fünfstelliger Zuschlag konnte während der Auktion nicht erreicht werden, ein funktionalistisches Bücherregal der 1940er Jahre in der Art von Carlo Pagani schrappte mit 9.000 Euro aber hart daran vorbei (Taxe 9.500 bis 12.000 EUR). Auch der wahre Schöpfer eines mehr als drei Meter breiten Esstisches um 1950 war nicht bekannt, dennoch überzeugte die fein gearbeitete Mahagonikonstruktion zur unteren Schätzung von 8.000 Euro. Große Aufmerksamkeit zogen einmal mehr die zahlreichen Lampenangebote auf sich: Klassiker wie Gino Sarfattis zwei minimalistische Stehleuchten „1055“ von 1955 für 4.200 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), aber auch ungewöhnliche Stücke wie zwei andere Stehleuchten aus etwa derselben Zeit, bei deren kürbisförmigen Lampenschirmen wir uns wieder in der Murano-Abteilung befinden. Die für 6.600 Euro zugewiesenen Lampen werden der Firma A.Ve.M. zugeschrieben (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Joe Colombo beteiligte sich mit seiner futuristischen Tischleuchte „Aton“ von 1964 unter einer kugelförmigen Glashaube für 3.000 Euro (Taxe 2.000 bis 2.300 EUR).

Die 1960er Jahre beeindruckten ferner unter anderem mit Ettore Sottsass’ im Vergleich zu seinen späteren Arbeiten strengem Marmortisch „Loto“ von 1965 für 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) und Giovanni Offredis aus drei sphärischen Dreiecken zusammengesetzten Esstisch „Carola“ von 1968 für 5.200 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Wenig später führten synthetische Materialien ihren Siegeszug wie Fabio Lencis Plexiglas-Schreibtisch samt Stuhl von 1970 für 4.400 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder die beiden handförmigen Sessel „Joe“ von Jonathan de Pas, Donato d’Urbino und Paolo Lomazzi von 1971. Für 5.000 Euro und 7.000 Euro jeweils zur unteren Grenze konnten sowohl der weiße Vinyl-Bezug als auch das vornehmere Wildleder-Unikat in einer Ausführung von 2008 verkauft werden.

Das Hauptlos der Auktion allerdings, Gaetano Pesces in den italienischen Farben gestalteter Tisch „Sansone“ von 1980, war mit 30.000 bis 35.000 Euro offenbar doch etwas zu anspruchsvoll taxiert. Auch mit der bildenden Kunst hatte Quittenbaum diesmal nicht den durchschlagenden Erfolg. Von den hochpreisigen Offerten konnte lediglich eines der abstrakten Bilder Stanislaw Fijalkowskis unter dem Titel „Talmud Polski II“ von 1988 für 6.800 Euro vergeben werden (Taxe 6.800 bis 8.000 EUR). Bei taxgerechten 3.000 Euro folgte Ryszard Winiarskis schwarzweiße Quadratspielerei „Chance in game“ von 1987, bei 2.300 Euro Olafur Eliassons fotografische Wiedergabe einer grauen Gesteinsformation (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



26.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jonathan de Pas, Donato d’Urbino und Paolo Lomazzi, Sessel „Joe“, 1971
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Jonathan de Pas, Donato d’Urbino und Paolo Lomazzi, Sessel „Joe“, 1971

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Jonathan de Pas, Donato d’Urbino und Paolo Lomazzi, Sessel „Joe“, 1971

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

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Gino Sarfatti, Zwei Stehleuchten „1055“, 1955

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Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

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