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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Auf der 16. Liste in Basel wurde wieder kräftig gekauft und über die Newcomer des Kunstbetriebs diskutiert. Von den Aspiranten auf die raren Standplätze der Art Basel werden hier die aktuellen Trends gesetzt. 11.000 Besucher wurden in diesem Jahr gezählt

Entdeckungen, die sich lohnen



auf der Liste 16 in Basel, 2011

auf der Liste 16 in Basel, 2011

Messewoche in Basel: Alles, was in der Kunstwelt Rang und Namen hat, bewegt sich im Rausch der Bilder, des Kunstkaufs und der Debatten über Museumspolitik, Künstler als Urbanisten oder internationale Sammlungskonzepte. Bereits zum 16. Mal fand auch die Liste statt. Die älteste und profilierteste Satellitenmesse stellte sich auch in diesem Jahr wieder als gut besuchte Plattform für Kunstkenner und -käufer dar. Traditionell einen Tag vor der großen Art Basel öffnete die Liste ihre Tore in der ehemaligen Warteck-Brauerei in Laufnähe des Messeplatzes. In diesem Jahr zählte das Veranstaltungsteam rund um Messedirektor Peter Bläuer stolze 11.000 Besucher, darunter viele amerikanische Sammler. Aber auch hochrangige Museumsdirektoren und Kuratoren bahnten sich ihren Weg über enge Treppenhäuser und oft offene Standkonzepte. Die Liste ist die Messe für Entdecker. Die Galerien, die hier angenommen werden und sich nach mehreren Teilnahmen bewährt haben, haben gute Chancen, auch eines Tages einen Stand etwa in der Statement-Sektion der Art Basel zu bekommen. Die Messe ist konzeptuell und kommerziell ein Dauerbrenner: Viele Stände waren auch in diesem Jahr bereits am ersten Tag ausverkauft.


Die Senkrechtstarter dieses Jahres sind die Zürcher Galeristen RaebervonStenglin. Die erst 2010 gegründete Galerie erhielt auf Anhieb den redtoo Art Prize für die beste Standpräsentation und das beste Galerieprogramm. Die ausgewogene Gegenüberstellung von vier jungen bildhauerischen Positionen, darunter die konzeptuell arbeitende Schwedin Sofia Hultén, Jahrgang 1972, und der junge Basler Shooting-Star Kilian Rüthemann, Jahrgang 1979, überzeugte die Jury. Die meisten Arbeiten wurden extra für die Liste produziert, die Skulpturen kosteten zwischen 3.000 und 12.000 Euro. Der Förderpreis für junge Kunst, der an Diplomanden der Schweizer Fachhochschulen im Bereich Bildende Kunst und Medienkunst verliehen wird, ging an Josse Bailly, den 1977 geborenen Absolventen der Haute Ecole d’Art et de Design in Genf. Bailly beschäftigt sich in seiner Malerei und seinen Zeichnungen mit den Bildwelten des Hard Rock und des Heavy Metal der 1960er und 1970er Jahre. Vielfarbig und scheinbar naiv-kindlich kommen die Arbeiten daher. Bei näherem Hinsehen keimen jedoch Referenzen an die Comic-Ästhetik, aber auch an die Malerei der New York School eines Philip Guston auf.

Sehr zufrieden mit ihrem Messeauftritt zeigte sich die Pariser Galerie Balice Hertling. In einer vielschichtigen Rauminstallation mit Videoprojektionen, Bänken und skulpturalen Objekten stellte sie den aus Nigeria stammenden Pariser Neïl Beloufa, Jahrgang 1985, vor. Seine Installation „Define Maybe“ basiert auf einer 3-Kanal-Videoarbeit, in deren Zentrum ein Rollenspiel steht. Eine Person schlüpft in die Rolle des Mörders, die anderen müssen ihn durch Fragen überführen. Schuld, Justiz, Anklage, Ungerechtigkeit und die gesellschaftliche Forderung nach „political correctness“ werden hier szenisch und installativ thematisiert (ein Video mit drei Bänken 8.000 Euro, Auflage: 5). Daniele Balice zieht eine positive Bilanz: „Zur Liste kommen wichtige Sammler. Die Messe ist ideal, um gute Kontakte zu machen“, sagt er. „Hier erreichen junge Galerien mehr Aufmerksamkeit als auf der Art Basel.“

Einen interessanten Auftritt hatte auch die junge polnische Galerie Stereo aus Posen. Sie präsentierte konzeptuell unterfütterte Skulpturen und Videos von drei jungen Absolventen der dortigen Kunsthochschule. Wojciech Bakowski, Iza Tarasewicz und Piotr Bosacki beziehen sich in ihren Arbeiten auf die polnische Avantgarde der 1980er Jahre. Für Intimität sorgt ein animiertes Video von Piotr Bosacki, das in einem niedrigen Ein-Mann-Kino projiziert wird. Der etwas abseits gelegene Stand erregte viel Aufmerksamkeit, besonders bei jungen Kuratoren. „Wir wollten gern etwas anders daherkommen“, betont Michal Lasota von Stereo schmunzelnd (Arbeiten zwischen 1.500 und 8.500 Euro).

Eine Solopräsentation mit skulpturalen Arbeiten von David Jablonowski dann bei Lüttgenmeijer aus Berlin. Jablonowski, Jahrgang 1982, setzt sich in verschiedenen Materialien mit historischen und aktuellen Formen der Kommunikation auseinander. Das geht von der altmodischen Druckwalze bis hin zur hölzernen Computertastatur. In fast surrealer Manier werden scheinbar unvereinbare Gegenstände miteinander kombiniert. Gerne erzählt Jablonowski abstruse Geschichten, etwa indem er den Kauf eines Iron Maiden-Turnschuhs in den USA mit den revolutionären Unruhen in Ägypten verknüpft (Arbeiten zwischen 3.000 und 9.000 Euro).

Der Rotterdamer Galerist Wilfried Lentz erreichte große Aufmerksamkeit für die italienische Konzeptkünstlerin Rossella Biscotti, Jahrgang 1978. Die in Neapel ausgebildete Biscotti lebt jetzt in Amsterdam. Sie untersucht und rekonstruiert anhand von Fotografien, Postkarten und Filmdokumenten vergessene geschichtliche Zusammenhänge, die sie kritisch hinterfragt. So beschäftigt sie sich etwa mit Verschwörungstheorien rund um das von Geheimdiensten angeblich als „Wahrheitsserum“ eingesetzte Medikament Pentothal. Ihre politisch-gesellschaftlichen Fragestellungen setzt Biscotti in ästhetisch überzeugende Bilder um (Fotos ab 950 Euro, Auflage: 3; Videos 11.000 bis 15.000 Euro, Auflage: 5).

Die Berliner Galerie Sommer & Kohl stellte unter anderem den Schweden Andreas Eriksson vor, der den Nordischen Pavillon auf der 54. Biennale Venedig bespielt. Der 1975 geborene ehemalige Assistent von Tobias Rehberger lebt aufgrund einer Elektrosmog-Allergie im Wald außerhalb der Zivilisation. Er beschäftigt sich in seiner Malerei mit Naturthemen und bezieht sich unter anderem auf die nordische Malereitradition etwa von Per Kirkeby (Gemälde 3.500 bis 15.000 Euro). Weiterhin am Stand: eine großformatige Collage der Italienerin Deborah Ligorio mit Anspielungen auf die Filme des italienischen Neo Realismo (3.300 Euro), ein Paravent von Eva Berendes in der Tradition der Arts and Crafts-Bewegung (6.000 Euro) und ein Flaschenset mit kompliziert gewonnenem Abwasser von Adrian Lohmüller (2.000 Euro).

Die Galerie Kadel Willborn aus Karlsruhe konzentrierte sich auf neue Arbeiten des jungen Absolventen der HfG Karlsruhe, Matthias Bitzer, Jahrgang 1975. Er spinnt ein abstraktes Netz aus Biografien und setzt es in Malerei, Collagen und Objekte um. In diesem Fall bezieht er sich auf den berühmten Vertreter der Beat-Generation, William S. Burroughs. Verschiedene Farbreferenzen und Formfindungen ergeben ein abstraktes Porträt der Künstlerpersönlichkeit (Arbeiten zwischen 5.500 und 12.000 Euro). Der in Berlin lebende Matthias Bitzer gewann 2010 den Otto-Dix-Preis der Stadt Gera. Weitere Persönlichkeiten, die er künstlerisch porträtiert hat, sind Joseph Conrad und Fernando Pessoa.

Die Galerie Peres Projects aus Berlin setze auf den US-Fotografen Dean Sameshima, Jahrgang 1971, und den in Berlin lebenden Maler Pete Wheeler aus Neuseeland, Jahrgang 1978. Sameshima, ein Absolvent des California Institute of the Arts, reproduziert Ausschnitte aus homoerotischen Pornoheften aus den 1970er Jahren, die Männergesichter im Moment des Orgasmus zeigen, und fügt sie zu Sets aus mehreren Fotos zusammen (10.000 Euro, Auflage: 2). Pete Wheeler, der zum ersten Mal außerhalb Neuseelands und Australiens gezeigt wird, verfremdet seine figürlichen Darstellungen von Männern, indem er stark verdünnte Ölfarbe verwendet, so dass die Gemälde am Ende fast abstrakt daherkommen (12.500 Euro).

Ob gekauft, für die nächste Ausstellung entdeckt oder einfach nur im Gedächtnis abgespeichert: Die Kunst, die auf der Liste gezeigt wird, wird einem in den nächsten Jahren sicherlich wieder begegnen. Die Messe ist ein Muss für jeden Art Basel-Besucher. Wer sich hier Zeit zum intensiven Schauen und für Gespräche nimmt, hat sicherlich einen guten Überblick über die aktuelle jüngere Kunstproduktion gewonnen. Und das auf internationalem Niveau.

Die nächste „Liste 17 – The Young Art Fair in Basel“ findet vom 12. bis 17. Juni 2012 im Werkraum Warteck pp in Basel statt.

www.liste.ch



30.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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