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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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Nature morte au crane / Pablo Picasso

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Napoleon am Scheideweg



Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Kein Geringerer als Kaiser Napoleon I. steht im Mittelpunkt der kommenden Kunstauktion von Neumeister in München. Der französische Staatsmann, der die Welt veränderte, dessen Lebensweg aber auch ein Heer von Leichen pflasterte, übt bis in die Gegenwart seine Faszination aus. Ungezählt sind seine Biografen, Maler, Darsteller. Albrecht Adams Ölbild „Napoleon vor dem brennenden Smolensk“ aus dem Jahr 1836 ist vielleicht keines der ganz großen Meisterwerke, die sich diesem Mann widmen, aber eines, das die erschütternden historischen Ereignisse, die des Kaisers Wirken zur Folge hatte, in einen prägnanten Augenblick bündelt. Eher nachdenklich, sein baldiges Ende vielleicht erahnend, schaut der Eroberer von seinem weißen Ross auf die toten Soldaten herab, derweil im Hintergrund die russische Stadt raucht und glüht. Das baldige Ende des Feldzugs vor den Toren Moskaus scheint hier schon vorweggenommen. Als Begleiter von Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais war Adam selbst bei dem Geschehnis in Smolensk 1812 zugegen. Später hat er Napoleons Russlandfeldzug in zahlreichen Bildern vergegenwärtigt, von denen das vorliegende 1837 in einer Ausstellung des Münchner Kunstvereins mit Wohlwollen aufgenommen wurde. Mit einer Schätzung von 80.000 bis 90.000 Euro ist es eines der beiden Hauptlose des Tages.


Mit ihrem Schwerpunkt auf dem 19ten Jahrhunderts ist diese Veranstaltung eine typische Alte Kunst-Auktion des Münchner Traditionsunternehmens. So fehlt am 6. Juli auch Heinrich Bürkel nicht, sondern ist gleich mit drei seiner freundlichen Genrelandschaften vertreten, darunter einem hübschen Wirtshaus auf der Alm mit Alpzug von 1842 (Taxe 35.000 bis 38.000 EUR) und einem Gebirgsdorf mit Brunnen von 1843 (Taxe 22.000 bis 24.000 EUR). Neben einigen Figurenstudien, so auch mit der kleinen Vorbereitung eines knollennasigen Gesichts samt runder Nickelbrille für sein Hauptwerk „Der arme Poet“ (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), schaut Carl Spitzweg mit einer „Begegnung im Walde“ vorbei. Jäger und Sennerin haben sich auf diesem charakteristischen, fein ausgearbeiteten Holztäfelchen an einem kleinen Brunnen festgequatscht. 85.000 bis 90.000 Euro sind ein moderater Preis.

Etwas ruppiger geht es in Hugo Kauffmanns Wirtsstube von 1903 zu, in welcher zwei Streithähne „Nach der Rauferei“ soeben vor gegenseitigem Mord und Todschlag bewahrt werden müssen (Taxe 17.000 bis 18.000 EUR). Genreszenen in rauen Mengen gibt es ferner mit Eduard von Grützners dörflicher Gaststube, in welcher sich ein munterer Plauderer in „Jägerlatein“ ergeht, von 1879 (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR), Rudolf Epps geselliger und vielleicht ein wenig idyllischer „Hopfenernte“ von 1870 (Taxe 33.000 bis 38.000 EUR) und Ludwig Hartmanns sonnenbeschienene „Rast vor dem Wirtshaus“ für 10.000 bis 12.000 Euro. Der Düsseldorfer Maler Felix Kreutzer lässt 1866 seine figurenreiche holländische Jahrmarktszene im Mondschein spielen und kann damit seine Könnerschaft bei nächtlichen Lichteffekten unter Beweis stellen (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR).

Bedeutendstes Werk der romantischen Malerei ist August Lucas’ fast schon ein wenig kitschiger Blick an einem knorpelig aus der Erde tretenden Baum vorbei auf das abendlich erleuchtete Heidelberger Schloss von 1840. Angeblich soll das Bild damals in einer Lotterie des Kunstvereins Darmstadt, der Heimatstadt des Künstlers, verlost worden sein (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Eine gewisse Berühmtheit hat auch der Maler und Arzt Carl Gustav Carus erlangt, doch ist er nie so richtig aus dem Schatten seines übermächtigen Vorbilds Caspar David Friedrich herausgetreten. Seine abendliche Gebirgslandschaft mit einer Kirche lässt die Schwächen ebenso wie die Stärken des Künstlers erkennen (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Ein hübsches Knabenbildnis von 1848, das an die Malerei Raffaels erinnert, steht von Julius Hübner d.Ä. für 4.000 bis 5.000 Euro zur Verfügung.

Den Impressionismus greifen Alexander Koesters typische zehn „Enten in Herbststimmung (Entenidyll)“ (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR) und seine unspektakuläre, überraschend entenfreie „Landschaft mit Wehr“ (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) sowie Otto Pippels Freiluftszene „Im Münchner Hofgarten“ auf (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR). Aber auch der Weimarer Maler Karl Buchholz ist dieser Richtung mit seiner „Sommerlichen Landschaft bei Hohenpeißenberg“ von 1881 gefolgt (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), ebenso Julius Sergius Klever mit seiner heiteren Sicht auf den Strand von Ahlbeck auf Usedom aus dem Jahr 1904 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Den Symbolismus vertritt Hans Thomas „Endymion“ im Schein der geliebten Mondgöttin Selene von 1886. Die auf den Rahmen gemalten Mohnblüten nehmen auf seinen ewigen Schlaf Bezug (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Viele Bilder von nicht identifizierbaren Künstlern hängen in der Abteilung Alte Meister, so ein fast kompletter Schreinaltar aus dem schwäbischen Raum mit der Jahreszahl 1457. Nur die geschnitzte Figur in Mitte fehlt (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Netterweise signiert und auf 1660 datiert ist eine Reiterschlacht zwischen westlichen und osmanischen Kämpfern des Antwerpener Künstlers Simon Johannes van Douw (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), ein weiteres Gefecht dieser Art weist auf die Hand des deutschen Rokokomalers August Querfurt (Taxe 2.000 bis 2.200 EUR). Etwas verspätet der Malerei des italienischen Manierismus bediente sich gegen Ende des 17ten oder Anfang des 18ten Jahrhunderts der in Memmingen tätige Johann Friedrich Sichelbein in seiner Darstellung des durch Christi Eingriff vom Pferd gestürzten Saulus, der sich denn auch zum Paulus wird wandeln dürfen (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR). Um den russischen Oberst Graf Jakob Dimitrijewitsch Lanskoi soll es sich bei einem hochovalen Bildnis handeln, das von Johann Friedrich August Tischbein stammt. Es ist mit 12.000 bis 14.000 Euro bewertet.

Bei den Miniaturen tritt noch einmal Napoleon auf, wenngleich nur als Brustbild zusammen mit elf weiteren hochadeligen Herrschaften in einer goldfarbenen Messingmontierung. Die bemerkenswerte Tafel gehörte einst der hugenottischen Einwandererfamilie Montgelas, dessen berühmtester Angehörige Graf Maximilian Montgelas war, Minister Königs Max I. Joseph von Bayern. Als Schöpfer der kleinen Bildnisse kommen Jean-Baptiste Isabey und weitere namentlich nicht bekannte Künstler in Frage (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR). Bei den Papierarbeiten haben Wilhelm von Kobells feines Aquarell eines Hirten mit zwei Rindern und Hund an einer Tränke von 1793 für 9.000 bis 10.000 Euro und James Abbott McNeill Whistlers 1859 datierte Radierung „Venus“ für 13.000 bis 14.000 Euro die Nase vorn. Für günstige 1.800 bis 2.000 Euro gibt es eine schwarze Kreidezeichnung mit Blick von der Praterinsel zum Gasteig, datiert auf den 2. September 1826 und von Johann Georg von Dillis gestaltet, der als ein Vorläufer des Impressionismus gilt.

Zu den bedeutendsten Stücken des Kunsthandwerks gehören diesmal einige Silberarbeiten. Für einen teilvergoldeten Humpen des Augsburger Meisters Adolf Gaap aus den späten 1680er Jahren mit drei Bildmedaillons inmitten quellenden Akanthusrankenwerks werden voraussichtlich 15.000 bis 17.000 Euro fällig, für ein etwas schlichteres Exemplar seines Landsmanns Albrecht Biller um 1711/15 11.000 bis 12.000 Euro. Aus der Skulpturenofferte sticht ein Miniaturrelief des büßenden Petrus hervor, in Buchsbaum geschnitzt und datiert 1680 von dem Konstanzer Bildhauer Christoph Daniel Schenck (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR). Der Werkstatt Giovanni Giulianis wird eine in Linde geschnitzte, aber in porzellanähnliches Weiß gehüllte Opferung der Polyxena durch einen griechischen Soldaten zugeschrieben (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Nicht viel freundlicher verhalten sich auch drei Hunde und ein Löwe zueinander. Die Hunde haben den Löwen soeben angefallen, wofür sich jener rächt, indem er einem der Angreifer soeben den Leib aufreißt. Die bronzeartige, schwarzbraun patinierte Terrakottagruppe stammt wahrscheinlich von Johann Georg Schwanthaler, einem Mitglied der weitverzweigten österreichischen Bildhauerfamilie (Taxe 9.500 bis 10.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 6. Juli um 9:30 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 4. Juli täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



02.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


06.07.2011, Alte Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Fabelhaftes Jägerlatein

Kunstwerk:

Christoph Daniel Schenck, Der reuige Petrus, 1680
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Kunstwerk:

Rudolf Epp,
 Hopfenernte, 1870
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Kunstwerk:

Eduard von Grützner, Jägerlatein, 1879
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Kunstwerk:

Ludwig Hartmann, Rast vor dem Wirtshaus
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Kunstwerk:

Julius Hübner d.Ä., Hirtenknabe, 1848
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Kunstwerk:

Hugo Kauffmann, Nach der Rauferei, 1903
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Carl Gustav Carus, Abendliche Gebirgslandschaft mit einer Kirche, um 1815

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Taxe: 15.000 - 18.000 EURO

Losnummer: 482

Johann Georg Schwanthaler, Löwenhatz

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Taxe: 9.500 - 10.000 EURO

Losnummer: 328

Felix Kreutzer, Holländische Jahrmarktszene im Mondschein, 1866

Felix Kreutzer, Holländische Jahrmarktszene im Mondschein, 1866

Taxe: 4.500 - 5.000 EURO

Losnummer: 528

Johann Georg von Dillis, Blick von der Praterinsel zum Gasteig, 1826

Johann Georg von Dillis, Blick von der Praterinsel zum Gasteig, 1826

Taxe: 1.800 - 2.000 EURO

Zuschlag: 5.800,- EURO

Losnummer: 400

Carl Spitzweg, Portraitstudie zum „Armen Poeten“

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Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 581

Adolf Gaap, Deckelhumpen, Augsburg um 1685/87

Adolf Gaap, Deckelhumpen, Augsburg um 1685/87

Taxe: 15.000 - 17.000 EURO

Losnummer: 97

Alexander Koester, Landschaft mit Wehr

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Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 527

Hans Thoma, Endymion, 1886

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Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 588

Johann Friedrich Sichelbein, Der Sturz des Saulus

Johann Friedrich Sichelbein, Der Sturz des Saulus

Taxe: 14.000 - 16.000 EURO

Losnummer: 456

Alexander Koester, Enten in Herbststimmung (Entenidyll)

Alexander Koester, Enten in Herbststimmung (Entenidyll)

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 525

Albrecht Biller, Deckelhumpen, Augsburg 1711/15

Albrecht Biller, Deckelhumpen, Augsburg 1711/15

Taxe: 11.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 98

Johann Friedrich August Tischbein, Graf Jakob Dimitrijewitsch Lanskoi

Johann Friedrich August Tischbein, Graf Jakob Dimitrijewitsch Lanskoi

Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 464




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