Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 25.10.2019 Auktion 128: Moderne und Zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Erstmals würdigt mit der Staatsgalerie in Stuttgart ein deutsches Museum das Schaffen des britischen Landschaftsmalers John Constable

Kein Theater, schlichte Wahrheit



John Constable, Das springende Pferd, 1825

John Constable, Das springende Pferd, 1825

Bis heute haben es unangepasste Querdenker schwer. Ausschließlich eigene, höchst spezifische Vorlieben zu verfolgen, das können sich nur wenige leisten. So galten die Bilder von John Constable zu dessen Lebzeiten als nicht ausstellungswürdig. Dem zeittypischen theatralischen Pomp aus Überhöhungen realistischer Eindrücke konnte er nichts abgewinnen. Constable begab sich auf die Spuren schlichter Wahrheiten der Natur, ihrer Effekte, packenden Momente oder poetischen Augenblicke. Viele sehen den Briten daher als ersten Impressionisten, da er am frühesten konsequent meteorologische Phänomene malerisch untersuchte. Aber erst nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1816, eines wohlhabenden Händlers und Mühlenbesitzers, war er finanziell unabhängig, konnte nun heiraten und ein freies Malerleben führen.


John Constable wurde 1776 in East Bergholt im Süden der Grafschaft Suffolk geboren und übersiedelte 1799 zur künstlerischen Ausbildung nach London, wo er an der Royal Academy Schools studierte. Rasch wurde es ihm ein Dorn im Auge, dass die Künstler realistische Naturerscheinungen in ihrer Malerei absolut vernachlässigten. Im Jahr 1802 begann er, sorgfältig ausgeführte Ölstudien anzufertigen. Um 1808 entstand eine Gruppe im Freien gemalter Studien, die sich ohne Verkünstellungen am Realen orientieren. Diese nie öffentlich gezeigten Skizzen sah Constable als Vorstufen für große Gemälde an. Ab 1817 fertigte er dann Skizzen in Ausführungsgröße. Jean-Baptiste Camille Corot, Edouard Manet und die Maler der Schule von Barbizon studierten einige Jahrzehnte später begeistert diese Arbeiten.

In den zwanziger Jahren des 19sten Jahrhunderts rückten in Constables Bildern Lichteffekte in den Fokus, wenn etwa die Luft Blätter in Bewegung versetzt oder die Sonne flimmert. Nach seiner Übersiedlung nach Brighton im Jahr 1824 inspirierten ihn Meeresbrandungen und Strandgeschehnisse zu Ölstudien. Schon 1837 verstirbt Constable früh in London. Seine jüngste Tochter Isabel Constable vermachte 1887/88 dem Victoria & Albert Museum rund 400 Arbeiten ihres Vaters. So stammen auch die meisten der 89 Bilder der Ausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie aus dem Fundus dieses Museums, was es nun erstmals ermöglicht, anhand einer konzentrierten Auswahl wesentliche künstlerische Aspekte seines Schaffens in Deutschland zu erkunden. Zwei Hauptwerke, „The Hay Wain“ (Der Heuwagen) von 1821 und „The leaping Horse“ (Das springende Pferd) von 1825, die nun umfassend gereinigt ihre Gewandtheit und Ausdruckskraft zum Ausdruck bringen können, stehen im Mittelpunkt der Schau.

Der chronologische Parcours setzt mit einem 1802 gemalten Sonnenuntergang ein, einem kleinformatigem Ölgemälde mit tief herunter gezogenem Horizont und leicht geschwellter, eher unspektakulärer Landschaft, dessen Vorbilder sich bei Claude Lorrain und Jacob van Ruisdael finden lassen. Beide Barockmaler verehrte John Constable sehr. Im weiteren Verlauf bestechen die Sujets immer stärker durch ungemein kraftvoll wie souveräne Pinselführung und satte Farbabtönungen, alles Aspekte, die auf den Einfluss des flämischen Barockmalers Peter Paul Rubens hindeuten, den Constable ebenfalls hoch schätzte. Der 1821 entstandene Heuwagen erinnert an Rubens Gemälde „Herbstlandschaft mit Blick auf Het Steen“. Doch bemühte sich John Constable ausnehmend um eine exakte Widergabe eigener originaler Motive. Der Heuwagen, mit dem er 1824 die Goldmedaille im Pariser Salon gewann, gilt heute als Constables berühmtestes Bild.

Die überwältigende Mehrzahl der Sujets konzentriert sich auf die ländliche Umgebung seiner Heimat um Bergholt, darunter die väterliche Mühle, seinen Lieblingsort, rauschende Wasserläufe, knorrige Weidenbäume, wild wuchernde Pflanzen, schlammige Pfähle, brüchiges Mauerwerk, alles Dinge, die den Romantiker Constable an glückliche Kindheitstage erinnerten. Abgedunkelt, teils etwas bieder anmutend erhielten die kleinteiligen Studien in Laufe der Zeit einen expressiveren Duktus mit farblich geschickt gesetzten Höhepunkten, mit denen Constable flüchtige Licht- und Wetterphänomene akzentuierte. Aber auch abseits der Heimat wie in Hampstead hielt er eindrucksvoll kurze Situationen auf teils recht eigenwillige Weise fest, wie 1822 den „Stürmischen Sonnenuntergang“, eine unglaublich schnell gemalte Ölskizze, die vor einem hereinbrechenden Gewitter entstand, das von meteorologischen Aufzeichnungen vom 21. Juli 1822 bestätigt wird. Zu seinen stärksten Kompositionen zählt das „Springende Pferd“. Dem traditionell mit barocken Reiterstandbildern in Verbindung gebrachten Thema verleiht er eine typisch ländliche Wendung.

Bedingt durch die Lungenkrankheit seiner schon 1828 verstorbenen Ehefrau verweilte der Maler die Jahre zuvor meist im Seebad Brighton, was sich in vielen Bildern spiegelt. Der „Strand von Brighton“, gemalt 1824, zeigt das bunt getupfte Strandleben modisch gekleideter Gäste. Der Klamauk am Strand wirkte so abstoßend auf Constable, dass er sich nach eigenen Angaben an den Picadilly Circus, der geschäftigen Londoner Stadtplatz, erinnert fühlte. Constable reiste nie nach Italien oder Frankreich, den klassischen Reisezielen des britischen Bildungsbürgertums seiner Zeit. Aber gerade in der Konzentration auf und seine enge Verbindung zur heimatlichen Kulturlandschaft waren wesentliche Voraussetzungen für seine neue Auffassung der Landschaft. Hier war er mit den Motiven vertraut, hier konnte er sein konsequentes Naturstudium betreiben und in der Pleinairmalerei seine frischen Landschaftsaufnahmen niederlegen. So formulierte Constable schon 1802 sein künstlerisches Credo: „Seit zwei Jahren laufe ich hinter Bildern her und suche nach einer Wahrheit aus zweiter Hand. (…) Doch diesen Sommer werde ich meine Zeit nicht länger vergeuden. (…) Ich werde (…) mich bemühen, eine ursprüngliche und unaffektierte Manier zu finden, und die Szenen, die mich interessieren, darzustellen (…). Für einen Naturmaler ist noch Platz.“

Am radikalsten sind seine kleinen, reinen Wolkenstudien. Speziell sie stützen nachhaltig den Ruf Constables als fortschrittlicher Empiriker. Neben intensiver Farbigkeit fand die Anwendung flimmernder Glanzpunkte hier ihren Höhepunkt. Die mehr Spontaneität zulassende Aquarellmalerei bestimmte Constables letzte Schaffensphase. Immer stärker gewann bei ihm das „Tüpfeln“ an Bedeutung. „Einem kurzen, der fließenden Zeit entrissenen Augenblick bleibendes, schlichtes Dasein verleihen“, so beschrieb der Maler seine wegweisenden, ihm eigenen Intentionen, die erst lange nach seinem Tod die Welt der Malerei erobern sollten.

Die Ausstellung „John Constable – Maler der Natur“ ist noch bis zum 3. Juli zu besichtigen. Die Staatsgalerie Stuttgart hat täglich außer montags von 10 Uhr bis 18 Uhr, dienstags und donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der an der Museumskasse 29,80 Euro kostet.

Kontakt:

Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Straße 30-32

DE-70137 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 470 402 68

Telefon:+49 (0711) 470 400

Telefon:+49 (0711) 470 40 249

E-Mail: info@staatsgalerie.de



16.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Variabilder (13)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


12.03.2011, John Constable – Maler der Natur. Ölskizzen und Zeichnungen aus dem Victoria and Albert Museum

Bei:


Staatsgalerie Stuttgart

Variabilder:

John Constable, Windmühle bei Brighton, 1824
John Constable, Windmühle bei Brighton, 1824

Variabilder:

John Constable, Stamm einer Ulme, Studie, um 1821
John Constable, Stamm einer Ulme, Studie, um 1821

Variabilder:

John Constable, Strand bei Brighton
John Constable, Strand bei Brighton

Variabilder:

John Constable, Tal des Flusses Stour, um 1805/09
John Constable, Tal des Flusses Stour, um 1805/09

Variabilder:

John Constable, Ölstudie für den Heuwagen, 1821
John Constable, Ölstudie für den Heuwagen, 1821

Variabilder:

John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt
 „The Grove“, 1832
John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt „The Grove“, 1832

Variabilder:

John Constable, Das Haus des Admirals in
 Hampstead, genannt „The Grove“, 1821-1822
John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt „The Grove“, 1821-1822







John Constable, Windmühle bei Brighton, 1824

John Constable, Windmühle bei Brighton, 1824

John Constable, Stamm einer Ulme, Studie, um 1821

John Constable, Stamm einer Ulme, Studie, um 1821

John Constable, Strand bei Brighton

John Constable, Strand bei Brighton

John Constable, Tal des Flusses Stour, um 1805/09

John Constable, Tal des Flusses Stour, um 1805/09

John Constable, Ölstudie für den Heuwagen, 1821

John Constable, Ölstudie für den Heuwagen, 1821

John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt „The Grove“, 1832

John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt „The Grove“, 1832

John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt „The Grove“, 1821-1822

John Constable, Das Haus des Admirals in Hampstead, genannt „The Grove“, 1821-1822

John Constable, Flusslandschaft mit Bauernhaus, um 1830/36

John Constable, Flusslandschaft mit Bauernhaus, um 1830/36

John Constable, Karre auf Landweg in Flatford, 1811

John Constable, Karre auf Landweg in Flatford, 1811

John Constable, Ein Dorffest in East Bergholt, 1811

John Constable, Ein Dorffest in East Bergholt, 1811

John Constable, Talmulde bei Dedham, 1802

John Constable, Talmulde bei Dedham, 1802

John Constable, Studie von Zirruswolken, um 1821/22

John Constable, Studie von Zirruswolken, um 1821/22




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce