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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bei der zeitgenössischen Kunst setzt das Kinsky in Wien wieder auf die Österreicher

Versammlung der Großen



Daumendick ist der Katalog zur Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 27. September im Wiener Auktionshaus im Kinsky, mehr als dreihundert Positionen umfasst er. Versammelt ist dort fast Alles, was Rang und Namen in der österreichischen Szene während der vergangenen fünfzig Jahre hat. Einen eindeutigen Favoriten gibt es nicht, etliche Werke ragen aber doch heraus und repräsentieren zugleich einige der wichtigsten Positionen der Gegenwartskunst. So ist für voraussichtlich 50.000 bis 80.000 Euro eine der fast ganz schwarzen Übermalungen Arnulf Rainers zu haben, mit welcher der österreichische Altmeister noch im Jahr 2000 eine lange Tradition seiner ebenso subversiven wie nachdenklichen Kunst fortsetzte. 80.000 bis 150.000 Euro soll ein unbetiteltes Werk Alfons Schillings kosten. Auf den ersten Blick ein informelles Werk in der Nachfolge Emil Schumachers, treibt die fast zweieinhalb Meter breite Leinwand die Erweiterung des Malereibegriffs noch weiter voran, indem durch eine Rotationsvorrichtung die Pinselstriche mehr oder weniger dem Zufall überlassen wurden.


Hermann Nitsch, nicht minder radikal, ist durch eines seiner zahlreichen Schüttbilder mit Malhemd vertreten, diesmal auf zwei mal drei Metern aus dem Jahr 1991 in blutigem Rot (Taxe 45.000 bis 70.000 EUR). Otto Muehl wiederum knüpft mit seiner leuchtenden, dabei fast gefälligen „Parndorfer Heide“ 1987 an die Landschaftsmalerei des Expressionismus an, macht daraus aber ein mehr oder weniger auch abstrakt zu lesenden Kunstwerk (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). In diese Riege der Avantgardisten, die in jungen Jahren als Bürgerschrecks die Öffentlichkeit traktierten, reiht sich auch Günter Brus, wenngleich von ihm ebenfalls schon ein Werk der mittleren Schaffensperiode, die zeichnerische Mischtechnik „Wer nicht fühlen will, muß denken“ von 1983, für 30.000 bis 50.000 Euro zum Aufruf kommt. Gespenstisch muten die skelettartigen, wie im Nichts vor einem weißen Grund verzischenden Gestalten an, die Adolf Frohner 1987 als „Zeitvertreiber“ wie in einem Totentanz nebeneinander aufreihte (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR).

Nicht zu vergessen ist ferner die schillernde Künstlerpersönlichkeit des Ernst Fuchs, eines der führenden Phantastischen Realisten. Neben kleineren Arbeiten wie einer melancholischen „Flora-Mystica“ (Taxe 22.000 bis 30.000 EUR) oder einem „Strauß des Morpheus“ von 1984, der wie im Dezember 2008 wiederum mit 25.000 bis 40.000 Euro notiert ist, gibt es von ihm das fast lebensgroße Bildnis einer lasziv-verführerischen Tänzerin in halb ver-, halb enthüllendem Kleid. Dessen Farbe nach trägt das Werk den Titel „Violett“ (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Sein Kollege und Mitstreiter Arik Brauer ist allein in der malerischen Technik und der Themenwahl des „Brennenden Dornbuschs“ unverwechselbar (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR), ebenso wie eine durch blockartige Ausschnitte an einer Felsküste „Geordnete Landschaft“ von 1989/90 für die Kunst Anton Lehmdens (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Anders als diese drei Maler ist der 1933 geborene Helmut Leherb, der ihrem Kreis lose angehörte, schon 1997 relativ früh aus dem Leben geschieden. Das Unwirkliche, (Alp-)Traumhafte hat auch in seiner „Explosion in Brighton“ aus dem Jahr 1985 Eingang gefunden (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Sind dies wohl die bekanntesten und berühmtesten österreichischen Gegenwartskünstler, so finden sich auch bedeutende Werke von Meistern der zweiten Garde. Gleich zu Beginn schimmern einem die verschwommenen, bunten Edelitglasbilder Marc Adrians aus den 1970er Jahren entgegen, darunter der große „Survivor“ von 1973/74 für 23.000 bis 40.000 Euro. Für 10.000 bis 15.000 Euro steht ein konkretes Frühwerk mit ineinander gestaffelten Quadraten in den Primärfarben sowie Schwarz und Weiß des rund Zwanzigjährigen aus der Zeit um 1950 zur Verfügung. Schon 1949 hat Oswald Oberhuber noch als Student an der Gewerbeschule in Innsbruck mit gerade einmal 18 Jahren ein mustergültiges Beispiel informeller Kunst abgeliefert. Sein querformatiges, auf 15.000 bis 30.000 Euro geschätztes Bild ist eine filigrane fröhliche Ansammlung kleiner amorpher Formen und Striche. 1958 rief er dann die „permanente Veränderung in der Kunst“ aus und wandte sich konsequent einer gegenständlichen Figurenmalerei zu. Zudem ragen eine unbetitelte Landschaftsabstraktion Siegfried Anzingers von 1983 (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR) und Xenia Hausners Frauendoppelportrait „Alles Walzer I“ von 1997 hervor (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR).

Bei den jüngeren Positionen treffen also Figuration und Abstraktion aufeinander. So setzt Jakob Gasteiger ganz auf die Kraft der Farbe Rot, die er in „8.5.2006“ in Rechtecken auf die Leinwand gespachtelt hat (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Ihm steht etwa Anna Meyer mit ihrem bunten Stadtbild „I want in another world“ von 2006 gegenüber, in dem sie sich den leeren Versprechen globaler Konsumkultur auch in der arabischen Welt widmet (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR). Eine Zwischenstellung nimmt etwa Robert Hammerstiel ein, der sich zwar auf Menschen und reale Gegebenheit bezieht, die Perspektive und die Binnenstruktur aber vernachlässigt und die Umrisse der Formen lediglich einfarbig ausmalt, so auch in der Leinwand „Nahezu ein peripheres Interieur“ von 2007 (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Alois Mosbacher und Franz Yang-Mocnik lösen ihre Gestalten in der Farbe weitgehend auf (Taxen zwischen 7.500 und 15.000 EUR), während Turi Werkner in seinem wandfüllenden Gemälde „Nr. 231: hysterischer Anfall Nr. 2“ von 1994 lustvoll und ausschweifend (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Otto Zitko in seinem schwarzweißen Rußbild von 1990 konzentriert lediglich mit der Farbe umgehen (Taxe 3.500 bis 6.000 EUR).

Bei den Bildhauern geben sich ebenfalls wichtige Altmeister und einige Jüngere ein etwa gleichwertiges Stelldichein. Wander Bertonis patinierte Bronzen „Die Kämmende“ von 1945 (Taxe 50.000 bis 90.000 EUR) und „Der Lautenspieler“ von 1962 (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR), Rudolf Kedls wulstige „Tänzerin II“ von 1960 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) sowie zwei Büsten Fritz Wotrubas aus der Zeit zwischen 1949 und 1953 für bis zu 50.000 Euro stehen für die Fortführung einer eher traditionellen Kunstauffassung mit anderen, neuen Mitteln. Etwas humorvoller geht es bei Erwin Wurm zu. Sein „Fathouse“ von 2009 ist ein unter der Last seines Daches auseinanderquellendes Spaßgebäude und besteht nicht einmal aus echtem Silber, sondern nur aus silberfarben bemalter Keramik (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Auch Valie Exports Lichtobjekt einer Wachslampe von 1974 setzt auf Veränderung und unterläuft damit ein objektgebundenes, starres Kunstverständnis (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Lorenz Estermann interessiert sich für architektonische Prototypen, die er im Kleinformat als Skulpturen nachbaut. Sein junges „Modell: Fisherhouse III“ von 2010 soll 3.000 bis 6.000 Euro einspielen. Ebenso spielerisch geht Mario Dalpra ans Werk. Seine „Transformation“ von 2008 ist die Punktefigur eines weiblichen Akts in Gelb und Schwarz, die er auseinander gesägt und neu zusammengesetzt hat. Nur harren die einzelnen Puzzleteile auf ihre korrekte Anordnung (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR). Der Katalog führt zudem einige Zeichnungen an, darunter Maria Lassnigs Portrait der im großen Fauteuil sitzenden Karin Achleitner von 1974 (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR), Wolfgang Herzigs rundliche Bonbonesserin mit der Bezeichnung „I am eating my saltwater toffy“ von 1969 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), Franz Grafs pubertierende Jugendliche beim Zungenkuss von 2000 (Taxe 11.000 bis 20.000 EUR), Sevda Chkoutovas dicht gefülltes Blatt „Narzisse“ von 2009, mit dem die junge Bulgarin ebenfalls die Jugendkultur untersucht (Taxe 3.800 bis 5.000 EUR), Hans Schabus’ Konstruktionscollage „Reißbrett Nr. 27“ von 2001 (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) oder als Künstler aus Gugging Johann Hauser mit seinen kindlich-naiven Farbstiftzeichnungen „Schloss“ oder „Teufel“ für bis zu 10.000 Euro.

Nicht allzu groß ist das Angebot an nichtösterreichischen Künstlern. Am meisten Aufmerksamkeit erregt vielleicht Hans Hofmanns „The Bay“, entstanden 1951 in seiner amerikanischen Zweitheimat als ein zwar nicht großes, aber repräsentatives Beispiel des abstrakten Expressionismus jenseits des Atlantiks (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Zu nennen sind ferner eine unverwechselbar komplex zerlegte menschliche Gestalt Jean Dubuffets in kräftigen Rot- und Blautönen über Schwarz-Weiß aus der Serie „Hourloupe“ von 1967, Sandro Chias nachdenkliche „Figura in rosso“ von 2005 (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR) und eine der 75 Farblithografiefolgen Serge Poliakoffs in zehn Teilen für jeweils 40.000 bis 80.000 Euro. Auch ein bisschen ZERO hat sich eingefunden mit Heinz Macks experimentellem „Schwarzen Stein-Spiegel“ aus glatt poliertem Granit von 1991/92, ebenfalls mit 40.000 bis 80.000 Euro bewertet. Spanien schickt Antoni Tàpies mit einer „Livre“ betitelten, stilllebenartigen Ölkreidekomposition für 40.000 bis 80.000 Euro und der zwanzigteiligen Grafikkassette „Llulle-Tàpies“ aus den Jahren 1973/75 für 30.000 bis 60.000 Euro ins Rennen.

Die Versteigerung beginnt am 27. September um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 22. September bis zum Auktionsbeginn täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags nur bis 17 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.imkinsky.com abrufbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



21.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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