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Am 01.12.2018 Kunstauktion Dezember 2018

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht ganz zufriedenstellend: Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Design bei Nagel in Stuttgart

Malender Staatsmann



Eigentlich ist er mehr als einer der bedeutendsten Staatsmänner des 20sten Jahrhunderts hervorgetreten. Doch gelegentlich reüssierte der Brite Winston Churchill auch in der Kunst der Malerei, in der er es zu beachtlichen Fertigkeiten brachte. 1947 stellte er unter dem Pseudonym „Mr. Winter“ sogar zwei Landschaften in der Royal Academy in London aus, und erst hinterher wurde die Identität dieses geheimnisvollen Herrn gelüftet. Die Mußestunden, in denen er seinem Hobby frönen konnte, waren freilich selten, und so sind auch seine Werke, die meist an Freunde und Bekannte, gelegentlich aber auch in öffentliche Institutionen gingen, zumindest auf dem deutschen Kunstmarkt selten anzutreffen. Jetzt aber konnte das Stuttgarter Auktionshaus Nagel einen hohen Zuschlagspreis für ein Churchill-Gemälde verbuchen. In der Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst hatten die Experten bei Nagel ein kleines, schön gearbeitetes Blumenstillleben angesetzt auf 30.000 Euro, doch eine Fangemeinde riss sich lebhaft um die kleine Leinwand. Erst bei 155.000 Euro knallte der Hammer schließlich aufs Pult.


Churchills Blumen blieben allerdings der einzige wirklich bedeutende Zuschlag dieser Auktion vom 29. Juni, die mit einem losbezogenen Zuschlagsergebnis von knapp 39 Prozent bei den ausgewählten Werken auch insgesamt nicht umwerfend ausfiel. Neben einigen hübschen Stücken gab es viel Zweit- und Drittklassiges, manch interessante, aber nicht unmittelbar begeisternde Position wie Max Ackermanns relativ frühe Arbeit einer Figurengruppe mit Turnerinnen um 1930, die für 40.000 Euro überteuert war. Mit bescheideneren Ansprüchen kamen Nagel und die Einlieferer dagegen weiter: Karl Hofers „Turmbläser“ um 1948 kletterten von 14.000 Euro auf 18.000 Euro, Emil Schumachers informelle Mischtechnik „G-10/1981“ mit suggestivem Blau schaffte taxgerechte 22.000 Euro, und auch Karl Schmidt-Rottluffs Tuschpinselfarbkreide „Ostseeküste bei Sierksdorf“ von 1961 war mit 15.000 Euro noch ganz gut bezahlt (Taxe 18.000 EUR). Für die konkrete Kunst standen Anton Stankowskis „Fliegende Formen 31 Stufen“ aus dem Jahr 1978 für 10.000 Euro (Taxe 10.000 EUR).

Von dem französischen Nachfauvisten Jean Dufy wurde eine Mitte der 1920er Jahre entstandene „Paysage du Limousin“ bei taxgerechten 15.000 Euro übernommen. Auf russischer Seite beeindruckte Konstantin Ivanovich Gorbatov mit einer in Gouache über Kohle festgehaltenen Tessiner Landschaft mit am See gelegenen Dörfern aus den 1920er Jahren bei ebenfalls angemessenen 8.500 Euro. Für Erich Erler-Samadens friedvolle Bergwelt mit schlafendem Schäfer samt Herde dem Titel „Leise Stunde“ kamen die anvisierten 4.000 Euro zusammen. Unverkennbar von Keith Haring stammte eine unbetitelte Zeichnung in Schwarz auf gelbem Karton aus den 1980er Jahren mit einer Fülle strichartiger Motive. Auch sein Freund Angel Ortiz, der sich als Künstler LA II nennt, wirkte an dem Werk mit, das Nagel Euro von 8.000 auf 11.000 Euro steigern konnte. Eines der trompe-l’œil-artigen Wassertropfenbilder des Koreaners Kim Tschang-Yeul aus dem Jahr 1973 verdoppelte seinen Wert während der Auktion von 8.000 auf 16.000 Euro.

Guten Absatz fanden gelegentlich Arbeiten weniger bekannter Künstler aus dem näheren Umkreis des Nagelschen Firmensitzes. Eine achtteilige Sammlung kleinformatiger Landschaften Jakob Bräckles beispielsweise wurde fast komplett weitervermittelt, um Preise bis zu 2.800 für eine Winterlandschaft mit Bauer aus dem Jahr 1929 (Taxe 1.700 EUR). Von dem 1978 fünfzigjährig in Karlsruhe gestorbenen Herbert Kitzel wurde zumindest das mehrmals ausgestellte und zuletzt als Leihgabe in der Kunsthalle Karlsruhe aufgehängte Hauptwerk „Legende“ von 1956 bei 20.000 Euro übernommen (Taxe 20.000 EUR). Für bis zu 4.500 Euro gingen mehrere Arbeiten aus der informellen Frühphase des späteren Konkreten Georg Karl Pfahler weg. Unter den zeitgenössischen deutschen Künstlern ist Horst Antes’ rostpatinierte Stahlskulptur „Der Kopf“ zu nennen, 1977 als eines von insgesamt tausend Exemplaren hergestellt und dennoch jetzt 7.500 Euro wert (Taxe 4.000 EUR).

Einen regelrechten Reinfall erlebte Nagel mit seiner Design-Auktion am 30. Juni. Von den über fünfhundert Losnummern wurden gerade einmal siebzig weitervermittelt, was einer Quote von nicht einmal 14 Prozent entspricht. Am besten schnitten noch die zwanzig Stücke aus dem Nachlass des Regensburger Kunsthistorikers Walter Boll ab, darunter ein 1938 von Josef Hoffmann und Peter Feile nach Maßgaben des Neuen Bauens gestalteter Bar- oder Likörschrank für 2.000 Euro (Taxe 800 EUR). Ebenfalls Hoffmann fungierte wenigstens teilweise als Entwerfer eines weißen Alltagskleides, das um 1920 die Wiener Werkstätte verließ und trotz erheblicher Altersspuren für 3.300 Euro übernommen wurde (Taxe 1.900 EUR). Auch Marianne Brandt vertrat erfolgreich das ältere Kunsthandwerk mit dem Prototyp eines Kupfertellers von 1928 für 2.200 Euro (Taxe 1.200 EUR) und einer kugelrunden Bar von circa 1929/32 für 1.500 Euro (Taxe 1.500 EUR). Anklang fand bei den Käufern zudem Pierre Jeannerets Ensemble aus Tischen, Schränken und Stühlen für Privathäuser im indischen Chandigarh, das zumindest teilweise für bis zu 4.000 Euro versteigert wurde. Peter Shires schriller Sessel „Bel Air“ von 1982 im typischen Memphis-Look wechselte um taxgerechte 6.500 Euro den Besitzer.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



12.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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