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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Rückblick: Kunst und Antiquitäten bei Fischer in Luzern

Profaner Wechsel



Gaspare Diziani und Antonio Diziani, Ländliches Fest

Gaspare Diziani und Antonio Diziani, Ländliches Fest

Mit seiner großen, insgesamt viertägigen Versteigerung von Kunst und Antiquitäten aller Art im vergangenen Juni konnte das Luzerner Auktionshaus Fischer an frühere Erfolge erst einmal nicht anknüpfen. Das einzige wirkliche Toplos der Auktion alter und neuerer Meister, Eugène Delacroix’ „Le Vampire“ von 1825, blieb unveräußert liegen. Ebenso erging es einer Reihe Wiedergänger wie einem Marientod aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä. oder Hendrik de Clercks Mariä Verkündigung, die auch diesmal wieder für Schätzpreise zwischen 120.000 und 230.000 Franken erfolglos angeboten wurden. Das gleiche Schicksal ereilte eine Tafel mit der alttestamentlichen Szene „Lot und seine Töchter“, Lucas Cranach d.J. zugeschrieben, und Jan van Goyens wunderbar brauntonigen Malerei „Zwei Reiter am Strand bei Egmond“ wohl von 1649 zwischen 150.000 und 220.000 Franken. Nur ein einziges der hochgehandelten Stücke, Gaspare und Antonio Dizianis ländliches Fest im besten venezianischen Rokoko, wurde zur unteren Schätzung von 180.000 Franken weitervermittelt.


Alte und Neuere Meister

Steigern konnten sich einige gute Arbeiten namentlich nicht bekannter Künstler, worunter auch der „Meister mit dem Papagei“ zu rechnen ist, nach neueren Erkenntnissen wohl eine ganze Malergruppe des zweiten Viertels des 16ten Jahrhunderts in Antwerpen, die unter dem Einfluss Pieter Coecke van Aelsts d.Ä. stand. Eine in diesen Bereich weisende Madonna mit dem Jesusknaben im Schoß und Johannes dem Täufer verdoppelte die untere Schätzung auf 60.000 Franken. Von 5.000 bis 7.000 Franken auf 41.000 Franken schoss das eindrückliche Bildnis eines alten Mannes im Profil aus der Hand eines deutschen Künstlers um 1700. Ein fast lebensgroßes Bildnis König Philipps II. des ersten spanischen Hofmalers Alonso Sánchez Coello brachte es auf 26.000 Franken (Taxe 2.500 bis 3.500 SFR). Niccolò di Pietro Gerini, Florentiner Maler der Spätgotik, überzeugte mit einem heiligen Paulus auf goldgrundierter Holztafel bei 15.000 Franken, bei diesem Wert ebenso Apollonio Domenichini, der bisher als Meister der Veduten der Langmatt-Stiftung bekannt war, mit seinem Blick auf die Rialtobrücke in Venedig (Taxen je 15.000 bis 20.000 SFR).

Die Neueren Meister gelangten über einige niedrige fünfstellige Preise unter anderem für zwei altniederländische Winterlandschaften Jan Jacob Spohlers und Johann Bernhard Klombecks für 16.000 Franken und 17.000 Franken sowie die romantische Kinderszene „Auf der Wippe am Sempachersee“ von Robert Zünd für 18.000 Franken ebenfalls im Rahmen der Schätzung nicht hinaus. Hier blieben etwa Hans Thomas teils sehr konturgebundene Flusslandschaft mit Mutter und Kind von 1901 (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), Hermanus Koekkoeks Schiffe auf bewegter See (Taxe 20.000 bis 24.000 SFR) und vor allem Albert Ankers Aquarell einer strickenden jungen Frau mit Blumenstrauß in der Stube liegen (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Moritz Kellerhoven, seit 1784 Hofmaler in München, wiederholte im Auftrag Kronprinz’ Ludwig von Bayern dessen Bildnis als Oberst des Chevauleger-Regiments, das Wilhelm von Kobell 1807 ausgeführt hatte und heute in der Neuen Pinakothek hängt. Der Zuschlag von 15.000 Franken blieb 5.000 Franken hinter den Erwartungen zurück. Immerhin die untere Schätzung von 15.000 Franken schaffte Johan Laurentz Jensens biedermeierlich schlichtes Bouquet von Centifolienrosen, Maiglöckchen und Märzveilchen auf einer hölzernen Tischplatte. Diesen Wert sollte auch eine klassizistische Landschaft in der Campagna mit Hirten und dem Aquädukt des Claudius im Hintergrund von Gabriel Lory fils einspielen. Doch für das Ölgemälde von 1814 kamen nur 12.500 Franken zusammen.

Russische Kunst

Zumindest in den oberen Etagen etwas dichter als bei den übrigen Europäern war die Zuschlagsrate bei den russischen Künstlern, auch wenn Ljew Felixowitsch Lagorios Segelschiff mit Ruderboot von 1904 – im Übrigen schon vor drei Jahren bei Koller an 300.000 bis 400.000 Franken gescheitert – mit 180.000 Franken nun auch deutlich unterhalb der Schätzung von mindestens 220.000 Franken hängenblieb. Dafür konnte sich Konstantin Alexeievitch Korovins impressionistisches Stillleben mit Rosen vor einem Fenster mit Blick auf das Schwarze Meer von 1912, das den späten Arbeiten etwa eines Lovis Corinth kaum nachsteht, von 80.000 bis 120.000 Franken auf 185.000 Franken steigern. Mit Konstantin Egorovich Makovskijs Portrait einer jungen Araberin für 40.000 Franken, Leon Fortunskis realistisch aufgenommenem „Mädchen in ukrainischer Tracht“ von 1884 für 54.000 Franken, Sergei Kolesnikoffs „Wäscherinnen“ an einem weiten Wasserlauf für 60.000 Franken und Alexandra Exters zwei kubistischen Kostümentwürfen für eine orientalische Ballerina bei 50.000 Franken jeweils etwa im Rahmen der Schätzungen war auch das preisliche Mittelfeld ganz ordentlich besetzt.

Moderne

Teuerstes Werk der modernen Kunst wurde die kubistisch-expressionistische „Nature morte au livre et pichet“ André Lhotes für 45.000 Franken, gefolgt von Plinio Colombis nüchtern-sachlicher Winterlandschaft in den Dolomiten aus dem Jahr 1906 für 22.000 Franken (Taxen zwischen 10.000 und 15.000 SFR). Als Schweizer Landschaftsmaler traten zudem Leopold Haefliger mit einer spätexpressionistischen Abendstimmung von 1967 für 7.000 Franken (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR), Hans Potthof mit seinen dunstigen Farbschichten bei einer „Flut“ für 16.000 Franken (Taxe 15.000 bis 18.000 SFR) und Walter Ropélé mit seiner schreiend bunten Bergwelt „Im Berner Oberland (Finsterahorn)“ von 2010 für 12.000 Franken in Erscheinung (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Zu den „Neuen Wilden“ der Schweiz zählt Martin Disler, was sein nun 12.000 Franken teueres Aquarell „Les planchettes“ von 1988 mit zahlreichen schauerlichen Gestalten verdeutlicht (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Hans Richter konzentrierte sich dagegen auf eine abstrakte, meist geometrisch-dadaistisch geprägte Bildsprache. Seine späte, zackige Kartoncollage „Vibra P 29“ von 1974 erreichte taxgerechte 4.000 Franken. Ihm stand Sándor Bortnyik mit dem strengen Pastell „Mann mit blauem Anzug“ zur doppelten Schätzung bei 7.000 Franken zur Seite. Anklang fanden zudem alle fünf Positionen Hermann Hesses, darunter das Aquarell einer Tessiner Landschaft im Oval von 1919 bei 8.000 Franken an der Spitze (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR), ebenso Gabriele Münters kolorierter Linolschnitt mit dem Neujahrswunsch von 1935 bei 14.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). ZERO und Umgebung reüssierten in Form eines sphärischen Spiegelobjektes Adolf Luthers aus dem Jahr 1972 bei 20.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Ebenfalls steigern konnte sich Luciano Castellis nachdenklicher Jünglingsakt „Carlo“ aus dem Jahr 1988, von 15.000 bis 25.000 Franken auf 32.000 Franken. Arman erreichte mit seiner Akkumulation aus Messingzahnrädern in Plexiglas die untere Erwartung von 10.000 Franken.

Kunsthandwerk

Aus der reichen Kunsthandwerksofferte stachen eine Rokokokommode des Berner Meisters Matthäus Funk um 1775 für 40.000 Franken und ein französischer Tischbrunnen des 18ten Jahrhunderts aus Bergkristall und vergoldeter Bronze für 46.000 Franken jeweils im Bereich der unteren Schätzung hervor. Auf 42.000 Franke verdoppelte sich der Wert eines mit Blumenranken verzierten Deckelhumpens aus der Werkstatt des Danziger Meisters Benedikt Clausen um 1680. Das Silber hatte zudem eine neobarocke Jardinière von Josef Carl Klinkosch um 1880 mit dem Wappen des Liechtensteinischen Fürsten Johann II für 20.000 Franken im Angebot (Taxe 15.000 bis 18.000 SFR). Ein Meißner Teeservice mit purpurfarbenem Schuppendekor und üppiger exotischer Vogelmalerei um 1750 musste einen Abschlag auf 14.500 Franken hinnehmen (Taxe 18.000 bis 22.000 SFR). Die Londoner Firma J. & W. Cary war einer der besten britischen Produzenten für Landkarten und Globen im ausgehenden 18ten und frühen 19ten Jahrhundert. Ein Paar mit den kolorierten Kupferstichen von Himmel und Erde aus den Jahren 1816/26 verbesserte sich leicht auf 26.000 Franken.

Beim russischen Kunsthandwerk brachte es mit 32.000 Franken ein Wandteller am weitesten, der 1927 vom Ivan Ivanovich Golikov in dem russischen Dorf Palech mit einer Schnitterin bei der Ernte bemalt worden war. Bis zur Oktoberrevolution 1917 ein Zentrum der orthodoxen Ikonenmalerei, stiegen die Werkstätten später auf profane Motive um und konnte damit die technische Höhe ihrer früheren Arbeiten zumindest teilweise am Leben halten (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Wassilij Jakowlewitsch Gratschew schloss sich mit einer Bronzegruppe samt Kosak und Braut auf dem Pferd bei 14.000 Franken an (Taxe 9.000 bis 12.000 SFR), Fabergé mit einem silbernen Wodkabecher in grünem Rillendekor von Werkmeister Karl Gustaf Hjalmar Armfeldt um 1900 bei 18.000 Franken (Taxe 18.000 bis 22.000 SFR).

Einen besonderen Höhepunkt bot schließlich am 20. Juni der auch insgesamt hervorragend abgesetzte Bestand an überwiegend afrikanischer Stammeskunst aus der Sammlung des 1974 verstorbenen Reformpädagogen und Galeristen Han Cory, der mit seiner Sammeltätigkeit nach eigenem Bekunden der Kunst Afrikas „ein Ehrenmal errichten“ wollte. Rund 80 Objekte aus seinem Nachlass traten nun noch einmal bei Fischer an. Nicht weniger als 100.000 Franken – allerdings immer noch 20.000 Franken unterhalb der Erwartungen – erzielte hier eine Widderkopfmaske des untergegangenen Königreichs Benin im heutigen Nigeria. Ein ebenfalls in Bronze gegossener Anhänger mit der halb stilisierten, halb naturalistischen Darstellung einer Kröte aus dem Benin kletterte von 10.000 bis 14.000 Franken auf 33.000 Franken und nahm Platz zwei der Zuschlagsliste ein. Bei jeweils 18.000 Franken folgten ein Zeremonialstab (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR) und eine Glocke in Pyramidenform mit aufgelegter Maske gleicher Provenienz, die sich allerdings von 5.000 bis 7.500 Franken hocharbeitete.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Fischer Auktionen AG

Haldenstrasse 19

CH-6006 Luzern

Telefax:+41 (041) 418 10 80

Telefon:+41 (041) 418 10 10

E-Mail: info@fischerauktionen.ch



06.08.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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