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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst des Malers und Bildhauers Christian Theunert sowie Fotografie bei Bassenge in Berlin

Anverwandelt



Eine Versteigerung von moderner Kunst der besonderen Art wird das Berliner Auktionshaus Bassenge am kommenden Samstag abhalten: Zum Aufruf gelangt der künstlerische Nachlass des Malers und Bildhauers Christian Theunert. Theunert, 1899 in Neuwied geboren, gehört nicht zu den ganz Bekannten des 20sten Jahrhunderts, doch sein Werk zeugt von großer Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Ausgebildet auf den Akademien in München und Berlin unter anderem als Meisterschüler Edwin Scharffs, wird seine junge Karriere bereits 1934 durch die nationalsozialistische Kulturpolitik unterbunden. Teilweise im Untergrund lebend, kann Theunert seine künstlerische Tätigkeit erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufnehmen. Er schließt sich der Künstlervereinigung „Berliner Neuen Gruppe“ an und erhält vor allem in den 1950er Jahren einige öffentliche Aufträge. Im Juli 1981 stirbt er in West-Berlin.


Seiner ersten künstlerischen Ausbildung zum Holz- und Steinbildhauer entsprechend sind es vor allem Skulpturen, durch welche Christian Theunert noch heute eine gewisse Bekanntheit besitzt. Unverwechselbar sind seine abstrahierten Figuren, bei denen ein Unterkörper gelegentlich gleichsam aufgebläht, die Arme zu sichelförmigen Stummeln reduziert und die Gliedmaßen zu stereometrischen Elementen vereinfacht sind. Manches, insbesondere seine Kopfplastiken wie ein „Teenager“ aus Terrakotta von 1964 oder eine „Träumende“ von 1964 mit geschürztem Kussmund, erinnert an Pablo Picasso oder auch an Joan Miró, und es scheint gerechtfertigt, Theunerts fantasievolle, entrückende Bildwelt in diese Tradition der Moderne einzuordnen. Auch seine malerischen Arbeiten wie das Pastell „Zwei Frauen am Tisch“ von 1948, bei denen eine Leidenschaft für kräftige Farben zu den weich fließenden Umrissformen hinzukommt, zeigen diese Affinität, wenngleich in den frühen Werken der Nachkriegszeit auch die Kunst des Expressionismus noch durchschlägt.

Das Besondere an der Auktion ist, dass Bassenge auf Preislimits verzichtet. Das gibt – zumal bei einem derart geschlossenen Angebot – Chancen zu schönen Preisentwicklungen, birgt aber auch die Gefahr des Verramschens. Da Theunerts Werke selten auf dem Kunstmarkt auftauchen, wird man von drei- und vierstelligen Preisen für seine Arbeiten ausgehen können, kleine Grafiken günstiger, Bronzen, zumal in kleiner Auflage, teurer. Für eine beinahe lebensgroße, aber schon einmal gebrochene „Tänzerin“ aus Gips von 1953, bei der nur die äußeren Umrisse stilisiert und archaisch wiedergegeben sind, konnte das Dresdner Auktionshaus Schmidt am vergangenen Wochenende den wohl bisher höchsten Preis von 4.000 Euro erzielen.

Ebenfalls am 24. September versteigert Bassenge eine kaum weniger bemerkenswerte Sammlung von Architekturfotografien aus dem Umfeld des Bauhauses. Meisterwerke der frühmodernen Baukunst wie Helmuth Wirminghaus’ Uhrenturm der Schule in Köln-Zollstock 1929, Fritz Högers vibrierende Klinkerfassade der Zigarettenfabrik Haus Hauerburg in Hamburg-Wandsbeck 1926/27 oder Ludwig Mies van der Rohes Stuttgarter Weißenhofsiedlung werden durch die kongenialen Aufnahmen von Meistern wie Werner Mantz, Carl und Adolf Dransfeld oder Otto Lossen in ihrer ganzen Schönheit wahrnehmbar. Vor allem gilt dies für eine Mappe von annähernd hundert Fotografien unbekannter Künstler, betitelt „Berlin im Licht“, und die darin enthaltene Hommage an die elektrisch erleuchteten Zeichen der Moderne in der nächtlichen Reichshauptstadt der 1920er Jahre. Im Gegensatz zu den anderen Aufnahmen, die einzeln im drei- oder niedrigen vierstelligen Bereich rangieren, sind für dieses Konvolut 25.000 Euro veranschlagt.

Eine zweite Abteilung trägt im englischsprachigen Katalog den Titel „White City – Tel Aviv“ und enthält gut zwei Dutzend Nummern mit Vintages überwiegend der 1930er und 1940er Jahre, also aus der Aufbauzeit der seit 2003 auf der UNESCO-Welterbeliste stehenden Weißen Stadt. Viele der dort abgebildeten Gebäude sind heute schon gar nicht mehr vorhanden und zeugen von der einstigen Eleganz dieser damals weitgehend aus dem Nichts aufgebauten Metropole. Circa vierzig Losnummern widmen sich schließlich der Nachkriegsarchitektur bis in die 1960er Jahre hinein. Signifikante Bauwerke dieser Zeit wie Alvar Aaltos Maison Carré in Bazoches, Walter Gropius’ Fabrikgebäude der Porzellanmanufaktur Rosenthal oder Hans Schwipperts Bundeshaus in Bonn sind hier durch Heikki Havas, Paul Swiridoff und Albert Renger-Patzsch bildlich dokumentiert. Die Schätzpreise sind wie in der Tel Aviv-Abteilung meist dreistellig. Ein weiterer Katalog listet zudem gut 150 Fotobücher und Bücher über Fotografie, die die Marke von 1.000 Euro ebenfalls nur selten übersteigen.

Die Auktion beginnt am 24. September um 11 Uhr mit dem Nachlass Theunert, um 15 Uhr mit der Fotografie. Ebenso wie die Vorbesichtigung findet sie in der Rankestraße 24, 10789 Berlin, Bassenges neuen Räumen für die Moderne Kunst, statt. Die Objekte können bis zum 22. September täglich von 10 bis 18 Uhr, am 23. September von 10 bis 16 Uhr in Augenschein genommen werden. Der Katalog ist im Internet unter www.bassenge.com abrufbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



21.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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