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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Groß, mächtig und tonangebend: Die 42. Art Basel beweist einmal mehr, dass hier die Maßstäbe für den internationalen Kunstmarkt gesetzt werden. Jetzt streckt die mächtige Kunstmesse ihre Fühler Richtung Asien aus

Wer hat noch nicht, wer will nochmal?



Erik van Lieshout, Commission, 2011

Erik van Lieshout, Commission, 2011

Dienstag, 14. Juni, 11 Uhr morgens. Das First-Choice-Vernissagepublikum der Art Basel setzt zum Beutesprung an. Die ganz Gewieften positionieren sich strategisch klug am Seiteneingang der Art Basel. Sie haben den Messeplan genau studiert und wissen, dass sie von hier aus auf kürzestem Wege den Stand der New Yorker Galeristin Marian Goodman erreichen. Dort hängen gut zwei Dutzend kleinformatige Hinterglasmalereien von Gerhard Richter. Die rund 30.000 Euro teuren Objekte der Begierde mit Unikatcharakter waren schon nach wenigen Minuten ausverkauft – schnelle Wertsteigerung garantiert.


Großer Andrang herrschte am gestrigen Vernissagetag der weltweit wichtigsten Kunstmesse. Eine Woche Erholung gönnte sich das stets mobile Kunstvolk zwischen den Eröffnungstagen der Biennale Venedig und der Messewoche in Basel. Die einen klapperten Museen in der Schweiz ab, manche Amerikaner reisten nach Berlin, andere machten Urlaub am Mittelmeer. Doch pünktlich zum Messestart trafen Alpha-Sammler, Galeristen, Power-Kuratoren und Kunst-Groupies frisch gestärkt in Basel ein. Darunter Supermodels wie Linda Evangelista und Naomi Campbell, aber auch Großsammler wie der US-Milliardär Eli Broad oder der Wuppertaler Werbemogul Christian Boros. Auf dem eher kleinen Basler Flughafen parken in diesen Tagen rund 120 Privatjets. Rund 300 Galerien aus 35 Ländern schafften in diesem Jahr den Sprung auf die Topmesse – von über 1000 Bewerbern.

„Wir präsentieren Kunst aus elf Dekaden auf gewohnt hohem Niveau“, verspricht Messe-Co-Direktor Marc Spiegler. Werke von insgesamt 2.500 Künstlern werden auf der Art Basel angeboten. Während in der oberen Halle die ganz aktuelle zeitgenössische Kunst präsentiert wird, bieten die etablierteren Galerien im Erdgeschoss Spitzenware in Museumsqualität. Das teuerste Werk der Messe stammt von Andy Warhol und wird bei Bruno Bischofberger aus Zürich angeboten: 150 mal „Marilyn“ in Schwarz, Weiß und Grau für 80 Millionen US-Dollar. In einer guten Nachbarschaft zu residieren, das weiß jeder Hausbesitzer, steigert auch das eigene Renommee. Ganz ähnlich ist es auf der Art Basel. Sozusagen im Villenviertel der Messe grenzen hochpreisige Blue-Chip-Galerien wie Hauser & Wirth aus Zürich und London sowie Gagosian aus New York, Ropac aus Salzburg und Paris sowie Sprüth Magers aus Köln und London aneinander.

Hauser & Wirth präsentieren an der Außenwand eine schöne Zusammenstellung von kleinformatigen Foto- und Papierarbeiten sowie kleinen Gemälden von Pipilotti Rist, Anri Sala, Christopher Orr oder Louise Bourgeois. „So können wir auch jüngere Sammler ansprechen“, erläutert Anna Helwing, Associate Director der Galerie. „Die Arbeiten bilden einen schönen Rhythmus, wenn man vorbeigeht“. Zwischen 3.000 und 50.000 Euro liegt hier die Preisspanne. Als weiteres Highlight am Stand positioniert sich ein minimalistisches Wandobjekt von Eva Hesse aus dem Jahr 1967. Es stammt aus einer Privatsammlung und ist eine Rarität auf dem Markt, denn alle vergleichbaren Hesse-Werke befinden sich bereits in Museen. Der Versuchung, Werke des 2010 verstorbenen, gerade in Venedig mit dem Goldenen Löwen für den besten Pavillon ausgezeichneten Christoph Schlingensief zu zeigen, widerstand die Schweizer Galerie. „Wir betreuen zwar den Nachlass, aber das ist eine längerfristige Geschichte“, erläutert Anna Helwing mit typisch schweizerischer Diskretion. „Viele Details sind einfach noch ungeklärt.“

Wer sich vom Messerummel in den beiden Haupthallen erholen möchte, kann bei der Art Unlimited auf großzügigen 18.000 Quadratmetern Entdeckungen machen. Raumgreifende Installationen von über 60 Künstlern werden hier gezeigt. Kenner behaupten, das Niveau hier sei höher als auf der Biennale. Die Art Basel bietet jedenfalls Platz für anspruchsvolle Videoräume, etwa des kalifornischen Konzeptkünstlers John Baldessari, der während der Messewoche seinen 80. Geburtstag feiert. Eine Performance des Polen Robert Kusmirowski, der sich während der Vernissage als Bauarbeiter mit Spaten betätigte und ein gigantisches schwarzes Quadrat aus Beton als Hommage an Malewitsch formte, sorgte für Aufmerksamkeit. Solcherlei Highlights hätte man sich auch in Venedig gewünscht.

Die Art Statement-Zone mit den jungen Talenten kommt in diesem Jahr besonders luftig daher. Eine Art Piazza mit einer geschwungenen Endlosbank dient als Ruhezone und erinnert ein wenig an den erprobten Open Space auf der Art Cologne. Den begehrten Bâloise Kunst-Preis 2011 erhalten Alejandro Cesarco aus Uruguay (Galerie Murray Guy, New York) und Ben Rivers aus London (Galerie Kate MacGarry, London). Cesarco bezieht sich in einer geschlossenen Arbeit aus Fotografie und Texten auf die frühe Konzeptkunst der amerikanischen Westküste. Ben Rivers drehte einen eher leisen Film mit poetisch-farbigen Bildern. Er zeigt quasi als Abgesang auf das Industriezeitalter die letzten Arbeitstage in einer frühindustriellen Londoner Galvanisierungsanstalt.

Weiterhin interessant auf den Art Statements: Der in London lebende Deutsche Alexander Heim hat gängige High-Tech-Autoscheinwerfer mit glänzendem Kunstharz umhüllt und zu organisch wirkenden Objekten mit Anklängen an die Klassische Moderne verwandelt. Bei Karin Günther aus Hamburg sind die nunmehr funktionslosen Fetische der Automobilkultur für 4.000 bis 5.000 Euro erhältlich. Ein Videoloop Heims mit gemächlich auf den Wellen der Themse schaukelndem Zivilisationsmüll ist für günstige 1.800 Euro zu haben (Auflage: 7). Zak Branicka aus Berlin und Krakau präsentiert konzeptuelle Fotografien und Videos der erst 26jährigen Polin Agnieszka Polska. Wie eine Kunstfälscherin erfindet sie angeblich vergessene Kunstwerke der 1960er und 1970er Jahre und stellt so die offizielle Kunstgeschichtsschreibung in Frage (1.200 bis 4.500 Euro für die Fotografien, 5.000 bis 6.000 Euro für die Videos).

Wer nach so viel Kunst eine kleine Stärkung braucht, findet sie bei der Galerie Tonson aus Bangkok. Hier findet zweimal täglich eine der mittlerweile legendären Kochperformances des Thailänders Rirkrit Tiravanija statt. Kostenloses „Muslim Curry“ aus dem Pappbecher mit Klebreis. Wer die horrenden Preise in der Messegastronomie scheut, ist hier gut aufgehoben. Doch Tiravanijas Auftritt ist mehr Symbol als Gag. Er zeigt, wohin die Reise geht. Die Art Basel streckt nämlich kräftig ihre Fühler in Richtung Asien aus. Vor kurzem übernahm die Messe die Mehrheit an der Art Hongkong. Zehn Jahre nach der erfolgreichen Premiere der Art Basel Miami Beach trauen sich die geschäftstüchtigen Schweizer jetzt offenbar die Eroberung des immer wichtiger werdenden asiatisch-pazifischen Marktes zu.

Die 42. Art Basel läuft vom 15. bis zum 19. Juni in den Hallen 1 und 2 der Messe Basel. Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr. Die Tageskarte kostet 39 Franken, ermäßigt 29 Franken. Die Dauerkarte liegt bei 92 Franken. Ab 17 Uhr kann für 19 Franken eine Abendkarte gelöst werden. Den dicken Hauptkatalog gibt’s für 65 Franken.

Kontakt:

Messe Basel

Messeplatz

CH-4021 Basel

Telefax:+41 (061) 686 26 86

Telefon:+41 (061) 686 20 20

E-Mail: info@artbasel.com



15.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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