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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit einigen neuen Rekordergebnissen konnte Sotheby’s in London bei seiner Auktion mit europäischer Malerei des 19ten Jahrhunderts punkten

Spanien zieht



Mariano Fortuny, Arabe delante de un tapiz, 1873

Mariano Fortuny, Arabe delante de un tapiz, 1873

Er blieb nicht auf dem Teppich. Der vor einem prachtvollen orientalischen Wandbehang postierte Araber, den Mariano Fortuny unter dem Titel „Arabe delante de un tapiz“ in pastoser Manier auf die Leinwand bannte, setzte sich deutlich an die Spitze der Auktion „19th Century European Paintings“ bei Sotheby’s. Ganz verwunderlich war das nicht. Betrat das 1873, ein Jahr vor Fortunys frühem Tod in Rom entstandene Gemälde doch erstmals das Auktionsparkett, war noch dazu vorher nicht öffentlich ausgestellt und galt daher als zwar bekannte, doch wichtige Entdeckung im Œuvre des Spaniers. Mit großer Verve beschreibt Fortuny darin das exotisch Anziehende, ja fast Mysteriöse der arabischen Kultur, die für die Europäer stets fesselnd, aber auch immer etwas fremd und furchteinflößend war und ist. Das honorierten die Käufer bei Sotheby’s in London mit 620.000 Pfund und dem neuen Rekordpreis in Fortunys Auktionsranking. Seinen Schätzpreis von 150.000 bis 250.000 Pfund sprengte das farbenprächtige Werk damit um ein Vielfaches.


Insgesamt steht die Spanien-Abteilung innerhalb der Auktion vom 18. Mai glänzend da. So findet sich unter den Spaniern die größte Anzahl an sechsstelligen Kaufpreisen. Fünf Werke erreichten oder übertrafen die Marke von 100.000 Pfund, wobei aus allen anderen Katalogabschnitten gemeinsam nur sechs weitere Gemälde diesen Level erreichten. Zudem weist Spanien die beste Verkaufsquote auf. So blieben von 23 angebotenen Werken lediglich acht unverkauft. Neben dem Fortunyschen Werk fallen vor allem die 42 kleinen Stadtansichten und Kirchendarstellungen in gotisierender Rahmung von Jenaro Pérez Villaamil auf, die wie ein Altarbild wirken und von 18.000 bis 25.000 Pfund auf stolze 100.000 Pfund schossen. Innerhalb der Schätzpreise erzielten Santiago Rusiñols ruhige frühabendliche Landschafts- und Stadtansicht „El valle, Sóller“ auf Mallorca um 1903/04 mit 200.000 Pfund und das recht konventionelle, querovale „Retrato de Luisa Martínez de Tejeda“ von Joaquín Sorolla y Bastida aus dem Jahr 1907 mit 120.000 Pfund sechsstellige Beträge. Mit den für 250.000 Pfund versteigerten „Sevillanas“ kam ein weiteres Werk Sorollas unter die Top Ten der Auktion. Die geheimnisvollen Schönheiten bleiben damit aber etwas unter den veranschlagten 280.000 bis 350.000 Pfund. Wo viel Licht ist, sind in diesem Fall nur einzelne Schattenflecken zu verzeichnen. So blieben mit Ignacio Zuloagas ganzfigurigem Portrait der „Mademoiselle Souty“ (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP) und Joaquim Mir i Trinxets sonnigem Marktplatz „Plaza de Pau Casals, Vilanova“ zwei hoch dotierte Werke spanischer Künstler bei Sotheby’s zurück (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Die Auktion wies insgesamt eine solide losbezogene Zuschlagsquote von 55,6 Prozent und einen Bruttoumsatz von 5,4 Millionen Pfund auf. 34 Positionen lagen unterhalb ihres Schätzpreises, 36 im Rahmen, und 20 Bilder konnten diesen nach oben sprengen, wenn auch außerhalb der spanischen Abteilung in aller Regel nicht in sensationellem Umfang. Ein weiteres Zugpferd, das jedoch teils mit Ausfällen und niedrigen Preisen zu kämpfen hatte, war die Orient-Abteilung. 35 verkauften stehen 27 unverkaufte Gemälde gegenüber. 17 Arbeiten erreichten nicht den unteren Schätzpreis, nur vier übertrafen den oberen. Darunter fiel vor allem Girolamo Giannis detaillierte Stadtvedute eines Panoramablicks auf Konstantinopel von Beyazit aus. Mit stolzen 135.000 Pfund kam auch hier ein neuer Auktionsrekord zustande (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP), den auch Hermann David Salomon Corrodi für sich verbuchen konnte. Mit seinem abendlichen „Blick über den Bosporus, Konstantinopel“ gelang ihm das, obwohl hier nur die untere Taxe von 300.000 Pfund erreicht wurde. Seine Ansicht Konstantinopels im Abendschein mit dem Goldenen Horn stieß bei den Bietern sogar auf überhaupt kein Interesse (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Für eine Überraschung sorgte das naturalistische Pferdeportrait „Cheval noir au palmier“ von Alfred de Dreux, das den Sprung von 25.000 bis 35.000 Pfund auf 78.000 Pfund schaffte. Zahlreiche weitere Darstellungen der temperamentvollen Kreatur, etwa durch Victor Pierre Huguet oder Henri-Emilien Rousseau, trabten hingegen ins Depot zurück. Die einen weit gemesseneren Schritt an den Tag legenden beiden Herren „Beim Verlassen der Moschee“ von Rudolf Ernst blieben mit 180.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), die lasziven Damen „In the Harem“ von Frederick Arthur Bridgman mit 145.000 Pfund unter den Schätzpreisen (Taxe 200.000 bis 250.000 GBP). Einige weitere hoch dotierte Werke ließen die Bieter links liegen, wie etwa „Die Wasserträger“ von Leopold Carl Müller (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP) und Ernsts „Grabmal des Sultan Mehmet I“ (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP).

Von den 41 Losen der Zusammenstellung Deutschland, Österreich und Zentraleuropa erregten 22 Gemälde das Interesse des Publikums. Preislicher Spitzenreiter war die mediterrane Kleinfamilie „Bei der Quelle“ von Henryk Siemiradzki, die mit 250.000 Pfund zur unteren Erwartung den dritten Rang mit Sorollas „Sevillanas“ einnimmt. Rudolf von Alts wirkmächtige Vedute „Der Peterplatz in Rom“ erbrachte ebenfalls unaufgeregte 110.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Für eine Preissteigerung sorgte hier Carl Spitzweg mit dem hintersinnigen Stück „Straße in Kairo – Türk’ findet Rose“ bei 75.000 Pfund (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP). Ebenfalls im Plus bewegten sich einerseits Mela Muters expressiv verquältes düsteres Porträt „Der Schriftsteller Georges Polti“ mit 50.000 Pfund (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP), auf der anderen Seite die modisch-leichtlebigen beiden Damen bei einer „Sommer Regatta“ von Edward Cucuel in hell pasteller Farbigkeit mit 48.000 Pfund (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP).

Für 65.000 Pfund kehrte die auf 50.000 bis 70.000 Pfund gepriesene „Junge Dame mit Zeichengerät“ von Carl Christian Vogel von Vogelstein nach Dresden zurück. 79.250 Pfund inklusive Aufgeld war das erst vor kurzem restituierte Porträt der Gräfin Ludolf den dortigen Staatlichen Kunstsammlungen wert. Vogel von Vogelsteins weniger formales Porträt des Künstlerkollegen Friedrich von Amerling blieb jedoch unverkauft (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Je 50.000 Pfund spedierten die Bietern außerdem für das vielfigurige, öfters wiederholte „Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“ von Albin Egger-Lienz sowie für Olga Wisinger-Florians „Schneerosen“ im vorfrühlingshaften Garten (Taxe je 50.000 bis 70.000 GBP).

Aber auch in dieser Abteilung mussten einige Werke mit hoffnungsvollen Schätzpreisen im hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich die Heimreise antreten. Damenbilder konnten das Publikum nicht zum Bieten animieren, weder die von prächtigen Materialien und einem Spiel von Licht und Schatten dominierte „Tändelei“ von Wladyslaw Czachorski (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) noch das fein lasierte „Bildnis einer schönen Römerin“ von Wilhelm von Schadow (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Brauntonige Darstellungen von Pferdegespannen im Morast wurden ebenfalls dankend abgelehnt, so Józef Chelmonskis rasante „Quadriga“ und die müden Soldaten bei der „Heimkehr“ von Alfred von Wierusz-Kowalski (Taxen je 100.000 bis 150.000 GBP). Auch für die Jägerromantik, die Ferdinand Georg Waldmüller mit der vor einer fernen Bergkulisse „Rastenden Jagdgesellschaft am Bachufer“ inklusive einem Stillleben der ausgeweideten Jagdbeute im Vordergrund heraufbeschwört, konnte sich kein Interessent erwärmen (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Nicht anders erging es dem in Tiefblau und Zartrosa spielenden Blumenstillleben von János Vaszary (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Auf überraschende Preise trieben die Bieter zwei britische Straßenszenen von Paolo Sala mit bescheidenen Taxen von je 6.000 bis 8.000 Pfund. 25.000 Pfund erreichte die impressionistische „Parliament Street“, während „Tottenham court road“ fast ebenso stark auf 22.000 Pfund zulegen konnte. Emma Ciardis Seestücke waren ebenfalls heiß umkämpft und verbesserten sich von je 5.000 bis 8.000 Pfund auf 19.000 Pfund für „Das grüne Fischerboot“ und auf 16.000 Pfund für die „Segelboote, Venedig“. In diesem letzten Katalogteil mit „Europäischer Malerei“ gab es ebenfalls bei den höher kalkulierten Hoffnungsträger einige Ausfälle, so bei Paul César Helleus „Madame Helleu à son bureau dans le salon de l’atelier du peintre“ (Taxe 250.000 bis 300.000 GBP) oder bei zwei stimmungsvollen Gemälden aus Capri und Venedig Federico del Campos für bis zu 180.000 Pfund.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



20.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susanne Prein

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Losnummer: 15

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Zuschlag: 250.000,- GBP

Losnummer: 111

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Taxe: 200.000 - 250.000 GBP

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Taxe: 30.000 - 50.000 GBP

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Hermann David Salomon Corrodi, Konstantinopel – Blick über den Bosporus

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