Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 01.06.2019 113. Auktion: Vergessene Moderne - Meistergraphik deutscher Klassiker - Moderne Kunst Teil I

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Weibliche Schönheit und männliche Macht: Die Ausstellung „Gesichter der Renaissance“ im Berliner Bode-Museum versammelt rund 170 Porträtdarstellungen der italienischen Frührenaissance

Die Geburt des Individuums



Leonardo da Vinci, Dame mit dem Hermelin (Portrait der Cecilia Gallerani), 1489/90

Leonardo da Vinci, Dame mit dem Hermelin (Portrait der Cecilia Gallerani), 1489/90

„Alle Frauen im 15. Jahrhundert wollten schön aussehen“, sagt Keith Christiansen, der Leiter der Abteilung Europäische Malerei am New Yorker Metropolitan Museum. Und, so fügt er hinzu, der „Magazine Look“, also unsere von Modemagazinen wie Vogue oder Elle geprägte Vorstellung perfekter Schönheit, sei keine Erfindung des letzten Jahrhunderts sondern ein Ideal, das von den Künstlern der italienischen Renaissance bereits im frühen 15. Jahrhundert vorformuliert wurde. Christiansen hat gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Stefan Weppelmann von den Staatlichen Museen zu Berlin eine Ausstellung zusammengestellt, die in den beiden Kunstmetropolen diesseits und jenseits des Atlantiks für Furore sorgen soll.


„Gesichter der Renaissance“ versammelt rund 170 Bildnisse aus den berühmtesten Museen der Welt: Tafelbilder, Zeichnungen, plastische Darstellungen, Büsten und Porträtmedaillen. Präsentiert werden die kostbaren und teils überaus lichtempfindlichen Exponate auf schwarz gestrichenen Wänden. Die Gemälde und Zeichnungen hängen jedoch nicht direkt an der Wand sondern auf schwarzen Samtfonds, die ihnen zusätzliche Noblesse verleihen. Individuelle Spotlights lassen die Bilder fast aus sich selbst heraus leuchten. Erstmals in dieser Fülle und Qualität erforscht eine internationale Ausstellung die Geburt des Individuums aus dem Geist der Kunst.

Anbetungsbilder, allegorische Darstellungen einzelner Personen oder Heiliger, Erinnerungsbilder auf Grabplatten: All das gab es natürlich schon vor der Renaissance. Die Etablierung des autonomen Porträts aber war der große Schritt nach vorne. War es bis zum frühen 15. Jahrhundert noch weitgehend unüblich, individualisierte Porträts darzustellen, so entwickelte sich jetzt ein wahrer Boom der Porträtkunst. Fürsten und Kaufleute, Kardinäle und selbstbewusste Bürger ließen sich und die von ihnen angebeteten Frauen auf naturalistische Art und Weise von den besten Künstlern ihrer Zeit porträtieren.

Zum Beispiel der Florentiner Clan der Medici. Unter den Mitgliedern der durch Textilhandel und die Erfindung des modernen Bankwesens zu Reichtum und Macht gelangten Dynastie gehörte es praktisch zum guten Ton, das eigene Konterfei anfertigen zu lassen. Und das keineswegs nur auf Gemälden. Ein wichtiger Bildträger der damaligen Zeit waren auch Porträtmedaillen aus Bronze in höherer Auflage, die man zum Beispiel an Geschäftspartner verschenkte. Die zeitweilige Konjunktur dieser Profilbildnisse, so eine der neuen Erkenntnisse der Ausstellungsmacher, regte die Porträtmalerei überhaupt erst an.

Zu den eindrucksvollsten Beispielen der Schau gehören die drei Porträts des jungen Giuliano de’ Medici von Sandro Botticelli. Die Bildnisvarianten zeigen einen ernsthaft blickenden jungen Mann mit vollen, halblangen schwarzen Haaren und würdevoll niedergeschlagenen Augen. Dass derartige Bilder durchaus auch innerhalb damaliger Strategien des Machterhalts und des Machtausbaus ihre Funktion hatten, legen jüngere Forschungsergebnisse nahe. Giulianos Bruder, der mächtige Lorenzo de’ Medici, genannt der Prächtige, suchte seinen Einfluss auf die römische Kurie zu vergrößern. Das Bildnis seines in sich gekehrten, aber dennoch entschlossen wirkenden Bruders wirkt da aus heutiger Sicht fast wie ein Bewerbungsfoto. Erfolg war ihm nicht beschieden. Giuliano kam noch im Entstehungsjahr des Bildes bei einer Verschwörung ums Leben.

Zu den Publikumslieblingen der Schau dürften sicherlich die zahlreichen Profilbildnisse junger, vorzugsweise blonder Frauen werden. Blasser Teint, schlanker Hals und hohe Stirnpartie konstituieren ein Schönheitsideal, das bis heute fortwirkt. Leonardo da Vincis Gemälde „Dame mit dem Hermelin“ von 1489/90 aus dem Krakauer Czartoryski Museum, am Ende des Rundgangs prominent platziert, bildet das Highlight der Schau. Es ist ein Gemälde, das bis heute Rätsel aufgibt. Wohin schaut die merkwürdig ablenkte Dame? Warum wirkt ihre Hand so überproportional groß und um vieles älter? Und vor allem: Was hat es mit dem Hermelin auf sich? Kurator Stefan Weppelmann betont die Sonderstellung dieses Gemäldes: „Das ist das erste moderne Porträt der Kunstgeschichte. Modern deshalb, weil es wagt, über die Natur hinauszugehen und sich Abstraktionen erlaubt.“

Die Ausstellung „Gesichter der Renaissance – Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst“ läuft vom 25. August bis zum 20. November. Das Bode-Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 7 Euro, das Early-Bird-Ticket kostet 10 Euro, das VIP-Ticket 30 Euro. Die Museumsausgabe des 432seitigen Katalogs aus dem Hirmer Verlag gibt es für 29 Euro.

Kontakt:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Bodestraße 1-3

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 20 90 56 01

Telefax:+49 (030) 20 90 56 02



04.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 25

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (1)Adressen (1)Berichte (6)Variabilder (17)

Veranstaltung vom:


25.08.2011, Gesichter der Renaissance. Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst

Bei:


Staatliche Museen zu Berlin

Bericht:


Stefan Weppelmann wird Direktor in Wien

Bericht:


200.000 Besucher bei den Gesichtern der Renaissance

Bericht:


Die Renaissance der Renaissance

Bericht:


100.000 bei den Gesichtern der Renaissance

Bericht:


Besucherandrang bei Renaissance-Schau in Berlin

Bericht:


Dresden „An der Wiege der Kunst“

Variabilder:

im Medici-Raum
im Medici-Raum







im Medici-Raum

im Medici-Raum

Andrea d’Assisi, Bildnis eines Knaben, um 1495/1500

Andrea d’Assisi, Bildnis eines Knaben, um 1495/1500

Bode-Museum zur Ausstellung „Gesichter der Renaissance“

Bode-Museum zur Ausstellung „Gesichter der Renaissance“

Sandro Botticelli, Bildnis des Giuliano de’ Medici, um 1478

Sandro Botticelli, Bildnis des Giuliano de’ Medici, um 1478

Sandro Botticelli, Profilbildnis einer jungen Frau (Simonetta Vespucci?), um 1476

Sandro Botticelli, Profilbildnis einer jungen Frau (Simonetta Vespucci?), um 1476

Desiderio da Settignano zugeschrieben, Bildnis des Niccolò da Uzzano, um 1450/55

Desiderio da Settignano zugeschrieben, Bildnis des Niccolò da Uzzano, um 1450/55

Desiderio da Settignano zugeschrieben, Büste einer jungen Frau (Marietta Strozzi?), um 1460

Desiderio da Settignano zugeschrieben, Büste einer jungen Frau (Marietta Strozzi?), um 1460

Gian Cristoforo Romano, Bildnis-Medaille auf Isabella d’ Este, um 1498

Gian Cristoforo Romano, Bildnis-Medaille auf Isabella d’ Este, um 1498

Pisanello, Medaille auf Johannes VIII. Paläologos, 1438/39

Pisanello, Medaille auf Johannes VIII. Paläologos, 1438/39

Mino da Fiesole, Büste des Niccolò Strozzi, 1454

Mino da Fiesole, Büste des Niccolò Strozzi, 1454

Andrea Mantegna, Bildnis des Kardinals Ludovico Trevisano, um 1459

Andrea Mantegna, Bildnis des Kardinals Ludovico Trevisano, um 1459

Filippo Lippi, Bildnis eines Mannes und einer Dame, um 1440

Filippo Lippi, Bildnis eines Mannes und einer Dame, um 1440

Davide Ghirlandaio zugeschrieben, Brustbilder eines jungen Mannes und eines Knaben, um 1480

Davide Ghirlandaio zugeschrieben, Brustbilder eines jungen Mannes und eines Knaben, um 1480




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce