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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Ein letztes Aufbäumen: Das Glückstädter Palais für aktuelle Kunst zeigt den Leipziger Fotografen Hans-Christian Schink. Es ist die vorletzte Ausstellung vor der nahezu unausweichlichen Schließung des Hauses

Ein Ort für die Kunst muss schließen



„Wir haben alles versucht in den letzten Jahren, aber ich fürchte, man hat uns hier letztlich nicht gewollt“, bedauert Christiane Gehner. Zehn Jahre lang war sie die Vorsitzende des Kunstvereins Glückstadt. Zehn Jahre Ausstellungsprogramm mit zeitgenössischer Kunst, unterstützt von jungen Kuratoren und vielen ehrenamtlichen Helfern. Den Betrieb konnte der engagierte Verein im historischen Adelspalais am Hafen mit einem jährlichen Zuschuss seitens der Stadt von 28.000 Euro aufrecht erhalten. Eine halbe Stelle für einen Kurator – zur Zeit ist es Christiane Opitz aus Hamburg – garantierte professionelles Arbeiten jenseits von Provinzialität. Das Programm der letzten Jahre war jung, kritisch und international. Besucher kamen aus Glückstadt, Hamburg, Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Das alles reichte anscheinend nicht aus. Die Stadt streicht jetzt den Zuschuss, und der Verein wird zum Jahresende seine Ausstellungstätigkeit im Palais beenden, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.


Die aktuelle Schau knüpft an das qualitätvolle Programm der letzten Jahre an. Immer wieder waren es auch die Fotografieausstellungen mit wichtigen zeitgenössischen Positionen, für die sich gerade Christiane Gehner, die ehemalige Bildredakteurin des Magazins „Spiegel“, stark gemacht hat. Diesmal zeigt sie den Leipziger Fotokünstler Hans-Christian Schink. Der an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ausgebildete Fotograf wurde 1961 in Erfurt geboren. Der Titel der Schau „Himmel und Erde“ deutet es an: Schinks Bilder entstehen außerhalb des Studios auf ausgedehnten Reisen mit der Großbildkamera. Schink war von Kind auf mit Bildern vertraut: Der Vater war Kunsthistoriker, die Mutter Kunsterzieherin. Bereits als Jugendlicher fotografierte er mit seiner ersten eigenen Kamera.

Hans-Christian Schink kann der neuen deutschen Dokumentarfotografie zugeordnet werden. Seine großformatigen Farbaufnahmen sind menschenleer. Er fotografiert Landschaften inklusive der von Menschen vorgenommenen Eingriffe. Dabei gelingt ihm mit großer Meisterschaft eine konsequente Bildkomposition mit zarten, fast malerischen Übergängen von Bildvordergrund und oftmals weitem Horizont. Eine frühe Serie aus den 1990er Jahren beschäftigt sich mit den gewaltigen Verkehrsprojekten nach der Wiedervereinigung. Schink fotografiert massige Betonbrücken, Pfeiler und Tunnel, neue Fahrbahnen, zerschnittene Landschaften und zerstörte Idyllen. Auf einer der Aufnahmen sieht man eine übermächtige Betonbrücke, die auf starken, in einem Gewässer eingelassenen Betonpfeilern ruht. Die Brücke beherrscht das gesamte Bild, indem sie es diagonal durchschneidet. Beim genaueren Hinsehen erkennt man einen einsamen Schwan im Gewässer – ein romantischer Moment der Besinnung, ein Stück verdrängter Natur. Weitere eindrucksvolle Serien entstanden in Japan und Vietnam, in der Antarktis oder in Los Angeles.

Wenn Ende des Jahres die letzte Ausstellung mit den allerdings wenig avantgardistischen Schiffsbildern des norddeutschen Realisten Friedel Anderson schließt, wird der Kunstverein die Räume, die er mietfrei von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen hat, zurückgeben. Eine Alternative ist noch nicht gefunden, so dass der Verein kurz vor der Auflösung steht. Zur Zeit bemüht er sich noch um eine neue Finanzierungsmöglichkeit – ein verzweifelter Griff nach dem Strohhalm. Vorsitzender Jan Wallraf: „Wir kontaktieren Stiftungen und Kulturförderer in ganz Deutschland.“ Angesichts knapper Kassen im gesamten Kulturbereich sind die Chancen jedoch eher gering. Glückstadt verliert ein Juwel am Hafen und reduziert seine Außenwirkung damit freiwillig auf Althergebrachtes: Matjes statt Kunst. Sehr schade.

Die Ausstellung „Hans-Christian Schink: Himmel und Erde“ ist bis zum 16. Oktober zu sehen. Das Palais für aktuelle Kunst ist donnerstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Der 180seitige Katalog ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und kostet 49,80 Euro. Die Ausstellung mit Gemälden Friedel Andersons läuft vom 23. Oktober bis zum 18. Dezember.

Kontakt:

Palais für aktuelle Kunst

Am Hafen 46

DE-25348 Glückstadt

Telefon:+49 (04124) 60 47 76

Telefax:+49 (04124) 60 47 78

E-Mail: info@pak-glueckstadt.de



11.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


21.08.2011, Hans-Christian Schink: Himmel und Erde

Bei:


Palais für aktuelle Kunst - Kunstverein Glückstadt

Bericht:


Hans-Christian Schink in Saarbrücken

Künstler:

Hans-Christian Schink










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