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Hokusai – Seine Manga-Vorläufer schlugen schon im 19. Jahrhundert Wellen bis nach Europa: Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt jetzt die erste große Retrospektive des japanischen Malers, Zeichners und Holzschnittkünstlers in Europa

Eine Tsunami-Welle machte ihn berühmt



Katsushika Hokusai, Die große Welle vor der Küste bei Kanagawa, um 1831

Katsushika Hokusai, Die große Welle vor der Küste bei Kanagawa, um 1831

Vom Westen entdeckt wurde er angeblich im Hinterzimmer einer Pariser Druckerei. Der Pariser Künstler Félix Bracquemond stieß dort 1856 auf eine Kiste mit japanischem Porzellan, der als Füllmaterial ein kleiner Band mit Skizzen des japanischen Meisterzeichners Hokusai beigegeben war. Begeistert von der Modernität und Lebensfreude, den exotischen Bildthemen und dem Mut zur darstellerischen Freiheit, machte Bracquemond das kleine Buch unter Pariser Künstlern, Schriftstellern und Kritikern bekannt. Edouard Manet gehörte zu den ersten, die es sehen durften. Unter dem Stichwort Japonismus ist die damals von Paris ausgehende und ganz Europa erfassende Japanbegeisterung in die westliche Kunstgeschichte eingegangen. In ihrem Zentrum stand Katsushika Hokusai, der 1760 in Edo, dem späteren Tokio, geborene und 1849 dort verstorbene Meister der japanischen Holzschnitttechnik.


Nie zuvor war in Europa eine so umfassende Ausstellung seiner Werke zu sehen wie jetzt im Berliner Martin-Gropius-Bau. Die dortige Hokusai-Retrospektive versammelt rund 440 Arbeiten des faszinierend modernen japanischen Künstlers: prächtig gewandete Kurtisanen, kraftmeiernde Sumoringer, aufwändig geschminkte Kabukischauspieler und immer wieder grandiose Darstellungen der japanischen Natur und Landschaft. Die Berliner Schau präsentiert Hokusais weltberühmte Holzschnittserien, daneben aber auch seltene Skizzen, Malerei, illustrierte Bücher und Briefe. Erstmals in einer großen Retrospektive wird sein Schaffen nicht auf die berühmtesten Kunstwerke reduziert. Hier ist der „ganze Hokusai“ zu sehen, dessen äußerst produktives Schaffen einen Zeitraum von über 70 Jahren umfasst.

Sein berühmtestes Motiv „Die große Welle vor der Küste bei Kanagawa“ darf in so einer Schau natürlich nicht fehlen. Zumal das Phänomen einer tsunamiartigen Welle gerade nach dem Erdbeben von Fukushima wieder in den Mittelpunkt weltweiten Interesses gerückt ist. Der nur rund 25 auf 38 Zentimeter große Mehrfarbendruck entstammt der Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“. Katsushika Hokusai umkreiste den Berg bei seinen ausgedehnten Wanderungen durch alle Präfekturen. Mit dem oft nur winzig am Horizont auftauchenden Berg als Bildkonstante schuf er ein vielfältiges Panorama japanischen Alltagslebens: im Winter oder Sommer, zu Lande und auf der See. Seine dramatisch aufgeladene große Welle, die Sekundenbruchteile später über einem einfachen Frachtboot und seiner Besatzung herabgehen wird, inspirierte impressionistische Maler wie Georges Seurat, Paul Cézanne und Vincent van Gogh ebenso wie den französischen Komponisten Claude Debussy, der sie in seiner symphonischen Dichtung „La Mer“ musikalisch verewigte. Hokusai, der sein bis kurz nach seinem Tod in selbsterwählter Isolation verharrendes Land nie verlassen hat, wurde so zum Anreger westlicher Künstler.

Neben Landschaftsdarstellungen sind es aber vor allem die „ukiyo-e“, Katsushika Hokusais berühmte „Bilder des fließend-vergänglichen Lebens“, die seine Modernität begründen. Hier hielt er in humorvoller, satirischer, karikierender, bisweilen auch reichlich derber Form die Vergnügungen seiner Landsleute fest. Popkultur vor 200 Jahren. Menschen beim Trinkgelage, zerstrittene Ehepaare, Glückspieler und aristokratische Festgesellschaften. Was Hokusais Ruhm aber bis in die heutige Zeit konserviert, das sind seine „Manga“. In Lehr- und Übungsbüchern für seine zahlreichen Schüler entwickelt Hokusai zwar noch keine echten Comics, dafür aber ein umfangreiches Kompendium menschlicher Grimassen und Körperhaltungen, japanischer Kampftechniken und fantastischer Unterwasserwelten, das heutigen Manga-Zeichnern durchaus als Quelle der Inspiration dienen könnte.

Zwar ist über das Leben dieses Ausnahmekünstlers, der sich selbst – ganz entgegen der japanischen Tradition der pasticheartigen Nachahmung des Bestehenden – immer wieder neu erfand und zwischenzeitlich nicht weniger als 30 Künstlernahmen benutzte, wenig bekannt. Seine überaus lichtempfindlichen Werke haben sich jedoch in bemerkenswerter Frische erhalten und nun für nur acht Wochen in Berlin zu besichtigen.

Die Ausstellung „Hokusai – Retrospektive“ ist bis zum 24. Oktober zu sehen. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, bis 16 Jahre ist er frei. Der 448seitige Katalog ist im Nicolai Verlag erschienen und kostet im Museum 22 Euro, im Buchhandel 39,95 Euro.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07



04.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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