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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in London

Altbesitz zweier Künstler



Francis Bacons „Study for a Portrait“ ist das Glanzstücke der Londoner Zeitgenossenauktion bei Christie’s. Das auf circa 11 Millionen Pfund geschätzte Großformat, das schemenhaft einen unbekannten Herrn in einem fast schwarzen Raum zeigt, ist das letzte Gemälde, das Bacon 1953 im Atelier seines Malerkollegen Rodrigo Moynihan am Royal College of Art in London schuf. Es ist das Jahr, in welchem Bacon auch seine berühmte Serie von Portraits nach Diego Velázquez’ Portrait Papst Innozenz’ X. schuf, und bezeichnet einen Wendepunkt im Werk des Künstlers. Seit 1951 hatte er sich im Atelier Moynihans eingemietet und dem Kollegen die fast zwei Meter hohe Leinwand „Study for a Portrait“ als Gegenleistung überlassen. Zweiter Besitzer des Gemäldes war dann der heute 94jährige irische Maler Louis le Brocquy, der es später an die Londoner Galerie Marlborough Fine Art verkaufte. Seit 1984 war es im Besitz des Schweizer Weinproduzenten Donald Hess, der es zuletzt 2008/09 für die große Bacon-Wanderausstellung in London, Madrid und New York zur Verfügung stellte.


Auf 56 bis 78 Millionen Pfund sind die 67 Lose der Abendauktion von Christie’s am 28. Juni geschätzt. Zum Aufruf kommen vor allem Altmeister der Szene, zahlenmäßig allen voran einmal mehr Andy Warhol unter anderem mit einem violett-roséfarbenen „Mao“ aus dem Jahr 1973 für 6 bis 8 Millionen Pfund und einem grünen „Little Eletric Chair“ von 1964 für 1,8 bis 2,2 Millionen Pfund. Ein sehr persönliches Zeugnis ist das verwischte Portrait seiner Mutter „Julia Warhola“ aus dem Jahr 1974 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Mit vier Arbeiten ist der italienischer Avantgardekünstler Lucio Fontana vertreten, darunter einem seit 1966 in skandinavischem Privatbesitz befindlichen und bisher noch nicht öffentlich ausgestellten goldenen „Concetto spaziale“ mit acht gewaltsam hineingestoßenen Löchern von 1964 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) und einem weiteren „Concetto spaziale, Attese“ von 1966 in Weiß mit drei senkrechten Leinwandschnitten (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP).

Wichtigster deutscher Künstler ist, wie gewohnt, Gerhard Richter ebenfalls mit vier Arbeiten. Die wichtigste davon ist seine fotorealistische und zugleich verunklärte „Eifellandschaft (Straße)“ von 1969, die seit circa 1970 ununterbrochen und ohne je ausgestellt worden zu sein in einer italienischen Privatsammlung hing (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP). Daneben listet der Katalog zwei seiner abstrakten Farbverwischungen aus den 1980er Jahren für bis zu 2 Millionen Pfund und das ebenfalls ungegenständliche nur aus grauen Farbschlieren bestehende Gemälde „Grau (Portrait of Albert Einstein)“ von 1972 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Außerdem gibt es ein genageltes, schön durcheinander gewirbeltes „Bewegtes Feld II“ des ZERO-Künstlers Günther Uecker aus dem Jahr 1963 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) und von Anselm Kiefer die über drei Meter hohe, mit christlichen Symbolen angehäufte Leinwand „Maria“ von 1977 für 300.000 bis 500.000 Pfund.

Aus der Reihe der britischen Künstler ist besonders Lucian Freud mit seinem mittelgroßen Bildnis einer „Woman Smiling“ von 1958/59 für 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund zu nennen. Bereits mehrmals öffentlich gezeigt, liegt auch für die kommende Ausstellung mit Freud-Portraits in der National Portrait Gallery London und dem Modern Art Museum of Fort Worth in Texas eine Leihanfrage vor. Auch Frank Auerbach hat sich stets dem Menschbild gewidmet und 1953 den „Head of E.O.W.“ in ein abstraktes, pastoses Farbmeer eingebettet (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Ähnlich geht Glenn Brown bei seiner schlierigen Darstellung „The Sailor’s Wife“ von 1998 ans Werk (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Bei einer Schätzung von 1,4 bis 1,8 Millionen Pfund muss man für Peter Doigs warmer, fließender Tropenlandschaft „Red Boat (Imaginary Boys)“ von 2003/04 etwas höher kalkulieren.

International bleibt es mit der Nummer sechs aus Zeng Fanzhis „Mask Series“ von 1995, mit Yoshitomo Naras bösartigem Mädchen „Missing in Action“ von 1999 (Taxen je 500.000 bis 700.000 GBP) und der mit stilisierten Papierblüten collagierten sozialistisch-realistischen Malerei „The New Accordeon“ des russischen Künstlers Ilya Kabakov aus dem Jahr 2001 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Hauptwerk der spanischen Kunst sind Juan Muñoz’ vier sackartig eingezwängte Bronzefiguren „Esquina positiva“ mit ihren leeren Augenhöhlen aus dem Jahr 1992 für 3 bis 5 Millionen Pfund, gefolgt von einem der pastosen, fast schon reliefartigen Arenenbilder Miquel Barcelós aus dem Jahr 1990 unter dem Titel „Faena de muleta“ für 1,5 bis 2 Millionen Pfund. Das niederländische Museum Gouda trennt sich von den nicht nur koloristisch aggressiven „Schoolboys“ der südafrikanischen Malerin Marlene Dumas aus dem Jahr 1986/87, um mit dem erhofften Erlös von 700.000 bis 1 Million Pfund seinen Ankaufsetat aufzubessern.

Bei der Fotografie steht eine der erschütternden Selbstinszenierungen Cindy Shermans, deren zerzauste Haare das Gesicht fast ganz verbergen und nur den Blick auf ein blutunterlaufenes Auge freigeben, im Mittelpunkt. Dieses „Untitled“ ist ein Unikat von 1983 und hat daher wohl gute Chancen auf 1 bis 1,5 Millionen Pfund. Auch die deutsche Fotokunst macht sich in London stark. Mit dabei sind Andreas Gurskys leergeräumter Nobelshop „Prada II“ von 1997 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), sein Fußballplatz „Fortuna Düsseldorf“ von 2000 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), Thomas Struths Museumsbild „Art Institute of Chicago I“ mit Besuchern vor Georges Seurats weltberühmten „Un dimanche après-midi à l’Ile de la Grande Jatte“ von 1990 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) oder Thomas Demands Zimmernachbau eines vielfach mit goldenen Schallplatten ausgezeichneten Musikers unter dem Titel „Collection“ von 2002 (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP).

Eine prominente Einlieferung stammt von Kay Saatchi, der zweiten Ex-Frau des Medienmogul und Großsammler Charles Saatchi und selbst einer engagierten Sammlerin. Dazu gehören neben fünf Zeichnungen des jungen Lucian Freud mit einem umrisshaften „Boy with a Pipe“ und schlafenden oder toten Tieren aus den Jahren 1943/44 für bis zu 400.000 Pfund Paula Regos fast altmeisterliche Figurengruppe „Looking Back“ von 1987 aus ihren „Girl and Dog series“ und Ron Muecks überdimensionale und hyperrealistische Skulptur eines „Big Baby“ von 1996 für jeweils 600.000 bis 800.000 Pfund. Die jüngste Künstlerin der Auktion ist Jenny Saville, deren phänomenale Portraitkunst sich in ihrem viel zu nah ins Bild gesetzten und daher allseitig vom Rahmen überschnittenen Gesicht „Interfacing“ von 1992 äußert (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Ihr zwei Jahre älterer Kollege Chris Ofili kommt mit zwei seiner großen schillernden wandteppichartigen Bildern mit Bezug zum afrikanischen Kontinent für bis zu 1,2 Millionen Pfund zum Aufruf.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



24.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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