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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zum dritten Mal versteigert Sotheby’s in New York zeitgenössische Werke aus der Sammlung Allan Stone

Verführerische Früchte



Dritte Runde bei Sotheby’s in New York: Am 23. September kommt eine weitere Tranche der Sammlung des 2006 verstorbenen Galeristen Allan Stone unter den Hammer. 65 Lose sind es diesmal, und Stones Lieblinge sind mit teils üppig taxierten Stücken vertreten: John Chamberlain, Willem de Kooning, Franz Kline, Alfred Leslie und – mit fünfzehn Werken – der Pop Art-Senior Wayne Thiebaud, der schon im vergangenen Mai bei Sotheby’s für ein lang anhaltendes Bieterfeuerwerk sorgte. Daher darf man auch jetzt für seine betont plastisch geformte Dingwelt in leuchtender haptischer Farbigkeit wieder mit regem Interesse bei den Käufern rechnen.


Mit dem teuersten Werk der Auktion, „Standing Man“, entfernt sich Wayne Thiebaud allerdings von vorschnellen Zuordnungen. Das 1964 entstandene Ganzkörperportrait eines seriös grau beanzugten Mannes ist eher einem enigmatischen Realismus zuzuordnen. Die steife „Grundstellung“ mit an der Hosennaht angelegten Händen, das kühle Licht eines Polizeifotos, die leicht hängende Schulter, ein traurig-resignierter Blick: All das lässt den Betrachter nach Bedeutung fragen. Doch Thiebaud wollte keine Geschichte erzählen, sondern formale Probleme knacken, „Beleuchtung, Farbe, Struktur“, wie er selbst behauptete. 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar veranschlagt Sotheby’s für das Bild.

Thiebauds gemalte Alltagsgegenstände haben ihren speziellen Reiz, geschuldet der Farbe, der oft sorgfältigen Detailarbeit, der Überhöhung des Banalen: die leckeren, in Öl auf Papier gemalten „Candy Chunks“ etwa, auf 80.000 bis 120.000 Dollar taxiert, zeigen im Grunde drei fantasievoll variierte waagrechte Formverläufe. Der spartanisch ins Bild gesetzte „Mirror“, für 150.000 bis 200.000 Dollar, ist eine der diffizil ausgearbeiteten Pastellarbeiten auf Papier. Ein Meisterwerk farblicher Gestaltung ist das Ölbild „Cherries #1“, in dem Thiebaud die Lichtreflexe auf der glänzenden schwarzroten Schale der Früchte vielfältig farblich ausarbeitet. Das Stillleben von 1981 kommt für 500.000 bis 700.000 Dollar zum Aufruf. Und Farbe, diesmal leuchtend und kaum vermischt, zeichnet auch die Krawattenkiste von 1969 aus: „Tie Tray“ soll 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar bringen.

Bei Willem de Koonings „Woman as Landscape“ von einem Frauenbildnis zu sprechen, wäre nur die halbe Wahrheit. Denn der kraftvoll expressive Farbauftrag und das geradezu wütende Aufbrechen der Körperform überführen die weiblichen Kurven über die Natur hinaus in einen rein malerischen Gestus. Als ein Hauptwerk aus der Mitte der sechziger Jahre eingeschätzt, will Sotheby’s für das Stück mindestens 800.000 Dollar erzielen. Und selbst für eine titellose Kohlezeichnung de Koonings aus den „Clamdigger Series“, die wiederum irgendwie an menschliche Gestalten erinnert, sollen noch 300.000 bis 400.000 Dollar fließen.

Von Franz Kline kommt eine titellose Farbstudie in Öl auf Papier zum Aufruf, die auf das Jahr 1948 datiert ist und in ihrer ungetrübten Helligkeit die lebenspositive Leichtigkeit der Nachkriegsepoche wiederspiegelt. 300.000 bis 400.000 Dollar soll sie kosten. Knapp zehn Jahre später schafft Kline eine düstere Arbeit, in der dicke schwarze Tintenbalken depressive Trauer tragen, obwohl das Bild durch keinen Titel eine Assoziation weckt (Taxe 80.000 bis 120.000 USD). Hans Hofmanns 1942 entstandenes abstraktes Aquarell, in der zerfließende Farben sich gegen die Übermacht von Schwarz wehren, ist dem Haus nur 30.000 bis 40.000 Dollar Taxe wert. Michael Goldbergs unbetitelte Arbeit von 1958, eine recht konventionelle abstrakte Farbschmiererei, ist mit 80.000 bis 120.000 Dollar veranschlagt.

Nach der abstrakten Malerei, zu der etwa noch Alfred Leslies kompakt geviertelte Leinwand „Quartet #2“ von 1958 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD) oder Edvins Strautmanis’ schlierende Farbbalken „Kursa“ von 1983 gehören (Taxe 15.000 bis 20.000 USD), hält dann der Gegenstand wieder vehement Einzug in Stones Galeristenleben. Dafür stehen etwa der Fotorealist Richard Estes mit einer Straßenszene samt spiegelnder Schaufensterfront wohl aus San Francisco (Taxe 80.000 bis 120.000 USD) oder Janet Fish mit ihrem bis zum Bildrand vorrückenden, sonnengelben „Jar of Honey“ um 1970 (Taxe 15.000 bis 25.000 USD). Eine beziehungsreiche Szene mag man in „Backfloat“ der in Deutschland kaum bekannten Amerikanerin Lorraine Shemesh entdecken, in der sich in einem Schwimmbecken ein junger Mann mit ausgestreckten Armen von unten einem auf der Wasserfläche ruhenden Mädchen nähert (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). Die 1949 geborene Shemesh, die 2009 noch eine Einzelausstellung in der Allan Stone Gallery hatte, wählt in ihren Werken oft Motive, die mit Wasser und Schwimmbädern zu tun haben – Chiffren des Unbewussten, des gebändigten Chaos, der erotisch gefärbten Bedrohung?

Im Bereich der Skulptur hat die Auktion für Liebhaber ebenfalls einige reizvolle Stücke parat: Da ist etwa „Cord“ des 1927 geborenen amerikanischen Pioniers des Abstrakten, John Chamberlain: eine formal bezwingende, noch rein schwarze Verschlingung vom Stahldrähten, -bändern und verschlissenen Resten von Werkstücken aus dem Jahr 1957 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Zu seinen jüngeren, aus bemaltem Autoschrott gefertigten Skulpturen gehört der kleine „Tonk“ um 1981 (Taxe 60.000 bis 80.000 USD) oder das wie eine Vase oder ein Blütenkelch wirkende „Hudson“ von 1960 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Ein eher seltenes Material bei Chamberlain ist das Plexiglas. 1971 hat er es für eine Arbeit verwendet, deren weich modellierte, kurvige Oberfläche er dann doch mit einem metallischen Finish veredelt hat (Taxe 40.000 bis 60.000 USD).

Symbolisch aufgeladen wirken dagegen die Skulpturen des 2005 verstorbenen Franzosen Arman, so die „Odalisque“, eine Bronze-Holz-Skulptur von 1981. Sie erinnert an die „Colères“ genannten wütenden Zertrümmerungen von Streichinstrumenten, die Arman Anfang der 1960er Jahre realisiert hat. Bei der „Odalisque“ ahmt ein in Scheiben zerschnittenes Cello die manierierten Körperdrehungen der Damen auf den verführerischen Bildern des bürgerlichen Salons ironisch nach (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). „Gabriel Calling“ ist sein Konglomerat von Trompetentrichtern und spielt seit etwa 1976 unverkennbar auf die Posaunen der Apokalypse an (Taxe 80.000 bis 120.000 USD), während die in einen Polyesterwürfel eingeschmolzenen Tuben von Malerfarben von 1976 mit dem Gedanken von Prozess und Beständigkeit spielen (Taxe 15.000 bis 20.000 USD). Doch auch bei der Skulptur hat Allan Stone auf die Überzeugungskraft Dingwelt gebaut, etwa auf James Grashows Blumentopf „House Plant“ von 1995 mit violetten Freesien, aus deren Blüten kleine Häuser wachsen (Taxe 6.000 bis 8.000 USD), oder Richard Hadens aus Holz gefertigten Basketball „Deflated“ von 1992, dem eben etwas die Luft ausgegangen ist (Taxe 4.000 bis 6.000 USD). Den Bietern wird das in der kommenden Woche wohl nicht passieren.

Die Auktion beginnt am 23. September um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist vom 17. bis zum 22. September täglich von 10 bis 17 Uhr, am letzten Tag nur bis 15 Uhr, möglich.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



15.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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Veranstaltung vom:


23.09.2011, The Collection of Allan Stone, Vol. III

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